Fischartenschutz braucht Strukturvielfalt und ein wirksames Kormoranmanagement.
Die neue Rote Liste zeigt: Strukturarmut und hoher Prädationsdruck gefährden zahlreiche Fischarten in Baden-Württemberg (Bild @pixabay)
Die neue Rote Liste der Fische, Neunaugen und Flusskrebse in Baden-Württemberg bestätigt die dramatische Lage der heimischen Fischfauna: 39 von 60 Arten gelten inzwischen als gefährdet oder verschollen. Besonders betroffen sind strömungsliebende Leitarten wie Äsche, Nase, Quappe und Bachforelle, für deren Erhalt Baden-Württemberg eine hohe europäische Verantwortung trägt. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg teilt die Einschätzung, dass die jahrzehntelange Strukturarmut vieler Fließgewässer ein zentrales Problem darstellt. Begradigungen, Querbauwerke, fehlende Eigendynamik und der Verlust von Auen haben die Widerstandsfähigkeit der Flüsse stark geschwächt. Strukturvielfalt ist daher eine unverzichtbare Grundlage für stabile Fischbestände.
Strukturmaßnahmen alleine reichen nicht
Gleichzeitig zeigt der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand, dass Strukturmaßnahmen allein in vielen Gewässern nicht mehr ausreichen. Untersuchungen der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg, der Bundesanstalt für Gewässerkunde sowie internationaler Forschungsprojekte belegen, dass der Kormoran inzwischen einen eigenständigen, bestandslimitierenden Faktor darstellt. Typisch sind sogenannte Fraßlücken mit hohen Anteilen an Jungfischen und dem nahezu vollständigen Fehlen mittelgroßer und fortpflanzungsfähiger Individuen.
Ergänzung zum Gewässerschutz
Internationale Studien zeigen zudem, dass selbst hochwertige Renaturierungsmaßnahmen ohne begleitendes Prädationsmanagement wirkungslos bleiben können, wenn der Fraßdruck dauerhaft zu hoch ist. Der Landesfischereiverband betont dabei ausdrücklich, dass er sich zu funktionierenden Räuber-Beute-Beziehungen bekennt. Im Fall des Kormorans zeigt die Datenlage jedoch, dass dieser in vielen Gewässern populationszerstörend wirkt und die natürliche Reproduktion empfindlicher Arten verhindert. Der Verband unterstützt weiterhin die Wiederherstellung der Durchgängigkeit, den Rückbau unnötiger Querbauwerke und die Förderung der Eigendynamik. Diese Maßnahmen können jedoch nur dann greifen, wenn Fischbestände wieder reproduktionsfähige Altersklassen aufbauen können. Ein wissenschaftlich begleitetes, rechtlich geregeltes Kormoranmanagement wird daher als notwendige Ergänzung zum Gewässerschutz gesehen.
Strukturverbesserung und Kormoranmanagement sind aus Sicht des Landesfischereiverbandes keine Alternativen, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Nur ein integrierter Ansatz aus Gewässerentwicklung, Lebensraumvielfalt und wirksamem Prädationsmanagement kann den weiteren Verlust von Fischarten in Baden-Württemberg verhindern.
-Pressemeldung Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V.-
Die neue Rote Liste zeigt: Strukturarmut und hoher Prädationsdruck gefährden zahlreiche Fischarten in Baden-Württemberg (Bild @pixabay)
Die neue Rote Liste der Fische, Neunaugen und Flusskrebse in Baden-Württemberg bestätigt die dramatische Lage der heimischen Fischfauna: 39 von 60 Arten gelten inzwischen als gefährdet oder verschollen. Besonders betroffen sind strömungsliebende Leitarten wie Äsche, Nase, Quappe und Bachforelle, für deren Erhalt Baden-Württemberg eine hohe europäische Verantwortung trägt. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg teilt die Einschätzung, dass die jahrzehntelange Strukturarmut vieler Fließgewässer ein zentrales Problem darstellt. Begradigungen, Querbauwerke, fehlende Eigendynamik und der Verlust von Auen haben die Widerstandsfähigkeit der Flüsse stark geschwächt. Strukturvielfalt ist daher eine unverzichtbare Grundlage für stabile Fischbestände.
Strukturmaßnahmen alleine reichen nicht
Gleichzeitig zeigt der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand, dass Strukturmaßnahmen allein in vielen Gewässern nicht mehr ausreichen. Untersuchungen der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg, der Bundesanstalt für Gewässerkunde sowie internationaler Forschungsprojekte belegen, dass der Kormoran inzwischen einen eigenständigen, bestandslimitierenden Faktor darstellt. Typisch sind sogenannte Fraßlücken mit hohen Anteilen an Jungfischen und dem nahezu vollständigen Fehlen mittelgroßer und fortpflanzungsfähiger Individuen.
Ergänzung zum Gewässerschutz
Internationale Studien zeigen zudem, dass selbst hochwertige Renaturierungsmaßnahmen ohne begleitendes Prädationsmanagement wirkungslos bleiben können, wenn der Fraßdruck dauerhaft zu hoch ist. Der Landesfischereiverband betont dabei ausdrücklich, dass er sich zu funktionierenden Räuber-Beute-Beziehungen bekennt. Im Fall des Kormorans zeigt die Datenlage jedoch, dass dieser in vielen Gewässern populationszerstörend wirkt und die natürliche Reproduktion empfindlicher Arten verhindert. Der Verband unterstützt weiterhin die Wiederherstellung der Durchgängigkeit, den Rückbau unnötiger Querbauwerke und die Förderung der Eigendynamik. Diese Maßnahmen können jedoch nur dann greifen, wenn Fischbestände wieder reproduktionsfähige Altersklassen aufbauen können. Ein wissenschaftlich begleitetes, rechtlich geregeltes Kormoranmanagement wird daher als notwendige Ergänzung zum Gewässerschutz gesehen.
Strukturverbesserung und Kormoranmanagement sind aus Sicht des Landesfischereiverbandes keine Alternativen, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Nur ein integrierter Ansatz aus Gewässerentwicklung, Lebensraumvielfalt und wirksamem Prädationsmanagement kann den weiteren Verlust von Fischarten in Baden-Württemberg verhindern.
-Pressemeldung Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V.-
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