DAFV-Pressemitteilung zum Bleiverbot

Pressemitteilung

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) diskutiert bereits seit Juli 2019 über die Risiken bei der Verwendung von Blei im Rahmen der Freizeitfischerei in Europa. Am 18.11.2020 gab es dazu einen (virtuellen) Runden Tisch mit Vertretern der Angelgerätehersteller, Handel und Fischereiverbänden.


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Um Köder am Grund oder in einer bestimmten Tiefe anzubieten sind Beschwerungen in der Angelei kaum wegzudenken. Bild: DAFV, Olaf Lindner

EU Studie sieht ernstzunehmende gesundheitliche und umweltrelevante Risiken​

Die Verwendung von Blei im Rahmen der Freizeitfischerei wird in der EU seit vielen Jahren kritisch gesehen. Bereits im Jahr 2014 wurde im Rahmen der „Convention on the Conservation of Migratory Species and Wild Animals“ (COP11), ein so genannter Leitfaden erarbeitet, welcher ebenfalls das Vergiftungsrisiko von Zugvögeln durch Blei thematisierte. Darin enthalten war auch ein Kapitel über Bleibeschwerungen beim Angeln und damit verbundene Empfehlungen, die Nutzung dieser zu reduzieren.
Einige Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wie beispielsweise Dänemark und Schweden sowie das kürzliche ausgetretene Vereinigte Königreich haben den Verkauf bzw. die Verwendung von Blei beim Angeln bereits eingeschränkt.

Der Prozess ist in der EU noch in einer frühen Phase, aber eine Studie der ECHA aus dem Jahre 2018[1] kommt zu dem Ergebnis, dass es ernstzunehmende gesundheitliche und umweltrelevante Risiken gibt, welche eine Verwendung von Blei für Jäger, Sportschützen (Schrot und Patronenkugeln), Angler (Gewichte und Köder) und Berufsfischer (Netze und Seile) in Frage stellt. Die ECHA schätzt, dass jedes Jahr zwischen 2000-6000 Tonnen Blei durch das Angeln in die Gewässer der EU eingetragen werden. Die Berufsfischerei kommt in diesem Zusammenhang sogar auf 2000-9000 Tonnen pro Jahr. Diese Werte sind jedoch mit vielen Unsicherheiten verbunden, da sich diese auf Marktanalysen beziehen und sich somit primär auf den Verkauf von bleihaltigen fischereilich- oder anglerisch erzeugten Produkten stützen.[2]

Aktueller Sachstand​

Derzeit erarbeitet die ECHA unter Beteiligung der verschiedenen Interessengruppen ein so genanntes „Restriction Proposal“ – also einem Beschränkungsvorschlag. Dieser Vorschlag soll im ersten Quartal 2021 an das Risk Assessment Committe (RAC) sowie dem Socio-Economic Analysis Committee (SEAC) übermittelt werden. Ab März 2021 erfolgt dann eine Öffentlichkeitsbeteiligung bis voraussichtlich September 2021. Nach weiteren internen Abstimmungen wird das finale Dokument dann im zweiten Quartal 2022 an die Europäische Kommission übergeben. Nach dem derzeitigen Stand[3] plant die ECHA ein Verbot für den Verkauf und die Verwendung von Bleigewichten beim Angeln ≤ 50 g in drei Jahren; > 50 g in fünf Jahren und ein sofortiges Verbot für Angeltechniken, bei denen Bleigewichte vorsätzlich verloren gehen. (so genannte „lead drop off techniques“).

„Alle Schwäne in UK gehören der Queen“​

Es ist umstritten, in welcher Form sich ein verlorenes Blei beim Angeln im Gewässer möglicherweise negativ auf die Umwelt auswirkt. Im Unterschied zur Jagd tritt das Blei in der Regel nicht in den Organismus von Fischen ein und damit auch nicht in den Nahrungskreislauf. Darüber hinaus sind uns keine belastbaren Messwerte bekannt, dass verlorene Angelbleie die Bleikonzentration in angelfischereilich genutzten Gewässern erhöht haben. Im optimalen Fall oxidiert das Blei, sedimentiert am Gewässergrund und geht demzufolge nur in sehr geringem Maße in Lösung. Es gibt jedoch vereinzelt Berichte, dass gründelnde Wasservögel möglicherweise kleine Bleischrote bei der Nahrungssuche versehentlich aufnehmen können.[4] Viele Vögel müssen Steine aufnehmen, um damit ihre Nahrung (Körner/Samen), im so genannten Muskelmagen, zu verarbeiten. So gibt es Berichte[5] über verstorbene Schwäne (Cygnus olor) in England, die auf die Aufnahme von Angelblei zurückzuführen waren. Diese Geschehnisse reduzierten sich jedoch durch das Verbot von Blei zwischen 0,06 - 28,35 Gramm ab dem Jahre 1987. Die ECHA bezweifelt das diese Probleme nur in UK und Irland vorliegen, da Blei beim Angeln in den meisten Mitgliedsstaaten in Europa allgegenwärtig ist.

Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Alle wilden Schwäne in England gehören der Queen. Jedes Jahr im Juli lässt Queen Elizabeth II. die Höckerschwäne entlang der Themse zählen. Nehmen Wasservögel Blei als so genannte Mahlsteine für ihren Muskelmagen auf, zersetzt die aggressive Magensäure laut den angeführten Studien das Schwermetall und die Vögel nehmen Schaden. Das mag ein Umstand sein, warum die Verwendung von Blei beim Angeln in UK bereits verboten wurde.
Während Schwäne nur in geringen Wassertiefen gründeln ca. 1,5 -2m. Gehen Stockenten auch schon mal bis 3 m Tiefe, ein Blesshuhn bis ca. 7 m. Tauchenten, wie z.B. die relativ häufige Reiherente, teilweise noch tiefer. Dazu sind 1-4 Meter wohl auch die gewöhnlichen Angeltiefen für das Stippangeln mit Klemmbleien.

Alternativen zu Blei​

Mittlerweile bieten die Angelgerätehersteller und der Handel zahlreiche Alternativen zu Blei an. Es bleibt offen, welcher Stoff die entsprechenden Eigenschaften besitzt, Blei in den Regalen zu ersetzen und gleichzeitig die Vorteile des geringen Preises sowie der breiten Anwendungsvielfalt mit sich bringt. In der Tendenz wird es wohl vielmehr auf verschiedene anwendungsspezifische Produkte hinauslaufen, welche in dem jeweiligen Einsatzbereich eine Alternative zu Blei darstellen.
Aus Sicht des DAFV ist es entscheidend, die Angler für die Nutzung von alternativen Produkten in der Zukunft noch stärker zu sensibilisieren. Ein mögliches zukünftiges Verbot für die Verwendung von Blei sollte für eine breite Akzeptanz unter Anglern mit einer Übergangsphase einhergehen. So gab es bereits im Juni 2015 eine freiwillige Selbstverpflichtung der European Tackle and Trade Association (EFTTA) bis zum Jahr 2020 alternative Produkte zu verwenden, insofern diese schwerer als 0,06 Gramm sind.

Wie stehen Angler zu dem Thema?​

Im Jahr 2019 wurde eine Studie[6] vom Thünen Institut für Ostseefischerei im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG M-V) und dem Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV) zum Thema „Bedeutung und Bewertung von Meeresmüll aus der marinen Freizeitfischerei und Maßnahmen zur Vermeidung“ durchgeführt.

Da der Eintrag von Blei in die Gewässer als umweltrelevant einzuschätzen ist, wurde das Thema Angelblei im Rahmen der Studie besonders berücksichtigt. Hierbei kannten 70 % der befragten Personen Alternativen zu Bleigewichten (z. B. Gewichte aus Stein, Stahl, Wolfram). 34 % dieser Personen nutzen diese alternativen Materialien sogar regelmäßig. Weitere 41 % der Befragten nutzten solche Materialien nur gelegentlich und 25 % der Befragten gar nicht, obwohl sie ihnen bekannt waren.
Aus Sicht des DAFV zeigt diese Studie, dass die Mehrheit der Angler für dieses Thema schon längst ein Bewusstsein entwickelt haben und viele Angler bereits solche alternativen Produkte zumindest gelegentlich nutzen.

Von März 2021 bis zum September 2021 startet die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung der ECHA über den Zeitraum von 6 Monaten. Interessierte Kreise, die sich möglicherweise dazu äußern möchten, sind Unternehmen, Organisationen, die die Industrie oder die Zivilgesellschaft vertreten, einzelne Bürger sowie Behörden. Weitere Informationen dazu sind auf der ECHA Webseite unter: https://echa.europa.eu/de/consultations-restrictions-related zu finden. Im Ersten Quartal 2022 wird das sogenannte „Restriction Proposal“ zum Thema Blei dann der EU-Kommission zur Entscheidung vorgelegt.

Der DAFV hat zu dem Thema unter: https://dafv.de/projekte/europaarbeit/item/447-verwendung-von-blei-beim-angeln einen ausführlichen Hintergrundartikel veröffentlicht.


[1] ECHA (2018). Annex XV Investigation report. A review of the available informations on lead in shot used in terrestrial environments, in ammunition and in fishing tackle. European Chemicals Ageny, Helsinki, Finnland.
[2] Hansen, E., Lassen, C., & Elbaek-Jørgensen, A. (2004). Advantages and drawbacks of restricting the marketing and use of lead in ammunition, fishing sinkers and candle wicks. European Commission, Directorate General Enterprise, Brussels
[3] ECHA/NR/21/07 „Towards sustainable outdoor shooting and fishing – ECHA proposes restrictions on lead use”, URL aufgrufen am 11.02.2021: https://echa.europa.eu/de/-/towards...ishing-echa-proposes-restrictions-on-lead-use
[4] Grade, T. J., Pokras, M. A., Laflamme, E. M., & Vogel, H. S. (2018). Population‐level effects of lead fishing tackle on common loons. The Journal of Wildlife Management, 82(1), 155-164.
[5] Wood, K. A., Brown, M. J., Cromie, R. L., Hilton, G. M., Mackenzie, C., Newth, J. L., Pain, D. J., Perrings, C. M., & Rees, E. C. (2019). Regulation of lead fishing weights results in mute swan population recovery. Biological Conservation, 230, 67-74.
[6] Lewin, W.-C., Weltersbach, S., Denfeld, G., & Stehlow, H. (2019) Bedeutung und Bewertung von Meeresmüll aus der marinen Freizeitfischerei und Maßnahmen zur Vermeidung. Thünen Institut für Ostseefischerei (TI-OF), Rostock, Bericht erstellt im Auftrag des NLWKN in Kooperation mit dem LUNG M-V und dem Deutschen Angelfischerverband e.V.
 
gut, schön das man was macht

wer mal googelt Bleibelastung Flüsse wird solche Untersuchungen wie in der Anlage finden, wo Blei so wenig wie nur irgendwas im Wasser drin ist.
Das möge ja als relativ punktuelle Erscheinung auch anders sprich höher sein- nur bei punktuell wäre zu klären , was da ist.
Sicher kann man darüber nachdenken und das ist ja auch abgestellt - die Größe /Durchmesser - damit die lieben Schwäne der Queen nicht die Flügel heben.
Was soll sonst noch Blei fressen also Blei in kompakter Form z.B 150 gr Brandungsblei ??

Wie soll sich das Blei in natürlichen Gewässern in giftige Verbindungen umwandeln - wie schnell passiert das und wieso sollen die an einer Stelle bleiben trotz Strömung, die nunmal in allen Gewässern vorhanden ist. klärt mich auf , bitte das was ich finde -ich muss schon Blei gemahlen fressen, um mich zu Vergiften oder es sind Bleiverbindungen und ja wie sollen die wirken - siehe Anlage.

Welche Produkte ersetzen Blei - noch dazu in Vielzahl gäbe es die
Tungsten mag für kleine Mengen gehen - Groß wird nicht bezahlbar
was noch ? alles andere ist von spezifischen Gewicht so - dass das Volumen übermäßig wächst-
Mal schauen ob der nächste Brandungscup mit Steinen durchgeführt - 150 gr Stein - wieviel ist das an Volumen ??
150 gr Pilker ist dann wie groß ??

a ) sicher kann man und sollte man über Blei nachdenken
Das ganze Gerede ist aber ein Bleisturm im Wasserglas.
b) wer wirklich an Umweltvermschmutzung ran will darf sich gern der Munition in Nord und ostsee annehmen
oder Plaste fischen

Gruß A.
 

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  • Jahresbericht_Schadstoffkontamination_2016.pdf
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Gut gebrüllt, und angeschissen sind wieder alle die ihre Köder selbst
herstellen. Die Industrie wird es teilweise freuen dann die teuren Nichtbleihaltigen
Köder an uns zu verkaufen. Deren Herstellung wird dann natürlich aus Umweltschutzgründen
nicht in Europa stattfinden da der Energieverbrauch dafür viel zu hoch ist... und so weiter und so weiter.
 
... die Herrschaften sollten erst einmal woanders anfangen. Ich wüsste da einige Sachen.
Aber diese Bleigeschichte ist wieder typisch für die immer mehr Verwirrten und Weltverbesserer!
Die paar Bleie, die ich in meinem langen Anglerleben abgerissen habe sind überschaubar.
 
Hin und Hergerissen bei dem Thema. Ich habe mir schon sehr früh Gedanken zu dem Thema gemacht und bin zum jetzigen Zeitpunkt bei ca. 30% Nicht-bleihaltiger Beschwerung meiner Montagen. Bei meinen Recherchen hieß es immer, solange das Blei nicht kleiner ist als xy um von Zugvögeln verschluckt werden zu können ist ein Verlust einer Unze eines ganzen Bleistückes nicht schädlich für die Natur. Grund dafür soll die Oxidschicht sein, die sich um das Blei nach kurzer Zeit bildet und ein "Abtragen" von schädlichen Stoffen ins Gewässer verhindert. Aber denkt man an Strömung im Fluss und einen unruhigen Gewässergrund is diese schützende Schicht schnell ab ... Ich hab diese Story nie so ganz geglaubt... und hab deshalb angefangen, dort wo es Sinn macht Steingewichte einzusetzen.

Auf der anderen Seite versteht man natürlich auch diejenigen die sagen, dass das wahrscheinlich den geringsten Einfluss auf die Qualität des Wassers und dem Wohlbefinden der Zugvögel hat. Zumal Millionen von Stand-Up Paddlern und Freizeitsuchenden ebenfalls großen Schaden anrichten. Ich glaube aber nicht dass uns ein Umdenken im Bereich "Blei" schadet. Kurzum: Wenn jeder dort Replikagewichte einsetzt wo es Sinn macht, haben wir als Anglergemeinde schon mal wieder viel Glaubwürdigkeit gewonnen und der Fokus schwenkt ein bisschen von uns weg.
 
Hallo,
dass das wahrscheinlich den geringsten Einfluss auf die Qualität des Wassers und dem Wohlbefinden der Zugvögel hat

Möchte nicht wissen, wieviel Blei als Staub oder in Gasform manche Moralapostel mit anderen Aktivitäten so in die Umwelt entlassen.

Macht aber trotzdem durchaus Sinn , sich freiwillig Gedanken über Alternativen zu machen. Wenn das Verbot in Kraft tritt, wird man auch damit klar kommen.

Ich hoffe bloß, dass das nicht mit Salamitaktik so weitergeht.

Als nächstes könnten dann die Fliegenfischer dran sein, wegen Mikroplastik in den Schnüren, den Watklamotten etc. .
 
Hat der DAFV nun eigentlich eine Meinung zu dem Thema?
Im verlinkten Hintergrund lese ich raus, dass ein Bleiverbot "gesellschaftlich quasi nicht aufzuhalten ist", der DAFV daher jetzt das Thema aufbringt, weil...?
Er das kuntun will? Er der gleichen Meinung ist? Etwas dagegen unternehmen will?

Erstaunlich finde ich, dass unter "Sachstand" nicht die Sachlage diskutiert wird, sondern was die ECHA meint und verbieten will (wird?).
 
Hallo Smithie,

wir haben Hersteller, Industrie, den Herstellerverband und Influencer in dem Artikel zu Wort kommen lassen, also nicht nur was die ECHA meint und möglicherweise verbieten will. Wir haben dazu natürlich auch eine Meinung, die man denke ich auch in dem Artikel zwischen den Zeilen rauslesen kann, aber wir sind noch früh dran und wenn wir noch vor der Öffentlichkeitsbeteiligung (März - September) allen anderen eine Meinung ohne Absprache öffentlich "vorschreiben", gäbe es wohl auch wieder Prügel.

Daher wollten wir zu dieser Zeit erst mal möglichst umfassend informieren. Jeder kann da noch seinen Senf zu einer Entscheidungsfindung zugeben und das werden wir als Verband natürlich auch tun. Wir haben auch schon viel Rückmeldungen von verschiedenen Seiten bekommen, ich denke das ist ein legitimer Weg eine Entscheidung zu finden, welche von einer möglichst breiten Masse unter der Anglerschaft getragen wird.

Der wesentliche Sachstand ist, das wir ein "Restriction Proposal" der ECHA vor der Brust haben, welches wir auch durch Nichtbeachtung nicht aufhalten werden. Die Sachlage um Blei beim Angeln, deren Verwendung, Gefahrenpotential und mögliche Alternativen ist nach meiner Einschätzung auch in dem Artikel ausführlich beschrieben worden.

LG,

Olaf
 
Hallo Smithie,

wir haben Hersteller, Industrie, den Herstellerverband und Influencer in dem Artikel zu Wort kommen lassen, also nicht nur was die ECHA meint und möglicherweise verbieten will. Wir haben dazu natürlich auch eine Meinung, die man denke ich auch in dem Artikel zwischen den Zeilen rauslesen kann, aber wir sind noch früh dran und wenn wir noch vor der Öffentlichkeitsbeteiligung (März - September) allen anderen eine Meinung ohne Absprache öffentlich "vorschreiben", gäbe es wohl auch wieder Prügel.

Daher wollten wir zu dieser Zeit erst mal möglichst umfassend informieren. Jeder kann da noch seinen Senf zu einer Entscheidungsfindung zugeben und das werden wir als Verband natürlich auch tun. Wir haben auch schon viel Rückmeldungen von verschiedenen Seiten bekommen, ich denke das ist ein legitimer Weg eine Entscheidung zu finden, welche von einer möglichst breiten Masse unter der Anglerschaft getragen wird.

Der wesentliche Sachstand ist, das wir ein "Restriction Proposal" der ECHA vor der Brust haben, welches wir auch durch Nichtbeachtung nicht aufhalten werden. Die Sachlage um Blei beim Angeln, deren Verwendung, Gefahrenpotential und mögliche Alternativen ist nach meiner Einschätzung auch in dem Artikel ausführlich beschrieben worden.

LG,

Olaf
Finde es zumindest sehr gut, dass Mitglieder des DAFV auch hier mal rein schauen. Danke für die Rückmeldung, Olaf.

Was meinst du mit dem Zeitraum der Öffentlichkeitsbeteiligung (März-September) genau?
 
Hallo fleks,

Finde es zumindest sehr gut, dass Mitglieder des DAFV auch hier mal rein schauen. Danke für die Rückmeldung, Olaf.

Was meinst du mit dem Zeitraum der Öffentlichkeitsbeteiligung (März-September) genau?

Ich bin selber ein sehr aktiver Angler und fand es immer wichtig, dass wir unsere Arbeit mit den Wünschen und Bedürfnissen der Basis direkt abgleichen, auch wenn das nicht immer einfach ist. Es geht halt darum zu kommunizieren und die komplexen Sachverhalte der politischen Entscheidungen besser transparent zu machen. Ich bin hier schon seit vielen Jahren als "Angler" angemeldet, bevor ich im Verband angefangen habe zu arbeiten.

"Von März 2021 bis zum September 2021 startet die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung der ECHA über den Zeitraum von 6 Monaten. Interessierte Kreise, die sich möglicherweise dazu äußern möchten, sind Unternehmen, Organisationen, die die Industrie oder die Zivilgesellschaft vertreten, einzelne Bürger sowie Behörden. Weitere Informationen dazu sind auf der ECHA Webseite unter: https://echa.europa.eu/de/consultations-restrictions-related zu finden. Im Ersten Quartal 2022 wird das sogenannte „Restriction Proposal“ zum Thema Blei dann der EU-Kommission zur Entscheidung vorgelegt."

Also noch genügend Zeit für jeden da Argumente einzubringen.

Den gesamten Artikel zum Thema Blei und weitere Informationen über vielfältige Themen findet ihr übrigens in der aktuellen Verbandszeitschrift AFZ-Fischwaid, die seit gestern Online ist: https://dafv.de/images/dafv/AFZ-Fischwaid/afz-fischwaid_-_2021-1.pdf

Da kann man auch alle bisher erschienen Ausgaben Online einsehen ,,,

LG,

Olaf
 
Hallo fleks,



Ich bin selber ein sehr aktiver Angler und fand es immer wichtig, dass wir unsere Arbeit mit den Wünschen und Bedürfnissen der Basis direkt abgleichen, auch wenn das nicht immer einfach ist. Es geht halt darum zu kommunizieren und die komplexen Sachverhalte der politischen Entscheidungen besser transparent zu machen. Ich bin hier schon seit vielen Jahren als "Angler" angemeldet, bevor ich im Verband angefangen habe zu arbeiten.

"Von März 2021 bis zum September 2021 startet die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung der ECHA über den Zeitraum von 6 Monaten. Interessierte Kreise, die sich möglicherweise dazu äußern möchten, sind Unternehmen, Organisationen, die die Industrie oder die Zivilgesellschaft vertreten, einzelne Bürger sowie Behörden. Weitere Informationen dazu sind auf der ECHA Webseite unter: https://echa.europa.eu/de/consultations-restrictions-related zu finden. Im Ersten Quartal 2022 wird das sogenannte „Restriction Proposal“ zum Thema Blei dann der EU-Kommission zur Entscheidung vorgelegt."

Also noch genügend Zeit für jeden da Argumente einzubringen.

Den gesamten Artikel zum Thema Blei und weitere Informationen über vielfältige Themen findet ihr übrigens in der aktuellen Verbandszeitschrift AFZ-Fischwaid, die seit gestern Online ist: https://dafv.de/images/dafv/AFZ-Fischwaid/afz-fischwaid_-_2021-1.pdf

Da kann man auch alle bisher erschienen Ausgaben Online einsehen ,,,

LG,

Olaf
Ok, verstanden, Danke.

Der DAFV darf die breite Kritik der Basis nicht ignorieren. Es ist nur verständlich, dass über 2 Mio Angler in Deutschland sich mit einer Flut an Berichten konfrontiert sieht, die allesamt das Potential haben, diese schöne und nützliche Zunft zu zerstören. Jedesmal wenn ein Bericht kommt, der von einer Naturschutzorganisation gesponsort wird heißt es an der Basis - "Ned scho wieder"... Seht die Kritik als Hilferuf der Basis und nicht als Anfeindung. Die Angler Basis sieht in den Verbänden die einzige Möglichkeit ihrer Stimme "pro-angeln" ein Gehör zu verschaffen. Und man muss leider feststellen, dass die Fraktion "contra-Angler" es besser schafft sich medial zu etablieren als eben die Vertretung der 2 Mio zahlenden Angler. Da ist es nur logisch, dass viele (unter anderem ich) Kritik üben.

Ich frage mich an was es liegt?! Mangelnde finanzielle Mittel ? Schwache Vernetzung mit der Politik ?

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessant in diesem Zusammenhang: Bleivergiftungen sind auch bei Vögeln ein Problem. Erst kürzlich wurde in Unterammergau ein mit Blei vergifteter Steinadler gefunden. Offenbar wird auch bei der Jagd über ein Bleiverbot diskutiert.
Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/toedliche-gefahr-bleimunition-steinadler-vergiftet,SRQ43Rz

Auch wenn etwas OT: die Branche sollte sich auch einmal den Thema Müllvermeidung annehmen. Habe mich erst beim letzten Einkauf wieder über die zahlreichen Verpackungen geärgert. Zu viel Angelzubehör ist unnötig in Plastik verpackt. Und leider packen manche Angler ihr neues Equipment direkt am Wasser aus und lassen die Verpackungen dann dort liegen. Ich frage mich auch häufig, was mit abgerissenen Wobblern, Gummifischen und Co. passiert? Die werden sich im Laufe der Zeit kaum selbst kompostieren. Aber auch da gibt es Ansätze. Zumindest wirbt die Firma „Moby Softbaits“ damit, auf Weichmacher zu verzichten. Aber ein gewisser Öko-Standard bei Kunstködern wäre mir nicht bekannt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
Interessant in diesem Zusammenhang: Bleivergiftungen sind auch bei Vögeln ein Problem
Vogelschutz ist doch überhaupt der Auslöser für das Verbot von Angelblei.

Bei der Jagdmunition kommen noch Risiken für Menschen dazu, die Wildpret verzehren, das Bleireste enthält.

Dass Fische oder Gewässer wegen Angelbeleien erhöhte Schadstoffwerte aufweisen würden, hat ja m.W. niemand behauptet.

Das sind ganz andere Emissionsquellen für verantwortlich.

Wenn man die Jadgmunition angeht, macht man die Angelbleie halt gleich mit. Ist ja auch kaum Widerstand zu erwarten.

Bei der Berufsfischerei sieht man keinen Handlungsbedarf, obwohl die m.W. sogar größere Mengen im Einsatz hat, als die Angler.

In Kunstködern von Delanlande wird übrigens schon seit zig Jahren auf Phthalate verzichtet. Die fangen trotzdem super.
 
Hallo fischhawk,

Schrotblei in Feuchtgebieten ist für Jäger bereits verboten, beim Angeln wird es, wenn es überhaupt so kommt wohl noch einige Jahre dauern.
Wiederstand können wir gerne leisten und jeder der sich dazu berufen fühlt. Die Öffentlichkeitsbeteiligung der EU startet ja gerade erst. Aber aus meinen Rückmeldungen will das die überwiegende Mehreheit der Angler, Industrie, Handel und Influencer gar nicht. Wir wollten als Dachverband frühzeitig und umfassend informieren. Der Rest liegt jetzt an uns.

Weiss nicht, ob du dir die verlinkten Unterlagen im Eingangsbeitrag durchgelesen hast, aber da kannst du lesen, dass die Berufsfischerei genauso unter die Lupe genommen wird.

LG,

Olaf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
Aber aus meinen Rückmeldungen will das die überwiegende Mehreheit der Angler, Industrie, Handel und Influencer gar nicht.
Eben deshalb ist ja auch kein Widerstand zu erwarten. Mir selber wird das auch nichts ausmachen auf Angelbleie zu verzichten.
Weiss nicht, ob du dir die verlinkten Unterlagen im Eingangsbeitrag durchgelesen hast, aber da kannst du lesen, dass die Berufsfischerei genauso unter die Lupe genommen wird.
Nein hab ich nicht. Dafür aber aber die entsprechenden Texte auf der ECHA-Website.

Und dort steht zum Thema Blei in Fanggeräten der Berufsfischer: "no restrictions proposed"

Und auch, dass es keine Hinweise gibt, dass der Verzehr von unter der Verwendung von Angelblei gefangenen Fischen zu einer Bleiexposition beim Menschen führt.
 
Aber aus meinen Rückmeldungen will das die überwiegende Mehreheit der Angler, Industrie, Handel und Influencer gar nicht. Wir wollten als Dachverband frühzeitig und umfassend informieren. Der Rest liegt jetzt an uns.

Ihr habt echt mal eine Umfrage unter der DAFV Basis gemacht?
Ansonsten ist die Aussage ja "das Papier" nicht wert, auf dem es steht.

Aber danke dafür, dass ihr zumindest vorher schonmal sagt, dass sich der DAFV für das Bleiverbot aussprechen werdet.
 
Ich kenne es noch von früher so, das Schrotbleie einfach ins Wasser geschnipst wurden, wenn sie nicht mehr benötigt wurden. Hab es heutzutage leider immer noch bei einigen festellen müssen, daß diese Unart noch weiterlebt.
Ich sammel jeden Bleikrümmel, sowie jeden anderen Müllschnipsel und nehme es wieder mit.
Kaputte, oder alte Gummis und Bleie werden von mir von Zeit zu Zeit wieder eingeschmolzen und bekommen eine neue Form und Verwendung, selbst Jigköpfe schmelze ich ab. Größere Bleie halten sich z.Zt. bei mir noch die Waage zwischen gefunden/gehakt und verloren.:)

Zum Thema, das mit Vögeln und Fischen kann ich verstehen, wenn man überlegt, was manchmal in deren Mägen gefunden wird.
Denke aber das die Blei, oder allgemein Schwermetall Vergiftung der Gewässer eher durch andere Quellen entsteht, bzw. im Schlick begraben liegt, bis zur nächsten Fahrrinnen Vertiefung, oder auch durch Betriebsmittel-, sowie Munitionsaltlasten in Ost- und Nordsee.
 
Liest sich ja ganz vernünftig. Was die Argumentation des DAFV aus meiner Sicht allerdings abschwächt, sind die genannten Untersuchungen/Quellen im Abschnitt Gefahrenpotenzial. Die sind weitestgehend aus den 1980ern und deuten nicht gerade auf einen aktuellen Forschungsstand hin.
 
In Kunstködern von Delanlande wird übrigens schon seit zig Jahren auf Phthalate verzichtet. Die fangen trotzdem super.

Deshalb sind die aber noch lange nicht umweltfreundlich. Ich denke das Hauptproblem ist das Microplastik, wenn der Köder sich langsam- oder schneller in Fliessgewässern - auflöst. Dieser Köder z.b. aus der direkten Strömung der Elbe war halb aufgelöst noch bevor der Haken Rost angesetzt hatte!
 

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