An die Rutenbauer hier....

ragbar

disparu en mer....
Hallo, ich hab nun selbst im Laufe der Jahrzehnte einige Angelruten, meist Spinnruten, aber auch Karpfen,-Meeres,-und Friedfischruten erfolgreich selbst hergestellt.
Gestern wollte ich mir im Angelladen also eine Shimano-Meeresrute gönnen, eine Ocea BB Bluefin,also gehobene Qualitätsklasse.
Nun prüfe ich alle Stöcker von der Stange nach meinen Ansprüchen, und mir fiel auf, das die Ringe nicht auf der Overlap-Seite angebracht waren, der Springpunkt also gar nicht beachtet wurde,die Ringe befanden sich auf der weichen Seite des Blanks.

Bei einem anderen,genau gleichen Exemplar war korrekt auf dem Overlap montiert.

Bin dann durch den Laden und habe verschiedene Spinnruten diesbezüglich getestet, meistens wurde nicht mehr auf dem Overlap montiert, sondern irgendwo, Potenzial des Blanks bleibt so ungenutzt. Ist bei verschiedenen namhaften Herstellern der Fall.

Ich sehe nicht ein, weshalb grundsätzliche Regeln zur korrekten Ringmontage heute von großen Herstellern offensichtlich ignoriert werden. Meiner Ansicht nach ist das ein No Go und Qualitätsverlust,einfach Ringe irgendwo anzuknallen, damit die Rute gerade aussieht, wenn der Blank gerade mal ein bißchen krumm ist.(war beim o.g Objekt aber nicht der Fall, Blank war fürs Auge in alle Richtungen gerade,somit Ringe ohne Not falsch montiert)

Ist das jemandem auch schon mal aufgefallen?
 
Zuletzt bearbeitet:

Professor Tinca

Ükelchampion 2019
Ja klar!
Das wird eigentlich bei Stangenruten gar nicht beachtet.
Viele Rute werfen nicht geradeaus weil die Ringe irgendwo angebracht sind und die Rute beim "nach vorn schwingen" seitlich ausschlägt.
Das Potential der Blanks wird so nicht ausgeschöpft.

Ich denke es leigt daran dass es in der Massenproduktion schnell gehen muss. Zeit ist ja(angeblich) Geld.
 

Seele

Böhser Siluro
Teammitglied
Wundert dich das bei den Preisen die für Stangenrunten aufgerufen werden?
Wenn man davon die Mwst., Versandkosten, andere laufende Kosten abzieht ist es mir sowieso schleierhaft wie da noch etwas verdient sein kann.
Eine wirklich sauber gebaute Rute, das heißt mit Overlapbestimmung, zur Rolle passender Beringung, an die Größe des Anglers angepasster Grifflänge, usw. kostet halt rund 450 Euro wenn nicht nur billig Teile verbaut werden und die Arbeitszeit nicht verramscht wird. Das ist der gemeine Angler in der Regel nicht bereit zu zahlen. Ne 50 Euro Stangenrute kostet dagegen im EK irgendwas um 10 bis 30 Euro, da kriegst du noch nicht mal nen ALPS Rollenhalter dafür oder nen Torzite Bockring....
Ich habe viele Wiederholungstäter als Kunden, denn die wirklichen Angler haben 100% mehr Spaß mit so einer Rute als mit einem toten Stock und sind dann gerne bereit die paar Kröten mehr auf den Tisch zu legen.

BTW: Sei froh, dass die Rute gerade aussieht, oft sind die Ringe nämlich auch noch schief.
 

Moringotho

Active Member
Ich habe viele Wiederholungstäter als Kunden, denn die wirklichen Angler haben 100% mehr Spaß mit so einer Rute als mit einem toten Stock und sind dann gerne bereit die paar Kröten mehr auf den Tisch zu legen.
sers,

wir anderen sind keine "wirklichen" angler?
was dann?
und kann ich mit meinen "ruten von der stange" keine 100% spass haben?
tzz

NdT Holger aka Mori
 

Seele

Böhser Siluro
Teammitglied
@Moringotho Lese einfach "leidenschaftlichen" anstatt "wirklichen", ist blöd ausgedrückt, ändert aber nicht viel dran.
Ein Angler der mit Leidenschaft dabei ist, hat mit hochwertigen Gerät definitiv mehr Spaß.
Du kannst mit deiner Stangenrute sicher auch 100% Spaß haben, aber nicht mit einem Billigknüppel, das wird dir jeder bestätigen der schon mal ein anständiges Gerät gefischt hat.
Man muss dazu sagen wir reden hier hauptsächlich vom Spinfischen, denn beim einfachen 0815 Stopselangeln ists natürlich egal ob der Overlap berücksichtig wurde, oder ob die Rute ne anständige KR Beringung hat. Wobei ein Drill eines Karpfens an der Fliegenrute schon geil ist, gell @Andal
 

daci7

Grobrhetoriker
Ist mMn wie beim Jagen. Manche wollen halt die maßgeschneiderte Büchse im Wert eines Mittelklasseautos mit Gravur und allem Pipapo und andere sind mit der Knarre von der Stange absolut glücklich.
Die Leute sind weder "wirklichere" noch "leidenschaftlichere" Waidmänner, sondern haben einfach Spaß an wirklich gutem Gerät- total legitim, teilweise auch total geil aber eben absolut nicht notwendig um das Hobby mit Begeisterung zu betreiben.
Im Endeffekt schießen die Knarren nämlich immer noch nur geradeaus. ;)
 

Seele

Böhser Siluro
Teammitglied
@daci7 Sag ich ja man kann das Hobby trotzdem mit Begeisterung betreiben, aber du wirst mir zustimmen, dass es einfach mit anständigem Gerät, das gut in der Hand liegt, ausbalanciert ist, usw. einfach deutlich mehr Spaß macht.
Aber das eigentliche Thema ist die Stangenrute und deren Verarbeitung. Die Arbeiter müssten ja mal in solchen Sachen geschult werden. Wie finde ich eigentlich einen Overlap? Man steht ja nicht hin, schaut die Rute an und sagt "aah genau da ist der Overlap". Fachkräfte wachsen auch in China nicht auf dem Baum. Dazu kommt, die Rute wird teurer.
 

Bimmelrudi

Well-Known Member
Eine wirklich sauber gebaute Rute, das heißt mit Overlapbestimmung, zur Rolle passender Beringung, an die Größe des Anglers angepasster Grifflänge, usw. kostet halt rund 450 Euro wenn nicht nur billig Teile verbaut werden und die Arbeitszeit nicht verramscht wird.
Das sind dann halt individuelle Einzelstücke und keine Massenware, wo alles nach Schema F zusammengedengelt wird, man dabei die Produktionszeit einhalten muß etc. pp
Ein Rutenbauer wird sich wohl kaum 1000ende Blanks in den Keller stellen die er dann irgendwann mal (wenn überhaupt) "abgearbeitet" hat.
Er hat also quasi gar keine Marge, baut immer nur Unikate, benötigt dafür natürlich auch deutlich mehr Zeit und das alles kostet halt nunmal.
Ne Massenproduktion kann man damit aber nicht vergleichen, egal aus welchem Preissegment. Sie wird immer günstiger sein, halt ohne persönliche Note.

Wenn man auf letzteres Wert legt, lässt man sich halt was bauen.
Ob das eine oder das andre nun den Spaßfaktor höher treibt, das kann nur jeder für sich selbst definieren. Denn da sind auch noch andre Faktoren im Spiel (finanzielle Möglichkeiten, evtl. Wiederverkauf zb) die mitunter im Vorfeld schon entscheiden, auf welche Schiene ich hüpfen werde.;)
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
Ist halt alles Show-Parade-Zeug und für den grünen Rechen+Verhandlungstisch! :laugh2

Ist bei Angelruten aber ähnlich:
Wer sich viel Zeug kauft, aber keine Zeit je zum Angeln hat, der merkt eben auch nicht, wie schlecht Rute oder Rolle eigentlich gebaut sind.
Und das können gar nicht so wenige sein ;) , weil wenn die Käufer das alle merken und monieren würden und Austausch führen, dann könnten sich die Massenhersteller das aktuelle Gebaren gar nicht leisten.
Faktisch kommen sie aber damit gewinnbringend durch ...
 

Lajos1

Well-Known Member
Ist halt alles Show-Parade-Zeug und für den grünen Rechen+Verhandlungstisch! :laugh2

Ist bei Angelruten aber ähnlich:
Wer sich viel Zeug kauft, aber keine Zeit je zum Angeln hat, der merkt eben auch nicht, wie schlecht Rute oder Rolle eigentlich gebaut sind.
Und das können gar nicht so wenige sein ;) , weil wenn die Käufer das alle merken und monieren würden und Austausch führen, dann könnten sich die Massenhersteller das aktuelle Gebaren gar nicht leisten.
Faktisch kommen sie aber damit gewinnbringend durch ...
Hallo,

so ist es. Wenn ich da an früher zurückdenke, die 1960er und 1970er Jahre, wenn da eine Rolle nach so 5 Jahren kaputt gegangen wäre, die wäre nie mehr gekauft worden. So etwas konnte sich damals kein Hersteller erlauben. Ich habe etliche Rollen noch aus dieser Zeit, welche jahrelang im Einsatz waren. Die wären alle noch voll einsatzfähig, auch Rollen, welche beim Spinnfischen viele Jahre lang richtig rangenommen wurden.

Petri Heil

Lajos
 

Seele

Böhser Siluro
Teammitglied
Wenn man manche Leute so anschaut wie die mit ihren Ruten umgehen bin ich teilweise über die lange Halbwertszeit erstaunt. Am meisten hab ich immer Angst wenn sich weniger erfahrene Angler bei mir ne teure handgebaute bestellen. Ich möchte ja auch, dass sie lange Freude an ihren Ruten haben. Aber wenn man dann sieht wie die mit hochmodulierten Blanks ihre Hänger lösen, wirds mir Angst. Deshalb teste ich auch jede Rute vor dem Ausliefern, damit ich Materialfehler ausschließen kann.
Ich denke mal 50% aller Reklamationen bei Stangenruten sind nicht die Schuld der Hersteller....
 

Hecht100+

Well-Known Member
Ich denke mal 50% aller Reklamationen bei Stangenruten sind nicht die Schuld der Hersteller
ich würde die Quote auf 70 % erhöhen, in fast 50 Jahren habe ich durch Materialfehler erst eine Rute verloren bzw. sie ist beim Auswerfen einfach gebrochen. Und wie du schon bemerkt hast, es wird auf ihnen rumgetreten, sie werden als Kran mißbraucht, zum Hängerlösen total überlastet.
 

Lajos1

Well-Known Member
Wenn man manche Leute so anschaut wie die mit ihren Ruten umgehen bin ich teilweise über die lange Halbwertszeit erstaunt. Am meisten hab ich immer Angst wenn sich weniger erfahrene Angler bei mir ne teure handgebaute bestellen. Ich möchte ja auch, dass sie lange Freude an ihren Ruten haben. Aber wenn man dann sieht wie die mit hochmodulierten Blanks ihre Hänger lösen, wirds mir Angst. Deshalb teste ich auch jede Rute vor dem Ausliefern, damit ich Materialfehler ausschließen kann.
Ich denke mal 50% aller Reklamationen bei Stangenruten sind nicht die Schuld der Hersteller....
Hallo,

das dürfte stimmen. Ich bin ja hauptsächlich Fliegenfischer und habe meine erste Fliegenrute von 1961 noch, wie auch alle anderen Fliegenruten, welche ich seitdem gekauft habe (34 oder 35 Stück) keine einzige davon ging mir je zu Bruch. Da hatte ich sicher das eine oder andere Mal auch Glück. Aber wenn ich manchmal lese, dass da welche in 5 Jahren 5 Ruten "geschrottet" haben.....
Spinnruten gingen mir in seit 1960 4 zu Bruch: eine beim Blödsinn machen (mit 15 Jahren), eine bei einem Absturz, als ein Stück Böschung unter mir wegbrach, eine durch einen etwas dussligen Mitangler im Boot, welcher da drauflatschte und eine, da wars die Autotüre.

Petri Heil

Lajos
 

Lajos1

Well-Known Member
Wie viele davon hast du dir nach Maß bauen lassen?
Hallo,

so etwa 12-15, die meisten von einem österreichischen Rutenbauer so von 1994-2007. Der ließ mich vor dem ersten Auftrag erst mal so eine halbe Stunde verschiedene Ruten probewerfen, dann sagte er: jetzt weiss ich was Du brauchst, einige kleine Wurffehler hast Du schon drin, aber Du triffst schon hin, wo Du hintreffen willst. Die jeweils bestellte Rute holte ich dann immer im darauffogenden Jahr ab.
Vom Theo Matschewsky habe ich auch 4 Stück.

Petri Heil

Lajos
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Vom Theo Matschewsky habe ich auch 4 Stück.
Mit einer Solitip-Rute vom Theo hatte ich auch mal geliebäugelt, die soll ja Wurffehler besser verzeihen als manch andere Modelle.

Aber da ich das Fliegenfischen nicht ernsthaft betrieben habe, hab ich mich dann doch mit Ruten von der Stange begnügt.
Für jemand, der sein Hobby ernster nimmt als ich, ist ne maßgefertigte Rute m.E. schon eine lohnende Investition.

Ich hab mir mal ne schwere Spinnrute mit Multiberingung und Triggergriff bauen lassen, weil es damals nichts auf dem Markt gab, was meinen Ansprüchen an WG, Länge und Teilung entsprochen hat.

Hab ich nicht bereut.

Bin aber auch mit meinen Ruten "von der Stange" ganz zufrieden.

Viele Ruten, die ich momentan fische, tun schon seit 20 oder 30 Jahren brav ihren Dienst.

Kommt aber trotzdem jedes Jahr was dazu.
 

Lajos1

Well-Known Member
Hallo,



Mit einer Solitip-Rute vom Theo hatte ich auch mal geliebäugelt, die soll ja Wurffehler besser verzeihen als manch andere Modelle.

Aber da ich das Fliegenfischen nicht ernsthaft betrieben habe, hab ich mich dann doch mit Ruten von der Stange begnügt.
Für jemand, der sein Hobby ernster nimmt als ich, ist ne maßgefertigte Rute m.E. schon eine lohnende Investition.

Ich hab mir mal ne schwere Spinnrute mit Multiberingung und Triggergriff bauen lassen, weil es damals nichts auf dem Markt gab, was meinen Ansprüchen an WG, Länge und Teilung entsprochen hat.

Hab ich nicht bereut.

Bin aber auch mit meinen Ruten "von der Stange" ganz zufrieden.

Viele Ruten, die ich momentan fische, tun schon seit 20 oder 30 Jahren brav ihren Dienst.

Kommt aber trotzdem jedes Jahr was dazu.
Hallo,

die Solitip-Ruten vom Theo sind schon auch etwas besonderes. Ich sehe da den Vorteil, dass der manchmal doch überhastete und zu starke Anhieb gedämpft wird. Ich bilde mir auch ein, dass man damit weniger Fehlbisse hat, hierzu fehlen mir aber die empirischen Untersuchungen:laugh2.
Zu den Solitip-Ruten kam es ja durch die Disziplin Fliege-Kombination beim Casting (gab es so bis etwa Mitte der 1980er Jahre), bei der mit einer Rute Ziel- und Weitwerfen zu absolvieren waren. Der Berndt Matschewsky, Theos Vater, baute ihm dann solch eine Solitip und mit dieser Rute wurde er mehrmals Weltmeister in dieser Diziplin, da dieser Rutentip da den anderen überlegen war.
Ich habe auch wirklich brauchbare Stangenruten, bin sowieso ein Typ, der mit fast allen Fliegenruten schnell zurechtkommt. Liegt vielleicht auch daran, dass ich aus Nostalgie ab und zu auch noch meine ersten Fliegenruten fische und da muss man schon flexibel sein, wenn man von einer Rute aus Anfang der 1960er Jahre auf eine Jahrzehnte jüngere umsteigt.

Petri Heil

Lajos
 
Zuletzt bearbeitet:
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