C&R-Verfahren gegen zwei Angler eingestellt

Das Verfahren gegen zwei junge Karpfenangler aus Rinteln wegen Catch & Release wurde eingestellt.

Karpfen Catch & Release

Erneut landeten zwei Karpfenangler vor Gericht (Beispielbild @pixabay)

Die beiden Angler mussten sich vor Gericht verantworten, da sie wegen C&R angezeigt wurden. Sie hielten große Karpfen minutenlang an der Luft und posierten mit den Fischen. Anschließend veröffentlichten sie die Fotos in sozialen Medien. Als Angelorte wurden der Alte Hafen in Rinteln, eine Kiesgrube in Lage und ein See bei Köln angegeben.

Juristisch kompliziert​

Der Richter stellte die Verfahren wegen roher Tiermisshandlung gegen Geldauflagen ein. Ein Angeklagter muss 1500 Euro an den Tierschutzverein Stadthagen zahlen. Der zweite Angler muss 1800 Euro an die Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen überweisen. Dem Verfahren wurde auch eine Fachtierärztin für Fische hinzugezogen, um die Schmerzempfindlichkeit von Fischen zu beurteilen, da dies immer noch eine juristisch komplizierte Materie sei. Die Expertin meinte, es gebe wenig Befunde zu dieser Thematik, jedoch gelte eine Leidensfähigkeit von Fischen als anerkannt. Die beiden Angeklagten sahen ihr Fehlverhalten ein. Sie wollen sich Gedanken und es zukünftig besser machen.




Quelle: www.szlz.de
 
Bei solchen Meldungen denke ich immer an den Spruch, den ich mal auf der Jacke eines Fallschirmjägers gesehen hab: Lernen durch Schmerz.

Auf der anderen Seite zeigt der Vorgang halt die Absurditäten in unserer Gesellschaft: Die beiden Jungs haben das gemacht, was Millionen Angler in Deutschland machen. (Bei der Annahme gehe ich aber davon aus, dass die Fische in der Realität nicht minutenlang an der Luft waren, sondern eher eine halbe Minute.) Millionen Angler begehen also Rechtsverstöße, nur halt im Verborgenen.

Das ist nur ein Beispiel für massenhafte Rechtsverstöße in unserer Gesellschaft, ohne hier ins Detail zu gehen. Ich habe den Eindruck, dass der Staat sich immer mehr von erheblichen Teilen der Gesellschaft entfernt.
 
Bei solchen Meldungen denke ich immer an den Spruch, den ich mal auf der Jacke eines Fallschirmjägers gesehen hab: Lernen durch Schmerz.

Auf der anderen Seite zeigt der Vorgang halt die Absurditäten in unserer Gesellschaft: Die beiden Jungs haben das gemacht, was Millionen Angler in Deutschland machen. (Bei der Annahme gehe ich aber davon aus, dass die Fische in der Realität nicht minutenlang an der Luft waren, sondern eher eine halbe Minute.) Millionen Angler begehen also Rechtsverstöße, nur halt im Verborgenen.

Das ist nur ein Beispiel für massenhafte Rechtsverstöße in unserer Gesellschaft, ohne hier ins Detail zu gehen. Ich habe den Eindruck, dass der Staat sich immer mehr von erheblichen Teilen der Gesellschaft entfernt.
Hallo,

da hast Du schon recht. Allerdings haben die beiden sich auch sehr dumm verhalten (sehr gelinde ausgedrückt - deutlicher dazu Stellung zu nehmen verbietet die Netiquette ab51 ).

Gruß

Lajos
 
Hi, man wird wohl von den Aufnahmeuhrzeiten Rückschlüsse auf die Dauer der Fotosession ziehen können. Wie lange so ein Landgang dauern kann, ist von Angler zu Angler sehr unterschiedlich. Das Problem sehe ich eher darin, dass die Fische in den Sozialen Medien präsentiert wurden (um da bewundert zu werden)). Auch das passiert mehrmals täglich. Hier und da erwischt es ein paar dieser Helden.
 
Man muss das Thema etwas differenzierter betrachten...der Fang zum präsentieren in SocialMedia und das dann noch mit Ortsangabe...ist NICHT wie oben ausgeführt mit dem Millionenfachen zurücksetzen von Fischen vergleichbar.

Es kommt halt immer auf den vernünftigen Grund an...fehlt ein solcher, darf man sich halt nicht beschweren...der WWF hat das schön herausgearbeitet (sh. anderer Thread).

Während der Schonzeit und bei unter-bzw. übermaßigen Fischen sieht der Gesetzgeber das Zurücksetzen ausdrücklich vor...tot oder lebendig.
Das Zurücksetzen für sich alleine genommen, ist schon deshalb rechtlich betrachtet kein Problem...vernünftiger Grund vorausgesetzt.
 
u-see fischer
Hier im thread ging es doch darum,und Du sagtest es sei doch relativ einfach Catch und Release zu rechtfertigen:


Wie Du siehst,zahlen die Leute aber Bußgelder dafür.
Nur um das nochmal festzuhalten,weil ich gerade daran denken musste beim lesen hier.
 
u-see fischer
Hier im thread ging es doch darum,und Du sagtest es sei doch relativ einfach Catch und Release zu rechtfertigen:


Wie Du siehst,zahlen die Leute aber Bußgelder dafür.
Nur um das nochmal festzuhalten,weil ich gerade daran denken musste beim lesen hier.
Nö, habe ich nie so geschrieben. Wenn ich auf Karpfen ansitze und einen Karpfen fange kann ich schwerlich von einem Beifang reden. Wenn ich nun einen Fisch außerhalb des "Küchenfensters" fange (habe ich auch so geschrieben) kann und darf ich diesen Fisch schnell abhaken und zurück setzen.

Alle, die bisher sich vor Gericht verantworten mussten und zu Strafzahlungen verurteilt wurden, wurden wegen zu langer Fotosektion belangt und gegebenfalls auch verurteilt.
Wer jedoch einen Fisch unverzüglich wegen mangelnder Verwertungsabsichten zurück setzt muss nicht wirklich etwas befürchten. Wie auch in Eingangspost zu lesen ist, wurden die beiden jungen Angler zur Strafzahlung verdonnert weil sie, Zitat aus den Eingangspost:"Sie hielten große Karpfen minutenlang an der Luft und posierten mit den Fischen. Anschließend veröffentlichten sie die Fotos in sozialen Medien.." Zitat ende.
Ohne Fotos und sozial Media wäre es hier niemals zu einer Anzeige und erst recht nicht zu einem Gerichtsverfahren gekommen.

Falls schon vergessen, hier noch mal mein Post zu diesem Thema.
Das soll dem Paragrafen, wie von Sir. Toby geschrieben, Zitat; § 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Zitat ende, gerecht werden??? Nach meinem und auch den von mir verlinkten Anwälten ist das sinnlose töten eines Tieres ein deutlich größerer Verstoß gegen den genannten Paragrafen. Daher kann man auch einen Beifangfisch gesetzskonform zurück setzen. Also, fangen, keschern, hakenlösen und zurück damit. Keine langes fotografieren und anschließend auf Sozial Media posten.

Bin aber auch jetzt damit hier raus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin mir, auch ohne es explizit zu wissen, ziemlich sicher, dass der Ersteller der Anzeige beim Fang nicht zugegen war. P€ta und Konsorten durchforsten bekanntermaßen die entsprechenden Foren/sozial Media um dort Fotos und Infos zum fehlerhaften Umgang mit Tieren (nicht nur Fischen) zu finden um diese dann zur Anzeige bringen zu können.

Von meinen zurück gesetzten Beifänge bzw. Fischen außerhalb meines Küchenfensters gibt es z.B. keine Fotos und ich habe absolut keine Angst jemals angezeigt zu werden.
 
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Ist auch aber nicht das Posieren mit dem Fang.
Das sind zwei verschiedene Sachen, Hooky.

Seine Argumentation kam mir beim lesen hier einfach wieder in den Sinn,weil es ja im Grunde schon um C&R ging.
Das ist einfach das typische Argument von Leuten die meinen man könnte es im Zweifelsfall einfach rechtfertigen,deshalb fand ich es schon passend ihn nochmal hierauf zu verweisen.
Weil genau das zeigt meinen Punkt von damals ganz gut,dass es eben auch außerhalb von Bayern einfach leider nicht legal ist C&R zu betreiben.
 
Um es vorweg zu nehmen - ich habe für C&R keinen Sinn , aber genauso
wie für andere Sportarten mit Tieren - z. B . Reiten - reiten ok aber nicht das
Tier nötigen etwas für einen Rekord zu tun . Ja ich toleriere es so wie die
meisten C&R ler es auch tun wenn ich mal einen Fisch in die
Pfanne haue .
Anderseits sehe ich es als verwerflich an wenn Gerichte Anklagen von
,, Tierrechtlern " gegen Angler annehmen - wo es anderen Menschen
aus religiösen Befindlichkeiten gestattet ist Tiere auf bestialische Weise
zu töten .
Tolle verlogene scheinheilige Politik . :mad:
 
Inhaltlich ist im Prinzip alles gesagt. Stupid games leads to stupid "prices". Allerdings missfällt mir die Überschrift, die im ersten Moment sugeriert, dass das Verfahren "einfach so" eingestellt wurde. Ich will hier nicht über Schuld und Unschuld bei solchen Vorgehensweisen diskutieren, aber ein Verfahren gegen die vereinbarte Zahlung eines Geldbetrags einzustellen (==> Geld ist Grund und nichts anderes) sollte auch entsprechend direkt in der Überschrift erwähnt werden. So wirkt das ist nicht sauber in meiner Welt und hat was von clickbaiting.
 
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ist so:
Einstellung des Verfahrens gemäß § 153a StPO, wegen geringer Schuld: Das Verfahren wird gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Die Geldbuße richtet sich nach dem Einkommen des Beschuldigten und der zugrunde liegenden Tat. Die Geldbuße muss innerhalb von 6 Monaten gezahlt werden.
so kann es sein, hab nur den Beitrag hier gelesen
 
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Warum gipfelt das hier eigentlich schon wieder in einer C&R-Diskussion? Nur weil Naturliebhaber davon ausgeht dass es sich mutmaßlich nur um 30 Sekunden gehandelt hat? Das ist eine subjektive Meinung. Um C&R geht es hier doch gar nicht.
Im Startartikel steht mehrminütiges Posen mit dem Fisch. Genau das ist der Punkt. Und so ein Verhalten ist nicht in Ordung. Und Angler die so etwas tun und dann noch bei youtube oder ähnlichen dokumentieren, die werden halt auch mal bestraft.
Selbst schuld! ab161
 
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