Bald keine Angelgeschäfte mehr in und um Erlangen

ulf

Well-Known Member
Hallo

So, jetzt haben wir unseren Senf (will mich da gar nicht ausnehmen). Vor einiger Zeit schon hat CS seinen Laden zugesperrt, letzten Dezember hat der Erlanger Angelshop zu gemacht, jetzt folgen noch der Röckelein in Bayersdorf und der Aurachtaler Angelshop. Liegts an fehlende Kunden, am preiswerteren Online handel oder finden sich schlicht keine Nachfolger. So wie es aussieht wohl Alles zusammen. Da wurde viel mit persönlichem Entusiasmus der Laden am Laufen gehalten und irgendwann will man dann vielleicht doch liber selber fischen gehen, als auf Kunden zu warten, oder es ist halt ein Alter erreicht wo's auch dann wirklich mal gut ist. Da hier und da aus der Garage und dem Keller verkauft wird/wurde, könnte ich mir vorstellen dass es mit einem Nachfolger dann auch gar nicht so einfach ist.

Schade ist halt das gleich vier Läden in relativ kuzter Zeit zu machen. Da hätte die Kundschaft doch sicher gut für Überleben von einem gereicht. In dem Einzugsgebiet sind ja nicht gerade kleine Angelvereine und angeblich wird das Angeln ja auch immer populärer.

Gruß Ulf
 
In dem Einzugsgebiet sind ja nicht gerade kleine Angelvereine und angeblich wird das Angeln ja auch immer populärer.
Nutzt dem Geschäft gar nix, wenn die Leute im Netz bestellen und dann noch vorwiegend in China.
Also demnächst überalterte, schlecht gelagerte Maden und Würmer im Baumarkt oder im Zoohandel kaufen.
Mein Mitleid für die Angler hält sich arg in Grenzen, nur die Geschäftsinhaber tun mir leid.
Manche sind ja sogar so dreist, schauen sich Ruten und Rollen im Geschäft an und bestellen dann im Netz, weil sie 10€ sparen können und finden ein solches Verhalten auch ganz normal!
Auch mein Angelverein macht da keine Ausnahme, seit ein paar Jahren gibt es Gewässerkarten nur noch bei Hey Fish und so hat man den kleinen Angelgeschäften in der Umgebung die Kundschaft abgezogen, die immer beim Kartenkauf noch ein paar Kleinigkeiten gekauft haben.
Also weiterhin schön in China bestellen, damit auch noch der restliche Einzelhandel schließt, aber Geiz ist ja so geil!

Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:
ulf
Soweit ich weiß, war der einzige bei uns in der Region der CS Angelshop, der sein Geschäft professionell und hauptberuflich betrieben hat.
Die anderen haben/hatten ja mehr oder weniger nur sehr kurze Öffnungszeiten und auch eine relativ eingeschränkte Auswahl und
die Geschäfte waren/sind ja mehr oder weniger teils eher hobbymäßig betrieben, oder als kleines Zubrot zum Haupterwerb.

Das Angeln immer populärer wird, das halte ich für ein Gerücht.
Das war vielleicht mal zu Zeiten der Pandemie, als Angler wie Pilze aus dem Boden schossen.
Von den allermeisten Anglern welche zu der Zeit angefangen haben werden wahrscheinlich nur noch sehr wenige angeln.

Zumindest sind die Gewässer wieder ähnlich wenig frequentiert wie zu Zeiten vor der Pandemie.

Weshalb Shops aufhören liegt doch auf der Hand, für viele ist es schlichtweg nicht mehr lukrativ oder teils überhaupt kostendeckend.

Zum Großteil hat das auch mit dem tollen Verhalten der Hersteller zu tun.
Welche quasi nur an großen Händlern interessiert sind und diesen bei Abnahme von größeren Mengen auch großzügige Rabatte einräumen, von denen kleinere Händler nur träumen können.

Der Internet-Handel kommt da erschwerend hinzu.

Ein weiterer Punkt ist die aktuelle schwierige wirtschaftliche Lage, da ist einfach oft nicht mehr soviel Geld für ein Hobby übrig.

Taxidermist alles auf Geiz ist geil zu schieben ist bei der aktuellen Situation vielleicht etwas unfair.
Viele Leute haben nicht mehr soviel Geld übrig und wenn die dann doch angeln wollen, dann ist der günstige Import über China, oder online ein anderes Schnäppchen zu machen, eben oft der einzige gangbare Weg um an Tackle zu kommen.
Das Problem liegt also großteils wo anders und es verschiebt sich einfach alles.
 
Viele Leute haben nicht mehr soviel Geld übrig und wenn die dann doch angeln wollen,
Das weiß ich leider zu genau, geht mir ja selbst auch so!
Ich habe glücklicherweise noch alles aus den Zeiten wo der Dollar noch rollte und bin wohl bis zum Lebensende gut ausgerüstet.
Heute brauche ich höchsten noch ein paar Kleinteile oder Schnüre und die werden im Geschäft gekauft.

Jürgen
 
Hallo

Das mit den Herstellern hatte ich gar nicht auf dem Schirm, aber das ist schon auch echt schwierig für die kleineren Läden. Die haben zum Teil einen höheren EK als die Großen als VK aufrufen. Was ich auch sehr unfair finde, sich im Laden beraten zu lassen und dann im Onlinehandel zu kaufen.
Grundsätzlich kann ich aber den Online-Kauf jetzt nicht verurteilen. Auslauf- und Vorjahresmodelle sind halt oft nicht nur einen Zehner günstiger, das geht es schnell mal um 100 Euro pro Teil. Und wie schon gesagt, das verfügbare Geld wird halt auch nicht mehr (als „Neurentner" hab ich jetzt z.B. weniger Brutto als ich vorher Netto hatte).
Über den Aurachtaler Shop war heute ein ganzer Bericht in der Zeitung. Da hatte man aber nicht den Eindruck, dass der aus wirtschaftlichen Gründen zu macht. Da war einfach mal genug Lebensleistung der Grund.

Gruß Ulf
 
Onlinehandel - mach ich schon mal, weil nicht jeder Angelladen hat für alle Angel-methoden/-Orte auch die benötigte Ausrüstung...wenn ich in einen Karpfen/Waller/Spinanglershop aufschlage, erwarte ich ja auch keine gut sortierte Fliegenfischerecke oder eine ganze Stipperabteilung etc.pp. ... so kaufe ich sehr gerne superreduzierte Meeresausrüstung im Netz, da sie dort in Deutschland eher nicht verkauft wird und mich viieel billiger kommt, als wenn ich sie hier am (Mittel-)Meer kaufen müßte & vice versa...
Manchmal findet sich das gewünschte auch gar nicht mal im ansässigem Onlinehandel, da muß dann weit weg in Fernost geordert werden... im teurem Japan ebenso, wie im günstigen China. Es ist aber nicht so, dass ich mein Geld nicht auch in lokalen Angelläden versenke...
 
Ich halte mal etwas dagegen: denn mir ist seit der Pandemie aufgefallen, das einige sich das "Zeugens" im WEB angeschaut und dann bei uns im Laden gekauft haben, vor allem bei "Neuigkeiten " und hochwertigem Zeugs war das zu beobachten und auch die "Mär" man könne im WEB mehrere "Hunnies" sparen ist schier unmöglich(zumindest auf legalem Wege), denn die "Angelmafia" weis um ihre "Margen" und die generiert seltenst der Handel;)
Es sei denn der Handel geht den Weg des "Direktimports" oder der "Eigenmarke" (auch eine Form des Direktimports).............und auf der Strecke bleiben definitiv die kleinen Händler, weil die "Großen kettengestüzten Supermärkte" einfach ihren Marktanteil erobern und das flankiert von diversen "Garagenhändlern" die sich so im WEB herumtreiben.

Und einer der Gründe warum etliche ihr Tackle im Laden kaufen ist schlich die "Verfügbakeit": selbst von mir recherchiert ergaben sich Lieferzeiten von bis zu 3 Mon. und/oder mehr und das mitten in der Saison....da gehen die Leute lieber zum Händler.
Und warum es bei denen manchmal "hapert".........nun, es gibt keine Kommisionsware mehr und der "Tackler" muß in "Vorleistung gehen und da waren die meisten "Angelläden" wohl schlicht nicht in der Lage dazu........

Ob man das beklagen muß ? : ja natürlich mit voller Überzeugung tue ich das......................aber ÄNDERN werden wir alle das nicht mehr:rolleyes::rolleyes::rolleyes:

gruß degl
 
Ohne die genauen Gründe dafür zu diskutieren: Für viele ist ein Angelladen einfach nicht wirtschaftlich genug. Ich kenne sogar zwei Läden, in denen die Eigentümer nebenbei noch einen weiteren Job haben, um über die Runden zu kommen: Einmal bei einem Paketdienstleister, einmal als LKW-Fahrer nachts.
 
Ohne die genauen Gründe dafür zu diskutieren: Für viele ist ein Angelladen einfach nicht wirtschaftlich genug. Ich kenne sogar zwei Läden, in denen die Eigentümer nebenbei noch einen weiteren Job haben, um über die Runden zu kommen: Einmal bei einem Paketdienstleister, einmal als LKW-Fahrer nachts.
Bei uns, in einer der wasserärmsten Gegenden Deutschlands, war das noch nie anders. Die haben alle ihr Lädchen in nem Kellerraum, Parterre etc. gehabt und drüber gewohnt und die Sache nur als Zubrot betrieben.
Die sind ebenso übern Jordan gegangen wie alle anderen kleinen Familiengeschäfte. Nicht wegen fehlendem Umsatz, der war ja nie hoch, alleine die horrenden Energiekosten fressen solche Miniläden einfach auf.
 
Wenn ich jetzt mal ganz weit zurück denke, da ging man in den Angelladen in der Nähe und kaufte sich die Sachen, die es im Laden gab und ins persönliche Preisschema gepasst haben. Alles wunderbar, es gab keine großen Vergleichsmöglichkeiten.

Dann kam die Zeit der Kataloge und man hatte einen Preisvergleich und vor allem eine größere Auswahl, da war es bei mir nur noch 50% aus dem Angelladen. Das war die Zeit des Zusammensitzen mit Kollegen und Sammelbestellungen:).

Nochmal stärker hat sich das dann natürlich durch das Internet geändert, es war dann nicht nur der Preis sondern tatsächlich, dass man durch die teilweise stundenlange Recherche im Internet genau diese eine Marke und genau das Modell wollte und das so dann natürlich vor Ort nicht verfügbar war.
Ein Einkauf im Laden vor Ort war somit meistens ein Kompromiss, einen preislichen Aufschlag hätte ich in Kauf genommen.

Mittlerweile muss ich tatsächlich auch fast 50 km zum nächsten Laden fahren, das mache ich leider nur noch selten, auch wenn es dann Spass macht zwischen den Regalen zu schlendern und ein paar Sachen zu kaufen. Ich denke mittlerweile kaufe ich 90% online.
 
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