Entnahmefenster in Hamburg

Danielsu83

Active Member
Hallo Zusammen,

Hamburg hat scheinbar erkannt das ein Nachhaltiges Gewässermanagement sinnvoll ist und hat das Fischereigesetz überarbeitet.

Leider ist die Meldung sowohl bei Carpzilla als auch auf der Webseite der Stadt Hamburg etwas mager. Vielleicht können ja die Hamburg da ein paar konkrete Infos zu den Änderungen und Verbesserungen beitragen.

Mfg

Daniel
 

Lajos1

Well-Known Member
Hallo,

geht mich als Franke ja nichts an, aber wenn ich mir das Maß beim Hecht anschaue, 45-75 cm, 75 cm ist für mich die Untergrenze für die Entnahme eines Hechtes. Das heisst er muss da schon ein Dickerchen sein, dass ich den entnehme. Bei uns liegt vielerorts das Mindestmaß für den Hecht bei 60 cm. Was will man denn mit einem 50er Schniepel? Damit kein Mißverständnis aufkommt, ich fange das Jahr über so rund 25 Hechte über 60 cm, davon entnehme ich im Schnitt so ewa 5 mit 75-90cm. Darüber, falls überhaupt gefangen:rolleyes:, eher selten, darunter nur bei schwererer Verletzung. Aber 75 cm? Da geht der Hecht ja erst ansmile01.
Allerdings haben die Gewässer bei uns meist einen guten bis sehr guten Hechtbestand.

Petri Heil

Lajos
 

Andal

Teilzeitketzer
Also wenn ich so an Hamburg denke, an die Hafengewässer und somit an das größte Sedimentationsbecken weit und breit, dann fällt mir alles mögliche ein, nur eben keine Fischmahlzeit.
 

Taxidermist

Well-Known Member
@Lajos, die gehen halt von ihren Mickerfischen aus!

Und dieser Blödsinn von der Hipsterseite;
https://www.doctor-catch.com/de/blog/reviere/hamburg-neues-fischereigesetz-schonzeiten-mindestmasse
Dadurch werden nun nicht mehr nur die kleinen (untermaßigen) Fische, sondern auch die großen, für den Erhalt der Bestände besonders wichtigen Laichfische geschützt
(Hier fehlt zwar der sonst so beliebte Verweis auf die angeblich besseren Gene großer Laichfische?)

wird auch dich und mich irgendwann mal erreichen, dauert nur noch ein bisschen, bis sich dieses fadenscheinige Argument für ein Fangfenster bis in den Süden durchsetzt.(Wie bei allem anderen eigentlich auch!)
Mir hat übrigens immer noch niemand erklären können, was den Unterschied beim Laich, von einem sagen wir mal bei Entnahme 74cm langen Hecht und dem eines 80ers, geschonten Fisch, ausmacht?
Als damals Prof. Arlinghaus diese Studie veröffentlichte, war mir eigentlich schon klar, dass diese in der Zukunft von jedem Hansel für seine Träume von der Vorratshaltung kapitaler Fische, missbraucht und nach seinem Gusto interpretiert werden wird.

Jürgen
 

rheinfischer70

Active Member
Der eine entnimmt extra keine großen Laichfische und denkt an die Schadstoffbelastung und Erhaltung der Bestände.
Der nächste nimmt nur die dicken Hechte mit, um die kleineren zu schonen.
Bei der Angel- und Mitnahmedichte an vielen deutschen Gewässern brauchen wir uns um die mickrigen Hechtbestände keine Hoffnungen ohne vernünftige Maßregeln zu machen.
Mag sein, dass einige produktive Gewässer im Süden besser aufgestellt sind, aber an unserem 30ha Vereinssee vergeht kaum ein Tag außerhalb der Schonzeit, wo jede erreichbare Stelle nicht einmal angeworfen wird.

Also entweder eine enorme Reduktion der Angelstunden oder strenge Entnahmevorschriften zur Erhaltung der Bestände.
 

Andal

Teilzeitketzer
Im Klartext wird "Petri Heil!" geschrieben.
Im Subtext "Bäh, der hat und ich nicht!" gemeint.
Unterbewußt heißt es "Die ANDEREN müssen machen, damit ich auch dran komme!"
Einfach mal nachdenken und den Fischneid für ein paar Momente ausblenden!
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Als damals Prof. Arlinghaus diese Studie veröffentlichte,
Der hat es ja nur im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. In Nordamerika, wo sich viele Bestände sich weitgehend selber erhalten müssen, ist das schon ein alter Hut.

Ob sich die Hamburger Gewässer für diese Systematik eignen, kann ich als süddeutscher Laie nicht beurteilen. Wie die jeweiligen Maße zustande kamen, ebenfalls nicht.

Ich persönlich sehe das aber eher positiv.

Mag sein, dass einige produktive Gewässer im Süden besser aufgestellt sind, aber an unserem 30ha Vereinssee vergeht kaum ein Tag außerhalb der Schonzeit, wo jede erreichbare Stelle nicht einmal angeworfen wird.
Gibt es bei uns im Süden auch. Sind trotzdem gute Raubfischgewässer.

Darf halt nur 1 Raubfisch pro Tag entnommen werden, große Uferbereiche sind für Angler gesperrt, Boot/Belly etc. verboten.
 

Danielsu83

Active Member
Damit kein Mißverständnis aufkommt, ich fange das Jahr über so rund 25 Hechte über 60 cm, davon entnehme ich im Schnitt so ewa 5 mit 75-90cm. Darüber, falls überhaupt gefangen:rolleyes:, eher selten, darunter nur bei schwererer Verletzung. Aber 75 cm? Da geht der Hecht ja erst ansmile01.
Allerdings haben die Gewässer bei uns meist einen guten bis sehr guten Hechtbestand.

Petri Heil

Lajos

Moin,

75 cm finde ich auch sehr mager. Wir haben bei uns im Verein 95 CM eingeführt.

Und dieser Blödsinn von der Hipsterseite;
https://www.doctor-catch.com/de/blog/reviere/hamburg-neues-fischereigesetz-schonzeiten-mindestmasse

(Hier fehlt zwar der sonst so beliebte Verweis auf die angeblich besseren Gene großer Laichfische?)

wird auch dich und mich irgendwann mal erreichen, dauert nur noch ein bisschen, bis sich dieses fadenscheinige Argument für ein Fangfenster bis in den Süden durchsetzt.(Wie bei allem anderen eigentlich auch!)
Mir hat übrigens immer noch niemand erklären können, was den Unterschied beim Laich, von einem sagen wir mal bei Entnahme 74cm langen Hecht und dem eines 80ers, geschonten Fisch, ausmacht?
Bei uns war der Grund für die Einführung das in 3 Jahren mehrere Große Laichfische eins auf den Deckel bekommen haben und wir dann festgestellt haben das die Bestände danach schlechter geworden sind. Bzw. wir in den folge Jahren deutlich weniger Jungfische hatten und dementsprechend in den Folgejahren weniger im Mittelbau. Bei uns war es eine Rentnertruppe die auf ihre alten Tage das Gaff entdeckt hat und alles über 40 cm gegafft hat.

Darf halt nur 1 Raubfisch pro Tag entnommen werden, große Uferbereiche sind für Angler gesperrt, Boot/Belly etc. verboten.
Wir setzen da weniger auf das sperren von Ufern sondern eher darauf sinnvolle Grenzen bei der Entnahme zusetzen und das Gespräch mit den Mitgliedern zu suchen und eben auch mal auf der MV zu erklären wie so es vielleicht nicht so sinnvoll ist alles nieder zu knüppeln. Die meisten Mitglieder können da aber durchaus verantwortlich mit den Beständen umgehen.

Mfg

Daniel

Daniel
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Bei uns war der Grund für die Einführung das in 3 Jahren mehrere Große Laichfische eins auf den Deckel bekommen haben und wir dann festgestellt haben das die Bestände danach schlechter geworden sind
Endlich mal jemand, der praktische Erfahrungen beiträgt. So um die 90cm erscheint mir als Laie auch ne angemessene Größe.
Wie die Verhältnisse in Hamburg sind, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Wir setzen da weniger auf das sperren von Ufern sondern eher darauf sinnvolle Grenzen bei der Entnahme zusetzen und das Gespräch mit den Mitgliedern zu suchen
Halte ich auch für sehr sinnvoll.

An dem von mir beschriebenen Gewässer aber nicht möglich.

Die Verbote stammen nicht vom Bewirtschafter und Erlaubnisscheine sind für jedermann verfügbar.

An den Topstellen stehen da an Wochenenden bis zu 50 Angler aus aller Herren Länder in 5m Abstand.
Dort werden trotzdem regelmäßig Raubfische in beträchtlicher Größe gefangen. Sonst wäre da auch nicht so viel Betrieb.

Allerdings nicht von mir. Ich will beim Angeln in erster Linie meine Ruhe haben und meide deshalb dieses Gewässer.
 

Laichzeit

Well-Known Member
Die Hamburger Flüsse und Kanäle habe ich eher trüb und schlammig in Erinnerung. Wahrscheinlich gibt es dort wenig Kraut, dafür aber viele versenkte Fahrräder und Einkaufswägen als Laichsubstrat. Für Hechte sind das sehr schlechte Bedingungen und deshalb muss man dort stärker einschränken als in anderen Gewässern.
 

Danielsu83

Active Member
Hallo,

Endlich mal jemand, der praktische Erfahrungen beiträgt. So um die 90cm erscheint mir als Laie auch ne angemessene Größe.
Wie die Verhältnisse in Hamburg sind, kann ich natürlich nicht beurteilen.
War bei uns wirklich sehr auffällig. Zum einen in der Fangbuchauswertung und zum anderen wenn man einfach am See rum gelaufen ist. Bevor die großen Laichfische entnommen wurde, konnte man ohne Ende Junghechte und mittlere Hechte im Uferbereich sehen, und mit jedem Laichfisch der rausgekommen ist wurden das dann weniger.

Haben dann für verschiedene Fische groß zügige Entnahme Fenster eingerichtet ( Obergrenze war 15 % unter dem Durchschnitt der 5 % der Topfische der letzten 5 Jahre ). Anhand der Entwicklung der Hechtbestände war das dann auch für jedes Mitglied nachvollziehbar, die meisten fanden das sehr gut und es hat sich zumindest keiner beschwert.

Mfg

Daniel
 

Toni_1962

freidenkend
Auch ein 60ger Hecht ist ein Laichfisch, auch wenn er noch eine Gräte ist. Diesen zu entnehmen ist für MICH keine Nachhaltigkeit. Aber bin ja nicht in Hamburg, also nur aus südlicher persönlicher Sichtweise.

Praktische Erfahrung bei uns: Als die ganz kapitalen Hechte (richtig: ist relativ) aus den Gewässern waren, sind endlich wieder in schöner Stückzahl Hechte nachgekommen. Die Alterpyramide ist wieder erkennbar. Auch Erfahrung. Wir haben, wie die meisten Vereine inzwischen, das Schonmaß für Hecht bei 60. Da haben diese eben auch schon abgelaicht und fangen langsam mal an, vernünftige Größe für Entnahme zu haben.
 
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Uzz

Active Member
Mir hat übrigens immer noch niemand erklären können, was den Unterschied beim Laich, von einem sagen wir mal bei Entnahme 74cm langen Hecht und dem eines 80ers, geschonten Fisch, ausmacht?
Das muss dir auch niemand erklären. Deine Interpretation, dass das Entnahmefenster so ist, weil der 80er ein besserer Laicher oder aus anderen Gründen grundsätzlich schützenswerter als der 74er ist, ist schlicht falsch.

Es geht darum, dass man als wichtig erkannt hat, einen gewissen Bestand an älteren Fischen zu erhalten und deshalb schützen will. Das ist Hauptziel. Ein reines Mindestmaß bietet dies nicht. Idealerweise würde man gern einen Teil jeder älteren Generation dauerhaft schützen. "Ältere" steht bei mir immer für alle, die das Mindestmaß erreicht haben. Überlegen wir mal, wie man einen Teil der älteren Fische selektieren könnte, um ihn schützen zu können:

Variante-1) Genom des Fischs sequenzieren, Hashsumme drüber bilden, die mit durch 5 teilbarem Hash sind geschützt ==> würde genau 20% aller Tiere jeder Generation dauerhaft schützen. Die perfekte Lösung! Dummerweise nicht praktisch umsetzbar. (siehe Kriterium A)
Variante-2) frag den Fang nach seinem Vornamen, A-S in den Kochtopf, T-Z zurück ins Wasser ==> Was, wenn alle nur noch "Zoe" heißen? Funktioniert nicht. (siehe Kriterium B)
Variante-3) alle Fische mit durch 5 teilbarer Länge in cm zurücksetzen ==> funktioniert nur zu einem konkreten Zeitpunkt, nicht dauerhaft. Der im Frühjahr geschützte 65er wird im Sommer zum 66er Opfer. (siehe Kriterium C)

Wenn man einen Teil der Älteren schützen will, brauch man ein
A) leicht zu bestimmendes Merkmal, was
B) auf einen gezielt festlegbar großen Anteil der "Zielgruppe" zutrifft und
C) beim geschützen Exemplar langfristig erhalten bleibt.

Das 'Entnahmefenster' ist an der Stelle lediglich eine _praktikable_ _Notlösung_ des Problems: Das Hauptziel, einen Teil der älteren Fische unter Schutz zu stellen, wird erfüllt.(Punkt!) Das Ideal, einen festen Anteil jeder einzelnen Generation permanent unter Schutz zu stellen, wird verfehlt. Das 'Entnahmefenster' ist also keine wundervolle Traumlösung, die alle Wünsche erfüllt. Nach Kriterium B) schneidet es mit der Selektion nach Länge ziemlich mies ab. Es ' lebt von der bloßen Hoffnung, dass von den Fischen, die die Untergenze(=UG) überschreiten, angemessen viele bis zum Erreichen der Obergrenze(=OG) überleben, um damit ins Lager der Geschützen unter den Älteren zu wechseln. Wenn das in der Praxis nicht klappt, wird das Fenster verkleinert bzw. vergrößert.

Beim Bekritteln des _Konzepts_ des Entnahmefensters sollte man mMn nicht allzu forsch auftreten, solange man keine Alternative parat hat, die die o.g. Kriterien A) bis C) besser erfüllt, um einen Teil der Älteren zu schützen. Das Bekritteln der konkreten UG/OG-Zahlen des Fensters ist eine andere Baustelle und in Ordnung.

Uzz
 
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fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

@Toni

Ökosysteme sind unterschiedlich, da können die gleichen Maßnahmen durchaus unterschiedliche Folgen haben.
ja, ja, die 60er Hechte.

So ganz schlau werde ich aus deinem Post aber auch nicht.

Diesen zu entnehmen ist für MICH keine Nachhaltigkeit
Da haben diese eben auch schon abgelaicht und fangen langsam mal an, vernünftige Größe für Entnahme zu haben.
Muss man das verstehen? Soll man den 60er nun entnehmen oder nicht? Und wenn nicht, warum?

Auch beim Thema Nachhaltigkeit haben wir vermutlich unterschiedliche Sichtweisen.

Nachhaltigkeit heißt für mich, nur den Überfluss abzuschöpfen. Dass nur soviel Fischmasse entnommen wird, wie in einem Jahr zum Grundbestand zuwächst. Damit das Grundbestand eben gleich bleibt.

Wenn die Entnahme für Angler nicht in kg sondern in Stück geregelt ist, macht es von der Fischmasse her schon nen ziemlichen Unterschied, ob ein Angler lauter 60-70er oder lauter 90+ entnimmt. Und laut Darwin müsste das auf Dauer auch zu kleinwüchsigeren Individuen führen.

Die Alterpyramide ist wieder erkennbar.
Wer übernimmt eigentlich in der Natur das gezielte Abfischen der kapitalen Hechte? Die haben doch so gut wie keine natürlichen Fressfeinde mehr. Dann müsste also in naturbelassenen Gewässern ohne Befischung die Alterspyramide nicht in Ordnung sein?
 

Toni_1962

freidenkend
Was ist daran nicht zu verstehen?
Zunächst aber gebe ich dir recht: Ökosysteme sind verschieden; deswegen widerspreche ich ja jedlicher pauschalen "Vorbildlichkeit".

Einen 60ger Hecht darf bei uns entnommen werden, darunter nicht, was im Begriff "Mindestmaß" ausgedrückt ist. Ob du ihn aber entnimmst oder nicht, ist deine Sache.
Aber was ich sagte: Ein 60ger Hecht hat schon abgelaicht und ist für die Entnahme von der Größe eher bereits vernünftiger als die Sniepel.

ICH fange Fische zunächst nach Stückzahl, nicht nach Biomasse. Als Bewirtschafter setze ich auch primär die Stückzahl. Besatzpolitik geht durchaus nach Fängigkeit in einem Gewässer.

Die Gendiskussion, Darwin, ist eine komplizierte wie auch lustig vergewaltigte Diskussion. Zunächst muss bewiesen werden, und das hat meines Wissens nach auch Arlinghaus nicht, lasse mich aber besseren belehren, dass es wesentlich unterschiedliche "Stämme" von Hechten in einem Gewässer gibt: die kleinwüchsigen und die großwüchsigen. Denn nur dann geift Darwin. Wenn es aber nur einen "Stamm" gibt, dann ist der Genpool weitergegeben und es ist irrelevant, wie groß der Hecht entnommen wird, denn der 10cm Hecht und der 100cm Hecht haben diese Gene, Gene werden vererbt und wachsen nicht mit.

In der Natur gibt es kein gezieltes Abfischen, deswegen waren ja in den Gewässern wenige kapitale Hecht, aber kaum Nachwuchs. Insgesamt eine gringere Stückzahl an Hechten.
So kann es ja in naturbelassenen Gewässern bleiben, aber erwünscht ist die Stückzahl, die zu fangen ist und die läßt sich durch "Hegefischen" beeinflussen.
 
Zuletzt bearbeitet:

rheinfischer70

Active Member
Um es einfacher zu machen. Es geht darum, genügend Laichfische im Gewässer zu lassen. Zusätzlich wird einer Petaanzeigen vorgebeugt, wenn anglerisch attraktive Arten nicht getötet werden und der Bestand gut wird oder bleibt.
 
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