Einsteiger-Ausrüstung & viele Fragen

Dieses Thema im Forum "Fliegenfischen" wurde erstellt von Colophonius, 5. November 2018.

  1. Hanjupp-0815

    Hanjupp-0815 Member

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    Schwierig...
    Viele Fliegen werden deshalb ja mit Sichthilfe gebunden, aber je nach individueller Sehstärke ist halt irgendwann Ende, da hilf auch Augen zusammen kneifen nichts mehr.
    Bin kein Stillwasserangler, denke aber im fließendem Wasser verliert man die Fliege wegen der vielen kleinen Wellen und Strudel noch schneller aus dem Blick. Deshalb schlag ich im Dämmerlicht oft auf Verdacht an. Den Ring des steigenden Fisches sieht man ja. Ist der dort wo meine Fliege sein müsste, kommt der Anhieb ;).

    Einer meiner Lieblingsköder sind Aufsteiger auf Klinkhammerhaken, die hängen ja nur mit der Hechel im Oberflächenfilm, sind also zu mehr als drei vierteln unter der Oberfläche. Ohne Sichthilfe sind die kaum zu verfolgen, bringen aber( bei manchen Fischarten) weit mehr Bisse als hoch aufschwimmende Fliegen. Also gehe ich dann eben den Kompromis ein, Bisse auch mal zu übersehen oder zu spät dran zu sein.
     
  2. Steff-Peff

    Steff-Peff Fliegenwedler

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    So mache ich es auch. Und nicht nur in der Dämmerung, sondern auch bei Gegenlicht etc. Es gibt viele Situationen, in denen die Fliege schwer/nicht zu sehen ist. Ein weiteres Problem ist, dass die Fliege z.T. beim Aufkommen erst einen kurzen Moment unter Wasser ist und dann erst auftaucht.
    Ich richte mich in diesen Situationen auch nach dem Übergang von der Fliegenschnur zum Vorfach und wenn da in Vorfachlänge was steigt, ist es in Regel meine Fliege, die genommen wurde.
    Cheers
    Steff
     
  3. Colophonius

    Colophonius Angler

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    Moin moin,

    es ist soweit, es gibt wieder einen Haufen Fragen:
    Da mir das Fliegenfischen wirklich viel Spaß macht und auch bei etwas weniger idealen Bedingungen der Wurf immer besser gelingt, aber meine 6er-Rute für meinen Alltag völlig übertrieben ist, möchte ich zu Weihnachten nachrüsten und mir eine 4er Kombo kaufen. Da es hier leider keinen Angelladen mit gutem Fliegenbedarf gibt, ist der Online-Handel die einzige Möglichkeit. Hat da jemand vielleicht Erfahrungen? Möchte für Rute + Rolle ungerne mehr als 200€ ausgeben, wenn die Schnur dabei ist, umso besser. Wichtig ist mir vor allem, dass die Kurbel rechts ist.

    Dann noch eine Frage: Meine WF-Schwimmschnur ist soweit ich weiß ein "No-Name-Produkt". Lohnt sich da ein Upgrade? Dazu ist die Schnur mittlerweile recht verdrallt, muss ich gestehen. Ich ziehe sie mittlerweile ab und an hinter mir über die Wiese, um sie zu entdrallen. Aber gerade im Schnurkorb kommt ab und an Tüddel bei rum, der zwar schnell enttüddelt ist, im Drill aber katastrophal sein kann. Gibts da noch Tricks?


    Und dann noch zwei Fragen zur Köderwahl:

    1. Kennt ihr ne gute Seite, wo die saisonal aktiven Insekten, die für die Fliege in Frage kommen, aufgeführt werden?

    2. Was für Nymphen bieten sich für das Stillwasserangeln auf Weißfisch an?


    Danke :)

    Viele Grüße
    Colo
     
  4. Lajos1

    Lajos1 Well-Known Member

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    Hallo,

    der Gerlinger gat in seinem neuen Sonderkatalog eine Shimano Biocraft in Klasse 4, Länge 2,29cm für 59.00 Euro drin. Schau sie Dir mal an, ich weiss allerdings nicht, ob Dir die Länge zusagt. Günstige Fliegenrollen hat er auch (Hauptkatalog). Zur Fliegenschnur, da ist die Rio-Mainstream ganz gut, kostet so 50 Euro.
    Eine Seite mit saisonal aufkommende Insekten kenne ich jetzt nicht. Evtl. am Wasser beobachten. Habe aber schon mit der Märzbraunen im September und mit der Maifliege gefangen, wenn keine mehr da sind oder es diese an dem Gewässer überhaupt nicht gibt. Ich fische öfter an einem Mischgewässer mit gutem Forellen- und Weissfischbestand und da geht eine Heptagenia-Nymphe ganz gut, eben auch auf Weissfische. Guten Erfolg hatte ich vor einigen Jahren in einem kleinen See in Österreich mit der Montana, da ging alles drauf, von Karpfen über Aitel, Rotaugen, Rotfedern, Barsche auch und natürlich Forellen.

    Petri Heil

    Lajos
     
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  5. Colophonius

    Colophonius Angler

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    Hallo Lajos,

    danke für die Antwort! Ich konnte heute noch mal das Ende des Sommers einläuten und an mein Lieblingsgewässer fahren. Ein kleiner Fluss, schwer zugänglich, passabel bewatbar. Dort hatte ich in der Vergangenheit oft Barsche und ein paar (wenige) Döbel überlisten können. Heute sollte es also mit der Fliege los. Wasserstand war sehr niedrig, das Wasser glasklar und die Döbel hatten richtig Laune auf Fliegen. Während mein Kumpel mit UL-Spinnzeug nur ganz zum Schluss einen Rapfen überlisten konnte, habe ich sage und schreibe 23 Döbel auf Trockenfliege gefangen. Gemessen haben ich keinen, aber die waren auch nicht besonders groß. Schätze so 20-30cm dürften die alle gehabt haben. Eine wahnsinnig tolle Angelei, Kurzweile pur und eine geniale Übung fürs Anschlagen und die Drillkoordination. Richtig gut lief ein Foam-Käfer, etwa daumennagelgroß, den ich mit Fett eingerieben habe, damit er auch nach den vielen Attacken noch gut schwamm. Das leichte Aufplatschen des Köders schien den Döbeln besonders zu gefallen, lange driftete mein Köder in der Regel nicht. Später habe ich es dann noch mit einer Elchhaar-Caddis probiert. Zwar waren da die Attacken etwas wenig aggressiv, aber es war deutlich schöner, die gut sichtbare Fliege zu verfolgen und so die Bisse zu sehen. Mein Entschluss, ne 4er Rute zu holen, steht damit. :)

    Ende gut alles gut? Leider nein. Es haben sich erhebliche Folgeprobleme ergeben: Ich hatte richtig fetten Drall auf dem Tippet und teils auf dem Vorfach. Ein Vorfach musste ich wegwerfen, das war nur noch ein Knäuel und selbst regelmäßiges "abstreifen" hat nicht geholfen. Das Problem trat bei beiden Fliegen auf. Ich vermute, dass die Fliege sich im Wurf oder beim Einholen dreht, wie ich das verhindern kann, ist mir aber ein Rätsel.
    Ich habe eine 6er Rute, 6er Schnur, 2,75cm Vorfach mit 18er Spitze und ein 16er-Tippet, das ich mit dem Clinch-Schlagschnurknoten verbunden habe, gefischt. Meine Schnur hat sich nur sehr selten "selbst getroffen" und das auch nur beim Steeple-Cast ( bekomme da manchmal keinen ordentlichen Loop hin, muss ich mal filmen und analysieren) und beim Werfen parallel zum Wasser (für den "Rückwärtswurf" und Reach-Casts, da schwänzelt der Loop durchaus mal, muss ich auch dran arbeiten).

    Wäre sehr froh, wenn ihr mir da helfen könnt!

    Vom Angeln noch ganz euphorische Grüße
    Colo
     
  6. Lajos1

    Lajos1 Well-Known Member

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    Colophonius

    Hallo,

    das mit den Döbeln (bei uns Aitel) erinnert mich an meine Anfangszeit mit der Fliege. Bei uns, an der Rednitz, war ein sehr guter Aitelbestand vorhanden und die gingen vor allem im Spätsommer/Frühherbst sehr gut auf die Trockene. Da waren Fänge von 20-30 Stück am Tag auch locker drin. Aber da auch selten etwas Größeres als 35 cm. Die Großen waren eher mit der Nymphe zu erwischen. Wobei beim Aitel die Schlauheit mit der Größe stark zunimmt. Ich habe bei uns schon öfters Aiteln mit über 60 gesehen, aber die sind so etwas von mißtrauisch, da bekam man nur ganz selten einen dran.
    Zum Verdrallen wie in Deinem Fall, das geschieht meistens in der Luft beim Werfen. Hat man bei manchen Fliegen mehr, bei manchen weniger bis überhaupt nicht.
    In Deinem Fall würde ich es mal mit einem kürzeren Vorfach und dickerer Spitze (0,18) probieren. Grundsätzlich kann man sagen: je größer die Trockenfliege desto mehr kann das mit dem Drall passieren.

    Petri Heil

    Lajos
     
  7. Colophonius

    Colophonius Angler

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    Hallo,

    zwei Fragen: hinsichtlich des Verdrallens, hat da jemand mit erfahrungen mit Wirbeln gemacht? J:sonsweden bietet ja zum Beispiel welche an. Der Drall hat mich schon sehr genervt.

    Frage 2: Ich habe mir jetzt tatsächlich die Rio Gold geholt und dafür entsprechend Geld auf den Tisch gelegt. Ich bin natürlich sehr gespannt auf den Praxistest, habe aber noch meine alte Fliegenschnur aufbewahrt. Diese würde ich gerne als "Übungsschnur" verwenden und ggf. auch mal interessierten Freunden leihen, ohne dass ich irgendeine Angst um meine teure Schnur haben muss. Kennt jemand eine super günstige Fliegenrolle der Klasse 6? Bremse, Verarbeitung, Linkshandbetrieb ist alles ziemlich nachrangig, die soll nur die Schnur fassen und diese dann so abgeben, wie ich will. Geangelt wird damit nur auf der Wiese. Soll so günstig wie möglich sein.
     
  8. Lajos1

    Lajos1 Well-Known Member

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    Hallo,

    Zur Frage eins: das mit Wirbeln. Ich habe noch nie mit welchen gefischt, ausser bei grossen Hechtfliegen, aber da hat es andere Gründe, da ich da ja auch ein Stahlvorfach dran habe. Habe auch sonst noch niemand damit fischen sehen. Mal ausprobieren? Obwohl ich mir das nicht so recht vorstellen kann, wie das funktioniert. Auf der Fliege ist ja kein Zug drauf, wie z.B. bei Spinnködern.
    Zur Frage zwei: da bist Du schnurmäßig ja gut aufgestellt. Das mit der alten Schnur/Übungsschnur machst Du schon richtig.
    Ich habe mal im Gerlinger Katalog nachgeschaut, die billigste ist die Okuma Airframe für 35,90.

    Petr Heil

    Lajos
     
  9. Thomas E.

    Thomas E. Member

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    Hi,

    ja, Micro Wirbel an der Schnurspitze verwenden Freunde für bestimmte "Fliegen", z.B. Popper oder Gurgler, die helfen gegen das Verdrallen sehr.

    Die Rio Gold ist eine sehr gute Schnur.
    Für mich ist die Schnur/ Profil neben dem Vorfach der wichtigste Teil, danach kommt erst Rute und Rolle.

    Etwas Drall in der Leine entsteht bei mir höchstens mal, wenn ich lange Zeit eine konstante Länge fische, dann zur Rolle hin.
    Wenige Würfe mit längerer Schnur und der Drall ist wieder raus.
    Einen Schnurkorb brauche ich höchstens am Meer, doch eher selten.
     
  10. Colophonius

    Colophonius Angler

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    Hallo ihr beide,

    @Lajos1 : Die Rolle ist gerade mal 10€ günstiger als meine genutzten Rollen und weit jenseits dessen, was ich mir vorgestellt habe. Im Prinzip könnte ich dir Schnur auch vor mir ins Gras legen, aber dann ist das Aufwickeln etwas viel Arbeit zum Üben.

    @Thomas E.

    Mir geht es nicht um Drall in der Hauptfliegenschnur. Der ist zwar auch ärgerlich und ein wenig nervig, wenn man aber an einem Fluss war, schnell beseitigt (ich habe einfach meine Fliegenschnur bis zum Backing runtergezogen, bisschen gewartet und dann wieder aufgekurbelt. Kam wunderbar gerade und drallfrei wieder zurück. Mir geht es um massiven Drall im Vorfach bzw. vor allem im Tippet. Am letzten Angeltag hatte ich vor allem mit einem Foam-Bug (80% der Zeit) und einer Elchhaar-Caddis (20% der Zeit) gefischt. Haken dürften 10er oder 12er gewesen sein, der Foam-Bug war etwa so groß wie mein Daumennagel, aber etwas schlanker. Das Tippet war so derartig verdrallt als hätte man das absichtlich gemacht. Sowas habe ich bisher nur gesehen, wenn ich fürs Feedern das Ende der Schlaufenmontage durch Drall versteift habe. Das hat sich dann bei einem misslungenen Wurf (ja, auch wenn ich grundsätzlich zufrieden mit meinen Würfen bin, kommen die dann doch dann und wann mal vor, gerade bei Aufregung) so mit meinem Vorfach verwickelt, dass ich das gesamte Teil wegschmeißen musste. Recherche hat bisher nur ergeben, dass das eben bei größeren Fliegen vorkomme und man ggf. mit dickerem Tippet-Material (in meinem Fall habe ich ne 0,16er verwendet) etwas vermeiden kann. Das so gefundene Ergebnis macht mich aber leider nicht so wirklich glücklich und ich suche nach Lösungen. ;)
     
  11. Thomas E.

    Thomas E. Member

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    Mit Schnurspitze meinte ich den Wirbel zwischen Schnur- Vorfach, reichte bisher, wenn überhaupt notwendig.
    Klar können auch bestimmte Trockenfliegen Drall entstehen lassen, dickeres (angepasstes) Tippet hilft etwas.
    Dann schalte doch einen kl. Kunststoff Wirbel oberhalb davon dazwischen...habe ich bisher nicht gebraucht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2019
  12. Colophonius

    Colophonius Angler

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    Hallo Thomas,

    danke für die Klarifizierung. Wenn weder du noch Lajos es als erfahrene Fliegenfischer bisher Wirbel gebraucht habt, dann muss der Fehler ja irgendwo auf meiner Seite liegen. Gibt es grobe Richtwerte, nach denen man seine Tippet-Stärke ausrichtet? Als passionierter Spinn- und vor allem Hechtangler sind alle meine Fliegen auf den ersten Blick "klein" ;).
     
  13. Lajos1

    Lajos1 Well-Known Member

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    Hallo,

    ja, die billigen und auch ihren Zweck erfüllenden, einfachen Rollen von früher gibt es kaum mehr.
    Eventuell mal bei ebay schauen? Als mein Sohn vor so rund 30 Jahren das Fliegenfischen anfing, hatte er eine einfache von DAM, welche damals so 15 DM kostete ohne Bremse, nur mit Knarre. Genügte vollauf.

    Petri Heil

    Lajos
     
  14. Lajos1

    Lajos1 Well-Known Member

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    Hallo,

    bei uns fische ich meist mit 16er Spitze, seltener mit 14er oder eventuell auch 18er. Ich fische oft in einem Mischgewässer und da kann schon mal auch ein Karpfen oder auch eine starke Barbe "vorbeikommen" vor ein paar Jahren mal eine gute 80er Barbe. In den ginklaren Gewässern in Slowenien gehe ich schon mal auf 12er runter, wenn ich merke, dass sie nicht so beissen wollen. In Österreich fische ich meist in einem kleinen, eisenhaltigen Fluss, hier sind die Forellen alles, aber nicht vorfachscheu. Da fischte ich früher durchaus auch mal mit einem 22er, wenn ich hinter einer starken her war. Nach mehrmaligen Pächterwechsel ist dieses einstige Spitzengewässer heutzutage nur noch normal und ich profitiere halt noch von meiner gut dreissigjährigen Erfahrung dort:).

    Petri Heil

    Lajos
     
  15. Thomas E.

    Thomas E. Member

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    Moin,

    die Stärke sollte der Fliegengröße angepasst sein. Die Fliege präsentiert sich dadurch besser.
    Richtwerte Fliegen Gr.
    18- 20 : 0.15- 0.12er
    14- 16 : 0.18- 0.16er
    10- 12 : 0.22- 0.18er

    Natürlich sollten dabei auch die vorhandenen Fische berücksichtigt werden.
    Bei Monofil ist zu bedenken, das es oft stärker ist, als angegeben. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2019
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