Die Kleinseenplatte in Mecklenburg-Vorpommern

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Traumhafte Idylle an einem kleinen See in Mecklenburg-Vorpommern

Denke ich ans Angeln in Mecklenburg-Vorpommern, erscheinen sofort die großen Gewässer wie Müritz oder Plauer See vor meinem inneren Auge. Riesige Wasserflächen und Raubfische schwirren durch meinen Kopf. Mittlerweile weiß ich allerdings auch, dass diese Seen ihre Tücken haben und nicht immer einfach zu beangeln sind. Es brauch schon eine gehörige Portion Gewässerkenntnis und Erfahrung, um an den Großen zu fangen. Aber keine Angst – gleich um die Ecke locken unzählige kleinere Seen und Kanäle mit aussichtsreichen Chancen für Angler. Südlich der Müritz zieht sich die Mecklenburgische Kleinseenplatte Richtung Osten bis zur Feldberger Seenlandschaft. Hier gibt es viele traumhafte, idyllische Gewässer mit einmaligen Möglichkeiten. Egal ob Raubfisch, Friedfisch oder Abenteuer ganz ohne Angeln: Die Kleinseenplatte bietet pure Abwechslung!

René und die Räuber

Mitte März geht es für mich nach Viperrow südlich der Müritz. Hier habe ich für zwei Tage eine komfortable Ferienwohnung auf dem Fischerhof der Müritzfischer. Die Unterkünfte befinden sich direkt am Wasser und Mietboote liegen am Steg vor der Tür. Einfacher und bequemer geht es nicht!

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Direkt vor der Ferienwohnung ist das Wasser

Zusammen mit dem erfahrenen Guide René Berndt von Angeltouren-Mirow möchte ich in den kommenden zwei Tagen die kleinen Seen erkunden und etwas über die Angelei und die Region erfahren. Am ersten Morgen starten wir sehr früh. Noch leicht verschlafen stolpere ich mit meinem Angelkram aus der Ferienwohnung, laufe ein paar Schritte und stehe schon vor Renés top ausgestattetem Angelboot. Genial! Mit einem typischen „Moin“ begrüßt mich mein Guide. René angelt seit seinem siebten Lebensjahr hier und kennt die kleinen Gewässer wie seine Westentasche. Er ist Vollblutangler – das merke ich sofort. „Sehr gut, eine Sache, die wir gemeinsam haben“, denke ich mir und freue mich auf die Tour mit ihm.

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Guide René holt mich quasi vor der Haustür ab

René berichtet mir, dass der März eine gute Zeit für kapitale Zander ist und er in den letzten Tagen große Fische fing.

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Was für ein Zander. Die Kleinseen haben es doch in sich!

Bei einer Wassertemperatur von zirka sechs Grad laichen die Stachelritter jetzt noch nicht und wir wagen einen Versuch. Wir sind von Vipperow gestartet und fahren Richtung Nebelsee. Auf dem Weg dahin kommen wir immer wieder an interessanten Plätzen für Hechte vorbei. Doch diese Räuber befinden sich momentan voll im Laichgeschäft. René erklärt mir, dass die Hechte vor gut zwei Wochen damit begonnen haben und wir beschließen, die Fische jetzt nicht dabei zu stören und konzentrieren uns auf die Stachelritter. Wir genießen die Natur und fahren den Müritzarm entlang, über den Thürensee und vorbei am Tralower See. Immer mal wieder halten wir an interessanten Stellen und werfen unsere schlanken Gummifischen um die zwölf Zentimeter mit leichten Bleiköpfen von zehn Gramm auf der Suche nach Zandern in die Fluten. Einfach herrlich.

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Von grell bis gedeckt. Gummifische an leichten Köpfen sollen die Zander bringen

Entspannt zum Fisch

Ganz unbekannt sind mir die kleinen Seen von Mecklenburg nicht. Vor einigen Jahren besuchte ich schon einmal die Feldberger Seenlandschaft am süd-östlichen Ende der Kleinseenplatte und war begeistert. Mit dem Schmalen und Breiten Luzin, dem Carwitzer See und dem Dreetzsee finden Angler auch hier ein echtes Eldorado für spannende Ausflüge. Besonders Hechte und Barsche in guten Größen lassen sich dort überlisten. Und auch die anderen Gewässer der Mecklenburgischen Kleinseenplatte wie der Mirower See, der Große Labussee oder der Rätzsee bieten mehr Möglichkeiten, als ein einzelner Urlaub hergibt.

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Rückblende: Schon im Sommer war Christian vor Ort und überlistete einige Hechte

Als Angler fühlt man sich bei so einer großen Auswahl schnell überfordert. Außerdem gehören die Fischereirechte der unzähligen Gewässer unterschiedlichen Fischereien angehören. Doch keine Panik – die Touristeninfos, Angelläden und sogar Campingplätze der Region haben immer gute Tipps und die notwendigen Erlaubnisscheine parat. Mecklenburg-Vorpommern ist wirklich ein anglerfreundliches Land. Mit dem Touristenfischereischein können auch Familienmitglieder ohne Angelschein im Urlaub unser liebstes Hobby genießen.

Zander vertikal

Auch mein Guide René ist auf Familien und Angelanfänger eingestellt. Er berichtet, dass besonders Jungangler sehr dankbar darüber sind, wenn man ihnen die speziellen Techniken für unterschiedliche Fischarten beibringt und Tipps für passendes Gerät gibt. Bei René fängt man nicht nur dicke Fische, sondern lernt auch etwas – das ist ihm wichtig!
Mittlerweile sind wir am Nebelsee angekommen. Kiefernwälder säumen die Ufer des Sees. In einer Bucht haben Karpfenangler ihr Lager aufgebaut. Kleine Bungalows am Wasser verbreiten echtes Urlaubsfeeling. „Richtig schön ist es hier“, denke ich mir.

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Fast alleine! Angeldruck merkt man hier kaum

Mittlerweile beangeln wir schon eine ganze Weile unterschiedliche Stellen mitten auf dem See. Jetzt merke ich mal wieder, dass ein Guide Gold wert ist. Nie im Leben hätte ich diese Hotspots ohne Hilfe gefunden. Nachdem die Fische unsere geworfenen Köder links liegen lassen, entschließt sich René zum Vertikalangeln. Dabei setzen wir auf richtig schwere Bleiköpfe mit 40 Gramm. Als Köder ziehen wir grell gefärbte Gummifische auf die Haken. Einige Driften passiert erst mal nichts. Doch dann geht alles rasend schnell. Aus heiterem Himmel knallt es in meine Rute und ich setzte aus Reflex den Anhieb. Ein guter Räuber hat sich meinen UV-aktiven Gummifisch geschnappt. Ein paar Sekunden später taucht ein stattlicher Zander neben dem Boot auf. René keschert den Fisch sicher und ein Jubelschrei platzt aus mir raus!

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Der fette Zander zaubert Christian ein breites Grinsen ins Gesicht

Die Bedingungen waren nicht gerade einfach und wir mussten für diesen Fisch wirklich kämpfen – umso besser fühlt es sich nun an, einen starken Zander in den Händen zu halten. Echt genial! Ich bin baff und überglücklich. Auch unser zweiter Angeltag beschert uns noch einen guten Stachelritter. Am Ende der Tour bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nächstes Jahr wieder komme, um die Angelei auf der Mecklenburgischen Kleinseenplatte zu genießen. Ich kann Euch wirklich empfehlen, diese Region einmal zu besuchen – es ist ein echtes Erlebnis!

Info

Kartenausgabestellen für die Kleinseen

Da die Fischereirechte der vielen kleinen Gewässer bei unterschiedlichen Fischern liegen, variieren die Preise und Bedingungen an den jeweiligen Seen.
Angelkarten und Infos zu den Bedingungen für das Angeln an den unterschiedlichen Kleinseen erhaltet Ihr in Angelgeschäften, Tourist-Informationen und auf Campingplätzen der Region.

Unterkünfte und Mietboote
Komfortable und moderne Ferienwohnungen könnt Ihr bei den Müritzfischern reservieren. Die Unterkünfte liegen in den Fischerhöfen direkt am Wasser.
Tel. (03991) 15 34 25 oder Onlinereservierung unter www.mueritzfischer.de
Auch Mietboote gibt es bei den Müritzfischern. Reservierung unter folgender Mobilnummer: 0151-11 77 14 93

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Auf den Fischerhöfen lässt es sich aushalten

Angelläden
Hobbymarkt Rechlin, Müritzstraße 51a, 17248 Rechlin, Tel. (039823) 212 96
Wassersport & Angelshop Titze, Bahnhofstraße 24, 17252 Mirow, Tel. (039833) 220 59
Angelcenter Feldberg, Fürstenberger Straße 26, 17258 Feldberger Seenlandschaft, Tel. (039831) 213 03
Zoo-Angeln Röbel, Straße des Friedens 17, 17207 Röbel, Tel. (039931) 553 73

Guiding
Angeltouren Mirow, René Berndt, Wilhelm-Stolte-Str. 110, 17235 Neustrelitz, mobil: 0157-75976021, Internet: www.angeltouren-mirow.de
 
Vielen Dank für den tollen Bericht! René ist echt ein klasse Typ. Ich war vorletztes Jahr auf einem Guiding bei ihm - und es war wie beschrieben - traumhaft! Kann ich wärmstens empfehlen!
 
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