Die Meeräsche im Fischlexikon

zur Angelmethode - ein etwa 1m langes Vorfach mit im 21cm Abstand
mit Haken der Größe 12-10 bestückt um ein halbes Brötchen gewickelt
beim ,, abnagen " haken sich dabei die Fische -
Hakenabstand 1 bis 2 cm - was rhinefisher daran missfällt ist mir
unklar - ist karpfenanglen mit der Haarmethode anders ?????
im Prinzip . Hat nichts mit reissen oder ähnlichem Fax zu tun
ist voll dem Fressverhalten der Fische angepasst -
 
Ja, das sind tolle Kämpfer und wenn sie nicht aus nem Hafen kommen, sind die auch sehr lecker.
Wenn deine aus dem Hafen geschmeckt haben, dann hattest Du wirklich Glück; oft kann man an den Hafenfischen schon riechen wie gruselig die auf dem Teller sind.
Aber aus sauberem Wasser ein echter Genuß und sehr vieseitig was die Angelei anbelangt - Meeräschen haben mir schon viele Schneidertage erspart.. thumbsup
 
Leider hatte ich noch keine Gelegenheit diese tollen Fische zu beangeln, aber ich konnte sie in verschiedenen Häfen im Urlaub beobachten. Herrlich, wobei ich den Namen Meeräsche nicht ganz passend finde, ähneln sie doch in Gestalt, Wesen und Verhalten einem ganz anderen Süßwasserfisch.. Aber lassen wir das. :hay
Es gibt wirklich elegantere und bessere Methoden..
Ich hatte mal das Vergnügen in einem Hafen auf Fuerteventura einem einheimschen Angler beim Meeräschenangeln zuzusehen. Ich würde sagen ein Meister seines Faches. Die Recherche später zeigte, daß er eine klassische Mullet-Methode südlicher Länder anwendete:
Er hatte also einen Eimer mit mashed Bread, mit dem er, ausgedrückte Ballen einwerfend, in seinem Bereich eine Futterwolke erzeugte.
Als Köder bot er gar nicht mal so grosse Krustenstücke desselben Weißbrots an, mittels einer einfachen Posenmontage die er mit einer Bologneserute ausbrachte. Also so ähnlich wie Rheinspezie es schildert, nur mit aderem Köder und eher nahe der Wasseroberfläche.

Sein Anhieb erfolgte immer nur Augenblicke nach dem Einwurf, oft auch ins Leere, aber immer blitzeschnelle. Offenbar benötigt die Methode ein scharfes Auge und schnelle Reflexe. Die Bobber-ähnliche, eiförmige Pose tauchte nie unter, ich weiß garnicht ob die überhaupt beschwert war: Ich schätze der Angler benutzte eine Mischung aus Bewegung der Pose, Schnurspannung und Beobachtung des Köders im klaren Wasser, und sein Gefühl.
Ich bin ja sonst nicht so der Angelgaffer, aber das war eine Freude zuzusehen, und er kescherte wirkliche tolle Fische, bis in die -schätz ich- hohen Fünfziger.

Ja, so wars mit dem kanarischennAngler und den Meeräschen. Eine spannende, aufwandslose Angelei auf einen tollen Fisch. Das würde ich bei Gelegenheit auch gerne mal versuchen.

Hg
Minimax
 
Zuletzt bearbeitet:
Schmecken tun die auch!

Grüße,
R. S. coffeegirl
Ich würde die gerne mal probieren. Ich hab sie mir immer -wohl aufgrund ihrer Gestalt- als grätenreich und weißfischähnlich vorgestellt, aber das stimmt offenbar nicht. Wie würdest Du sie im Vergleich zu anderen Speisefischen charakterisieren?

Das hier hört sich ja schon sehr appetitlich an:


Ich muss mal sehen, ob es die in meinem Fischladen gibt, bewußt habe ich sie dort noch nicht gesehen, notfalls bestellen.

Hg
Minimax
 
auf "Fingernagel-Stückchenlange" Meeres-Würmchen gefangen, gab es da in so roten Schächtelchen lebend zu kaufen.
"Dure Rouge" - die kommen aus Korea, sind sehr gute Köder und werden überall an französischen Küsten verkauft.
Er hatte also einen Eimer mit mashed Bread, mit dem er, ausgedrückte Ballen einwerfend, in seinem Bereich eine Futterwolke erzeugte.
Als Köder bot er gar nicht mal so grosse Krustenstücke desselben Weißbrots an, mittels einer einfachen Posenmontage die er mit einer Bologneserute ausbrachte. Also so ähnlich wie @Rheinspezie es schildert, nur mit aderem Köder und eher nahe der Wasseroberfläche.
Das Anfüttern ist die Kunst beim Angeln auf Meeräschen; 1kg flüssiges Brot, 500gr flüssige Sardinen und entweder ein zwei Dosen Sardinen oder 100-200ml Asia Fischsauce. Dann mittels Suppenkelle 15 Minuten anfüttern im Minutentakt - erst danach mit dem Angeln beginnen und minütlich weiterfüttern
Die angegebene Menge langt für knapp 30 Minuten, man hat also 15 Minuten Angelzeit.
Will man länger Angeln, vielleicht weil man viele Mäuler zu stopfen hat, muss man die Menge entsprechen erhöhen.
Dure Rouge ist ein guter Köder, Brot geht auch ganz gut, aber das Beste sind winzige Sardinenstücke mit Haut.
Sein Anhieb erfolgte immer nur Augenblicke nach dem Einwurf, oft auch ins Leere, aber immer blitzeschnelle. Offenbar benötigt die Methode ein scharfes Auge und schnelle Reflexe. Die Bobber-ähnliche, eiförmige Pose tauchte nie unter, ich weiß garnicht ob die überhaupt beschwert war: Ich schätze der Angler benutzte eine Mischung aus Bewegung der Pose, Schnurspannung und Beobachtung des Köders im klaren Wasser, und sein Gefühl.
Meeräschen steigen dem Futter entgegen und ich bin ein großer Freund von leichten und sauber austrarierten Montagen - viele nutzen aber auch Posen der 100gr Klasse und die fangen auch oft.
Aber halt nicht immer....;)
 
"Dure Rouge" - die kommen aus Korea, sind sehr gute Köder und werden überall an französischen Küsten verkauft.

Das Anfüttern ist die Kunst beim Angeln auf Meeräschen; 1kg flüssiges Brot, 500gr flüssige Sardinen und entweder ein zwei Dosen Sardinen oder 100-200ml Asia Fischsauce. Dann mittels Suppenkelle 15 Minuten anfüttern im Minutentakt - erst danach mit dem Angeln beginnen und minütlich weiterfüttern
Die angegebene Menge langt für knapp 30 Minuten, man hat also 15 Minuten Angelzeit.
Will man länger Angeln, vielleicht weil man viele Mäuler zu stopfen hat, muss man die Menge entsprechen erhöhen.
Dure Rouge ist ein guter Köder, Brot geht auch ganz gut, aber das Beste sind winzige Sardinenstücke mit Haut.

Meeräschen steigen dem Futter entgegen und ich bin ein großer Freund von leichten und sauber austrarierten Montagen - viele nutzen aber auch Posen der 100gr Klasse und die fangen auch oft.
Aber halt nicht immer....;)
Vielleicht es auch das was mich reizt, im Grunde ist's Methodisch gesehen eine Art Friedo-Süsswasserangelei.
 
Zu Meeräschen habe ich eine ganz besondere Beziehung.
Als Kind kaufe ich mir im Urlaub in Kroatien immer sofort ein Styrodurbrettchen, umwickelt mit Angelschnur, abgerundet durch eine Posenmontage.

So fing ich allerlei Getier. Grundeln, Goldstriemen, Babydoraden und eben auch zahlreiche Meeräschen in bescheidenen Größen.

In Dubrovnik saßen die Eltern im Restaurant und mein kleiner Bruder und ich interessierten uns kein bisschen fürs Essen, wir fingen Meeräsche auf Meeräsche direkt an der Kaimauer. Köder war natürlich Weißbrot, geklaut aus den Körben auf den Restauranttischen. Leider wurde aus meinem Bruder nie ein Angler, aber an diesem Tag in Dubrovnik war er genauso begeistert wie ich.

Als ich dann zehn war, machten wir mal Urlaub in Südfrankreich. Leider weiß ich den genauen Ort nicht. Jedenfalls gab es dort gleich an der Unterkunft einen Brackwasser Kanal. Durch das umgebende Schilfdickicht führte ein Trampelpfad zu einem kleinen Steg.

Als Großfischjäger, der ich nun war, hatte ich nur Spinköder dabei. Statt der Handleine nannte ich eine 80gr Rute mit einer Multirolle mein Eigen.

Bedauerlicherweise interessierte sich kein einziges Fischlein für meine Metallköder.
Dafür entdeckte ich immer wieder Meeräschen in noch nie gesehenen Größen. Zum Glück konnte ich mich in einem gigantischen Supermarkt mit einigen fertig gebundenen Posenmontagen ausstatten. So ausgestattet begab ich mich abends wieder auf meinen Posten am Kanal, abermals begleitet von meinem kleinen Bruder.

Kaum im Wasser, begann die Pose zu tanzen und sofort hing eine kleine Meeräsche am Haken. Die Großen fraßen zwar fleißig das eingeworfene Weißbrot, sobald es absank, hielten sich aber vom Hakenköder an der Oberfläche fern. Irgendwann kam ich dann auf die spontane Idee eine Etage tiefer zu angeln. Oben zerrupften die kleinen Meeräschen das Weißbrot und unten drunter zogen wahre Riesen ihre Bahnen. Lange Geschichte schnell erzählt: ich fing einen wahren Giganten von Meeräsche- 54 cm lang.

Voller Begeisterung brachte ich sie meinen ebenfalls begeisterten Eltern in das gemietete Feriendomizil. Fotos wurden geschossen und das Festmahl zubereitet. Ein intensiver Duft strömte aus der Küche und als großzügigster aller Söhne bestand ich darauf, nur ein kleines Stück zu verspeisen. Den Rest wollte ich unbedingt meinen Eltern überlassen. Nun sind meine Eltern, wie ich heute weiß, tapfere Menschen und verspeisten den ganzen Fisch. Mich motivierte ihr augenscheinlicher Genuss am folgenden Tag zu einem erneuten Angelausflug und dieser endete sogar mit einer 57er Meeräsche, die meine lieben Eltern wieder zubereiteten und aßen. Wieder verzichtete ich, als Ernährer der Familie, auf meinen Anteil.

Am nächsten Tag verließen wir diese Unterkunft, der Urlaub vorrüber. Mit 14 machte ich meinen Angelschein und begann regelmäßig in Deutschland zu angeln. Erst viele, viele Jahre danach, fiel mir und meiner Mama beim Aufräumen das Bild von mir mit meiner großen Meeräsche in die Hände, das ich schon verschollen glaubte. In diesem Moment, locker 10 Jahre nach Aufnahme des Bildes, eröffneten mir meine Eltern, dass diese beiden Meeräschen das abartigste waren, was sie je gegessen haben. Unisono beschrieben sie mir den starken Geschmack nach modrigem Diesel und ihr Entsetzen, dass ich nach dem ersten Fisch noch einen zweiten fing.
In elterlicher Tapferkeit und Opferbereitschaft aßen sie jedoch beide auf, weil ich so stolz auf den Fang war.
Danke, Mama. Danke, Papa.

Und danke an die Meeräschen, meine beiden ersten großen Fische.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu Meeräschen habe ich eine ganz besondere Beziehung.
Als Kind kaufe ich mir im Urlaub in Kroatien immer sofort eine Styrodurbrettchen, umwickelt mit Angelschnur, abgerundet durch eine Posenmontage.

So fing ich allerlei Getier. Grundeln, Goldstriemen, Babydoraden und eben auch zahlreiche Meeräschen in bescheidenen Größen.

In Dubrovnik saßen die Eltern im Restaurant und mein kleiner Bruder und ich interessierten uns kein bisschen fürs Essen, wir fingen Meeräsche auf Meeräsche direkt an der Kaimauer. Köder war natürlich Weißbrot, geklaut aus den Körben auf den Restauranttischen. Leider wurde aus meinem Bruder nie ein Angler, aber an diesem Tag in Dubrovnik war er genauso begeistert wie ich.

Als ich dann zehn war, machten wir mal Urlaub in Südfrankreich. Leider weiß ich den genauen Ort nicht. Jedenfalls gab es dort gleich an der Unterkunft einen Brackwasser Kanal. Durch das umgebende Schilfdickicht führte ein Trampelpfad zu einem kleinen Steg.

Als Großfischjäger, der ich nun war, hatte ich nur Spinköder dabei. Statt der Handleine nannte ich eine 80gr Rute mit einer Multirolle mein Eigen.

Bedauerlicherweise interessierte sich kein einziges Fischlein für meine Metallköder.
Dafür entdeckte ich immer wieder Meeräschen in noch nie gesehenen Größen. Zum Glück konnte ich mich in einem gigantischen Supermarkt mit einigen fertig gebundenen Posenmontagen ausstatten. So ausgestattet begab ich mich abends wieder auf meinen Posten am Kanal, abermals begleitet von meinem kleinen Bruder.

Kaum im Wasser, begann die Pose zu tanzen und sofort hing eine kleine Meeräsche am Haken. Die großen frassen zwar fleißig das eingeworfene Weißbrot, sobald es absank, hielten sich aber vom Hakenköder an der Oberfläche fern. Irgendwann kam ich dann auf die spontane Idee eine Etage tiefer zu angeln. Oben zerrupften die kleinen Meeräschen das Weißbrot und unten drunter zogen wahre Riesen ihre Bahnen. Lange Geschichte schnell erzählt: ich fing einen wahren Giganten von Meeräsche- 54 cm lang.

Voller Begeisterung brachte ich sie meinen ebenfalls begeisterten Eltern in das gemietete Feriendomizil. Fotos wurden geschossen und das Festmahl zubereitet. Ein intensiver Duft strömte aus der Küche und als großzügigster aller Söhne bestand ich darauf, nur ein kleines Stück zu verspeisen. Den Rest wollte ich unbedingt meinen Eltern überlassen. Nun sind meine Eltern, wie ich heute weiß, tapfere Menschen und verspeisten den ganzen Fisch. Mich motivierte ihr augenscheinlicher Genuss am folgenden Tag zu einem erneuten Angelausflug und dieser endete sogar mit einer 57er Meeräsche, die meine lieben Eltern wieder zubereiteten und aßen. Wieder verzichtete ich, als Ernährer der Familie, auf meinen Anteil.

Am nächsten Tag verließen wir diese Unterkunft, der Urlaub vorrüber. Mit 14 machte ich meinen Angelschein und begann regelmäßig in Deutschland zu angeln. Erst viele, viele Jahre danach, fiel mir und meiner Mama beim Aufräumen das Bild von mir mit meiner großen Meeräsche in die Hände, das ich schon verschollen glaubte. In diesem Moment, locker 10 Jahre nach Aufnahme des Bildes, eröffneten mir meine Eltern, dass diese beiden Meeräschen das abartigste waren, was sie je gegessen haben. Unisono beschrieben sie mir den starken Geschmack nach modrigem Diesel und ihr Entsetzen, dass ich nach dem ersten Fisch noch einen zweiten fing.
In elterlicher Tapferkeit und Opferbereitschaft aßen sie jedoch beide auf, weil ich so stolz auf den Fang war.
Danke, Mama. Danke, Papa.

Und danke an die Meeräschen, meine beiden ersten großen Fische.
Wunderbar geschrieben, hab vielen Dank! thumbsup
 
Ich würde die gerne mal probieren. Ich hab sie mir immer -wohl aufgrund ihrer Gestalt- als grätenreich und weißfischähnlich vorgestellt, aber das stimmt offenbar nicht. Wie würdest Du sie im Vergleich zu anderen Speisefischen charakterisieren?

Das hier hört sich ja schon sehr appetitlich an:


Ich muss mal sehen, ob es die in meinem Fischladen gibt, bewußt habe ich sie dort noch nicht gesehen, notfalls bestellen.

Hg
Minimax
Moin Minimax,

Meine letzte Verkostung des Meerdöbels liegt nun etliche Jahre zurück - lecker sind sie mir in Erinnerung - und wenn ich mich tüchtig entsinne von innen sogar "schwarz ausgekleidet" mit einem bemerkenswerten "Häutchen".
Festes, weisses (Muskel) Fleisch.
Es stimmt, dass Meeräschen-pardon-Döbel-
aus verdreckten, dieselfilmgeschwängerten
Innen gelegenen Hafenbecken, die schon "Stillwasser" zu sein scheinen (kaum W
asseraustausch),

besser zurückzusetzen sind.

In durchströmten Hafen Anlagen und anderen Fang Gebieten, lohnt die Mitnahme.

Der Rogen getrocknet gilt als Delikatesse, die auch exportiert wird (glaube war ein Bericht auf Arte /mare!?).

Von der Kampfkraft her ein echter Athlet - die Döbel-Barbe des Meeres sozusagen.

Ich schaue m'Aal in meine DVD Sammlung, da gab es einen supertolle Bericht über's Mulletangeln an der deutschen Küste... Ganz fein auf "gestalkte" MeerDöbelOschies.

R. S. coffeegirl
 
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