Entnahmepflicht-Auswirkungen?

Dieses Thema im Forum "Wallerangeln" wurde erstellt von rheinfischer70, 18. Juni 2018.

  1. Seele

    Seele Böhser Siluro Mitarbeiter

    Registriert seit:
    1. Februar 2007
    Beiträge:
    7.902
    Zustimmungen:
    320
    Ort:
    Hiltenfingen
    Also in den Gewässern in den in bis jetzt gefischt habe, gerade in Vereinsseen, hat der Waller kaum einen Einfluss auf die Bestandsdichte der Weißfische. Max. reduziert er etwas auf die Satzforellen, aber die dezimiert der Angler sowieso viel stärker als der Waller.
    Die großen Waller sind meist eh sehr erfahrene Tiere und die gehen dem unerfahrenen Angler eher selten ans Gerät. Deswegen wirkt sich das Entnahmegebot eher begrenzt auf den Bestand aus.
     
  2. rheinfischer70

    rheinfischer70 Active Member

    Registriert seit:
    9. Januar 2014
    Beiträge:
    540
    Zustimmungen:
    41
    Komisch, dass das kein Gewässerwart oder Angler beim Zander fordert. Im Gegenteil, der nichteinmal heimische Räuber wird oft noch besetzt.
     
  3. Orothred

    Orothred Well-Known Member

    Registriert seit:
    13. Juni 2018
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    450
    Zander nicht heimisch? Was?
     
  4. fishhawk

    fishhawk Well-Known Member

    Registriert seit:
    8. April 2001
    Beiträge:
    2.528
    Zustimmungen:
    365
    Hallo,

    Wenn ich mich nicht irre, kam der Zander ursprünglich nur im östlichen Teil Deutschlands vor, wenn überhaupt. Deshalb wurde ja auch in Hessen die Schonzeit aufgehoben und ein Besatzverbot für Fließgewässer erlassen.

    Zum Wels:

    Wir haben hier in der Gegend einen See, der noch bis zu Beginn des Jahrtausends als eines der besten Schleiengewässer der Gegend galt. Ein halbes Dutzend Tincas zwischen 40 - 60cm waren da an einem guten Vormittag möglich.

    Vor ca. 15 Jahren wurden dann plötzlich die ersten Welse gefangen, woher die kamen wusste angeblich keiner. So wie die Welsfänge zunahmen, nahmen in der Folge die Schleienfänge ab. Konnte man schön an den Fangstatistiken ablesen.

    Mittlerweile ist dort der Fang einer einzigen Schleie schon ein seltenes Ereignis. Statistisch gesehen kommen jetzt 15 gefangene Welse auf eine Schleie. Andere offensichtliche Einflussfaktoren haben sich nicht wesentlich verändert.

    Könnte natürlich ne zufällige Korrelation sein, aber ich selber glaube nicht, dass die Waller da völlig unbeteiligt am Rückgang der Schleien waren.
    Beweis ist das natürlich keiner.

    Der Wels hat dort jedenfalls weder Schonzeit noch Schonmaß, die Fangzahlen gehen aber deshalb auch nicht zurück.

    Kann aber an anderen Gewässer wieder unterschiedlich sein. Ökosysteme sind oft nur bedingt vergleichbar.
     
  5. Orothred

    Orothred Well-Known Member

    Registriert seit:
    13. Juni 2018
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    450
    Verwechselst du das grad mit dem Wolgazander?
     
  6. Nemo

    Nemo Heckbremser

    Registriert seit:
    30. Juli 2018
    Beiträge:
    756
    Zustimmungen:
    573
    Ort:
    Essen
    Dem Zander wurde wohl ein wenig bei der Verbreitung in Westeuropa geholfen, allerdings hätte er das aufgrund der Kanäle auch alleine geschafft. Siehe Wolgazander, der hat es auch alleine bis in den Rhein geschafft.
     
  7. fishhawk

    fishhawk Well-Known Member

    Registriert seit:
    8. April 2001
    Beiträge:
    2.528
    Zustimmungen:
    365
    Hallo,

    Nein, ich kann lucioperca und volgensis nicht nur am Wasser unterscheiden.

    Und die Hessen auch, denn dort wurde auch lucioperca als allochthone Art eingestuft, deshalb keine Schonzeit und Besatzverbot für Fließgewässer.

    Beim Wels wird dies in vielen Gewässern ebenso gesehen.

    Hat z.B. in Bayern kein Schonmaß und keine Schonzeit mehr und z.T. gibt es auch Besatzverbote.

    Im Gegensatz zu einigen Vorschreibern hier, kenne ich auch Gewässer, wo sich nach der Invasion der Welse die Zusammensetzung der Fischbestände deutlich verändert hat. Schleie und Aal extrem selten geworden, dafür pro Schleie laut Statistik jetzt ca. 15 Welse, pro Aal sogar 20.
    Zander sind nicht ganz so stark rückläufig, aber auch hier auf 1 Zander 2 Welse. Rotfedern werden in der Fangstatistik nicht separat erfasst, aber nach meiner Beobachtung hat es die auch sehr stark erwischt.

    Ist aber wie gesagt kein Beweis, nur ne Vermutung. Könnte theoretisch auch ne zufällige Korrelation sein, was ich aber nicht unbedingt glaube.

    Für so harmlos wie hier oft dargestellt, halte ich Welsbesatz jedenfalls nicht. Und einmal im Gewässer wird man ihn mit der Angel auch kaum wieder los werden.
     
  8. Nemo

    Nemo Heckbremser

    Registriert seit:
    30. Juli 2018
    Beiträge:
    756
    Zustimmungen:
    573
    Ort:
    Essen
    So ein Wels kloppt sich schon ordentlich was weg. Bilder vom Mageninhalt von Welsen gibts genug. Große Schleien sind da gerade mal durchschnittliche Mahlzeiteinheiten.
    Das schöne dabei ist, der Wels schmeckt sehr gut :)
     
  9. Brillendorsch

    Brillendorsch Teilzeitangler

    Registriert seit:
    15. Februar 2007
    Beiträge:
    3.343
    Zustimmungen:
    723
    Ort:
    Raum Zweibrücken
    es ist schon erstaunlich, dass es Kollegen gibt, die felsenfest glauben, Waller und Zander gäbe es in Deutschland
    schon immer und überall.
    Das behauptet der NABU vom Kormoran auch
     
  10. Uzz

    Uzz Active Member

    Registriert seit:
    27. Juli 2018
    Beiträge:
    115
    Zustimmungen:
    92
    Kann man wirklich von "alleine geschafft" reden, wenns nur dank der Kanäle klappt? Diese unnatürlichen Querverbindungen zwischen den eigentlich gut getrennten großen Strömen (außer via Meer) sind doch fast eine Liga mit "aus Versehen im Ballastwasser von Schiffen von A nach B gekommen". In beiden Fällen geht ohne Mensch gar nix.


    Apropos Entnahmepflicht Waller:
    Wenn sich Angler so an eine Entnahmepflicht für Waller halten würden, wie sie sich hier an die für Grundeln halten, wäre die Pflicht nur ein Papiertiger.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. April 2019
  11. Nemo

    Nemo Heckbremser

    Registriert seit:
    30. Juli 2018
    Beiträge:
    756
    Zustimmungen:
    573
    Ort:
    Essen
    Ja ok, ich dachte es geht um Besatz. Was ist denn jetzt das Problem am Zander...

    Ich finde beide sehr lecker :silly
     
  12. Trollwut

    Trollwut Angeln-mit-Stil

    Registriert seit:
    24. Mai 2013
    Beiträge:
    4.505
    Zustimmungen:
    186
    Ort:
    Rottenburg
    Guter Vergleich.
    Hier wurden Grundelhegefischen ohne Ende veranstaltet, über Jahre wahrscheinlich Millionen Grundeln getötet und entnommen und gebracht hat es - nüscht.
     
  13. rheinfischer70

    rheinfischer70 Active Member

    Registriert seit:
    9. Januar 2014
    Beiträge:
    540
    Zustimmungen:
    41
    Bei der Entnahmepflicht ist es doch so, dass die spezialisierten Wallerfischer in der Regel ein Interesse daran haben, die Bestände zu erhalten. Damit werden diese die Entnahmepflicht ignorieren beziehungsweise in eine selektive Entnahme essbarer Mittelfische umwandeln oder das Gewässer ganz meiden. Bei einer Karpfenentnahmeplicht wäre es dasselbe.

    Der Kochtopfangler fängt Welse in der Regel als Beifang und würde diese unabhängig von einer Entnahmepflicht entnehmen. Da diesem in der Regel die Fähigkeiten zum Welsfang fehlen, hat dieser nur minimale Auswirkungen auf den Bestand.

    Damit führt die Entnahmepflicht nur zum Stress auf Vereinsebene, auch wenn das Verhältnis von Wallerbefürwortern zu Wallergegnern wahrscheinlich bei 1 zu 10 steht.

    Beim viel weniger einheimischen und oft ökologisch bedenklichen Zander ist das Verhältnis aus Befürwortern zu Gegnern umgekehrt zum Waller.
     
  14. oberfranke

    oberfranke Active Member

    Registriert seit:
    31. Dezember 2013
    Beiträge:
    652
    Zustimmungen:
    35
    Ort:
    Wiesenttal
    Na dann klär uns bitte mal auf.
    Nicht über das "überall" sondern über das "immer".
    Danke
     
  15. fishhawk

    fishhawk Well-Known Member

    Registriert seit:
    8. April 2001
    Beiträge:
    2.528
    Zustimmungen:
    365
    Hallo,

    Oberfranken ist ja ein klassisches Beispiel.

    Besatzverbot und Rücksetzverbot für Waller in Fließgewässern und angeschlossenen Baggerseen, gleichzeitig dort ganzjährige Schonzeit für Rotfedern.

    Ob das nun was miteinander zu tun hat, weiß ich nicht.

    Aber anscheinend ist die Fachberatung der Meinung, dass man die Welse dort besser kurz halten sollte.
     
  16. oberfranke

    oberfranke Active Member

    Registriert seit:
    31. Dezember 2013
    Beiträge:
    652
    Zustimmungen:
    35
    Ort:
    Wiesenttal
    Es gibt auch in einigen Flüssen der fränkischen Schweiz ein Besatz- und Rücksetzverbot für Regenbogenforellen.

    Ich angle jetzt seit etwa 40 Jahren.
    Auffallend ist, das in den letzten Jahren der Bestand an Rotaugen, Rotfedern, Brachsen, Schleien, Karauschen und Aalen deutlich ja teils sehr deutlich zurückgegangen ist.
    In einem Baggersee in dem vor 40 Jahren der erste Ü2Meter Waller gefangen wurde, gab es damals noch diese Arten so häufig das es z.b eine Entnahmepflicht für Brachsen gab.
    Der Waller ist groß, unheimlich und Geheimnis umwittert und wagt es dazu hin und wieder mal das Angelzeug zu zerlegen wenn er als Beifang an der "falschen" Angel hängt.
    Ich bin als leidenschaftlicher Wallerangler auch der Meinung das wir die Bestände nicht künstlich erhöhen dürfen, ihn als Generalschuldiger hinzustellen ist zu einfach.
    Da gibt es viel potentere Bestandsvernichter leider haben die wenn auch unberechtigt, ne bessere Lobby.
     
  17. rheinfischer70

    rheinfischer70 Active Member

    Registriert seit:
    9. Januar 2014
    Beiträge:
    540
    Zustimmungen:
    41
    Es geht ja mehr darum, dass Angler wieder Einschränkungen hinnehmen müssen, ohne dass es erfolgsversprechend ist.
    Es kann sein, dass du durs Releasen aus dem Verein fliegst.
    Also bleibt der Wallerangler zu Hause, da er nicht einsieht, seinen Lieblingsfisch wahllos anzuschlagen.
    Die anderen haben nur Glücksfänge
     
  18. Nemo

    Nemo Heckbremser

    Registriert seit:
    30. Juli 2018
    Beiträge:
    756
    Zustimmungen:
    573
    Ort:
    Essen
    Ein Wallerangler ist einer, der gezielt auf Waller angeln geht. "Die anderen" fangen Waller z.B als Beifang beim Spinnfischen. Also "Glücksfänge". Soweit klar. Aber was willst du damit sagen?
     
  19. Brillendorsch

    Brillendorsch Teilzeitangler

    Registriert seit:
    15. Februar 2007
    Beiträge:
    3.343
    Zustimmungen:
    723
    Ort:
    Raum Zweibrücken
    was gibt es da aufzuklären?
    überall und immer ist dabei nicht zu trennen.
    Oder glaubst Du auch, dass es überall in Deutschland schon immer Zander und Waller gab?
     
  20. fishhawk

    fishhawk Well-Known Member

    Registriert seit:
    8. April 2001
    Beiträge:
    2.528
    Zustimmungen:
    365
    Hallo,

    Besatz- und Rücksetzverbote legt die Fachberatung im Sinne der Fischhege fest und zwar nicht nur dort und nicht nur für Rebo sondern z.T. auch für Aal, Hecht, Bachsaibling und Flussbarsch. Also nicht nur der Wels allein ist mancherorts unerwünscht. Von Zandern hab ich da allerdings nichts gelesen.

    So schlau sind aber nicht alle. Die Fälle hatten wir hier im Forum auch zu Genüge. Specimenhunter haben oft nen anderen Blickwinkel als Fachberater und Gewässerwarte. Dezimieren lässt sich der Welsbestand durch Angler schon, vor allem die Halbstarken beißen ja im Sommer in manchen Gewässern wie blöd. Da fangen Aal- und Karpfenangler deutlich mehr Waller als ihre Zielfische. Aber auch wenn es dann etwas weniger werden, los wird man die Schnauzbärte dadurch wohl nicht wieder.

    Hängt wahrscheinlich vom jeweiligen Gewässer und ner Kombination mehrerer Faktoren ab. Alleinschuldiger dürfte er meist ebensowenig sein wie völlig Unschuldiger.
     

Diese Seite empfehlen

  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden