Du sollst töten!

Naturliebhaber

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Hallo zusammen,

ich bin gestern über diese Ausführungen hier gestolpert und bin einigermaßen erstaunt, dass bei diesen geplanten Einschnitten für Angler so wenig seitens Angler und Vereinen darüber gesprochen wird

Edit by Mod. Keine links zu kommerziellen Seiten bitte!

Wer kennt da Hintergründe? Das ganze soll ja wohl durch entsprechende Ordnungsgelder "unterstützt" werden und würde Berlin meiner Meinung nach für Angler komplett unattraktiv machen.
 
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Minimax

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Heftig,
danke fürs teilen.
Laut ihren Websites haben VDSF und DAV Berlin reagiert bzw. Stellungnahmen zum Entwurf abgegeben. Letzterer hat auf Seiner Seite ausserdem den Entwurf der Verordnung, die eigene Stellungnahme dazu sowie diejenigen des LAVB/B und der Köpenicker FIschereivereinung zum nachlesen eingestellt. Ich verlink es mal, wer es gerne nachlesen möchte:

hg
Minimax
 

Professor Tinca

1. Ükelchampion
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Hallo,



Die haben noch ne Website?

Dachte die gibt es gar nicht mehr?

Die haben wohl ihre eigene "Fusion" verpasst.

 
  • Haha
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Fischer am Inn

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fishhawk

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Hallo,

solange die sich für Interessen der betroffenen Angler einsetzen, kann einem der Name ziemlich egal sein.

Mal sehen, ob sich die Politiker von den vorgebrachten Gegenargumenten beeindrucken lassen.
 

Georg Baumann

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Derzeit liegt den betroffenen Berliner Verbänden ein Verordnungsentwurf vor, zu dem sie Stellung beziehen können. Das ist üblich, wenn Verwaltungen Rechtsnormen erlassen oder ändern. Der Entwurf, der der Redaktion vorliegt (wir dürfen aber nicht komplett veröffentlichen), hat es insbesondere an drei Stellen in sich. Dort heißt es unter anderem

§ 9 "Das Zurücksetzen eines Fisches, Rundmaules, Krebses oder einer Muschel nach dem Fang ohne vernünftigen Grund ist verboten"

§ 14 "Mit der Handangel gefangene Fische dürfen nicht gehältert werden."

§ 18 "Das Anfüttern von Fischen außerhalb von Angelversanstaltungen ist verboten"

Beide Berliner Angelverbände haben dazu Stellung bezogen, wobei ich nur vom DAV die ausführliche Stellungnahme in voller Länge finde:

Da steht eigentlich alles drin. Nach meinen gerüchteweise durchgesickerten Informationen stehen die Chancen nicht so schlecht, dass noch geändert wird. Aber sicher ist das überhaupt nicht.
 

Georg Baumann

Administrator
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In Berlin soll die Landesfischereiverordnung geändert werden. Derzeit liegt den betroffenen Berliner Verbänden der inzwischen zweite Verordnungsentwurf vor, zu dem sie Stellung beziehen können. Das ist üblich, wenn Verwaltungen Rechtsnormen erlassen oder ändern. Wann die LFVO tatsächlich geändert wird, ist noch nicht absehbar. Der Prozess läuft schon seit Juni 2018. Der derzeitige Entwurf, der der Redaktion vorliegt (wir dürfen aber nicht komplett veröffentlichen), hat es insbesondere an drei Stellen in sich. Dort heißt es unter anderem

§ 9 "Das Zurücksetzen eines Fisches, Rundmaules, Krebses oder einer Muschel nach dem Fang ohne vernünftigen Grund ist verboten"

§ 14 "Mit der Handangel gefangene Fische dürfen nicht gehältert werden."

§ 18 "Das Anfüttern von Fischen außerhalb von Angelversanstaltungen ist verboten"


Beide Berliner Angelverbände haben dazu Stellung bezogen, wobei ich nur vom DAV die ausführliche Stellungnahme in voller Länge finde:

http://landesanglerverband-berlin.de/wcms/ftp//l/landesanglerverband-berlin.de/uploads/stellungsnahme-lfischo.pdf

Du sollst töten!

Die Änderung des § 9 ist Unfug. Das Tierschutzgesetz schreibt zum Töten einen vernünftigen Grund vor. Der DAV Berlin argumentiert aus meiner Sicht völlig richtig, wenn er in der vorliegenden Formulierung eine Umkehr der Rechtsabsicht sieht. Während das TierSchG also eine TötungsVERBOT mit Ausnahmen formuliert, schreibt Berlin ein TötungsGEBOT mit Ausnahmen vor. Die Verordnung widerspricht somit grundlegend der Absicht des Bundesgesetzgebers und schießt weit übers Ziel hinaus.
Aber wie kommt man überhaupt auf so eine Idee? Ich kann nur vermuten, dass man so glaubt, dem so genannten "Trophäenfischen" beizukommen. Dieser Begriff geistert ja immer wieder durch die politischen Diskussionsrunden und ist vielen ein Dorn im Auge. Dass man mit so einer Formulierung gleich mal wieder das Kind mit dem Bade ausschüttet, muss man den Verantwortlichen offensichtlich noch mal in Ruhe erklären. Die Argumente, die der DAV in seiner STellungnahme vorbringt, machen auf mich einen schlüssigen Eindruck.


Hältern verboten

Die Fische sollen direkt nach der Entnahme getötet und in einer Kühlbox aufbewahrt werden. Na bravo! Eigentlich hatte ich gehofft, dass diese Diskussionen inzwischen ein für alle Mal durch sind. Seit den 90igern wird darüber diskutiert. Prof. Schreckenbach hat schon 1999 (!) belegt, dass richtiges Hältern den Fischen eben keine Qualen und Schmerzen verursacht und es liegen entsprechende Urteile vor. Wieso das nun schon wieder hervorgeholt wurde, stößt bei mir auf völliges Unverständnis. Die Argumentation des DAV an der Stelle finde ich persönlich nicht so zwingend. Der Verband sagt, dass z. B. bei einem Hegefischen mehr Fische gefangen werden als in eine Kühlbox passen. Sicher richtig, aber eigentlich ist eine Diskussion völlig überflüssig, finde ich. Es ist wissenschaftlich belegt, dass das sachgerechte Hältern keinen Schaden verursacht. Wieso muss denn daran jetzt rumgedoktert werden? Es wird keine Verbesserung für das Tierwohl geben!

Friedfischangeln verboten

Das Anfütterverbot ist die schlimmste REgelung. Der DAV sagt es erfrischen offen und direkt: Das kommt einem Verbot des Friedfischangelns gleich! Feedern ohne Futterkorb funktioniert nunmal nicht. Und auch das Stippen ist ohne eine Handvoll Grundfutter so gut wie sinnlos. Auch hier fragt man sich wieder, was die Verwaltung auf den schmalen Pfad geführt hat. Wahrscheinlich haben die Schreibtischtäter Bilder von Karpfenanglern im Kopf, die 1.000 Kilo Boilies abkippen und die Seen reihenweise eutrophieren. Gegen gut gepflegte Vorurteile kommt man leider nur schwer an. Denn auch hierzu gibt es bereits zahlreiche Studien (Arlinghaus, Klefoth und noch mehr) die belegen, dass Angler durch ihre Fänge MEHR NÄHRSTOFFE ENTNEHMEN ALS SIE DURCHS FÜTTERN ZUFÜGEN. Wen's interessiert, findet auch dazu reichlich INfos in der Stellungnahme des DAV Berlin.

Insgesamt liest sich der Entwurf wie ein Angriff auf die Hauptstadtangler. Wenn es tatsächlich so kommt, werden noch mehr als bisher nach Brandenburg ausweichen und die Hauptstadt verliert eine der letzten naturnahen Erholgstätigkeiten für ihre Einwohner. Na herzlichen Glückwunsch!
 
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Fantastic Fishing

Well-Known Member
Schade, auf Facebook kann ich nur wenig Anteilnahme oder Widerstand gegen diese neue Landesfischereiverordnung für Berlin erkennen. Jede Wette, würde ein Verbot von Kunstködern im Raum stehen, wäre der Aufschrei gewaltig. Betrifft halt nur das Friedfischangeln, somit geht einem großen Teil der Kollegen der Sachverhalt doch glatt am Arsch vorbei.
 

Brillendorsch

Teilzeitangler
Ich verwende ja auch keinen Futterkorb, sondern ich benutze Kirrungshelfer.
Der Futterkorb diente mir früher um das Futter für die Schweine zu transportieren.
 

Georg Baumann

Administrator
Teammitglied
Schade, auf Facebook kann ich nur wenig Anteilnahme oder Widerstand gegen diese neue Landesfischereiverordnung für Berlin erkennen. Jede Wette, würde ein Verbot von Kunstködern im Raum stehen, wäre der Aufschrei gewaltig. Betrifft halt nur das Friedfischangeln, somit geht einem großen Teil der Kollegen der Sachverhalt doch glatt am Arsch vorbei.
Ich würde aus dem Bauch raus behaupten, dass das klassische Friedfischangeln fast noch verbreiteter ist als das Gummifischangeln. Widerstand gibt's schon, allerdings tatsächlich nicht so stark, wie man eigentlich denken könnte. Ich bin wirklich gespannt, ob sich die Grünen im Senat mit dem Unfug durchsetzen können. Ich vermute stark, dass das die Naturschutzverbände in ihre Stellungnahmen im ersten Entwurf reinformuliert haben.
 

Andal

Teilzeitketzer
Dieser §9 lässt mir doch nach wie vor sperrangelweit offen, wie ich verfahre. Wer, wenn nicht der Angler selber entscheidet, wann dieser Grund nun vorliegt, oder eben nicht. Wenn ich Brassen fange, wollte ich eben Schleie. Wenn es eine Schleie wird, wollte ich Brassen u.s.w.u.s.f.

Es liegt also nie eine vernünftiger Grund vor, zu entnehmen. Als Angler habe ich nun mal nicht, wie ein Jäger, im Voraus zu entscheiden, was ich erbeuten werde. Zudem ist es noch nie ein guter Tipp gewesen, wenn man über seine Fänge und deren Verbleib eine große, eine öffentliche Sache macht(e).
 

Fantastic Fishing

Well-Known Member
Ich würde aus dem Bauch raus behaupten, dass das klassische Friedfischangeln fast noch verbreiteter ist als das Gummifischangeln. Widerstand gibt's schon, allerdings tatsächlich nicht so stark, wie man eigentlich denken könnte. Ich bin wirklich gespannt, ob sich die Grünen im Senat mit dem Unfug durchsetzen können. Ich vermute stark, dass das die Naturschutzverbände in ihre Stellungnahmen im ersten Entwurf reinformuliert haben.
Mit Sicherheit wird irgendwer seine krumme grünen Gedanken in diese Entwürfe verfrachtet haben, anders lässt sich so ein Unfug nicht begründen. Ich bin allerdings recht deprimiert, wenn ich mir die Kommentare mancher Einzeller zu diesem Thema durchlese. "Karpfenangler kippt alleine hunderte Kilos an Boilies ins Gewässer" bis hin zu "manche Leute füttern beim Feedern bis zu 5 Kilogramm pro Ansitz". Das sind so Aussagen, wo mich ernsthafte Frage, wie dicht eine Schaukel überhaupt an einer Wand platziert werden kann!

Mehr klassische Friedfischangler wie Kuköfreunde? Interessante Aussage, allerdings deckt sich euer Angebot im AB nicht mit dieser These! :laugh
 

Drehrumbum

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... Mancher Karpfenfredi oder "Feederer" kommt allerdings nicht einmal bei Gewässern in voller Blüte und niedrigsten Wasserständen zu der Erkenntnis, das sein Tun garantiert noch mehr Schaden anrichtet. Und falls diese Vollidioten tatsächlich einmal jemand auf ihren Fütterungswahn anspricht, dann geht es beleidigt zu Gewässer X wo die am Grund gammelnde Tütenfutterkugelscheixxe (noch) nicht aufällt. Alle in einen Sack ... man trifft immer den richtigen !
 

Brillendorsch

Teilzeitangler
... Mancher Karpfenfredi oder "Feederer" kommt allerdings nicht einmal bei Gewässern in voller Blüte und niedrigsten Wasserständen zu der Erkenntnis, das sein Tun garantiert noch mehr Schaden anrichtet. Und falls diese Vollidioten tatsächlich einmal jemand auf ihren Fütterungswahn anspricht, dann geht es beleidigt zu Gewässer X wo die am Grund gammelnde Tütenfutterkugelscheixxe (noch) nicht aufällt. Alle in einen Sack ... man trifft immer den richtigen !
ich angel jetzt schon fast 55 Jahre, aber solche Typen, wie Du sie hier beschreibst,
sind mir bisher äußerst selten bis gar nicht begegnet.
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Alle in einen Sack ... man trifft immer den richtigen !
Den Spruch finde ich bei Anglern ebenso unpassend wie bei Politikern etc. .

Egal welche Angelmethode man präferiert, wenn Druck von außen kommt müssen die Reihen geschlossen werden.

Wenn Angler sich nicht gegenseitig unterstützen, wer soll ihnen dann überhaupt noch helfen?
 
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