Aal-Aktion für Arterhalt

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Aale sind und bleiben beliebte Zielfische (Foto: R&R-Archiv)

Die vom Anglerverband Niedersachsen koordinierte Aktion dient dem Arterhalt.​

Dank des herausragenden Engagements von 197 Angelvereinen und einer großzügigen Spende der Initiative zur Förderung des Europäischen Aal e.V. erreichte der Schutz des Europäischen Aals in Niedersachsen ein historisches Niveau: Insgesamt rund vier Millionen Jungtiere wurden in diesem Jahr von ehrenamtlichen Anglerinnen und Anglern niedersachsenweit in über 150 Flüsse und Bäche ausgebracht – mehr als je zuvor. Das Engagement der Aalinitiative verleiht dem landesweiten Aalförderprogramm, welches vom Anglerverband Niedersachsen (AVN) koordiniert wird, nochmal Rückenwind. Und zwar genau im richtigen Moment, denn der Aal ist Fisch des Jahres 2025 und in seinem Bestand stark gefährdet. Am 5. März startete die flächendeckende Besatzkampagne im Landkreis Lüneburg in der Elbe und endete nun am 14. Juni im Kreis Göttingen in der Leine. Insgesamt versorgten Angelvereine Gewässer in folgenden 34 Landkreisen mit Jungtieren (alphabetische Reihenfolge): Aurich, Braunschweig, Celle, Cuxhaven, Diepholz, Emden, Gifhorn, Göttingen, Goslar, Hameln-Pyrmont, Hannover, Harburg, Heidekreis, Helmstedt, Hildesheim, Holzminden, Leer, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Nienburg, Northeim, Osnabrück, Osterholz, Peine, Rotenburg (W.), Salzgitter, Schaumburg, Stade, Uelzen, Vechta, Verden, Wesermarsch, Wittmund, Wolfenbüttel, Wolfsburg.

Auftakt der Besatzkampagne​

Bereits am 5. März startete die diesjährige Besatzkampagne mit dem Aussetzen von 2,5 Millionen Glasaalen – winzigen, durchsichtigen Aallarven, die nur 0,3 Gramm wiegen. Diese Tiere wurden in Frankreich unter streng kontrollierten Bedingungen schonend gefangen und anschließend per LKW nach Niedersachsen transportiert. Warum? Früher wanderten die schlangenförmigen Fische aus eigener Kraft von den Bermudas über den Atlantik, durch Europa bis in Norddeutschlands Flüsse und Bäche (siehe Infografik). Heute jedoch verhindern menschengemachte Hindernisse, dass ausreichend Tiere diesen Weg schaffen. Das Aalbesatzprogramm soll dafür sorgen, dass die selten gewordene Art in Norddeutschlands Gewässern weiterhin vorkommt.

Gemeinsam für den Aal​

Auch durch eine großzügige Spende der Initiative zur Förderung des Europäischen Aals im Verband der Deutschen Binnenfischerei e.V. im Wert von 40.000 € konnte die Besatzmenge in diesem Jahr deutlich erhöht werden. Zusätzlich zu den 2,5 Millionen Glasaalen wurden im Mai und Juni weitere 1,5 Millionen, ca. 3 g schwere, bleistiftgroße Jungaale (sogenannte Farmaale) im Wert von rund 570.000 € von engagierten Angelvereinen ausgesetzt. Bis sie geschlechtsreif werden und sich auf eine lange Laichwanderung durch den Atlantik bis nach Florida begeben, verbringen die Tiere ein verborgenes, meist nachtaktives Leben in unseren Flüssen, Bächen und Kanälen. Am 14. Juni gelangten die letzten Jungfische in Niedersachsens Fließgewässer. Aalbesatz-Koordinator Ralf Gerken vom Anglerverband Niedersachsen zeigt sich abschließend zufrieden: „Diese jährliche Aktion ist ein logistisches Mammutprojekt, das nur dank der tatkräftigen Unterstützung von rund 200 örtlichen Angelvereinen und Hunderten ehrenamtlicher Helfer umgesetzt werden kann. Unsere Vereine haben wieder einmal bewiesen, wie stark die Anglerschaft sich ehrenamtlich für den Naturschutz engagiert.“

Aalbestand weiterhin kritisch​

Seit den 1980er Jahren ist die Zahl der Glasaale an Europas Küsten um über 95 Prozent eingebrochen. Ursachen sind unter anderem Stauwehre, die Aalwanderungen verhindern, tödliche Turbinen in Wasserkraftwerken, illegaler Aalschmuggel nach Asien sowie Krankheiten, Umweltgifte und wahrscheinlich Einwirkungen des Klimawandels. Das Aalbesatzprogramm versucht dem entgegenzuwirken und das Aussterben des Aals in unseren Flüssen zu verhindern. Tatsächlich gibt es Grund zur vorsichtigen Hoffnung: Laut dem aktuellen Umsetzungsbericht zum nationalen Aalbewirtschaftungsplan deutet sich erstmals ein Ende des dramatischen Abwärtstrends an – auch dank der kontinuierlichen Besatzmaßnahmen der Angler, die seit 2011 über 50 Millionen Aale in Niedersachses Gewässer ausgebracht haben. „Allerdings muss zusätzlich dringend an den Ursachen des Rückgangs der Aale gearbeitet werden“, konstatiert AVN-Mitarbeiter Ralf Gerken. Vor allem Wanderhindernisse in Form von Wehren und Wasserkraftanlagen machen die Wanderungen der selten gewordenen Tiere in die Flüsse und zurück zu ihren Laichplätzen oftmals unmöglich.

Engagierte Partner für ein gemeinsames Ziel​

Finanziert wird das Aalprogramm zu 60 Prozent von der EU und dem Land Niedersachsen. Den verbleibenden Anteil tragen niedersächsische Angelvereine – und in diesem Jahr auch die Aalinitiative e.V. als starker Partner. „Ohne die Unterstützung durch die Aalinitiative wäre dieser Rekordbesatz nicht möglich gewesen“, erklärt AVN-Experte Ralf Gerken. „Ihr Engagement sendet ein wichtiges Signal an Politik, Öffentlichkeit und andere Spender: Der Aalschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Quelle: https://www.av-nds.de/aalbesatz2025/

Wie sieht's bei Euch mit Aalen im Vereinsgewässer aus?
 
Auf unserer Zenn-Strecke recht viele Schnürsenkel-Jungaale, die meist vor den größeren 55+ am (Wurm) köder sind und ihn abfressen, egal wo man sitzt. Auf einen maßigen kommen etwa vier 30-cm Miniaale, wenn einer hängenbleibt.
An anderen Gewässern wie der Regnitz habe ich dieses Jahr noch keinen gefangen, auch keinen "Schnürsenkel".

Demzufolge angle ich höchst selten auf Aal, vielleicht nur noch in Neumond-Nächten.
 
Ich provoziere jetzt m'Aal etwas.

Es wird rauf und runtergeschrieben, dass der Aal im "Bestand stark gefährdet" ist.

Was heisst das übersetzt... Vom Aussterben bedroht?

Ich fange an mehreren Gewässern (NRW) "gut". Still und Fliessgewässer.
Auch in HB und Niedersachsen.

Wenn ich wollte, könnte ich pro Saison locker ü100 Aale fangen...
Ich spüre beim Angeln keine dramatische Situation!?

R. S.
 
Letztens wurde in einem Fluß bei uns ein 100 cm + Aal gefangen und wieder zurückgesetzt, war bestimmt ein Weibchen. Wenn an unseren Flüssen keine Querverbauungen wären oder zumindest alle eine Fischtrreppe hätten, könnten auch in diesem Falle nicht genug Aale auf- und absteigen, wie es zur Arterhaltung notwendig wäre!

Also hilft man mit Glasaalbesatz nach, damit in den nächsten Jahren nicht alle fangfähigen Aale weggefangen werden.

Ein Fanglimit, längere Schonzeiten und ein bestimmtes Entnahmefenster würden den Arterhalt noch zusätzlich fördern, da braucht es keine extra großangelegte Aalbesatz-Aktion, mit der sich bestimmte Organisateure neben einer positiven Presse auch ein reines Gewissen erkaufen.
 
Durch solche Aktionen werden Jungaale ihrem natürlichen Lebensraum entnommen und irgendwohin umgesetzt, von wo sie in vielen Fällen nicht mehr abwandern können (alle verbauten Fließgewässer und fast alle Stillgewässer).
Für mich wäre richtig, wenn sie in Ruhe gelassen werden würden so dass sie alleine dahin aufsteigen könnten wo es sie hinzieht und von wo sie in den meisten Fällen auch wieder abwandern könnten.

Es wird von Besatz gesprochen. Nach meinem Verständnis ist der Begriff hier nicht angebracht und wird missbräuchlich verwendet, denn unter Besatz wird üblicherweise nicht verstanden, dass man Tiere ihrem natürlichen Lebensraum entnimmt um sie woanders freizulassen, sondern um das einbringen von nachgezüchteten Fischen, wodurch in der Natur kein Verlust entsteht, höchstens ein Schaden durch Vermischung der Gene.
 
Durch solche Aktionen werden Jungaale ihrem natürlichen Lebensraum entnommen und irgendwohin umgesetzt, von wo sie in vielen Fällen nicht mehr abwandern können (alle verbauten Fließgewässer und fast alle Stillgewässer).
Für mich wäre richtig, wenn sie in Ruhe gelassen werden würden so dass sie alleine dahin aufsteigen könnten wo es sie hinzieht und von wo sie in den meisten Fällen auch wieder abwandern könnten.

Es wird von Besatz gesprochen. Nach meinem Verständnis ist der Begriff hier nicht angebracht und wird missbräuchlich verwendet, denn unter Besatz wird üblicherweise nicht verstanden, dass man Tiere ihrem natürlichen Lebensraum entnimmt um sie woanders freizulassen, sondern um das einbringen von nachgezüchteten Fischen, wodurch in der Natur kein Verlust entsteht, höchstens ein Schaden durch Vermischung der Gene.
Gibt es denn eine Art Regulation was mit den vor Frankreich abgefischten Glasaalen geschieht?

Wieviel % gehen in Besatzprogramme, wieviel in die Aalmast für Speisezwecke?

Was würde mit den abgefischten Glasaalen geschehen, wenn kein Cent in Besatzmaßnahmen fließt, werden die dann wieder freigelassen?

Hier hat sich doch bereits ein Geschäftszweig aufgebaut, der nicht so ohne weiteres zu stoppen ist.
Mit dem konsequenten Boykott von Besatz zumindest nicht.

Was würde - zumindest an den ganzen deutschen verbauten Aalgewässern - passieren, wenn alle zurückkehrenden Glasaale in den Flussmündungsbereichen aufwachsen müssten, würden dabei überhaupt noch genug große Weibchen abwachsen, welche für den Fortbestand der Art wichtig sind?

Das Thema ist schon recht kompliziert.
Wirklich schwer zu sagen was passiert, wenn man sie in Ruhe lässt.

Ich denke der Besatz hierzulande ist wichtig und richtig, nur sollten eben auch konsequent alle Wasserkraftwerke abgeschaltet werden in diesen 1 bis 2 Wochen der Laichwanderung.
 
Natürlich, gibt es auch genug Literatur zu.

Demnach sollen in den Unterläufen und Brackwasserregionen vorwiegend die kleineren, männlichen Aale vorkommen.

Selbstverständlich ziehen auch mal große Weibchen durch, diese sind aber vorwiegend weiter im Inland abgewachsen.
 
Man fragt sich wie der Aal dann all die Jahre ohne Besatz klargekommen ist....
Große Aale gibt es auch im Unterlauf, vor allem aber steigen die wirklich großen aber nicht mehr ab, in der Regel sind das Exemplare die gar nicht am Laichgeschäft teilnehmen....von daher ist die Endgröße für den Fortbestand eher unwichtig.
Theoretisch wäre gegen Aalbesatz in Gewässern mit Abwanderungsmöglichkeiten nichts einzuwenden, blöd nur dass bei den gefischten Glasaalen schon teilweise die Hälfte nicht bis zum Zielgewässer überlebt, und der Rest dann beim Abwandern in den Turbinen der "sauberen Wasserkraft" gehäckselt wird.
 
Man fragt sich wie der Aal dann all die Jahre ohne Besatz klargekommen ist....

Na ohne Gewässerverbau wahrscheinlich wunderbar.

Beim Rest gebe ich dir Recht.

Aber es ist heutzutage eben leider komplizierter als man denkt.
 
Große Aale gibt es auch im Unterlauf, vor allem aber steigen die wirklich großen aber nicht mehr ab, in der Regel sind das Exemplare die gar nicht am Laichgeschäft teilnehmen....
Wie kommste denn da drauf ? Das liest sich als ob die Alten nicht mehr wandern wollen :rolleyes:
Selbst wenn sie wüssten, daß sie die Turbinen nicht am Stück passieren können, können sie nichts gegen ihre Triebe tun.

Es stimmt auch was marcus7 schrieb, je weiter oben im Fluß, desto höher ist der Anteil der weiblichen Aale. Wo sie wandern können findet man in der Forellenregion z.B. nur sehr wenige Aale, das sind dann aber immer Weibchen (falls nicht besetzt wird, bei abgefischten Satzaalen könnten natürlich auch Männlein dabei sein).

Bei uns am Übergang Äschen-/Forellenregion ist das Naturköderangeln zwar schon seit 30 Jahren verboten, aber ich kann mich gut daran erinnern, daß es keine Aale unter 65cm gab. Die Schnitt lag eher bei ca. 80, dafür war 1 Aal pro Ansitz aber auch schon ein gutes Ergebnis.

70 km weiter unten, wo sie am Main besetzt wurden, war es genau umgekehrt. 5 - 8 am Abend, wenns gut lief auch mal 10, aber kaum über 60 cm.
Kommt daher, das dort überwiegend abgefischte Exemplare aus den großen Flußsystemen besetzt wurden, bei denen großteils schon klar war, daß es Männchen werden. Satzaal, manchmal auch ganz frech Farmaal genannt.
Hab Ende der 80er selbst mal in einer großen Fischzucht gearbeitet, die bezog locker 70% ihres "Handelvolumens" aus Ländern hinterm Grenzzaun. Haupsächlich Tschechien und Ungarn, die waren lockerer im Umgang mit dem Klassenfeind und wollten Devisen. Und so kam z.B. der billige "Farmaal" vom Balaton (todsicher aber auch aus irgendeinem östlichen Flußdelta abgefischt und deshalb überwiegend männlich) z.B. in den Main, wo sich die Angler wunderten, daß fast alle Aale 50 cm lang waren :tease .

Was würde mit den abgefischten Glasaalen geschehen, wenn kein Cent in Besatzmaßnahmen fließt, werden die dann wieder freigelassen?
Die gehen, wie 98% ihrer Kollegen, in die Dose. Die Dose ist nämlich der wahre Grund für die Glasaalfischerei.
 
Weibliche Aale werden mit 12-15 Jahren geschlechtsreif und wandern dann ab, da haben sie noch lange keine kapitale Größe erreicht. Fische mit 2kg oder mehr "dürften" eigentlich gar nicht mehr im Gewässer vorkommen wenn alle Tiere am Laichgeschäft teilnehmen würden.
Und da es gibt reichlich Gewässer die durchgängig sind und trotzdem sehr große Exemplare beherbergen, sie werden also nicht gezwungen zu bleiben.
 
Ich glaube nicht das die Geschlechtsreife etwas mit dem Zeitpunkt zu tun hat wann ein Aal abwandert. Vermutlich geht es eher darum wann er genug Fettgewebe angereichert hat um die weite Reise zu überstehen.
Ausserdem ist Geschlechtsreife beim Aal eher ein abstrakter Begriff, da seine Geschlechtsprodukte ja nicht wie bei anderen Fischen schon angelegt sind. Er muß seine Verdauungsorgane ja erst eliminieren um seine Geschlechtsorgane zu entwickeln.
 
Ich glaube nicht das die Geschlechtsreife etwas mit dem Zeitpunkt zu tun hat wann ein Aal abwandert. Vermutlich geht es eher darum wann er genug Fettgewebe angereichert hat um die weite Reise zu überstehen.
Ausserdem ist Geschlechtsreife beim Aal eher ein abstrakter Begriff, da seine Geschlechtsprodukte ja nicht wie bei anderen Fischen schon angelegt sind. Er muß seine Verdauungsorgane ja erst eliminieren um seine Geschlechtsorgane zu entwickeln.
Wenn die Menge an angereichertem Fettgewebe der Auslöser zur Wanderung wäre, warum bleiben dann so viele Aale mit ausreichend Fettgewebe trotzdem im Süßwasser ?
 
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