Angeln bei Potsdam

geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Wenn nicht viel am Wasser geht, setz ich mich gern an den PC.

Im Anhang mal die monatlichen Regensummen für die Station Potsdam über einen Zeitraum von 40 Jahren mit einem 5-monatigem (nicht jährlich) Mittel. Dürre zu quantifizieren ist verdammt schwer - ich hab da noch keinen gangbaren Weg gefunden.

Viel Spass beim Anschauen. Wer mehr wissen will darf natürlich fragen.

Zum Thema Angeln - im Moment ist bei mir nicht viel los. Ein paar abendliche Barsche - mehr kommt nicht bei rum im Moment. Typisch aktuell: anknabbern, verfolgen, und meist abdrehen. Wenn sie aber zupacken, dann aber richtig - sogar die kleinsten. Richtig gut macht sich das mit kleinsten Wobblern, sehr harter Rute und aggressiver Führung. D.h. Schnell anjerken und kurbeln um Strecke zu machen - dann ein plötzlicher Spinstop für ca. 1sek.. Dann wid wieder stark beschleunigt. In den Spinstops kommen die Bisse mitunter übelst hart rüber. Die harte Rute hilft, den Köder ruckartig zu führen und wenn ein Barsch knabbert, ist die Chance höher ihn gleich zu haken als mit einer weichen Rute.
 

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geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Schlechte News für Angler in Potsdam:

Ich hab mich mit der ertsen Errichtung einer Steganlage im Bereich der Stubenrauchstr. am Griebnitzsee mal genauer beschäftigt. Es ging eine Mail von mir an die Stadtverwaltung Potsdam.

Die Antwort könnt ihr hier nachlesen. Und die hat es in sich, welche ich mal in kurzen Auszügen wiedergeben möchte:

1) Die Interessen der Anwohner bezüglich Zugang zur Gewässerfläche wiegen offenbar derart stärker als die der gewöhnlichen Bevölkerung gegenüber dass es rechtfertigt, der allgemeinen Bevölkerung den Zugang zum Gewässer auf ein Minimum zu beschränken

2) Rechtliche Grundlage ist angeblich der Bebauungsplan 125 der Stadt Potsdam. Nachzulesen hier: https://www.potsdam.de/bebauungsplan-nr-125-uferzone-griebnitzsee

3) Das Studium des Planes ergibt folgende Situation an der Stubenrauchstr: Es gibt tatsächlich nur 3 (in Worten DREI) kleine Miniflächen an den Rändern des Zugangs und eine Mikrofläche im Zentrum des Uferwegs, die NICHT mit Steganlagen bebaut werden dürfen, dies betrifft die Flurstücke 99, 114/1 und 513. Auf ganzen 19 von 22 Flurstücken ist die Genehmigung von Steganlagen und Bootshäusern (im östlichen Breich) vorgesehen. Was ich also gesehen habe ist nur die Spitze des Eisbergs und erst der Anfang des ganzen Übels. Somit stehen dem Angler und Wasserfereund mehr oder weniger nur noch 100m freier unbeschränkter Gewässerzugang zu gegenüber einer Gesamten Uferlänge des Abschnittes von 600m.

4) Im Bereich der Virchowstr. ist alle Hoffnung verloren. Lediglich ein 3m breiter Zugang, beidseitig eingezäunt führt noch zum Wasser.

Tja - wo kein Wille ist, da ist auch kein Weg.
Viel Spass im tollen Potsdam!
 

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tomsen83

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AW: Angeln bei Potsdam

Ääähm, dir ist schon klar, dass sich die Verwaltung zuvor durchaus bemüht hat den Uferzugang (nicht nur den Weg) für alle zu öffnen und hierbei vom OVG eingebremst wurde? Da kann die Stadt nix für, da Enteignungen in Deutschland ja (glücklicherweise) nicht mehr gaaanz so einfach sind. Mal unabhängig davon, dass die ganze Chsoe Uferweg (Schlichtungsverfahren, Enteignungen etc.) und die daran beteiligten Eigentümer nicht einfach sind, kann ich diesem Urteil durchaus folgen. Wenn ich nen Seegrundstück mit Wasserzugang habe will ich auch nicht dass da jeder rumturnt.
 

geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Fakt ist, dass wohl in absehbarere Zeit das Angeln am Griebnitzsee von potsdamer Seite aus quasi unmöglich wird. Die Belange einiger weniger privater Grundstücksbesitzer scheinen wohl über dem Allgemeinwohl zu stehen - so lese ich das.

Und war es nicht vielmehr so, dass die Stadt es in der Nachwendezeit versäumt hat entsprechende FNP's und BP's zu erarbeiten? 20 Jahre danach ist das Kind in den Brunnen gefallen. Da jetzt die Schuldfrage zu negieren zeigt doch nur die Arroganz der Verwaltung.

Und wo steht eigentlich, dass Bundeswasserstraßen keine Uferänderungen erfahren dürfen? Das muss mir keiner hier beantworten - ich denke mal der Antwortschreiber der Stadt wird schon wissen, auf welcher Rechtsgrundlage sich das begründet. Da werd ich nochmal nachhaken.
 
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geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Offenbar gehen selbst die Zugeständnisse des Bebauungsplans Nr. 125, die die Stadt den Eigentümern einräumt, den Eigentümern zu weit, weshalb es wieder vor Gericht landen wird.
http://www.pnn.de/potsdam/1297731/
Was nutzt der Uferweg - wenn man das Gewässer wegen Verbauung auf Grundlage des BP 125 nicht nutzen kann?! DAs einzige was helfen könnte wäre eine tasächliche Enteignung des Uferbereiches. Und für solche Arten von Enteignung habe ich allemal Verständnis und unterstütze dies im Geiste.

Hinter diesem Streit steckt in Wirklichkeit was ganz anderes:
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/brandenburg/streit-in-potsdam-wer-viel-hat--will-noch-lange-nicht-teilen---28447376
 
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tobi-1

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AW: Angeln bei Potsdam

Natürlich ist es doof das der weg so zerstückelt ist, aber am ende hatte es die Stadt selber in der Hand und nun muss man denn ausgang der Prozesse abwarten und solange die vielen anderen 100 km2 wasserfläche zum angeln nutzen..... und auch die viele km ufer die frei zugänglich sind.....
 

geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Sicherlich gibt es noch freie Abschnitte, aber dafür müsste ich dann immer längere Anfahrtstrecken inkauf nehmen. Ohne Auto ist das sehr angenehm. Da nutzt mir die große Wasserfläche eigentlich recht wenig, solange ich nicht zu den privilligierten Bootsbesitzern gehöre. Es ging mir mit meinem Beitag nicht vorrangig um den Uferweg, sondern um die Nutzbarkeit der ufernahen Gewässerfläche. Diese ist unabhängig vom Uferweg, da die Nutzbarkeit der Uferzone durch bauliche Anlagen bald nicht mehr möglich sein wird, trotz eines schicken neuen (geplanten) Uferwegs. Der Plan sieht vor, dass fast gesamte Südufer mit privaten Steganlagen und Bootshäusern zugebaut werden darf (soll). Und das beißt sich dann mit der Nutzbarkeit des Gewässers für die Allgemeinheit. Mir persönlich ist der Uferweg eigentlich Latte, solange ich freien Zugang zur (Bundes!)Gewässerfläche habe und da nicht auf 3 kleine Mikroparzellen mit 20m weit laufendem Gewässerzugang angewiesen bin.

Die Stadt (besser gesagt deren politische Führung) hat's einfach mal vergeigt und das mehrfach. Und keiner kommt auf die Idee dafür persönliche politische Verantwortung zu übernehmen.

In dem Antwortschreiben wurde auch überhaupt kein Bezug darauf genommen dass der BP125 von den meisten Anwohnern gerichtlich angegriffen wird und der Zustand über die Rechtsgültigkeit weiterhin in der Schwebe ist.

Einzige Möglichkeit neben der Enteignung (sind keine Enteignungen, sondern Kompensationen) sehe ich in der Errichtung großer öffentlicher Steganlagen auf den noch verbliebenen Flächen der Stadt nebst einen durchgängigen im Wasser verankerten Weg - da könnte ich ja auch mal der LAV dran beteiligen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
 
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tomsen83

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AW: Angeln bei Potsdam

ich denke mal der Antwortschreiber der Stadt wird schon wissen, auf welcher Rechtsgrundlage sich das begründet. Da werd ich nochmal nachhaken.
Was auch immer du damit ausdrücken willst,... Mir sind sämtliche Rechsgrundlagen dazu völlig unbekannt. Ist nicht mein Fachgebiet und mir auch völlig latte. Mal abgesehen davon, dass Du mir unterstellst im Namen der Stadt zu schreiben, was ich definitiv NICHT tue.

Was ich aber tue ist, den Prozess zu hinterfragen der zum jetzigen Ergebnis geführt hat. Und ein B-Plan ist nunmal immer Ergebnis politischer Entscheidungen, daher bitte nicht "Verwaltung" und "Politik" in einen Topf werfen. Ich denke du machst Dir das in deiner Wut ein bißchen zu einfach...
 

geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Sorry ich wollt dir nicht ans Bein pinkeln.
Ja - es ist ein Zusammenspiel aus Verwaltung UND Politik die zu dieser verfahrenen Lage geführt hat. Wie ich heute erfahren habe (ich bin da auch nur Laie) bedarf ein Bebauungsplan auch eines vorher erlassenen und beschlossenen Flächennutzungsplan (FNP). In dem Antwortschreiben wurde an keiner Stelle auf einen entsprechenden FNP verwiesen der den BP 125 überhaupt rechtwirksam werden ließe. Nichtmal auf der Webseite des BP125 wird darauf verwiesen.

Also ist der nächste Schritt gegenüber der Stadt in Erfahrung zu bringen
1) welcher FNP dem BP zugrunde liegt
2) wie das konkrete Abstimmungsergebnis zum BP und FNP im Stadtparlament aufgeschlüsselt nach Personennamen war
2a) wenn es geheime nicht namentliche Abstimmung waren, gilt es in Erfahrung zu bringen, WER den Antrag darauf gestellt hat, das nicht öffentlich-personell aufzuschlüsseln
2b) und wie das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten bezüglich des Antrags war

Damit könnte man zumindest schonmal die entsprechenden Versagerpersonen und Parteien benennen und sie damit konfrontieren. Ich bin der Meinung wenn sie solche Sachen beschließen haben die auch die verdammte Pflicht dazu sich dann den Ärger der Bürger darüber anhören zu müssen.

Ferner gilt es in Erfahrung zu bringen welche Schritte konkret zum Aufschütten des Ufers dem WSA gegenüber unternommen wurde (Einsichtnahme in den Antrag und das entsprechende Ablehnungsschreiben).

Bald sind Ferien und dann hab ich die Zeit die zu nerven.
 
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tomsen83

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AW: Angeln bei Potsdam

Dann kannst du dich auf Grund der seeeeehr langen Vorgeschichte dieser Nummer durch sämtliche zugehörige Beschlüsse unter den OB´s Gramlich, Platzeck und Jakobs wühlen. Die Rathauskoalition in der Stadtverordnetenversammlung bestehend aus SPD, CDU, Linken und Grünen besteht meines Wissens nun auch schon seit 16 Jahren (gut, wurde vor kurzem aufgelöst), somit sind ALLE Parteien daran beteiligt...

Wenn du also deinem Ärger Luft machen willst, nimm Dir nicht die Verwaltung vor. Hierfür sind nämlich die Fraktionen deine Ansprechpartner und die haben dafür auch die Zeit...

Was ich eigentlich zum Ausdruck bringen will: In dieser Stadt gab und gibt es Themen, die grundsätzlich politisch bestimmt sind. Da spielt Wirstchaftlichkeit, Effizienz oder was auch immer nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind parteipolitisch bestimmtes Handeln oder auch Konflikte von bestimmten Einzelpersonen, aber auch Kompromissgeschäfte die Triebfeder bei Entscheidungen. Dieser Einfluss greift häufig bereits in der Entstehungsphase (z.B. Erstellung von FNP´s oder B-Plänen) von Entscheidungsvorlagen.

Ich mach mal ein aktuelles Beispiel: Ein Beigeordneter verspricht allen Eltern die Rückzahlung von zuviel bezahlten KITA-Beiträgen (weil Wahljahr). Der im Vorwahlkampf unterlegene Parteikollege (ebenfalls Beigeordneter) sitzt aber auf dem Geld und macht dem anderen das Leben (aus Prinzip) schwer. Dann grätscht ein CDU-OB-Kandidat rein und sagt: Moment mal, gibt ja gar keinen Rechtsanspruch. Prüft doch erstmal ob überhaupt bezahlt werden muss! bevor Ihr die Kohle verteilt!
Auf der darunter liegenden, nicht-politischen, Ebene im Fachbereich Kinder, jugend und Sport muss das dann gegenüber dem Bürger ausgebadet und kommuniziert werden...bis ins kleinste Rädchen z.B. im Kita-Tipp. Merkste? Du hast dir die falschen Buhmänner ausgesucht.

Ich finde deine Anfrage ja durchaus berechtigt und möchhte dich in deinem Eifer auch nicht bremsen. Wenn aber der B-Plan Teil eines Kompromissgeschäftes mit den Eigentümern zur Realisierung des Uferwegs ist, dann wird sich daran exakt nix ändern. Der ist politisch nämlich deutlich wertvoller als der Zugang von Anglern und Wassernutzern auf einem 600m langen Streifen, wo gleich nebenan der Park Babelsberg, Cevilienhof, Nuer Garten mit x-Kilometern frei zugänglichen Ufern ist...
 

geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Danke erstmal für den Beitrag. Zuersteinmal wollen wir feststellen dass die potsdamer Rathauskoalition aktuell aus den Mitgliedern CDU/SPD/B90-Grüne/ANW besteht.
Quelle:
https://www.bz-berlin.de/deutschland/potsdam-wird-kuenftig-von-rot-schwarz-gruen-regiert
https://www.bild.de/regional/berlin/rathauskoalition-warnt-vor-buergerbegehren-45891992.bild.html

Zweitens: Somit sind NICHT ALLE Parteien daran beteiligt

Drittens: Neben den Parteien sind auch noch etliche andere politische Kräfte im Stadtparlament vertreten. Als Fraktion, als Bürgerbündnis oder als unabhängige Abgeordnete

Viertens: Ja genau es sind politische Entscheidungen die die Ausgestaltung der Nutzbarkeit der Flächen bestimmen.

Fünftens: Ein Eigentümer hat keinerlei Mitspracherecht wenn es darum geht die Nutzungsart der angrenzenden Flurstücke mitzubestimmen, das hat er einfach hinzunehmen egal welcher imaginärer Wertverlust damit für seine Liegenschaft einhergeht.

Sechstens: "Wenn du also deinem Ärger Luft machen willst, nimm Dir nicht die Verwaltung vor."
Vom Grundatz her richtig. Die drücken nur das durch was oben beschlossen wurde. Ich benötige als Laie aber entsprechende Informationen über den rechtlichen Hintergrund. Daher ist die Verwaltung in erster Instanz auch mein Ansprechpartner für diese Sachen.

Siebtens: Ich benötige die Verwaltung um die Entscheidungsprozesse nachvollziehen zu können und um in Erfahrung zu bringen WER dafür die politische Verantwortung trägt.

Achtens: Wenn ich die Verantwortlichen als Fraktion oder besser als Person benennen kann habe ich als Bürger nicht nur das Recht, sondern begreife es auch als meine Pflicht die Entscheidungsträger damit zu konfrontieren und zur Rede zu stellen. Das ist was wir allgemein hin als Demokratie feiern. Nämlich dass politische Entscheidungen dem Bürger gegenüber zu rechtfertigen sind.

Neuntens: Ich als einzelner Bürger werde die Verhältnisse nicht umkehren können. Was ich aber machen kann ist den Preis für diese politischen Entscheidungen möglichst hoch zu treiben. Und da bleibt mir nunmal nur die Möglichkeit der Konfrontation der Entscheidungsträger mit dem eigenen Abstimmungsverhalten. Ich hab alles Recht der Welt die damit zu konfrontieren und das Ergenbnis auch öffentlich für meine (angel)politischen Ziele nutzbar zu machen. Und ich kann nur jedem empfehlen, der ebenfalls am Gewässerzugang hängt es mir gleich zu tun :) Wer so ein Mist produziert hat dafür nunmal auch einen Preis zu zahlen. Vielleicht kann ja der Preis auch sein, dass durch die Öffentlichmachung des Abstimmungsverhaltens die Mehrheitsverhältnisse bei der nächsten Wahl zu ändern. Genau das ist gelebte Demokratie von unten.

Zehntens: Die Art der Nutzer der ufernahen Gewässerflächen beschränkt sich nicht nur auf Angler, sondern auch auf Wassersportler und Freizeit-Schwimmer

Ölftens: Es geht mir nicht vordergründig um Uferwege mit Gewässerzugang, es geht um die Nutzbarkeit der ufernahen Gewässerflächen, wozu mir schon ein simples Betretungsrecht langt. Auf den von dir genannten Alternativen (Neuer Garten ...) wurden in der Vergangenheit ebenfalls Nutzungsbeschränkungen für bestimmte Personengruppen, namentlich die Angler, ausgesprochen. Es darf auf den der Stiftung preussische Schlösser und Gärten zugewiesenen Liegenschaften nicht vom Ufer aus geangelt werden. Insofern nutzen mir diese Flächen die einen freien Uferzugang haben herzlich wenig als Angler. Ich begünge eine Ordnungswiedrigkeit wenn ich dort vom Landufer aus angeln würde.

Sehr verzwicke Lage. Aber kampflos werde ich das Feld nicht räumen.
 
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geomujo

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AW: Angeln bei Potsdam

Abseits vom Griebnitzsee mal noch was informatives, das uns ALLE betrifft: Dürre 2018
Täglich purzelt irgendwo ein Temperatur- oder Negativ-Niederschlagsrekord.
Dürre in Nordamerika, Dürre in Europa, Dürre in Vorderasien und in Russland und noch dazu eine verherende Dürre im kriegsgeäuteltem Syrien. Es nimmt kein Ende. Im Oman wurde letzten Monat die jemals höchste minimal-Nachttemperatur von 42 Grad gemessen. Holland hat es ebenfalls übel getroffen und ein Ende ist nicht in Sicht.
http://science.sciencemag.org/content/early/2018/05/23/science.aat0721
https://weather.com/de-DE/wissen/klima/news/2018-07-10-jetstream-erreicht-sein-limit-erde-erwarmt-sich-gefahrlich
Hier wird ganz gut erklärt, was grad los ist und warum. Ich fasse es mal kurz für euch zusammen:
Der Jetstream (ein Zirkumpolarer Stratosphärenwind) ist durch die Klimaerwärmung an seine Kapazitätsgrenze gekommen. In der Folge kommt das System, sich geografisch wanderdner Wetterzellen zum Stillstand und die großen Wetterzellen verharren tw. Monate auf ein und der selben Position. Was wir letzte Woche hatten war kein Tiefdruckgebiet, sondern ein sog Höhentief, das Fettauge unter den Tiefdruckgebieten. Es schwimmt unkontrolliert in der Höhe umher innerhalb eines gigantischen Hochdruckgebietes das von der Atlantikküste bis hinter den Ural reicht. Im Artikel steht, dass an der sibirischen Polarküste neulich 33 Grad gemessen wurden!

Was wir letztes Jahr erlebt haben war genau das gleiche - nur dass es da kein Hochdruckgebiet war was sich nicht verzog, sondern eine Tiefruckzone, wattn Glück. Dieses Jahr kehren wir wieder in den 'Normalzustand' der Klimaerwärmung der Dürre zurück. Wann das aufhört kann kein seriöser Wissenschaftler sagen weil alle Modelle diesen Fall quasi nicht erwartet haben. Es ist also eine neue Erkenntnis, die erst in die bestehenden Klimamodelle miteingebaut werden muss. Aber man kann mathematische Frequenzanalysen aus historischen Daten bemühen um entsprechende Zyklen auf deren Frequenz und Amplitude hin untersuchen und schon alleine daraus ein Modell entwickeln. Aktuell haben wir noch 'Glück' dass uns keine dauerhaft hohen Temperaturen plagen - die Temps sind diesen Sommer doch recht 'moderat' mit bisher nur 3 Tagen über 30°C Maximaltemperatur. Aber das nutzt alles nichts, wenn kein Regen fällt.
Im Atlanktik gab es dieses Jahr auch noch keinen einzigen Hurricane, deren Sison normalerwiese im Hochsommer beginnt.

Die Nuthe war bis Mittwoch letzte Woche fast schon ausgetrocknet. An der TRAM-Brücke am Schlaatz konnte man das halbe Flussbett trockenen Fußes überqueren und musste nur durch ein 2-3 meter breiten Bereich der max. Wadentief war. Unglaublich kann mich nicht entsinnen, dass das 2003 auch so schlimm war.
Die Wissenschaft wird diesem Jahr, da bin ich sehr sicher, besondere Aufmerksamkeit schenken. Bin mal gespannt was da noch an Analysen rauskommt.
Dann mal viel Spass mit der Zukunft. Vielleicht erledigt ja auch der Klimawandel jeglichen Uferstreit von selbst wenn nämlich irgendwann kein (Griebnitz)See mehr da ist.
 
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geomujo

Well-Known Member
AW: Angeln bei Potsdam

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/hitze-ohne-ende/
Hier eine Einschätzung zur aktuellen Hitze-Witterung von Herrn Rahmstorf - darin wird auchnochmal der Bogen zum Jetstream gespannt. Wer's nicht glaubt, soll sich einfach mal die Nuthe angucken oder nach Nudow fahren.
... oder an die Schwarze Elster ... https://www.n-tv.de/panorama/Hitze-laesst-Schwarze-Elster-teils-austrocknen-article20560156.html


Mario, was sagst du zum 'Wasser' ?



Wird Zeit, dass nicht mehr nur Angler herangezogen werden wenn es darum geht die Gewässer vor dauerhaften Schädigungen durch deren Nutzung zu kompensieren.
PS-abhängige Wasserstraßensteuer ist da wohl das mindeste was man von der wassergebundenen Privatwirtschaft fordern kann. Damit könnten fest installierte Belüftungsanlagen montiert werden und es wäre mehr finanzieller Freiraum zur Rückgestaltung des Flusslaufes hin zu einer natürlichen Form vorhanden. Zum BP125: da hat sich auch was getan - mehr dazu später.
 
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Fishmap

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AW: Angeln bei Potsdam

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/hitze-ohne-ende/

Wird Zeit, dass nicht mehr nur Angler herangezogen werden wenn es darum geht die Gewässer vor dauerhaften Schädigungen durch deren Nutzung zu kompensieren.
PS-abhängige Wasserstraßensteuer ist da wohl das mindeste was man von der wassergebundenen Privatwirtschaft fordern kann. Damit könnten fest installierte Belüftungsanlagen montiert werden und es wäre mehr finanzieller Freiraum zur Rückgestaltung des Flusslaufes hin zu einer natürlichen Form vorhanden. Zum BP125: da hat sich auch was getan - mehr dazu später.
Warum sollten die PS hungrigen dafür bezahlen?
Verstehe den Zusammenhang nicht, der Sauerstoff für den Verbrennungsprozess kommt doch aus der Luft und nicht aus dem Wasser? Weiterhin bringen die starken, durch den Antrieb hervorgerufenen Turbolenzen, doch viel Sauerstoff ins Wasser!
Gehe ja mit dir wenn du sagst, dass die Bayliner ect.pp das Ufer bei schlechter Fahrweise zerstören. Einer empfindlichen Strafe bei starken Sog und Wellenschlag stehe ich ja offen gegenüber, aber der Rest klingt für mich nach Neiddedatte!
Bist du eigentlich SPD Mitglied?

Gruß R
 

geomujo

Well-Known Member
AW: Angeln bei Potsdam

Ich bin nirgendwo Mitglied außer im Angelverein! :)
Naja wenn große Boote schnell fahren muss man sich schon fragen, was einem wichtiger ist: etwas Sauerstoff und Verbirbelung an der Oberfläche oder eben Zerstörung des Ufers und Gefährdung anderer Wasserteilnehmer.
Ich würde eher die Variante festinstallierte Sauerstoffanlage favorisieren.


LKW's müssen doch auch Maut für die Benutzung von Bundesverkehrswegen zahlen. Warum sollten da übermotorisierte Boote auf Bundes-Wasserstraßen von ausgenommen werden? So ne Autobahn kann man zur Not alle paar Jahre erneuern, bei einem Fluss ist das nicht so ohne weiteres möglich bzw. kommt viel teurer.


Heute jedenfalls am Wasser in der City fiel mir auf, wie klar das Wasser trotz des so sonnigen Sommers doch ist. Das lief die letzten Jahre etwas anders hab ich in Erinnerung. Durch die Nuthe jedenfalls ist bald garkein Durchkommen mehr.
 

zanderjappi

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Geomujo

Ab wann ist bei dir übermotorisiert?
 

Fishmap

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AW: Angeln bei Potsdam

Da ich durch eine glücklichen Umstand zu einem Pachtgrundstück an der Havel gekommen bin, kann ich quasi täglich meine Beobachtungen für den Bereich Werderschen Havel machen.
Das Wasser ist in den letzten Jahren im Sommer oft klar gewesen, geht quasi ein wenig zeitversetzt mit Temperaturen hoch und runter. Besonders klar war es im Sommer 2013 als der Havelpegel auch sehr hoch war. Als allgemeinen Trend möchte ich meinen dass es in vergleichbaren Jahreszeiten Sommer wie Winter jährlich immer klarer wird. Im Frühsommer konnte ich in der Phöbenner Havel beim Tauchen Steinbeißer beobachten, welche ich vorher nur in Klarwasserseen wie Werbellinsee oder Groß Glienicker See sehen konnte.
PS:
LKW´s zahlen Maut- leistungsstarke PKW´s nicht, dein Argument hinkt!
Nicht die Größe des Bootes/ Schiffes sondern dessen Wellen zerstören das Ufer. Ergo- Wellensteuer! - Ermittlung ist jedoch schwierig, also lassen wir wie´s ist.
 

zanderjappi

Member
AW: Angeln bei Potsdam

sind hier eigentlich einem die umhertreibenden toten Aale in
der Havel aufgefallen?
 

der matti

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AW: Angeln bei Potsdam

Tote Fische hab ich noch nicht entdeckt, es riecht jedoch an einigen Ecken schon verdächtig. Die Algenblüte nimmt auch zu.
 
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