Das Ende der Fischerei auf Dorsch und Hering?

Newsmeldung

Eine vorübergehende Einstellung der Fischerei auf Dorsch und Hering in der westlichen Ostsee fordern Forscher des Kieler Geomar Helmholtz Zentrums für Ozeanforschung

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Die Fischerei auf Dorsch und Hering soll laut Aussagen von Forschern vorübergehend eingestellt werden (Beispielbild)

Die Forscher berufen sich auf Untersuchungen zum Zustand und Laicherfolg von Dorsch und Hering im Frühjahr, bei denen sie mit Berufsfischern in der Kieler Förde zusammengearbeitet haben. Demnach sind die Bestände von Dorsch und Hering nach Jahrzehnten der Überfischung so klein, dass sie während der Laichzeit nicht mehr ihr ganzes Laichgebiet mit Eiern versorgen können, wie Geomar am Mittwoch mitteilte.

Nach Ansicht der Forscher sind die kleinen Bestände zudem extrem schlecht auf den Klimawandel vorbereitet. Der ungewöhnlich warme Winter habe die meisten Fische dazu veranlasst, zu früh abzulaichen, bevor genügend Nahrung für die Larven vorhanden war. Diese hätten zudem mit Rippenquallen um das Plankton als Futter konkurriert. "Wir hatten noch in keinem Jahr so viele Rippenquallen in unseren Proben wie jetzt", sagte Meeresbiologin Catriona Clemmesen. "Alle Anzeichen deuten daher darauf hin, dass es in diesem Jahr bei Dorsch und Hering keinen Nachwuchs geben wird."

Die Forscher schlagen deshalb eine Einstellung jeglicher Fischerei auf Dorsch und Hering vor, bis die Bestände wieder größer sind. "Es kann nicht angehen, dass wir jetzt die letzten Dorsche und Heringe wegfangen", sagte Thorsten Reusch. Die Fischer und die Wissenschaftler haben sich mit ihren Beobachtungen an Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) gewandt.



Quelle dpa
 

Kommentare

Da hätten die hier bloß mal die letzten Jahre im AB mitlesen müssen...und dann hätten es "die Forscher" schon vor mindestens 10-15 Jahren gewusst.
Mal ganz abgesehen davon, dass das Thröd Bild nicht zum Thema passt...die Krabbenfischerei gehört auch auf Jahre verboten.
Für 1 Kilo Krabben werden 7-10 Kilo Fischbrut vernichtet.
Bei 60 Tonnen Krabben...kommt "ein bissel" was zusammen....
 
Solche und ähnliche Meldungen kommen jedes Jahr im Oktober. Die Ministerkonferenz für den Quotenbeschluss beginnt nächsten Montag. Jede Lobby möchte ihren Interessen Nachdruck bereiten.
 
Solche und ähnliche Meldungen kommen jedes Jahr im Oktober. Die Ministerkonferenz für den Quotenbeschluss beginnt nächsten Montag. Jede Lobby möchte ihren Interessen Nachdruck bereiten.
ist ja richtig. Dennoch: es ist kein Geheimnis, dass der Dorsch in der Ostsee überfischt ist.
Dazu braucht man weder Forscher sein, noch langjährige Studien anfertigen.
Neben dem Fischereilichen Aspekt, gibt es ja auch noch die Umwelteinflüsse.
Von daher wäre es durchaus vernünftig, wenn man die Fischerei auf den Dorsch mal sein lässt.
Sei es auch nur in der Laichzeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
ja grusselig wie es aussieht mit dem Fischbestand der Ostsee, vor allem wenn Mann selbst noch einen normal Bestand erlebt hat.
Aber es musste so kommen was hat die Ostsee (bzw. die Tiere) vor allem seit dem letzten Krieg erleben müssen.
1. Die Verklappung von Millionen Tonnen Munition, die sich immer mehr frei setzt und die Tiere krank macht.
2. Mit der der Flucht der Ostseefischer aus Preußen und Pommern wurden in der BRD neue Häfen gebaut, sowie auch in der DDR und alles was an Steine in der See zu heben war für die Molen verwendet. Die Ostsee wurde zur Unterwasserwüste.
Die Fischer freuten sich, endlich "Durchnetzen"................... bis nichts mehr da war.
Die Fische verloren Schutz und Nahrungsquellen.
Ebenfalls schwerer Wirkt sich die Überpopulation von Kormoran und Gänsereiher aus, die Jungfischbestände haben kaum noch eine Chance sich zu entwickeln.
Die Belastungen an Abwasser die von Politik und Presse immer der "Landwirtschaft" zugeschrieben werden, ist eher durch die wahnsinnige Kreuzfahrtbranche gegeben, denn ca. 15 Schiffe mit ca. 5000 Passagieren ihre Ausscheidungen und schlimmer noch alle Waschmittel in die Ostsee pumpen und das Nacht für Nacht.
Für mich als Angler aus MVP ist noch beschämender, dass wir als einziges Bundesland in Deutschland auch noch eine Angelgebühr in Höhe von 30 € p.a. für die Ostsee zahlen 2,6 Mio.€ p.a.), aber von dem Geld in Bestandserhaltung nichts Nachvollziehbares passiert.
Ich habe gerade aktuell einen Artikel gelesen in dem die "Grünen" mehr Schutzgebiete fordern und dies mit den Zahlen an angeschwemmten Toten Schweinswalen und Robben in SH und MVP begründen, dass die Tiere verhungert sind und Schutzgebiete keinen Sinn machen bei so vielen Räubern, naja.
Fazit Politik ist Schmutzig.
Was wir brauchen:
1. Eindämmung der Kormoran und Gänsereiher- Population auch in Naturschutzgebieten
2. Schaffung von Riffen durch Stein, Betonkonstruktionen oder Schiffswracks.
3. Verbot von Grundschleppfischerei
4. Verbot von Meeresboden - Absaugungen
5. Eine Bestandsfestlegung von Kormoranen; Schweinswalen; Schweinswalen und Robben.
6. Die Unterstützung durch Anzucht von Fischlarven bei Bedarf.
Naja ist eine praktische Wunschvorstellung von mir.
Angeln ist schön.
Gruß Uwe
 
1. war nicht "gerade" der Komoran "Vogel des Jahres"?
2. da fällt mir spontan das Riff bei Rerik ein. Wird wohl aus Geldmangel nicht weiter ausgebaut
3. wird wohl nicht passieren
4. siehe Punkt 3
5. Die Lobby der Vogelschützer und Kulleraugen Robben ist um einiges stärker...als die der Angler.
6. wurde ja aus Mangel an der Notwendigkeit eingestellt

Merke: der Schutz der Tiere hört an der Wasseroberfläche auf. Eine Anglerlobby gibt es nicht. Die Fischer werden den Teufel tun und sich mit Sicherheit nicht das Wasser selbst abgraben. Die Politik hat kläglich versagt was das Thema Schutz der Meere betrifft.
 
Spiegel: "Dorsch-Freizeitfischer sollen weiterhin fünf Exemplare am Tag aus dem Wasser ziehen dürfen, von Mitte Mai bis Mitte August sollen es nur zwei sein."
Haben die sich beim Spiegel vertippt oder haben die Minister einen an der Waffel?
 
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