Am Sonntag war ich auf meinem Fluss mit der Spinnrute auf Forellen unterwegs. Gegen 12 Uhr habe ich zwei richtig große Döbeltrupps im ruhigen Wasser entdeckt. Sah im ersten Moment nach "leichter Beute" aus ... dachte ich zumindest ...
Also eine gute Stunde lang alles durchprobiert, was die Spinnkiste hergibt - kleine Wobbler, Gummis, Spinner, Tassies ... Ergebnis: komplett ignoriert. Wenn überhaupt, sind sie nur elegant ausgewichen, als hätten sie vorher im Döbel-Forum gelesen, was ich vorhabe. Klassischer Fall von: Fisch da, aber absolut nicht im Fressmodus.
Am Dienstag dann nochmal hin, diesmal standesgemäß mit der OCC-Kombi und Pose. Wetter eher bescheiden, kühl, erst Nieselregen, später richtig nass, dazu deutlich mehr Strömung (oberhalb regelt die Wasserkraftanlage). Zwei Stunden habe ich mehr oder weniger erfolglos rumprobiert, immer wieder mal geworfen, aber so richtig wollte nichts gehen. Die Fische, die ich gesehen habe, waren unterwegs, nicht mehr stationär wie am Sonntag - und entsprechend auch nicht wirklich interessiert. Irgendwann wurde der Regen dann stärker und ich bin heim - nass bis auf die Knochen, wie es sich gehört
Heute dann der dritte Versuch. Diesmal mit etwas mehr Plan als Hoffnung. Anfangs wieder das gleiche Bild wie am Sonntag: große Trupps im ruhigen Wasser, aber keinerlei Interesse an dem, was ich ihnen direkt angeboten habe. Brot, Käse, Wurm ... alles wurde entweder ignoriert oder kurz genommen und sofort wieder ausgespuckt. Also genau so motivierend wie die letzten beiden Tage.
Dann eher zufällig die Erkenntnis: das eingeworfene Brot blieb gar nicht bei mir, sondern sammelte sich gut 10-20 Meter weiter unten in einem kleinen, schwer zugänglichen Seitenbereich (rechts auf dem obigen Bild). Und genau dort ging plötzlich die Post ab - man hörte richtig, wie sie am Fressen waren.
Also runtergekraxelt, halb durchs Gestrüpp, mehr Akrobatik als Angeln, kaum Platz zum Werfen, aber egal. Pose rein, Käse dran ... und zack, sofort Biss. Schöner 52er Döbel, mit Mühe gelandet. Ohne extra lange Kescherstange hätte ich den nicht rausbekommen
Danach war erstmal wieder Ruhe, die Fische verschwunden. Gegen Abend wurde die Strömung nochmal stärker (vermutlich wieder Wasser von oben), Sonne weg, eigentlich dachte ich, das war’s.
Aber dann hörte ich wieder Aktivität unten im "Hotspot". Also nochmal runter, wieder dasselbe Spiel ... und wieder sofort Biss, wieder ein richtig guter Döbel. Diesmal aber ganz klassisch: im Kescher noch alles gut, Kescher abgelegt, der Fisch macht einen Salto, hakt sich aus und verabschiedet sich zurück ins Wasser
