Das kleine Abc der Futterkörbe

Sie bestehen aus Draht, Edelstahl oder Kunstsoff, sind offen oder geschlossen und kommen in klein und groß daher: Futterkörbe. Feeder-Profi Kai Chaluppa weiß, wann welche Modelle punkten und stellt Euch sechs vor.

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Futterkörbe gibt es viele. Aber welcher eignet sich wofür?

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Kai mit ordentlichem Brassen. Wer die Fütterkörbe und ihre Einsatzzwecke kennt, fängt besser!

Ein Blick in die Regale der Angelläden verrät es: Futterkörbe gibt es wie Sand am Meer. Doch wofür sind die verschiedenen Formen, Gewichte und Materialen eigentlich gut? Wieso diese Vielfalt? Jeder Korb hat eine bestimmte Funktion und bietet sich dadurch für die eine Angelart besser an als für andere. So viel vorab – die Eier legende Wollmilchsau unter den Körben gibt es nicht. Die folgenden sechs Futterkörbe kommen sowohl im Still- als auch im Fließgewässer zum Einsatz. Mit diesem Überblick bekommt Ihr eine erste Entscheidungshilfe und wisst, wann welcher Transporter fürs Lockfutter seine Vorteile ausspielt.


1. Cage Feeder – mehr als nur Standard

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Wenn ich mich für einen Futterkorb entscheiden müsste, dann wäre es ganz klar dieser Korb. Den Klassiker hatten sicherlich viele von Euch schon einmal im Einsatz. Bekannt ist er als Draht-, Block- oder Gitterfutterkorb. Er ist nach oben und unten geöffnet und das Gewicht befindet sich an der Seite. Mit dieser Gewichtsverteilung liegt die Ausführung auch bei Strömung sehr stabil am Grund. Durch die Maschenstruktur wird das Futter schnell freigegeben. Ihn gibt es in unterschiedlichen Größen, Gewichten und Materialen. In der Regel ist der Cage Feeder aus Metall oder Kunststoff. Letztere Modelle gibt’s auch als geschlossene Version. Bei hängerträchtigem Grund setze ich auf Kunststoffversionen, da diese beim Einholen schnell an die Wasseroberfläche steigen.
Generell gilt die Faustregel: Je mehr Löcher ein Korb besitzt und je größer diese sind, desto schneller löst sich das Futter aus ihm.


2. Window Feeder – Allrounder mit besonderen Fähigkeiten

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Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser Korb vom Standardmodell. Der Window Feeder – auf Deutsch Fensterfutterkorb – besteht aus Kunststoff. Das Gewicht ist an der Unterseite platziert. Dadurch sind weite und präzise Würfe möglich.
Zum Einsatz kommt diese Variante, wenn wir eine größere Menge Lebendköder wie Maden, Caster und/oder Wurmstückchen füttern wollen. Der Korb wird einfach über das Fenster befüllt und mit etwas Lockfutter verschlossen. Zudem eignet er sich als treibender Futterkorb in der Strömung, was sich gerade beim Barbenangeln als sehr erfolgreich herausstellte.


3. Method Feeder – Spezialist mit Fanggarantie

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Dieser Korb hat seinen Ursprung auf den Britischen Inseln – genauer, an den zahlreichen Commercial Lakes in England. Diese flachen Futtertransporter sind im Moment in der Feeder-Szene angesagt und die Fangemeinde wächst weiter.
Die Method Feeder nehmen schon eine Sonderstellung im Futterkorb Abc ein, denn mit einem richtigen Korb haben wir es im eigentlichen Sinne nicht zu tun. Im Grunde sind Method Feeder flache Futterpaletten auf denen unser Futter am Platz präsentiert wird. Dank einer Spezialform (Mould) drücken wir das Futter auf die Palette. Rippen oder ein erhöhter Seitenrand stützen das Futter, sodass es nicht abfällt. Gerade im Stillwasser bei der Angelei auf große Friedfische besitzt dieser Korb Vorteile. Außerdem eignet sich der Method Feeder sehr gut für verschlammte Gewässer.


4. Speed Feeder – für weite Würfe

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Müssen weite Distanzen überbrückt werden, stoßen normale Körber schnell an ihre Grenzen. Mit den einfachen Modellen erzielen wir einfach keine großen Weiten. In diesen Fällen schlägt die Stunde der Speed-Körbe. Wurfweiten um die 80 Meter bereiten keine Probleme mehr und auch die Zielgenauigkeit lässt nicht zu wünschen übrig. Wurf auf Wurf lässt sich der Futterplatz zuverlässig treffen.
Speedfeeder bestehen größtenteils aus einem Drahtkorb bei dem das torpedoförmige Gewicht am unteren Ende angebracht ist. Dadurch fliegt der Korb stabil und das auch bei stärkerem Wind von der Seite. Ich fische ihn sowohl im Still- als auch im Fließgewässer. Ein Nachteil hat der Korb jedoch: Bei starker Strömung rollt er vom Angelplatz. Ein punktgenaues Angeln ist so nicht mehr möglich.


5. Krallenkorb – der Anker

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Eine Bank für das Fließgewässer ist der Krallenkorb. Wie der Name es schon vermuten lässt, ist dieser Futterkorb mit einer Kralle für den besseren Halt am Gewässergrund ausgestattet. Wo normale Körbe bei zu starker Strömung abtreiben, findet die Kralle halt. Ein Vorteil gerade dann, wenn große Brassen eine absolut ruhige Köderpräsentation bevorzugen. Einen großen Nachteil haben die Körbe allerdings: Die Hänger und Abrisszahlen sind hoch, da Steine und andere Hindernisse die Festmacher quasi ansaugen.


6. Slow Sinking Feeder – Feedern im Mittelwasser

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Relativ neu auf dem Markt sind sogenannte Slow Sinking Feeder (langsam sinkender Futterkorb). Mit diesen Körben können wir die Fische im Mittelwasser gezielt beangeln. Ermöglicht wird das durch das sehr langsame Sinkverhalten. So lassen sich Rotaugen befischen, die den Köder nur in der Absinkphase aufnehmen. Durch den Slow Sinking Feeder verlängern wir diesen Zeitraum, sodass wir mehr Bisse erzielen.
Die Absinkgeschwindigkeit der Körbe wird der Situation angepasst. Eine Kugel am Ende kann mit Wasser, Sand oder Schrotbleien befüllt und somit die Geschwindigkeit gesteuert werden.


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Der Autor Kai Chaluppa weiß, welcher Futterkorb punktet. Solche Barben sind dann keine Ausnahmefänge mehr
 
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