DAFV fordert Kormoranmanagement

Anglerboard Redaktion

Administrator
Teammitglied
Angesichts hoher Kormoranbestände fordert der DAFV ein wirksames, bundesweit und europäisch abgestimmtes Kormoranmanagement.

DAFV-Kormorane_gefaehreden_Fischbestaende-Marcel-Weichenhahn.jpg

Hohe Kormoranbestände gefährden heimische Fischarten – der DAFV fordert deshalb ein koordiniertes bundesweites und europäisches Management (Foto: Marcel Weichenhahn)

Der Deutsche Angelfischerverband e. V. (DAFV) warnt eindringlich vor den Folgen der hohen Kormoranbestände für die heimischen Fischpopulationen und bedrohte Fischarten. Die derzeit hohe Kormoranpopulation in Deutschland entspricht laut einer historischen Meta-Studie[1] keiner natürlichen Bestandsrückkehr auf Grundlage von Schutzmaßnahmen. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Fischarten profitiert der Kormoran erheblich von der Klimaerwärmung, da die Gewässer in Deutschland heute im Winter kaum noch flächendeckend zufrieren. Der Fischartenschutz dürfe im Naturschutz nicht länger eine untergeordnete Rolle spielen. Angesichts belastbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse über den negativen Einfluss hoher Kormoranbestände auf heimische Fische fordert der DAFV ein wirksames, bundesweit koordiniertes und europäisch abgestimmtes Kormoranmanagement.

Anglerinnen und Angler wollen den Kormoran nicht ausrotten. Er ist Teil unserer aquatischen Lebensgemeinschaften“, betont DAFV-Präsident Klaus-Dieter Mau. „Doch wenn eine ehemals gefährdete Art sich infolge klimatischer Veränderungen und menschlicher Eingriffe so stark vermehrt, dass sie andere Arten und ganze Ökosysteme nachhaltig schädigt, dann ist verantwortungsvolles Management erforderlich.“

Das Ausmaß der Schäden durch Kormorane bleibt in der Regel weitgehend unsichtbar, da die Gewässer in Deutschland in den Wintermonaten nur noch selten zufrieren. Die Vögel können dadurch ungestört in tieferen Bereichen, Nebengewässern und klassischen Wintereinständen der Fische jagen, ohne dass dies öffentlich wahrgenommen wird. In diesem Winter jedoch wurden die Folgen erstmals wieder für eine breite Öffentlichkeit deutlich sichtbar, da sich große Kormorankonzentrationen an gut einsehbaren Abschnitten z.B. an der Havel, der Alten Fahrt sowie an mehreren Potsdamer Seen einstellten. Diese öffentliche Wahrnehmung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um ein neues oder einmaliges Ereignis handelt, sondern um ein seit Jahren bestehendes, strukturelles Problem mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Fischbestände.

Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen Handlungsbedarf​

Der Kormoran zählt zu den am besten untersuchten Vogelarten der Welt. Bereits seit den 1990er-Jahren wird über seinen Einfluss auf Fischbestände diskutiert. Während lange Zeit Zweifel an negativen Auswirkungen geäußert wurden, gilt der Zusammenhang zwischen hohem Fraßdruck durch Kormorane und dem Rückgang sensibler Fischarten inzwischen als wissenschaftlich belegt.

Dies wurde auch im Rahmen der öffentlichen Anhörung des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages am 26. Juni 2024 zum Antrag „Kormoranmanagement – Schutz von Artenvielfalt und Fischereibeständen“ (BT-Drs. 20/10619) deutlich. Die geladenen Sachverständigen ließen keinen Zweifel daran, dass die derzeitigen Kormoranbestände in Mitteleuropa Fischbestände nachhaltig schädigen und die Artenvielfalt regional gefährden. Die zentrale Frage lautete nicht mehr ob, sondern wie Fischbestände künftig wirksam geschützt werden können.

Fischartenschutz gleichwertig berücksichtigen​

Der DAFV kritisiert, dass Eingriffe zugunsten des Vogelschutzes im Naturschutz vielfach als selbstverständlich gelten, während vergleichbare Maßnahmen zum Schutz von Fischen häufig abgelehnt oder verzögert werden. „Fischarten dürfen nicht auf die Rolle reiner Nahrungslieferanten reduziert werden“, so Mau. „Ein moderner Naturschutz muss alle Artengruppen gleichwertig berücksichtigen.“

Besonders problematisch ist dabei die räumliche Trennung von Brutgebieten und Schadensräumen. In eigens dafür geschützten Gebieten wachsen Kormoranpopulationen vor allem in Norddeutschland stark an, während sie später in ihrem Leben in anderen Teilen Deutschlands und Europas – etwa an Voralpenflüssen – auf ihrem Winterzug enorme Schäden an Fischbeständen verursachen. Darunter leiden ehrenamtliche Wiederansiedlungsprojekte bedrohter Fischarten und darüber hinaus entstehen erhebliche fischereiwirtschaftliche Schäden.

Übergang vom Schutz zum Management als Erfolg des Naturschutzes​

Bereits in den 1990er Jahren wurde dem Kormoran ein günstiger Erhaltungszustand attestiert. Infolgedessen wurde sein Schutzstatus im Jahr 1997 innerhalb der EU-Vogelschutzrichtlinie herabgestuft. Dennoch fehlt bis heute ein wirksamer europäischer Managementrahmen. Aus Sicht des DAFV ist der notwendige Übergang vom strikten Schutz hin zu einem aktiven Bestandsmanagement kein Rückschritt, sondern Ausdruck erfolgreicher Naturschutzarbeit.

Vergleichbar mit dem Umgang mit dem Wolf müsse auch beim Kormoran reagiert werden, wenn Populationen eine Größenordnung erreichen, die andere Arten gefährdet. „Gezielte Regulierung ist kein Gegensatz zum Naturschutz, sondern Voraussetzung für den Erhalt der biologischen Vielfalt“, so Mau.

Europäische Lösung dringend erforderlich​

Da der Kormoran europaweit verbreitet und hochmobil ist, fordert der DAFV einen abgestimmten europäischen Managementplan. Ein solcher wird derzeit von der Europäischen Binnenfischereikommission (EIFAAC) im Auftrag der Europäischen Union erarbeitet. Der DAFV nimmt dazu an der internationalen Kormoran-Konferenz 2026 vom 03 - 06 Februar 2026 in Prag teil, bei der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit dem Kormoran beraten. Der Verband appelliert an die Bundesregierung, diesen Prozess aktiv zu unterstützen und nationale Handlungsspielräume konsequent zu nutzen.

Kormorane kennen keine Ländergrenzen“, fasst Mau zusammen. „Wer hohe Bestände gezielt fördert, muss auch Verantwortung für die ökologischen Folgen entlang des gesamten Lebenszyklus dieser Art übernehmen. Fischartenschutz darf kein Artenschutz zweiter Klasse sein.



[1] Beike, M., C. Herrmann, R. Kinzelbach & J. de Rijk 2013: The Great Cormorant Phalacrocorax carbo sinensis in the German-speaking area and in The Netherlands between 800 and 1800. Vogelwelt 134: 233–261.



-Pressemeldung DAFV-
 
Wie viel Fisch in Tonnen oder tausende Tonnen dürfen die Kormorane erst noch alles fressen
bis endlich europaweit begriffen wird das die Fischbestände drunter leiden ???

Wie sieht es denn europaweit endlich mal mit " Fischschutz " aus, fangen die mal an ???
Immer nur alles " pro " Vogelschutz ist nicht die Lösung .....

Müssen erst weitere Fischarten auf die rote Liste der Fische hinzukommen ???

All das ist mittlerweile seit mehr als 25 Jahren bekannt .....

Europaweit Kormorane = ca. 2 - 2,2 Millionen
Deutschland Kormorane = ca. 23 000 - 28 000 adulte Vögel plus ca. ~ 120 000 Jungvögel plus
zugewanderte Vögel

ab24ab160ab160ab160
 
Wie sieht es denn europaweit endlich mal mit " Fischschutz " aus, fangen die mal an ???
Immer nur alles " pro " Vogelschutz ist nicht die Lösung .....

Fischschutz bedeutet für diese Leute Angelverbot. Und die Fischbestände reguliert der Kormoran. Wenn keiner mehr angelt mault dann auch keiner mehr was von Fischschutz. Hab die Aussage von Haferbeck ( Peta ) nicht vergessen. Das geht so peu à peu.
 
@ schlotterschätt

Der DAFV muss doch mal wieder so tun als wenn sie sich für ihre Mitglieder einsetzen.

@ UMueller

Ja richtig, und alle haben gefälligst sofort nur noch vegan zu leben.

Wenn Minderheiten die Mehrheiten einschränken sieht man wohin das führt.
Das werden wir in anderen Lebensbereichen auch noch weiter erleben.

Meine persönliche Meinung :
Irgendwann gibt es einen großen Knall, dann haben wir es endlich hinter uns.
Dann müssen wir uns nicht mehr mit solchen " Banalitäten und Unwichtigkeiten "
beschäftigen. Wir sind auf dem besten Wege, wir Menschen, man muss sich nur
diese " neue Welt " anschauen , was da so alles passiert. Einfach irre .....
 
Zurück
Oben