Kormorane vernichten bedrohte Fischbestände

Dieses Thema im Forum "Angeln in Politik und Verbänden" wurde erstellt von Anglerboard Redaktion, 5. Dezember 2018.

By Anglerboard Redaktion on 5. Dezember 2018 um 10:16 Uhr
  1. Anglerboard Redaktion

    Anglerboard Redaktion Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20. März 2018
    Beiträge:
    131
    Zustimmungen:
    20
    cormorant-3721174_1920.jpg
    Kormorane gefährden bedrohte Fischbestände - nicht nur in Dänemark

    Wie der Verein „Wanderfische ohne Grenzen - NASF Deutschland e.V.“ auf seiner Facebookseite meldet, ergaben Untersuchungen im Ringkøbingfjord in Dänemark, die von Niels Jepsen vom Dänischen Institut für Binnenfischerei (DTU Aqua) durchgeführt wurden, dass bis zu 50 Prozent eines Jahrgangs der ins Salzwasser abwandernden Junglachse (Lachssmolts) von Kormoranen gefressen werden.

    Erschreckendes Ergebnis
    Die Fische wurden besendert. So konnte Ihr Schicksal nachverfolgt werden. Außerdem wurden die Kotballen der Kormorane untersucht.
    Das erschreckende Ergebnis:
    Am dänischen Ringkøbingfjord wurden 30.000 Junglachse (Smolts), 38.000 Aale und 1.400.000 Flundern von Kormoranen gefressen.


    Weitere Untersuchungen an einem dänischen Fluss brachten laut des Vereins zu Tage, dass eine kleine Gruppe Kormoranen innerhalb weniger Tage im Winter 2015 80 Prozent des Äschenbestands und 75 Prozent der gesamten Fischbiomasse des Flusses vernichtete.

    Behörden reagieren
    Die dänischen Behörden haben auf diese Untersuchungsergebnisse mit einem Maßnahmenkatalog reagiert, der den bedrohten Fischbeständen helfen sollen.
    So dürfen Kormorane bejagt werden, auch nachts an den Rastplätzen. Auch die Gelege der Vögel dürfen durch Einölen zerstört werden.
    Damit hat Dänemark eine Vorreiterposition in Europa eingenommen. Trotzdem gelang es bisher nicht, den Bestand an Kormoranen auf ein mit dem Ziel der Erhaltung gefährdeter Fischbestände im Einklang befindliches Maß zu reduzieren!

    Und in Deutschland?
    Laut des Vereins werden in Deutschland Flüsse durch ungefähr 30.000 Wanderhindernisse blockiert und die Bejagung des Kormorans findet nur sehr zaghaft und in vielen Gebieten überhaupt nicht statt.
    Der Verein „Wanderfische ohne Grenzen - NASF Deutschland e.V.“ fordert deshalb: „WANDERHINDERNISSE BESEITIGEN - KORMORANE NACHHALTIG BEJAGEN!“

    Hier findet Ihr die Nachricht dazu auf Facebook

    Der Verein „Wanderfische ohne Grenzen - NASF Deutschland e.V.“ hat auch eine Homepage:
    http://wanderfische.eu
    Dort findet Ihr viele weitere Informationen, könnt Mitglied werden oder Spenden!
     

Kommentare

Dieses Thema im Forum "Angeln in Politik und Verbänden" wurde erstellt von Anglerboard Redaktion, 5. Dezember 2018.

    1. Fischkopp 1961
      Fischkopp 1961
      Laut des Vereins werden in Deutschland Flüsse durch ungefähr 30.000 Wanderhindernisse blockiert und die Bejagung des Kormorans findet nur sehr zaghaft und in vielen Gebieten überhaupt nicht statt.

      Leitet der NASF Deutschlande.V. eventuell daraus (Wanderhinernisse / Bejagung) einen Zusammenhang her? Finde dies eher widersprüchlich.
      Den gerade dort wo Wanderhindernisse wie Staustufen existieren, ist zumindest bei uns am Main, durch das nicht Weiterkommen und dass dadurch resultierende erhöhte Fischaufkommen, der Fraßdruck besonders hoch.:thumbsdown
    2. mirko.nbg
      mirko.nbg
      Sicherlich haben die Vorredner recht. Auch ich befasse mich mit meinem Heimatgewässer intensivseit 30 Jahren.

      Kormoran: Leider hat der Kormoran unser Gewässer bzw den Fischbestand zerstört. Wir hatten ein Äschenbestand, ohne diesen nach einem Erstbesatz Anfang der 80iger zu besetzen, der sich rasch vermehrt hat. So durfte pro Angler/Tag (Mitglied im Angelverein) 10 Äschen pro Tag entnommen werden. Selbst Angelfreunde mit Tageskarte durften 5 Salmonieden (Äsche/Forelle) am Tag fangen..... Heute sieht es so aus: Meine letzte Äsche habe ich vor 8 o. 9 Jahren gefangen....

      Dadurch das sich der Kormoran an unserem Gewässer sehr wohl fühlte, viel ihm und uns die Äsche zum Opfer.


      Gewässerverbauung: Das ist ein relativ großes Problem. Auch an meinem Heimatgewässer. Unserer regionaler Stromanbieter betreibt Wehre für seine Turbinen zur Stromproduktion. Im laufe der Zeit wurden Fischtreppen errichtet, die vielleicht den einen oder anderen Fisch dazu animieren diese zu benutzen. Aber dieses ist wahrscheinlich nur der sog."Tropfen auf dem heißen Stein".

      Ich sehe das Problem, der Verbesserung, an folgenden Beispielen:
      - An meinem Hausgewässer werden demnach zu viele Forellen besetzt, als Fangersatz der Äsche. Somit hat die kleine Population der Äsche keine Chance sich jemals wieder durchzusetzten: Genau so ist der Hechtbesatz in der Äschenregion nicht als Naturnaher besatz zu sehen.


      - Schlechte bzw keine Komunikation mit Stadt oder Kummune. An meinem Gewässer fehlt es an "Rauschen und Unebenheiten im Wasser. Parkanlagen und Brücken werden am Gewässer gebaut. Hier könnte schon mit den vorhandenen Maschienen der eine oder andere Findling ins Wasser gesetzt werden. Das würde die Kosten auch mit einem kleinem Beitrag der "Renaturierung" senken.

      -Angler stehen im Schatten der Politik. Hier sehe ich kein Interesse von Stadt oder Kummune, es sei den die Order kommt aus der Landespolitik. Aber es ist immer zu lesen das Stadt und Kummune angehalten sind aktiv am Gewässer und Umweltschutz zu arbeiten. Ich sehe da keine Komunikation mit Vereinen und Verbänden.

      -Probleme sehen, erkennen und beheben: Die grössten Probleme sind, ohne anzugreifen: Angler vs. Vogelschützer. Eigentlich ist das Problem erst mit dem unkontrolliertem vermehren des Kormoran aufgetreten. Leider ist auf der "Entscheidenden Ebene" zu spät reagiert worden. eine vielzahl unserer Gewässer ist fast leer gefressen.
      Angler haben nix gegen Kormorane, auch dieser Vogel ist teil unserer wunderschönen und zu erhaltener Natur. Bestandsregulierungen bei Wildtieren wie Reh und Wildschwein sind je her, weil wir es nicht anders gewohnt sind, "normal alltäglich.
      Neu sind Bestandsregulierungen beim Kormoranen, wie es seit diesem Jahr in NRW erlaubt ist. Aufgrund der Richtlinien kann der kormoran nicht mehr ausgerottet werden, sonder nur Bestandsregulierung betrieben werden. Da verstehe ich die gegenwehr der Vogelschützer, aber wir sollten doch hier den Naturschutz allgemein sehen.
      Wenn der Kormoran die Gewässer leer frisst ist auch kein Jungfisch mehr für den Eisvogel da. Kein Fisch für die Bisamratte oder den Fischreher, um einige Beispiele zu nennen.
      seltsam das diese Abschußregelung nur in NRW gilt.

      -Naturschutz und Klimawandel: Wir wollen mit "hauruck" den Klimawandel stoppen....
      Aber wie sollen wir Ökostrom produzieren, wenn wir keine Wehre mehr haben um das Wasser in die wasserbetriebenen Stromturbienen zu schicken. Der Aalkiller Nr.1!?

      Es werden Windkraftanlagen in die Meere gebaut auf Kosten das sich die Meeresströmung verwirbelt und uns irgendwann der Sauerstoffeintrag in unsere " Deutsche/Baltische Ostsee fehlt. Aufgrund der kleinen Zuflüsse durch den Großen Belt und Öresund haben wir eh schon zu "knabbern" am Wasseraustausch.

      Wir wollen immer besser werden, wir wollen Wohlstand und Luxus. Wir sind weltweit Vernetzt. Die Rechenzentren wo die Daten verarbeitet werden gehören mit ihrem Stromverbrauch an erster Stelle als klimaschädling. Das kann sich der normale Bürger nicht vorstellen, da nie gesehen!

      Wir wollen Rind und Schwein auf dem Teller, die Tiere stammen aus riesigen Zuchtbetrieben. Nur Öko funktioniert nicht, da nicht genug Weidefläche. Ansonsten stehen Solaranlagen auf den Feldern. Ökostrom auf Kosten der unentbehrlichen Landwirtschaft.

      Die Menscheit wächst uns wächst, die Erde ist voll. Es werden stetig mehr.

      Aus Brüssel werden neue Verordnungen gegen den Klimawandel ausgegeben, ohne zu Wissen ob das Wissenschaftlich umgesetzt werden kann.( Siehe Abgasaffairen).

      Atomkraftwerke werden stillgelegt, obwohl es die Umweltschonenste möglichkeit ist Strom zu produzieren (Abgesehen von Unfällen in den Anlagen).

      Batterie betriebene Autos! Wo kommt der Strom her? Strom zu erzeugen bedeutet immer ein Eingriff in die Umwelt und Natur, egal ob vermeindlicher ÖKO Strom oder der von Braunkohle. Alles um Energie zu erzeugen wird immer einen schlechten Wirkungsgrad haben, denn es wird nie ohne Verluste gehen. Heute ist es C02 am Ende die Natur mit unseren Fischen, Vögeln, und Wildtieren.

      Letztendlich sind wir auf einem gutem Weg. Wir in Europa stellen uns der Aufgabe (andere eher nicht). Wir alleine werden das Problem nicht lösen können, genau so wenig wenn Angler, Vogelschützer, Naturschützer und Politik nicht kooperieren. Der eine ist schlauer wie der andere, der eine engstirnig und stur. So gibt es am Ende nur verlierer! Verlieren werden Mensch und Tier, welche von der Natur abhängig sind!

      Sorry, am Ende habe ich doch wieder weit "ausgeschweift".
      Natürlich bin ich selber Angler aus Leidenschaft. Ich beschäftige mich schon einige Jahre mit dem Thema Angeln, Tierschutz und Natur. Ich warte nur auf Antworten wie: Warum gehst Du angeln, warum bist Du kein Vegetarier.... Ich gehe angeln, da ich gerne Fisch esse.Ich esse Fleisch da Menschen "" sind wie die von Veganern gehaltenen Hunde und Katzen, Kuh und Schwein muss ich halt kaufen. Ich sitze gerne am Wasser und schaue auf die Natur, wie es andere lieber mit einem Waldspatziergang tun.... Genau so sehe ich wie Amsel,Drossel,Fink und Star immer weniger werden. Dafür erfreue ich mich über sachen, wie neulich im August, 5 junge Igel mir die "Schuppenflechte" beim Grillen von den Füßen geknabbert haben...... 21151524_1694775647223259_1881680839322815422_n.jpg
      Aufgrund der Tatsache das ich mich mit dem Äschenschwund an unserem Gewässern beschäftige, möchte ich noch folgende Internetseite empfehlen!

      Auf www.aeschenpopulation.de habe ich journalistisch einige Sachen aus Wissenschftlichen Untersuchungen und Aktionen zusammengetragen.

      An die Moderatoren vom Anglerbord: Aus Interesse habe ich frei und journalistisch sowie neutral die Seite erstellt. Die Internetseite ist nur ein Ratgeber aus meinem Wissen, welches ich mir im laufe der Jahre erarbeitet habe. Dieses waren viele Wissenschaftliche Beiträge, Maßnahmen und Erfahrungen. Auch habe ich kein wirtschaftlichen nutzen aus dieser Webseite. Hier geht es um das Thema Angeln und Artenschutz auf neutraler Basis.




      -

      Anhänge:

      zokker gefällt das.
    3. Taxidermist
      Taxidermist
      @mirko.nbg, im Grunde wollen Angler mit ihren Lieblingslebewesen den Fischen nichts anderes als Vogelschützer mit ihrigen, den Vögeln (Kormoranen), nämlich sich ihren eigenen Kuschelzoo einrichten!
      Zumindest wenn ich hier lesen muss, da besetzt ein Verein Hechte in eine Salmonidenstrecke?
      Eigentlich hätte da nur noch der bei Anglern allseits beliebte Waller gefehlt.
      Mehr Ahnungslosigkeit und Ignoranz geht fast nicht.

      Auch in diesem Satz stecken einige Fehler.
      Eisvögel brauchen nicht zwingend Jungfische von für Angler interessanten Arten, diese fressen sie zwar auch, sie können aber durchaus mit Kleinfischarten auskommen, für die sich weder Kormoran noch Angler begeistern.
      Der Bisam ist zu fast 100% Vegetarier und frisst vielleicht mal Wasserinsekten, wie Köcherfliegenlarven z.B., Fische nur sehr selten und wenn dann bereits tote.
      Übrigens hat der Bisam nichts mit Ratten zu tun, einzige Gemeinsamkeit, beide Arten sind Nagetiere.
      Der Fischreiher/Graureiher sollte wohl besser Mäusereiher heißen, denn die Nager machen den größten Anteil seiner Nahrung aus (ca.70%).

      Ansonsten bin ich aber durchaus deiner Meinung und mir gefällt deine Einstellung, die auch dem Kormoran einen Platz im "Großen und Ganzen" zubilligt, nur eben zahlenmäßig begrenzt!

      Jürgen
      Testudo und zokker gefällt das.
    4. fishhawk
      fishhawk
      Hallo,

      Die Menge machts halt. Gegen ein paar Kormorane, die sich nen Anteil am Aufwuchs holen, hätte ich auch nichts einzuwenden.

      Zu den ca. 400 Brutpaaren in unserer Gegend kommt aber noch ein Vielfaches an Durchzüglern dazu. Bis knapp 1000 Exemplare sollen an einem hiesigen See gleichzeitig schon gesichtet worden sein.

      Wenn dann im Winter regelmäßig größere Geschwader in kleinere Gewässer einfallen, bleiben nicht mehr viele Fische bestimmter Arten und Größenklassen über. Wobei die Vogelschützer immer deutlich weniger Vögel zählen als die Angler. Wer nämlich erst 1 -2 Stunden nach Tagesanbruch am Wasser auftaucht, wenn die Mattanza längst vorbei ist, der sieht meist nur noch Einzelexemplare.

      Gibt Leute die geben mehr Geld für ein Boot aus, obwohl sie damit nur durch die Gegend fahren und überhaupt nicht angeln.

      Bei uns hier gibt es genügend Angler, bei denen Nahrungserwerb scheinbar das Hauptmotiv ist. Bei denen Mengen, welche die täglich heimschleppen könnte dass sogar Richtung Zuerwerb gehen.

      In meinem Stammverein beträgt die Fangmenge/ Mitglieder ca 17 kg im Schnitt. Aber auch hier sehr große Spannen zwischen den einzelnen Anglern.
      Also von Fehlanzeige bis mehrere Zentner.

      Und regelmäßig wird eine Abschaffung der Tageslimits gefordert, damit man die gleiche Menge Fisch pro Woche mit nur einer Anfahrt/Spritladung nach Hause transportieren kann. Wurde bis jetzt zwar immer noch abgelehnt, aber die Zustimmungsquote steigt.
    5. Taxidermist
      Taxidermist
      Mattanza ist wohl der richtige Ausdruck für diese Treibjagden!
      Und das die Vogelzähler zu spät kommen, hat wohl auch Methode?
      Obwohl ich an unserem Gewässer schon welche angetroffen habe, die schon vor der Dämmerung mit ihren ofenrohrdicken Objektiven im Schilf hockten.
      Außerdem, man wird sich doch wohl mal verzählen dürfen?
      Ich behaupte mal, dass diese Leute auch das Feindbild Angler/Jäger brauchen, um ihre Ideologie zu manifestieren.
      So kann man dann auch ein rechtes Heldengefühl aufbauen und sich einbilden, alles richtig zu machen.
      Leider ist es aber nun mal so, das diese Leute Mainstream sind und über einigen politischen Einfluss verfügen!

      Jürgen
      Ganerc gefällt das.
    6. Christian.Siegler
      Christian.Siegler
      Spätestens nach soviel OT hier hat Toni recht! Ich verschiebe die C&R-Diskussion in den entsprechenden Thread!
      Die Diskussion zu C&R kann hier fortgeführt werden:
      https://www.anglerboard.de/index.php?threads/catch-release.144563/page-304#post-4876227
      Zuletzt bearbeitet: 13. Dezember 2018 um 10:08 Uhr

Diese Seite empfehlen

  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden