Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Thomas9904

Well-Known Member
Die Chronik des Versagens
LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Nachdem sich der Pressesprecher des Landesfischereiverbandes Weser-Ems bei mir gemeldet hat, damit ich die Vorgänge um das Nachtangelverbot in den Emsauen doch etwas verbandsfreundlicher (er meinte „ausgewogener“) beschreiben solle, hab ich mir die Mühe gemacht, das alles mal von vorne aufzudröseln.

Heraus kam die folgende Chronologie der Verbandsarbeit sowohl in der Sache, wie auch in der Öffentlichkeitsarbeit und der öffentlichen Darstellung.

1.:
Zuerst kam der Antrag der Behörden auf das Nachtangelverbot in den Emsauen.

2.:
Angeblich soll es dann Gespräche zwischen Anglern (bzw. wohl eher nur Vereinsvertretern) vor Ort und den Verbandsvertretern von Weser Ems gegeben haben.
Während auf der einen Seite sich dann Angler aus den Vereinen trotzdem genötigt sahen, eine Petition gegen das Nachtangelverbot anzustrengen, andere Vereinsvertreter dementierten, dass umfassende Gespräche unter Einbeziehung der Angler vor Ort mit dem Verband statt gefunden hätten (Kommentare Artikel NOZ), sagt der Landesverband andererseits klar, es wären die Angler vor Ort umfassend informiert und eingebunden worden.

Kommentar:
Beides ist möglich und nicht richtig nachvollziehbar/nachweisbar auf Grund der verschiedenen Aussagen. Für mich persönlich sind Aussagen von Anglern (denen es ja nur um ihr Angeln geht) grundsätzlich erst mal glaubwürdiger als Aussagen von Verbandsvertretern, denen es auch um ihr Pöstchen beim Verband gehen könnte.


3.:
Daraufhin schrieb Dr. Jens Salva (Biologe des Landesverbandes und auch Referent für Naturschutz im DAFV) eine Stellungnahme, die nach Angaben des LFV-W-E auch abgeschickt wurde.
http://www.lfv-weser-ems.de/uploads/media/Natura_2000_Emsauen_18.01.16.pdf

Kommentar:
Das war eine mehr oder weniger hingeschmierte Stellungnahme, ohne wissenschaftliche Quellen, ohne zu hinterfragen bzw. von den Behörden eine Aussage zu fordern, welche Vögel an welchen Plätzen zu welcher Zeit genau brüten und rasten, und wieso sie das tun, obwohl bisher Nachtangeln erlaubt war, ohne die Frage nach Verhältnismäßigkeit, ohne die Forderung nach einem Monitoring für den Fall, dass das doch kommen sollte und vor allem ohne die Androhung rechtlicher Schritte im Falle der Einführung des Nachtangelverbotes.

Wie man sowas besser und seriöser macht, zeigt der Nachbarverband LSFV-NDS im Falle der Teichfledermaus.
Siehe:
http://www.lsfv-nds.de/images/Artikel/Aktuelles/2016-01-18-lsfv_position_teichfledermaus_nienburger-marsch.pdf

Immer mehr organisierte Angelfischer beim LFV Weser-Ems fühlen sich nur noch schlecht vertreten, weil sowohl der Verbandsbiologe Dr. Salva wie auch der Präsident Pieper zu viel beim DAFV eingespannt wären (Referent Naturschutz und Vizepräsident Finanzen) - das kann durchaus auch eine Ursache sein, dass nur eine so unzureichende Stellungnahme abgeschickt wurde.


4.:
Die NOZ berichtete in einem Artikel über ein Interview mit Bernd Pieper, in dem er über den Angler herzog, welche die Petition startete, in dem er die guten Beziehungen zu den Behörden darlegte und dass das jetzige partielle Nachtangelverbot der Ausfluss der Verbandsarbeit mit den Behörden sei, welche durch solche Petitionen einzelner Angler gefährdet sein könnte.

Siehe:
http://www.noz.de/lokales/papenburg/artikel/666672/nachtangelverbot-vorgehen-bringt-fischer-in-verruf

Kommentar:
Ganz einfacher Fakt:
Stimmt der Artikel so, dann hat Pieper seinen Anglern das partielle Nachtangelverbot als Erfolg verkaufen wollen und Angler, die sich dagegen weiter wehren wollten, diffamiert.

Stimmt er nicht, muss man sich fragen, wie ein Journalist der NOZ darauf kommt (inkl. Nachfragen, siehe Artikel), sowas zu schreiben – wegen eines in der Öffentlichkeitsarbeit nicht gerade „kompetenten“ Landesverbandes setzt kein Schreiber seinen Job aufs Spiel.

Dass von Pieper zudem keine Gegendarstellung von der NOZ gefordert wurde, sondern er laut Pressesprecher Stilke nur einen Leserbrief schreiben wolle, zeigt, dass er entweder keine Ahnung von Presserecht hat oder dass seine Argumente zu schwach für die Forderung einer Gegendarstellung sind.


5.:
Wir berichteten über den Artikel in der NOZ
Siehe:
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=312387

6.:
Der Petitent zog, anscheinend auf Druck durch Verbands- und Vereinsführungen, seine Petition zurück.
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?p=4474532#post4474532

7.:
Da wohl immer noch keine Ruhe beim LFV Weser-Ems einkehren zu schien, wurde ich nun angeschrieben vom Pressesprecher des Verbandes, formlos und ohne Vorstellung, ohne jede Möglichkeit zu erkennen, dass er Pressereferent im Hauptamt für den Verband ist.

Er wollte, dass ich auf die inzwischen veröffentlichte Stellungnahme hinweise (siehe oben unter Punkt 3) und so die Berichterstattung bei uns etwas „ausgewogener“ gestaltet werden sollte.
Daraufhin veröffentlichte ich folgenden Artikel:
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?p=4476309#post4476309


8.:
Ich hoffe, das war nun als chronologische Darstellung ausgewogen genug, so dass mein Kommentare oben im Text nun genauso auch vom Verband goutiert werden können wie mein abschließendes Fazit

Mein persönliches Fazit:
1.:
Man sieht, dass der LFV Weser-Ems in der Sache versagt hat:
Das Nachtangelverbot kommt ( wenn nicht jetzt durch Berichterstattung, Petition und Druck von unten doch noch anders entschieden wird).

2..
Man sieht, wenn man die Stellungnahme des LFV-Weser-Ems mit der des LSFV-NDS vergleicht, dass man durchaus erfolgversprechendere und wissenschaftlich abgesichertere Stellungnahmen als beim LFV Weser-Ems abgeben könnte (ob danach noch weitere Kontakte zu den Behörden vor Ort erfolgten, oder man meinte, damit die Arbeit getan zu haben, ist unbekannt).

3.:
Das Interview mit Pieper, das von der NOZ veröffentlicht wurde, ist für mich zuerst mal glaubwürdiger als die Einlassungen danach von Pieper bzw. das, was der Pressesprecher mir dazu geschrieben hatte.
Leserbrief statt Gegendarstellung spricht eine deutliche Sprache.
Komplettes Versagen beim Auftritt in der Presse also.

4.:
Dass sowohl das Dokument der Stellungnahme erst nach dem ganzen Stress mit NOZ und unseren Veröffentlichungen beim LFV-Weser-Ems öffentlich zu lesen war, sowie die eher panikartig zu nennenden Versuche von „Öffentlichkeitsarbeit“ (Leserbrief, Kontakt Pressesprecher ohne Vorstellung und vorher abklärendes Telefonat etc.) kann man wohl auch ohne schlechtes Gewissen als komplettes Versagen in kompetenter Öffentlichkeitsarbeit bezeichnen.

Fazit:
Also Versagen in der Sache, bei der praktischen Arbeit wie beim Auftritt in der Öffentlichkeit – willkommen in der bunten Welt der Verbände der organisierten Angelfischerei..


Thomas Finkbeiner
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Ich stelle mir hierbei ein paar einfache Fragen, was wann wie passiert ist.

Warum reagiert der Verband erst nach den Veröffentlichungen im AB bzw. auf die Petition?

Warum wird auf die Petition so "scharf" reagiert?

Warum ist die Stellungnahme erst jetzt zu lesen?

Warum hat man nicht sofort auf die Veröffentlichungen in der NOZ reagiert?

Wenn ich mir die Fragen beantworte, komme ich zu meiner Einschätzung....
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Warum wird auf die Petition so "scharf" reagiert?
Das ist aus meiner Sicht relativ klar: Der Verband ist in einer derart schwachen Position gegenüber den Entscheidungsträgern, dass bei Widerstand gegenüber den behördlichen Entscheidungen mit weiteren Verschärfungen gerechnet wird.

Der Vorstand des Verbands ist offensichtlich nicht willens oder nicht in der Lage, ggf. eine Kombination von beidem, um hier Widerstand zu organisieren (u.a. rechtliche Schritte) und die Interessen der Angler durchzusetzen. Ängstliche Leute ohne Durchblick (wissen die überhaupt, was da seitens der EU künftig noch geplant ist?) sind als Vorstände nicht geeignet, werden aber offensichtlich immer wiedergewählt.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Der Vorstand des Verbands ist offensichtlich nicht willens oder nicht in der Lage, ggf. eine Kombination von beidem, um hier Widerstand zu organisieren (u.a. rechtliche Schritte) und die Interessen der Angler durchzusetzen.
Schön, wenn man beim Nachbarverband LSFV-NDS gleich das Gegenbeispiel sieht, wie man so was eigentlich machen müsste...

Auch da ist ein Erfolg nicht sicher!!

Aber die versuchen es wenigstens ernsthaft, und das (wie jeder ja vergleichen kann) mit einer in meinen Augen deutlich sinnvolleren Stellungnahme als Weser-Ems....
 

Knurrhahn

Werbekunde
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

@Thomas
danke, dass du diese Sache mal für einen Querleser zusammengefasst hast.
Viele Grüße,
Knurri
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Gerne geschehen...

Was mich ja noch interessieren würde:
Ob die vom LFV-Weser-Ems wirklich selber glauben, das was sie da abliefern, wäre tatsächlich gute Arbeit für Angler und das Angeln?

Und warum Herr Pieper und Herr Dr. Salva noch Zeit haben, sich als Vizepräsi und Referent um den zersplitternden DAFV zu kümmern, wenn augenscheinlich in ihrem eigenen LV so vieles besser zu machen wäre, wo ihre Zeit wohl sinnvoller eingesetzt wäre.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Interessant - Ein Verein schafft, wo der LFV Weser-Ems versagt:
Verhindern des Nachtangelverbotes an seinen Gewässern:
In diesem Falle LEIDER besagen unsere Regeln dennoch, dass nicht wörtlich aus fremden Quellen zitiert werden darf, sondern nur sinngemäß zusammengefasst oder verlinkt.

Daher musste ich schweren Herzens LEIDER das wörtliche Zitat löschen und verweise hiermit auf die HP des Vereins, wo man das alles nachlesen kann:
http://www.angelsportverein-borsum.de/Startseite ASV-Borsum.htm

Danke an edson für die Info!!

Vor allem da man sieht, dass ein Verein hier mit seinem Widerspruch mehr erreicht hat als der Landesverband Weser-Ems:
Die Vereinsgewässer wurden vom Nachtangelverbot ausgenommen!
 
Zuletzt bearbeitet:
R

RuhrfischerPG

Guest
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

"Umfangreiche Widerspruchsführung"

Wie man liest,bedarf es also weniger dahergesabbelter "guter Behördendrähte", sondern erfolgreicher Arbeit(!)nebst guter Argumentationsgrundlage

Hausaufgaben gemacht.[emoji106]
 
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Zitat:
"Nach einer sehr umfangreichen Widerspruchsführung in der Sache"

mich würde ja mal interessieren, wer den diese geführt hat!

Greez Stoni-K
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Hätts der Verband gemacht, hätte ers ja wohl (hoffentlich) genau so öffentlich gemacht wie die Stellungnahme von Dr. Salva - und den Erfolg gefeiert (ok. und erklären müssen, warum er es nicht für seine anderen Vereine auch geschafft hat).

Hats aber doch der Verband gemacht und dann nicht öffentlich gemacht, wars einmal mehr mindestens eklatantes Versagen in der Öffentlichkeitsarbeit.

Ich persönlich gehe aber eher von guter Vereinsarbeit denn von guter Verbandsarbeit aus.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Interessant - Ein Verein schafft, wo der LFV Weser-Ems versagt:
Verhindern des Nachtangelverbotes an seinen Gewässern:
Der ASV Borsum hat hier einiges erreicht, aber dafür, dass seine Gewässer rausgenommen wurden, hat man andere reingenommen (Gewässeraltarm der Ems, offensichtlich ein Deal mit einem privaten Pächter).

Siehe den Satz unter der Grafik im Artikel mit der Eilmeldung.

Das Ganze war also eher ein Deal im beidseitigen Einverständnis. So wie ich das lese, ist kein Quadratmeter weniger Wasser vom Gesetz betroffen als zuvor.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Verbände gehen doch sonst auch "über Leichen", wenns ums ausgrenzen anderer Angler für ihre Zahler geht.

Warum schafft dann ein kleiner Verein, was ein größer Verband nicht schafft?

Wer immer noch glaubt, dass der LFV-Weser-Ems hier gute Arbeit geleistet hat, nach all den nun veröffentlichten Papieren, Statements und Veröffentlichungen (nicht nur die von uns, vergleiche auch Stellungnahmen etc.) etc., der darf das ja ruhig.

Ich glaubs immer noch eher weniger..........
 

Hezaru

Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Sehr gelungen find ich auch das Beispiel (Vergleich) mit den Fledermäusen in NDS.
Das hat Format, Begründung mit Quellen und die Botschaft, mit uns nicht! Saubere Arbeit#6
Wenn man dann noch bereit ist auch mal zu Klagen oder Wiederspruch einzulegen sind Fischerei- und Angelinteressen auch nicht mehr so leichte Opfer ihrer Gegner.

Das Schreiben von W-Ems und Dr. Salva find ich g. arm.
Es geht um Schwäne, Gänse und Enten, nichts davon ist gefährdet. Und Trotz bisherigem Angeln fühlen sich die Vögel da wohl!? Gut vorbereitet und begründet lässt sich das von einem guten Anwalt aber sowas von zerfetzen. Und als Begründung auf die Jäger loszugehen ist ja sowas von Gehi(Zensur).
Der Trööt und die Links zeigen auch das man etwas erreichen kann. Wer schluckt hat schon verloren.

@Naturliebhaber
ich sehe das nicht so.
Die Verbände sind nicht in einer schwachen Position. Es kommt darauf an was man daraus macht und ernstgenommen wird (und auf die Kohle die man zur Verfügung hat)...
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Danke Hezaru:
Du sprichst mir aus der Seele!!!

Vor allem damit:
Die Verbände sind nicht in einer schwachen Position. Es kommt darauf an was man daraus macht und ernst genommen wird (und auf die Kohle die man zur Verfügung hat)...
Auch wer (gut) kämpft, kann verlieren..

Wer nicht oder schlecht kämpft (will hier keine Namen nennen), hat aber schon verloren..



PS:
Mit 4,50 Euro ist der LSFV-NDS zudem noch ein preiswerter Verband im Vergleich (ab 2017, wenn sie endlich raus sind ausm DAFV)...
 
Zuletzt bearbeitet:

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Warum schafft dann ein kleiner Verein, was ein größer Verband nicht schafft?
Wenn der Deal über die Bereitstellung der Ausgleichsfläche zustande kam (was ich nicht weiß), dann hatte es der Verein natürlich einfacher als der Verband.

Was ich dem Verband ankreide, ist die Ängstlichkeit, sich hier mit den verantwortlichen Stellen im Rechtsstreit und über die Öffentlichkeit anzulegen. Die haben keinen Arxxx in der Hose, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. Dabei macht man sich ggf. nicht beliebt bei der (Kommunal)Politik, schafft aber Veränderungen. Nur haben diese Leute Angst davor, künftig vielleicht nicht mehr vom lokalen Politfürsten gegrüßt zu werden.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Was ich dem Verband ankreide, ist die Ängstlichkeit, sich hier mit den verantwortlichen Stellen im Rechtsstreit und über die Öffentlichkeit anzulegen. Die haben keinen Arxxx in der Hose, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten.
Das ist der Punkt, da sind wir uns einig.

Und das Schlimmste, da wo sie was machen, wie bei der Stellungnahme, ist es schlecht..

Man braucht ja nur zu vergleichen, wie eine Stellungnahme von Weser-Ems aussieht:
http://www.lfv-weser-ems.de/uploads/media/Natura_2000_Emsauen_18.01.16.pdf
(Und keine Forderung an die Behörden darzulegen, welche Vögel an welchen Plätzen zu welcher Zeit genau brüten und rasten, und wieso sie das tun, obwohl bisher Nachtangeln erlaubt war, ohne die Frage nach Verhältnismäßigkeit, ohne die Forderung nach einem Monitoring für den Fall, dass das doch kommen sollte und vor allem ohne die Androhung rechtlicher Schritte im Falle der Einführung des Nachtangelverbotes.)

Und wie eine vom Nachbarverband LSFV-NDS:
http://www.lsfv-nds.de/images/Artikel/Aktuelles/2016-01-18-lsfv_position_teichfledermaus_nienburger-marsch.pdf


Wenn man dann auch noch den DAFV retten will und da Ämter hat wie Präsi und Biologe von Weser-Ems, wenn man dazu viel Zeit für Naturschutzgedönse verbraucht (z. B. :http://www.lfv-weser-ems.de/aktuelles/einzelansicht/?tx_ttnews[tt_news]=90&cHash=ac59db945786f53f21f2b25d68fda1db, warum nie ein Vortrag gegen Nachtangelverbote?), wenn man (auch mit Anwaltsschreiben) gegen Einsprüche wegen der HV gegen die eigenen Vereine kämpfen muss, dann bleibt halt weniger Zeit, wenn man wie hier beim Nachtangelverbot in den Emsaltarmen konkret mal was für Angler und Angeln tun soll.
 
Zuletzt bearbeitet:

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Zitat:
"Nach einer sehr umfangreichen Widerspruchsführung in der Sache"

mich würde ja mal interessieren, wer den diese geführt hat!

Greez Stoni-K
Anscheinend gehört der Verein nicht zum LFV-Weser Ems und hat selber einen 16-seitigen Widerspruch (ein Vereinsmitglied) abgegeben, woraufhin dann vom Amt einfach ein anderes Gewässer statt das vom renitenten Verein mit aufgenommen wurde, und der Verein an seinen Gewässern so vom Nachtangelverbot verschont blieb..

Noch unbestätigt, aber glaubwürdig bis jetzt, bin dran..


Würde aber zum Spontispruch aus meiner Jugend passen:
Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt..

Oder, passend zu W-E:
Wer sich nicht richtig wehrt, wird mit Nachtangelverbot bestraft
 
Zuletzt bearbeitet:

Smanhu

Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Hab ich das richtig verstanden: Der Verbandspräsi spricht sich für ein Nachtangelverbot aus |bigeyes?
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Die Chronik des Versagens - LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Konnte man so aus dem Artikel der NOZ rauslesen..

Kann man aber wohl so nicht per se sagen laut Verband - er hat "nur" versagt mit seinem Verband beim Kampf gegen das Nachtangelverbot.

Der Artikel in der NOZ legte aber nahe, dass der Verband das partielle Nachtangelverbot wegen der guten Beziehungen zu den Behörden akzeptiert (also letztlich doch fürs Nachtangelverbot war) hat, und den Angler mit der Petition als Gefahr für die guten Beziehungen zu den Behörden diskreditiert hat.

Angeblich soll das alles nicht so gewesen sein, wie es in der NOZ steht - aber statt eine Gegendarstellung von der NOZ zu verlangen, will Herr Pieper nur einen Leserbrief schreiben laut Aussage des Pressesprechers.

Aufschluss gibt auch der Vergleich der Stellungnahmen (Weser-Ems Nachtangelverbot, LSFV-NDS Teichfledermaus) und dass ein nicht im Verband organisierter Verein im gleichen Gebiet es geschafft hat, für seine Gewässer kein Nachtangelverbot zu bekommen.

Soweit wie der Baden-Württembergische Verband, der aktiv die Abschaffung des Nachtangelverbotes verhindert hat, ist man also bei Weser-Ems noch nicht - nur unfähig oder unwillig, zielgerichtet und kompetent gegen das Nachtangelverbot einzutreten (dass es geht, hat ja der Verein bewiesen) oder beides..

Hier nochmal das Ganze aufgeführt:
Die Chronik des Versagens
LFV Weser-Ems und das Nachtangelverbot in den Emsauen

Nachdem sich der Pressesprecher des Landesfischereiverbandes Weser-Ems bei mir gemeldet hat, damit ich die Vorgänge um das Nachtangelverbot in den Emsauen doch etwas verbandsfreundlicher (er meinte „ausgewogener“) beschreiben solle, hab ich mir die Mühe gemacht, das alles mal von vorne aufzudröseln.

Heraus kam die folgende Chronologie der Verbandsarbeit sowohl in der Sache, wie auch in der Öffentlichkeitsarbeit und der öffentlichen Darstellung.

1.:
Zuerst kam der Antrag der Behörden auf das Nachtangelverbot in den Emsauen.

2.:
Angeblich soll es dann Gespräche zwischen Anglern (bzw. wohl eher nur Vereinsvertretern) vor Ort und den Verbandsvertretern von Weser Ems gegeben haben.
Während auf der einen Seite sich dann Angler aus den Vereinen trotzdem genötigt sahen, eine Petition gegen das Nachtangelverbot anzustrengen, andere Vereinsvertreter dementierten, dass umfassende Gespräche unter Einbeziehung der Angler vor Ort mit dem Verband statt gefunden hätten (Kommentare Artikel NOZ), sagt der Landesverband andererseits klar, es wären die Angler vor Ort umfassend informiert und eingebunden worden.

Kommentar:
Beides ist möglich und nicht richtig nachvollziehbar/nachweisbar auf Grund der verschiedenen Aussagen. Für mich persönlich sind Aussagen von Anglern (denen es ja nur um ihr Angeln geht) grundsätzlich erst mal glaubwürdiger als Aussagen von Verbandsvertretern, denen es auch um ihr Pöstchen beim Verband gehen könnte.


3.:
Daraufhin schrieb Dr. Jens Salva (Biologe des Landesverbandes und auch Referent für Naturschutz im DAFV) eine Stellungnahme, die nach Angaben des LFV-W-E auch abgeschickt wurde.
http://www.lfv-weser-ems.de/uploads/media/Natura_2000_Emsauen_18.01.16.pdf

Kommentar:
Das war eine mehr oder weniger hingeschmierte Stellungnahme, ohne wissenschaftliche Quellen, ohne zu hinterfragen bzw. von den Behörden eine Aussage zu fordern, welche Vögel an welchen Plätzen zu welcher Zeit genau brüten und rasten, und wieso sie das tun, obwohl bisher Nachtangeln erlaubt war, ohne die Frage nach Verhältnismäßigkeit, ohne die Forderung nach einem Monitoring für den Fall, dass das doch kommen sollte und vor allem ohne die Androhung rechtlicher Schritte im Falle der Einführung des Nachtangelverbotes.

Wie man sowas besser und seriöser macht, zeigt der Nachbarverband LSFV-NDS im Falle der Teichfledermaus.
Siehe:
http://www.lsfv-nds.de/images/Artikel/Aktuelles/2016-01-18-lsfv_position_teichfledermaus_nienburger-marsch.pdf

Immer mehr organisierte Angelfischer beim LFV Weser-Ems fühlen sich nur noch schlecht vertreten, weil sowohl der Verbandsbiologe Dr. Salva wie auch der Präsident Pieper zu viel beim DAFV eingespannt wären (Referent Naturschutz und Vizepräsident Finanzen) - das kann durchaus auch eine Ursache sein, dass nur eine so unzureichende Stellungnahme abgeschickt wurde.


4.:
Die NOZ berichtete in einem Artikel über ein Interview mit Bernd Pieper, in dem er über den Angler herzog, welche die Petition startete, in dem er die guten Beziehungen zu den Behörden darlegte und dass das jetzige partielle Nachtangelverbot der Ausfluss der Verbandsarbeit mit den Behörden sei, welche durch solche Petitionen einzelner Angler gefährdet sein könnte.

Siehe:
http://www.noz.de/lokales/papenburg/artikel/666672/nachtangelverbot-vorgehen-bringt-fischer-in-verruf

Kommentar:
Ganz einfacher Fakt:
Stimmt der Artikel so, dann hat Pieper seinen Anglern das partielle Nachtangelverbot als Erfolg verkaufen wollen und Angler, die sich dagegen weiter wehren wollten, diffamiert.

Stimmt er nicht, muss man sich fragen, wie ein Journalist der NOZ darauf kommt (inkl. Nachfragen, siehe Artikel), sowas zu schreiben – wegen eines in der Öffentlichkeitsarbeit nicht gerade „kompetenten“ Landesverbandes setzt kein Schreiber seinen Job aufs Spiel.

Dass von Pieper zudem keine Gegendarstellung von der NOZ gefordert wurde, sondern er laut Pressesprecher Stilke nur einen Leserbrief schreiben wolle, zeigt, dass er entweder keine Ahnung von Presserecht hat oder dass seine Argumente zu schwach für die Forderung einer Gegendarstellung sind.


5.:
Wir berichteten über den Artikel in der NOZ
Siehe:
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=312387

6.:
Der Petitent zog, anscheinend auf Druck durch Verbands- und Vereinsführungen, seine Petition zurück.
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?p=4474532#post4474532

7.:
Da wohl immer noch keine Ruhe beim LFV Weser-Ems einkehren zu schien, wurde ich nun angeschrieben vom Pressesprecher des Verbandes, formlos und ohne Vorstellung, ohne jede Möglichkeit zu erkennen, dass er Pressereferent im Hauptamt für den Verband ist.

Er wollte, dass ich auf die inzwischen veröffentlichte Stellungnahme hinweise (siehe oben unter Punkt 3) und so die Berichterstattung bei uns etwas „ausgewogener“ gestaltet werden sollte.
Daraufhin veröffentlichte ich folgenden Artikel:
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?p=4476309#post4476309


8.:
Ich hoffe, das war nun als chronologische Darstellung ausgewogen genug, so dass mein Kommentare oben im Text nun genauso auch vom Verband goutiert werden können wie mein abschließendes Fazit

Mein persönliches Fazit:
1.:
Man sieht, dass der LFV Weser-Ems in der Sache versagt hat:
Das Nachtangelverbot kommt ( wenn nicht jetzt durch Berichterstattung, Petition und Druck von unten doch noch anders entschieden wird).

2..
Man sieht, wenn man die Stellungnahme des LFV-Weser-Ems mit der des LSFV-NDS vergleicht, dass man durchaus erfolgversprechendere und wissenschaftlich abgesichertere Stellungnahmen als beim LFV Weser-Ems abgeben könnte (ob danach noch weitere Kontakte zu den Behörden vor Ort erfolgten, oder man meinte, damit die Arbeit getan zu haben, ist unbekannt).

3.:
Das Interview mit Pieper, das von der NOZ veröffentlicht wurde, ist für mich zuerst mal glaubwürdiger als die Einlassungen danach von Pieper bzw. das, was der Pressesprecher mir dazu geschrieben hatte.
Leserbrief statt Gegendarstellung spricht eine deutliche Sprache.
Komplettes Versagen beim Auftritt in der Presse also.

4.:
Dass sowohl das Dokument der Stellungnahme erst nach dem ganzen Stress mit NOZ und unseren Veröffentlichungen beim LFV-Weser-Ems öffentlich zu lesen war, sowie die eher panikartig zu nennenden Versuche von „Öffentlichkeitsarbeit“ (Leserbrief, Kontakt Pressesprecher ohne Vorstellung und vorher abklärendes Telefonat etc.) kann man wohl auch ohne schlechtes Gewissen als komplettes Versagen in kompetenter Öffentlichkeitsarbeit bezeichnen.

Fazit:
Also Versagen in der Sache, bei der praktischen Arbeit wie beim Auftritt in der Öffentlichkeit – willkommen in der bunten Welt der Verbände der organisierten Angelfischerei..


Thomas Finkbeiner
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben