Die Sedge - eine Topfliege für Forellen

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Eine Sedge hat Christian immer in der Box

Sie ist bei mir die unangefochtene Nummer eins, wenn es auf große, scheue See- oder Bachforellen an Talsperren geht: die Sedge. Was für geile Momente habe ich dieser Fliege schon zu verdanken. Varianten gibt es zu Hauf. Die bekanntesten sind wohl die Brown Sedge, Cinnamon Sedge oder die CDC Sedge. Alle imitieren sie Köcherfliegen. Diese Fliegen gehören der großen Familie Limniphildae an, mit über 300 bekannten Arten.

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Eine schwarze Sedge bringt oft Bisse

Köcherfliegen schwärmen hier im Thüringer Mittelgebirge massenhaft ab Juni und stehen auf dem Speisezettel der Talsperren-Trutten dann ganz oben. Die Gewässer liegen oberhalb der 400-Meter-Marke und sind recht nährstoffarm. Das bedeutet, dass die Bewohner gerne die Flugnahrung annehmen. Ich habe sogar schon große Karpfen beobachtet, die genüsslich Käfer, Köcherfliegen & Co von der Oberfläche naschten. Perfekte Bedingungen also!

Trocken und kurz

Besonders reizvoll ist das Pirschen an den Ufern der Talsperren und die Angelei auf Sicht mit einer Trockenfliege. Meine Sedge biete ich sehr oft direkt unter der Rutenspitze an kurzer Leine zwischen den überhängenden Ästen der Ufervegetation an. Die Bach- und Seeforellen ziehen langsam ihre Bahnen unter den Ästen und reagieren prompt auf ins Wasser fallende Insekten.

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Jetzt ist Vorsicht geboten. Forellen sehen alles!

Doch das glasklare Wasser und die fehlende Strömung erlauben ihnen einen sehr genauen Blick auf unsere Muster. Oft schon erlebte ich, wie große Fische direkt unter der Fliege standen und diese eine gefühlte Ewigkeit betrachteten. Mit meiner Sedge lag ich meist nicht so verkehrt. Der Puls schlägt einem bis zum Hals, wenn eine 50er die Trockene mit einem kleinen, unauffälligem Ring von der Wasseroberfläche nascht. Einfach unvergesslich.

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Die kaptiale Forelle fiel auf eine schwarze Sedge herein


Zum Leben erwecken


Über die Jahre habe ich meine Pirsch-Methode verfeinert, doch das erfolgreichste Muster blieb immer die Sedge. In Braun oder Schwarz fehlt diese Fliege wirklich nie in meiner Box. Einen Trick möchte ich noch verraten, der oft die scheuen Fische aus der Reserve lockt. Lassen Sie die Fliege im Sichtfeld der Forelle auf der Wasseroberfläche aufsetzen. Steht der Fisch unter dem Muster und beäugt es, kann ein ganz vorsichtiges, leichtes Zupfen Wunder wirken. Dabei entstehen kleine Ringe auf der Wasseroberfläche, die manchmal die erfahrensten Fische um den Verstand bringen. Aber an einigen Tagen wirkt dieses lebhafte Spiel auch abschreckend und eine leblos treibende Beute fängt besser. Hier gilt es, die Vorlieben der Fische herauszufinden. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Pirsch und viel Erfolg mit Ihrer Sedge.
 
Hallo Christian,

toller Bericht. Auch ich liebe es mit Sedges zu fischen und auch ich habe die Erfahrung gemacht das eine leichte Bewegung der Fliege oft das Entscheidende Kriterium ist den Fisch zum Stieg zu bewegen.

In Fliessgewässern hat es sich bewährt, die Fliege immer stromauf zu zupfen. Köcherfliegen fliegen immer stromauf, wenn sie die Eier auf der Wasseroberfläche ablegen. Das hat damit zu tun, dass die Nachkommen so immer im selben Flussbereich verbleiben. Andersherum würden sie wohl irgendwann im Meer enden. Wenn man die Schnur in einer S-Form auf der Oberfläche ablegt, kann man die Fliege sehr gut stromauf schlittern lassen ...

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Auch die Forelle auf dem Bild konnte einer Sedge nicht wiederstehen.

LG,

Olaf
 
Ich binde und fische meist die elk hair caddies. Wird von allen Fischarten, die ich in der Regel befische, gerne genommen ;)

Ergänzung für die, die sich mit der Materie normal nicht befassen. Caddis und Sedge sind das gleiche.
Caddis ist britisches Englisch und Sedge ist amerikanisches Englisch (wenn ich mich recht erinnere).

Gruß
Steff
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei mir sind auch immer verschiedene Farben und Größen der Sedge in der Box. Gerade auch für schnelles Wasser, da sie ja schon durch ihre Materialien nicht so schnell untergeht. Und dann noch mit einem guten Schwimmittelchen - perfekt! Und Bewegung ist wirklich häufig der Schlüssel. Besonders spannend finde ich, wenn ich den Fisch kommen sehe und ihn bei Nichtinteresse durch ein Zupfen doch noch überzeuge :)
 
Hallo Angelmann,

die Fliegen, die Du verlinkt hast sind preislich beachtlich, aber allein schon der dickdrähtige Haken mit Widerhaken würde mich persönlich abschrecken.
Solche Haken neigen oft zum Bruch und/oder Aufbiegen.

Ich selbst verwende hochwertige Materialien, besonders widerhakenlose, japanische Haken und bekomme immer wieder von den Benutzern das
Feedback, dass die Fliegen zum einen sehr fängig und zum anderen extrem robust sind. Hier ist man als Binder in der komfortablen Situation, sich das
Beste heraus zu suchen und Materialien, Farben, Proportionen, Bindetechnik etc. bestmöglich zu kombinieren.
Von daher der Tipp, fange mit dem Binden an, wenn Du es vor hast. Ist ein tolles Ergänzungshobby für den Winter und Schlechtwettertage :)
Cheers
Steff
 
Hi Steff,
danke für deine Rückmeldung.
Als erfahrener Fliegenbinder, hast du da natürlich einen ganz anderen Blick.
Kannst du eine Empfehlung aussprechen, was den Bindestock und Verbrauchsmaterial angeht ?
Danke dir.
Fettes Petri
Axel
 
Hi Axel,
Empfehlungen sind immer so ne Sache und das schriftlich zu machen, artet aus (speziell Material) :)
Nutzt Du Skype ? Dann können wir das gerne mal besprechen und die Sachen online anschauen.
Habe ich schon mit ein paar Leuten gemacht und es hat sich bewährt.
Gruß
Steff
 
Super, dass Ihr Euch hier zusammenfindet und danke Euch fürs Feedback!!
@Steff-Peff Ich fände es klasse, wenn Du die Empfehlungen hier preisgibst. Das ist auch für andere Boardies lesenswert und wird zukünftig bestimmt auch immer mal wieder gesucht. Es ist immer schade, wenn so ein Thread mit einer Verabredung auf ein anderes Format endet...
 
Hallo Christian,
generelle Tipps/Empfehlungen gibt´s en masse im Netz, vermutlich auch hier im AB. Ich habe oft genug erlebt, dass Leute angeschossen wurden, weil sie z.B. einen Shop empfohlen haben.
Aber jemandem wirklich für seine Bedürfnisse (die man evtl. gar nicht kennt) das Bestmögliche zu raten, ist unmöglich. Von daher habe ich Axel angeboten, es persönlich mit ihm zu besprechen. Ich könnte auch niemandem pauschal eine Fliegenausrüstung empfehlen und das ist weit weniger komplex.
Gruß
Steff
 
Hi Steff,
danke für dein Angebot, aber ich nutze kein Skype.
Dein SetUp, des Bindestocks würde mich trotzdem sehr interessieren.
Heißt ja nicht, das gleich,das ich den selben kaufe und wenn doch kann ich für meine Entscheidungen, niemand anderen verantwortlich machen.
Man kann sich auch noch andere Meinungen oder Materialien , einholen oder anschauen.
Nichtsdestotrotz glaube ich heraus gehört zu haben,
das du schon über ne Menge Erfahrung verfügst.

Fettes Petri
Axel
 
Ich habe 2 Bindestöcke. Normal nutze ich den Baker (müsste der Marlin sein) und als Reserve habe ich noch den Danvice.
Sind beides Rotationsbindestöcke.
Gruß
Steff
 
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