Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

rheinfischer70

Active Member
Weiß jemand von euch, wie Aalschäden erfasst werden können. Bei uns wurde eine neue Kaplanturbine in einem weitgehend Wka freien Fluss genehmigt und ist in der Bauphase. Der Gewässerwart will eine Reuse am Turbinenauslauf aufstellen. Ich vermute, der Betreiber der Anlage wird das Rechengut vor dem Turbineneinlauf nicht dem Angelverein zugänglich machen. Welche Möglichkeiten gibts noch, um Fischschäden aufzudecken? Der Fluss ist 15m breit, vor der Turbine ca.2m tief und dahinter ca.1m. Im Sommer wenig Strömung, im Winter teils stark strömend.
 

rippi

Pokemon-Trainer
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Arbeitskräfte organisieren und den Abschnitt in dem das Wwerk gebaut werden soll, zum Altarm machen! Oder irgendwie anders für einen sehr geringen Ertrag sorgen.
Dann braucht ihr die Schäden nicht aufdecken.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Weiß jemand von euch, wie Aalschäden erfasst werden können. Bei uns wurde eine neue Kaplanturbine in einem weitgehend Wka freien Fluss genehmigt und ist in der Bauphase. Der Gewässerwart will eine Reuse am Turbinenauslauf aufstellen. Ich vermute, der Betreiber der Anlage wird das Rechengut vor dem Turbineneinlauf nicht dem Angelverein zugänglich machen. Welche Möglichkeiten gibts noch, um Fischschäden aufzudecken? Der Fluss ist 15m breit, vor der Turbine ca.2m tief und dahinter ca.1m. Im Sommer wenig Strömung, im Winter teils stark strömend.
Ich denke, das ist fast unmöglich da genaue Ergebnisse zu erhalten.
Vielleicht eher ein hochrechnen und schätzen.

Nimm nur den Aal, der wandert mit Hochwasserwellen ab.
In Zeiten von großer Wasserführung kann der Andruck am Rechen Ihn genau so gefährlich werden wie die Turbine.
In einer Reuse wäre das sicher gar nicht so viel anders.
Gleichzeitig treibt mit dem Hochwasser viel Treibgut, was den Durchfluss der Reuse behindert.

Aber was wäre schon wenn Ihr so erfahrt das 20% - 90% der Aale sterben...das ist ja alles schon bekannt.
Es sind halt nicht eure Aale, sie sind halt frei...eine Entschädigung oder Druckmittel erhaltet ihr deshalb nicht.
Der Eigentümer (Die Allgemeinheit) der Aale hat die Anlage ja wohl genehmigt.
Das Problem ist nicht der Wasserkraftnutzer, sondern die Ämter die so etwas auch genehmigen.

Es wird ja auch nicht viele Firmen geben die freiwillig mehr Steuern zahlen als sie müssen, nur weil sie meinen das so etwas angebracht sei.
 

Sneep

Eine NASE für den Fisch
In stillem Gedenken
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Hallo,

das ist jetzt möglicherweise ein wenig zu spät.

Der Betreiber braucht euch nicht auf das Gelände lassen, wird er wohl sinnvollerweise auch nicht tun.

Es kommt nicht darauf an, dass ihr viele tote Aale sammelt. Ihr müsst schon beweisen wo, wie und wann die gefangen wurden.
Die Mortalität einerTurbine kann extrem schwanken, je nach Wasserstand. Bei Niedrigwasser werden die Schaufeln eng gestellt dann habe ich schnell mal 70% Mortalität beim Aal. Bei höherem Wasserstand habe ich dann teilweise nur noch 10-15 %.
Zudem kann nur ein Fachmann erkennen, ob ein Aal innere Verletzungen hat, an denen er später noch eingeht.
Das Ganze muss so wasserdicht sein, dass der Anwalt des Betreibers eure Aktion vor Gericht nicht gleich zerlegt.

Ohne professionelle Hilfe durch einen Fischereibiologen gebe ich euch keine Chance. Am besten nehmt ihr gleich einen vereidigten, der euch ein Gutachten erstellt.

Die Kosten könnt ihr drücken, wenn ihr die Arbeiten vor Ort selber macht. Der Biologe entwickelt einen Versuchsaufbau und wertet eure Daten aus, den Rest könnt ihr machen.

Dre Zeitpunkt ist aber sehr unglücklich. Der Bau ist gerade erst genehmigt, die Diskussion im Grunde beendet und dann kommt ihr und macht wieder Ärger.

Bei bestehenden Anlagen lassen die Behörden die Zügel sehr schleifen. Wenn die Baugenehmigung und das Wasserrecht da sind, kümmert sich die Behörde nicht mehr um den laufenden Betrieb.

Es gibt eine WKA, bei der das Wasserrecht abgelaufen ist. Der Betreiber macht aber einfach weiter und das seit Jahren.
Da begebt ihr euch in ein Haifischbecken. Bei den Betreibern laufen die Rechtsanwälte in Scharen rum.

SneeP
 

rheinfischer70

Active Member
Der Verein hat schon vor der Genehmigung aufs heftigste protestiert. Alles erfolglos, angeblich ist die Anlage auf modernsten Stand und keine Fischschäden sind zu befürchten. Außerdem werden die Baukosten der neuen Stauanlage durch den privaten Betreiber gesenkt. Das hat wahrscheinlich den Ausschlag gegeben.
 

zokker

Mecklenburger Seenplatte
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Der Verein hat schon vor der Genehmigung aufs heftigste protestiert. Wenn es um Knete geht, geht man sogar über Leichen. Alles erfolglos klar, angeblich ist die Anlage auf modernsten Stand und keine Fischschäden sind zu befürchten auch klar. Außerdem werden die Baukosten der neuen Stauanlage durch den privaten Betreiber gesenkt ÖPP Projekt - last euch doch bloss nicht immer so einen Scheixx erzählen. Das hat wahrscheinlich den Ausschlag gegeben.
EMPÖRT EUCH Stéphane Hessel


Hoffentlich nicht zu Politisch
 
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Wenn man der Unterschung, die beim holländischen Sportanglerverband veröffentlicht wurde ,glauben schenken kann,(die den Einzug von Glasaalenmengen ins Süsswasser dokumentiert) wird mir schon mehr als Mulmig was den zukünftigen Bestand angeht.Danach gab es dieses Jahr einen historischen Tiefststand. Leider nur in Niederländisch

http://www.sportvisserijnederland.nl/actueel/nieuws/16097/historisch-dieptepunt-intrek-glasaal-in-2015.html

Da schmerzt schon jeder verendete oder gefangene Aal,aber ohne konsequentes Fangverbot und Schutz sowohl bei uns Anglern als auch in der Berufsfischerei wird es dieses Tier in Europa sowieso sehr bald nicht mehr geben
 

rheinfischer70

Active Member
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Agger in Rhein-Berg: Qualvoller Tod im Rechen – Gefahr für wandernde Aale

http://www.ksta.de/aus-dem-kreis/agger-in-rhein-berg-qualvoller-tod-im-rechen---gefahr-fuer-wandernde-aale,16363472,32948846.html

Zerhackte Aale an Harrbacher Schleuse | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt

http://m.mainpost.de/regional/main-spessart/Aale-Staustufen;art768,9038042

Leider gibt's noch zu viele Meldungen wie diese. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich ein vielfaches höher.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Leider gibt's noch zu viele Meldungen wie diese. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich ein vielfaches höher.
Wieso die Dunkelziffer?
Das ist doch schon seit Jahrzehnten immer wieder dokumentiert worden.
Wenn so etwas immer noch genehmigt (oder gefördert)wird/wurde, dann wohl eher gebilligt.

Also mit Vorsatz,
oder bestenfalls aus Dummheit.

Und weil man es mit dem Tierschutz ja so in Deutschland hat, fördert man dann den Aal-Besatz oberhalb, damit auch weiterhin viele Aale in die Anlagen umkommen.

Fehlt eigentlich nur noch, das man den Besatz aus Tierschutzgründen unterbindet...#t, anstatt endlich nur Tier und Umweltgerechte Bauwerke zu genehmigen.

Denn das ist eigentlich das, was wir von den Aufsichtsbehörden und der Tier und Naturschutzgesetzgebung erwarten.
 

rheinfischer70

Active Member
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Klar. Im Gegenzug stehen Angler am Pranger, wenn ein maßiger Fisch released wird oder wenn ein Setzkescher verwendet wird. Es ist ja fast so, als wenn ein Massenmörder ungestraft alles machen kann, ein anderer wegen einer Ohrfeige die größten Probleme bekommt.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Klar. Im Gegenzug stehen Angler am Pranger, wenn ein maßiger Fisch released wird oder wenn ein Setzkescher verwendet wird. Es ist ja fast so, als wenn ein Massenmörder ungestraft alles machen kann, ein anderer wegen einer Ohrfeige die größten Probleme bekommt.
Nö noch besser,
wenn man ihn erlaubt einen Massenmord zu begehen.

Ein Wasserkraftbetreiber macht ja nichts, was Ihm verboten ist.
Der Eigentümer der "freien" Fische ist halt gleichzeitig das Land was Ihm die Genehmigung erteilt.
Auch wenn es damit ganz klar gegen den Natur und Tierschutzschutzgedanken als Verfassungsziel verstößt.
Da wird Millionenfacher Tod halt geduldet....

Passend zum Weihnachtsfest gab es auch wieder Spendenaktionen für die gefährdeten Tierarten in der Welt.
Man stelle sich vor, Afrikaner würden Geld sammeln und uns zwingen, seltene Wanderfische wie den Stör und Aal zu erhalten, oder vielleicht M.P zu entvölkern um Platz für wilde Tiere zu schaffen.
Unser Tierschutz und Umweltbewusstsein ist schon seltsam.
 

NaabMäx

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asphaltmonster

AnRHEINer
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Bei bestehenden Anlagen lassen die Behörden die Zügel sehr schleifen. Wenn die Baugenehmigung und das Wasserrecht da sind, kümmert sich die Behörde nicht mehr um den laufenden Betrieb.

Es gibt eine WKA, bei der das Wasserrecht abgelaufen ist. Der Betreiber macht aber einfach weiter und das seit Jahren.
Da begebt ihr euch in ein Haifischbecken. Bei den Betreibern laufen die Rechtsanwälte in Scharen rum.

SneeP
Das ist noch Harmlos ausgedrückt, an der Lahn ist es nicht anders.

denke es sollte doch vorgeschrieben sein, dass neue Kraftwerke mit Auf und Abstiegshilfen versehen sind. Da gibt es durchaus brauchbare Bauten.
Vergiss es...

Das waren rund 45 Kilo:
http://www.mittelhessen.de/lokales/region-limburg-weilburg_artikel,-Umweltaktivist-drapiert-tote-Aale-vor-dem-Rathaus-_arid,48994.html

http://gewässerwart.de/wasserkraftwerke-toeten-aale/
 

Hezaru

Member
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Hallo,
In anderen Bereichen wenn irgengwas gebaut oder geändert werden soll gibt es Umweltauflagen und Umweltausgleich ohne Ende. Wenns nicht passt gibt es keine Kohleoder Genehmigung.
Wär bei WKanlagen ja auch ganz einfach machbar.
Es wird ja emsig geforscht und man hat auch Erkenntnisse.
Es gibt ja diese Schneckenturbienen mit innen gegenläufiger Windung die Wasser und Fische schadlos nach oben fördern.
Mit Kohle kann man alles regeln.
Ganz geringer Grundpreis für Wasserkraftstrom= Verlust:vik:
Nachgewiesene Fischauf- und Abstiegshilfen=Bonus
Schnecke=Bonus
Umgehungsgraben=Bonus
Ist eine Stufe in der Fischtreppe zu hoch, kein Bonus.
Nicht alles Wasser darf durch Tubinen laufen.
So gesehen. dürften wir hier bei uns im Nürnberger Raum keine Glasaale mehr setzen (haben wir eh nicht bekommen),
aber bevor sie von Asiaten gefressen werden und wir bekommen denoch was ab, setzen wir auch was.
 

NaabMäx

Active Member
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Hi,
gibt es da nicht sowas wie die Europäische Wasserrammenschutzrichtlinie oder so ähnlich?
Kenn die aber auch noch nicht im Detail.

mfg
NM
 

asphaltmonster

AnRHEINer
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Ja, die gibt es... Interessiert aber in vielen Fällen niemand. Auch nicht bei dem Bau einer schwimmenden Sauna-Landschaft vor einer Fischtreppe in einem Laichgebiet an der Lahn bei Bad Ems.
Auch nicht wenn ein WK direkt vor dieser Fischtreppe gebaut werden soll...
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Aalschäden durch Turbinen dokumentieren?

Hi,
gibt es da nicht sowas wie die Europäische Wasserrammenschutzrichtlinie oder so ähnlich?
Kenn die aber auch noch nicht im Detail.

mfg
NM
Oft es es dem Blickwinkel geschuldet, aus dem wir etwas unterschiedlich wahrnehmen.
Bei der Schutzrichtlinie geht es um den Erhalt von der Lebensgemeinschaft lebendiger Flüsse.

Für Deutschland eher unpassend weil man Flüsse bislang vorrangig, als Wasserstraßen und Ableiter betrachtet.
Es ist halt der Blickwinkel, der den Naturerhalt eher zur Nebensache werden lässt, der dann zwar notwendig aber nicht immer möglich oder auch nur unverhältnismäßig teuer ist.
Das ist wie beim Angeln, Angler dürfen an Wasserstraßen Angeln, wenn sie die Schiffe nicht behindern.
Fische dürfen da halt leben, wenn sie klarkommen oder Ihr Schutz nicht zu sehr stört.

Doof das sich aus dieser Betrachtung keine zwingende Notwendigkeit von Arterhalt oder Naturerhalt der Fließgewässer ergibt. Schlimmer es verhindert überhaupt ernsthaft nach Lösungen zu suchen.

Anders wäre es wenn im Vordergrund der Naturschutz stehen würde und man die Nutzung eingliedern muss.
Ich denke, viele Öko´s gehen davon aus das es genau so wäre, aber so läuft das eben nicht in der Praxis.
Da können die Ökos beschließen was sie wollen, es wird nur umgesetzt, wenn es nicht zu sehr stört.

Um das mal auf das Alte Thema zurück zu führen.
Da kann man dann Schäden dokumentieren wie doof, aber es ändert eben gar nicht viel, weil der Erhalt einer Fischart wie der Aal eben nicht zu sehr stören sollte.
Solche laichreifen Aale werden halt getötet, oder auch immer noch gezielt gewerblich regional befischt.

Wie ernsthaft man um den Aal als Art kämpft zeigt eben auch das Fischer die Laichfische in Deutschland oft immer noch massenhaft legal abfangen dürfen.
Da sollte es nicht zu sehr wundern wenn man Wasserkraftbetreiber nicht zwingt Millionen in die Hand zu nehmen um diese Fische vorher noch zu schützen.

Aber es geht eben nicht nur um den Aal, Lachs... sondern darum überhaupt so etwas wie einen Fluss als Lebensraum zu erhalten.

Flüssen sind halt auch die Lebensadern, der Patient Deutschland ist halt krank, weil viele der wichtigsten Blutgefäße mehr als nur ein wenig verstopft sind.
Das wirkt sich dann auf viele weitere Lebensgemeinschaften und Arten aus.

Der Patient Deutschland wird seine Verhaltensmuster schon Grundsätzlich ändern müssen um gesünder zu werden.

Da sehe ich den Beschluss der E.U eher wie den Hinweis eines Arztes doch bitte endlich mit dem Rauchen aufzuhören oder allgemeiner etwas Rücksicht auf den Körper zu nehmen.
Es ist der Patent Deutschland der dann entscheidet was er tut, ganz sicher nicht der Arzt.
 
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