Auf Hecht nur Stahl oder mit Fluorocarbon?

Deep Down

Well-Known Member
Also ich verarbeite hier auch ständig Stahlvorfächer über 25kg Tragkraft. Kann man froh sein, wenn man sowas mal im Laden findet.
Wenn man BigBaits wirft, dann muss das Vorfach was aushalten. Im Wurf treten die höchsten Kräfte auf. Die schwächeren Vorfächer kommen bei den ständigen Beschleunigungswerten früher an die Grenzen, insbesondere wenn es wegen eines Backlash zu nem Stopp kommt oder kam!

Fast zugedrehte Bremsen machen bei schwerem Material und Großfisch schon mächtig Sinn. Mit jeder Minute Drill/Flucht steigt die Gefahr des Aussteigens und man drillt den Fisch daher nicht aus, sondern versucht ihn möglichst sofort mit dem Kescher wegzulöffeln. Das klappt beim Großhecht überraschend oft, weil die erstmal folgen und erst am Boot hochkommen oder erst am Ufer unmittelbar vor einem anfangen loszutoben. Wer -am Besten mit dem eingespielten zweiten Mann- den Hecht in diesem Moment einsackt, hat schon gewonnen. Zu dem ist der Fisch nicht plattgedrillt und kann relativ fit zurück. Aber Achtung, man hat es in diesen Fällen mit einem noch sehr vitalen Fisch zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:

Fruehling

Well-Known Member
Guter Beitrag!

Nur hierzu:

...Wenn man BigBaits wirft, dann muss das Vorfach was aushalten. Im Wurf treten die höchsten Kräfte auf. Die schwächeren Vorfächer kommen bei den ständigen Beschleunigungswerten früher an die Grenzen, insbesondere wenn es wegen eines Backlash zu nem Stopp kommt oder kam!...
mag ich kurz was schreiben... smile01

Beschleunigungs- oder Bremskräfte wirken selbstverständlich gleich auf einen beliebigen Körper. Die Größe der sogenannten g-Kräfte ist bei angenommener, gleicher Geschwindigkeit direkt abhängig von der Zeit, in der ein Beschleunigen oder Abbremsen erfolgt.

Das bedeutet nichts anderes, als daß es die (abrupten) Vollbremsungen bei einem Backlash (in Form einer negativen Beschleunigung) und eben nicht die gleichmäßigen Beschleunigeungen beim Wurf sind, die das Material extrem belasten. Das bedeutet aber auch, daß Fisch im Drill schon irre schnell beschleunigen muß, damit überhaupt (relativ) hohe g-Kräfte auftreten können.

Prima ausrechnen läßt sich sowas u.a. hier: https://rechneronline.de/g-beschleunigung/
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Das klappt beim Großhecht überraschend oft, weil die erstmal folgen und erst am Boot hochkommen oder erst am Ufer unmittelbar vor einem anfangen loszutoben. Wer -am Besten mit dem eingespielten zweiten Mann- den Hecht in diesem Moment einsackt, hat schon gewonnen
So haben wir das beim Musky-Fischen praktiziert. Schon erstaunlich, wie schnell man bei geeignetem Gerät, kompromisslosem Drill und entsprechenden großen Kescher (Frabill) auch sehr große Fische anlanden kann.

Da hatten wir übrigens auf Anraten der einheimischen Spezialisten FC dran, allerdings in 150lbs. Hauptsächlich wegen dem Einrollen ins Vorfach.
Und bei der Art und Größe von Ködern hat das für die Präsentation auch wenig Auswirkung. nen 15 GuFi braucht man damit wohl nicht anbieten.

Wenn man alleine vom bewachsenen Ufer mit "normalem" Hechtgerät angelt, liegt der Fall schon etwas anders.

Es gibt ja keinen "Pearl-Index" zur Sicherheit von Vorfachmaterialien.

Der eine reißt seine Stahlvorfächer ab, dem anderen bricht das Titan oder wird das FC gekappt.

Ich würde jedenfalls auf sauber verarbeitetes Stahlvorfach setzen. 25 bis 30lbs gibt es in fast jedem Laden. Meterware in 50lbs aufwärts lässt sich im Netz auch leicht beschaffen.

Die Jungs, die bisher von ihren FC-Vorfächern überzeugt sind, werden das wohl erst nach eigener negativer Erfahrung überdenken.

Wenn sie Glück haben, kann das noch dauern oder ggf. ganz Ausbleiben.

Wünschen tu es ich jedenfalls weder Angler noch Hecht.
 

alexpp

Well-Known Member
Bis zum Gehtnichtmehr zugedrehte Bremsen sieht man erstaunlich oft. Ich weiss nicht, wer oder was da unsere Kollegen reitet.
Ich sehe es auch kritisch, besonders oft wird es bei der Zanderangelei praktiziert. Ein großer Fisch muss bei mir immer etwas Schnur nehmen können, heißt nicht, dass der Drill dadurch deutlich länger dauert. Gestern hatte ich meinen ersten 1m+ Hecht mit knapp unter 1,2m an einer 8-35g Rute und 9kg 7x7 Stahlvorfach. Der Drill dauerte nicht länger als 2 Minuten, der Fisch konnte paar Mal Schnur nehmen. Rute war natürlich gut krumm, die dicke des Stahls wirkt bei solchen Monstern natürlich etwas unterdimensioniert.
 

Toni_1962

freidenkend
Petri! :)

9 kg Tragkraft bei 7x7 = 0,36 cm Durchschnitt; das ist nicht unterdimensioniert, denn
bissfest ist es damit und reissen kann es auch nicht, denn 9kg auf die Waage bringst du im Drill nicht hin ...
 
Zuletzt bearbeitet:

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Gestern hatte ich meinen ersten 1m+ Hecht mit knapp unter 1,2m
Glückwunsch zum PB und Beileid, dass die Steigerung gleich so groß war. Da sind dir wohl einige PBs entgangen.

die dicke des Stahls wirkt bei solchen Monstern natürlich etwas unterdimensioniert.
Das Setup muss passen. 9kg Stahl an ner 35g Rute mit entsprechender Schnurstärke und Ködergröße würde ich nicht als unterdimensioniert ansehen.

Der Drill dauerte nicht länger als 2 Minuten
Das hängt von verschiedenen Ursachen ab.

Wir hatten schon 1,20+ Hechte, die sich ohne nen Meter Schnur zu nehmen in den Kescher pumpen ließen. Allerdings auch bei kaltem Wasser.
Dafür hat mancher 90er Rabatz gemacht, als wäre er ein Großer.

Bis zum Gehtnichtmehr zugedrehte Bremsen sieht man erstaunlich oft.
Macht beim Anhieb auch Sinn, besonders auf längere Distanzen. Im Drill sollte die Bremse m.E. dann schon so angepasst werden, dass der Fisch auch Schnur nehmen kann, wenn die Rute voll ausgelastet ist.
 

alexpp

Well-Known Member
...Macht beim Anhieb auch Sinn, besonders auf längere Distanzen. Im Drill sollte die Bremse m.E. dann schon so angepasst werden, dass der Fisch auch Schnur nehmen kann, wenn die Rute voll ausgelastet ist.
Genau so gehe ich vor, auch bei Zandern. Nach dem Anhieb wird die Bremse schnell schwächer gestellt.
 

Toni_1962

freidenkend
Mit Gufi habe ich die Bremse ganz zu, denn so kommt der Anhieb auch sicher durch. Nach dem Anhieb wird die Bremse gelockert.
 

Bilch

Well-Known Member
@Sensitivfischer
Ich hab in meinem Leben auch schon den einen oder anderen Hecht gefangen...
Meine Stahlvorfächer hatten nie mehr als 10-12kg Tragkraft und obwohl ich nahe am Totholz auch einem Meterhecht freiwillig keinen Zentimeter Schnur schenke, ist mir in meiner 30jährigen Angellaufbahn nicht ein einziges gebrochen!
Schnur gerissen, Haken oder Karabiner aufgebogen, Drillfehler, alles passiert, aber der Stahl hat immer gehalten.
Letztes Jahr, als ich noch fertige Stahlvorfächer benutzte, riss ich einige beim Hängerlösen. War nur ein Grund mehr, dass ich mir die Vorfächer jetzt selber klemme!
 

alexpp

Well-Known Member
Was mir beim Stahl positiv aufgefallen ist, hier wird meist tatsächlich gequetscht die Tragkraft erreicht, die angegeben ist. Kein Vergleich zum Geflecht.
 
Meine Vorfächer bau ich auch schon immer selbst.
Die fertigen sind leider viel zu oft schlecht verarbeitet und sind nie wie man sie will (Länge, Karabiner,..)


Zum Thema Bremse:
Die ist bei mir auch erst Mal zu bis kurz vor´s Materialversagen, wenn es auf Hecht geht.
Um den Anschlag durchzubringen, oder mit der oben beschrieben Brechstangenmethode den Drill zu beenden, bevor er angefangen hat.

Wenn ich aber "normal" Drille locker ich die Bremse etwas und gegen Ende des Drills, wenn der Fisch in Keschernähe kommt, aber noch nicht klar ist, ob er sich schon geschlagen gibt, mach ich sie fast ganz auf und leg den Finger auf die Spule.
Der Haken könnte schon etwas locker sitzten, also brech ich da nix über´s Knie und er darf gern noch eine Runde drehen...

Mir ging es nur um die Aussage, das so eine Flucht keine Rollenbremse der Welt abfangen könnte...:rolleyes:


Die 10kg Tragkraft beziehen sich natürlich auf die normalen Anforderungen beim Hechtfischen, bzw. im Drill.

Muss zugeben:
Mit einer halben Makrele am Haken zieh ich, mit 40er Mono und 12kg Stahl zwar noch gut durch, aber bei einem echten Gewaltwurf hätte ich deffinitiv auch kein gutes Gefühl mehr..

Beim Werfen von Großködern treten natürlich Belastungen auf die stärkeres Material erfordern, aber das hat die selbe Funktion wie die Schlagschnur beim Brandungsangeln: Für einen Ostseedorsch oder eine Scholle bräuchte man auch keine 60er Mono.
 
Oben