Fangbegrenzung Ostsee Dorsch für Angler 2022

rustaweli

Well-Known Member
Hi, teilweise hat Greenpeace recht. Problematisch finde ich den Teil, wo die handwerkliche Küstenfischerei in Schutz genommen wird und ein Verbot für Angler gefordert wird. Pandemie - und bestandsbedingt haben die Angler in den letzten Monaten kaum Dorsch gefangen! Die Kutter sind lange nicht gefahren und teilweise waren auch die Sportboothäfen gesperrt. An dem plötzlichen Kollaps können die Angler folglich keinen großen Anteil haben.
Gibt es eigentlich eine nachhaltigere Fischereimethode, als das Angeln?
Vielleicht sind wir ja auch längst über die Schuldfrage hinweg und es muß tatsächlich konsequent gehandelt werden?
Meine ja nur.
Zur Zeit läuft einfach alles S....e und das wir derzeit Ressourcen von 3 Erden pro Jahr brauchen kommt nicht von ungefähr.
Aber was weiß ich.
Mir tut es jedenfalls für alle leid. Für die Fische, Meere, Angler, beruflichen Existenzen usw.
 

punkarpfen

Well-Known Member
Hi, die Schuldfrage hilft dem Dorsch im Moment sicherlich nicht mehr. Es bleibt zu hoffen, dass parallel zu den Schutzmaßnahmen auch günstige Bedingungen bzgl. Salzwassereinströmung und Temperaturen herrschen werden.
Man darf aber nicht vergessen, dass die Einführung des Baglimits dem Dorschbestand erheblich mehr geschadet, als genutzt hat. Die Fische, welche die Angler dadurch theoretisch weniger fangen, wurden praktisch auf die Quote der Berufsfischerei zugerechnet. Mit dem Unterschied, dass es für die Trawler kein Problem ist, die Quote auszuschöpfen.
 

Brillendorsch

Teilzeitangler
OK, dem Dorsch in der Ostsee geht es sehr schlecht, da müssen rigorose Einschränkungen wohl sein.
Dennoch frage ich mich, ob es wirklich nur noch diesen einen Jahrgang gibt. Dieser Jahrgang erreichte schon vor 2-3 Jashren das Mindestmaß.
Woher stammen jetzt die vielen Untermaßigen Dorsche, die in letzter Zeit gefangen wurden?
Es ist zwar der Bestand geschrumpft, aber einzelne Fische wohl kaum.
 

hans albers

rollin rollin rollin
ich frage mich, warum nicht auch zeitgleich endlich schutzgebiete kommen
wo KEINER (gar keiner!) fischen/angeln darf.

nebenbei, wäre das auch weltweit kein schlechtes unterfangen.
 

rippi

Pokemon-Trainer
ich frage mich, warum nicht auch zeitgleich endlich schutzgebiete kommen
wo KEINER (gar keiner!) fischen/angeln darf.

nebenbei, wäre das auch weltweit kein schlechtes unterfangen.
Falsch, die Lösung für die Ostsee wäre einfach jegliche Fischerei auf die Fischerei mit der Rute zu beschränken. Und ich denke, dass man alle küstennahen Gewässer so schützen sollte. Die Versorgung mit küstennah fangbaren Fisch erfolgt dann halt ausschließlich über die Angler.
 

Elbe Los 2

Active Member
Falsch, die Lösung für die Ostsee wäre einfach jegliche Fischerei auf die Fischerei mit der Rute zu beschränken. Und ich denke, dass man alle küstennahen Gewässer so schützen sollte. Die Versorgung mit küstennah fangbaren Fisch erfolgt dann halt ausschließlich über die Angler.
Das klingt zu schön um wahr zu werden
 

hans albers

rollin rollin rollin
Falsch, die Lösung für die Ostsee wäre einfach jegliche Fischerei auf die Fischerei mit der Rute zu beschränken. Und ich denke, dass man alle küstennahen Gewässer so schützen sollte. Die Versorgung mit küstennah fangbaren Fisch erfolgt dann halt ausschließlich über die Angler.
ich schrieb "zeitgleich"...

das schutzgebiete helfen können, weiss man aus anderen teilen der welt.
 

Anglerboard Redaktion

Administrator
Teammitglied
Wir haben einen weiteren Kommentar zu der Thematik.:

Es kommentiert Lars Wernicke vom Wassertourismus in SH e.V.:

"„Für uns sind die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden. Wir haben seit Jahren ein Stopp der Schleppnetzfischerei in der Ostsee gefordert, da wir diese Art der Fischerei als das größte Problem für die Fischbestände in der Ostsee ansehen. Leider wurden unsere Warnungen von der Politik ignoriert. Im Gegenteil, Angler werden bei der Verteilung der Fangmengen seit 2017 gegenüber der Fischerei immer wieder deutlich benachteiligt und auch jetzt sind wir unterm Strich nur in Mithaftung für die jahrzehntelange Überfischung durch die Erwerbsfischerei genommen worden. Das ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht eigentlich Wahnsinn, denn die wirtschaftliche Bedeutung des Meeresangelns wird bei diesen Entscheidungen nicht berücksichtigt. Das nachhaltiges und selektives Angeln immer mehr beschränkt wird und die Politik gleichzeitig vom Schutz der Meere und Fischbestände redet, ist für uns völlig unverständlich. Wir hatten dem BMEL sowie der EU im Vorfeld der Ratssitzung verschiedene Alternativen zum Baglimit von einem Dorsch aufgezeigt, u.a. ein Entnahmefenster von 42cm bis 75cm sowie eine verlängerte Schonzeit bereits ab 01.Januar beginnend. Diese Vorschläge wurden von der Politik jedoch nicht einmal diskutiert. Wir machen aber natürlich trotzdem weiter. Viele Jahre waren die Hochseeangelschiffe nur für das Dorschangeln bekannt. Was dabei immer ein wenig unterging, ist die eigentliche Vielfalt der Ostsee. Denn neben dem Dorsch gibt es mit Plattfischen, Wittlingen und im Sommer auch Makrelen gute und schmackhafte Alternativen für Angler vom Angelkutter, aber auch vom Kleinboot. Das werden wir jetzt verstärkt in den Vordergrund stellen, nicht nur mit unserer bereits im Frühjahr begonnenen Kampagne zum Meeresangeln. Das Erlebnis Meer ist mehr als nur Dorsche fangen.. Wir begrüßen seit zwei, drei Jahren immer mehr Neulinge an Bord der Schiffe, insbesondere auch immer häufiger Familien mit Kindern. Unser Marketing scheint erste Früchte zu tragen.“
 

Waidbruder

Active Member
Es ist schon lange Zeit für niedrigere Entnahmen....
Der kommerzielle Fischfang sollte in der Ostsee komplett verboten werden.
Das Argument der Berufsfischer die sich ihrer Existenzgrundlage beraubt fühlen kann ich nicht im geringsten Teilen....
Niemand sollte von der Ausbeutung der Natur seinen Lebensunterhalt bestreiten können, auch wenn das vielleicht früher mal so war.
Müssen sich die Fischer eben nen anderen Job suchen. Hoffe nur, dass sie jetzt nicht die Boddengewässer auf der Jagd nach Hecht und Zander leeren...
Es sollte für uns Angler auch Jahreskontingente geben statt Tageslimits...
Z.B.
10 Dorsch
2Lachse
20 Kg Hering
5 Hechte
5Zander
5 Mefos
Das würde die Angeltouristen nicht so sehr einschränken.....
Wie soll denn die Einhaltung der Jahreskontigente festgehalten und überprüft werden. Das klingt nach viel zusätzlicher Bürokratie, die am Ende auch gar nicht überprüfbar ist.
 

MeFo-Schreck

Well-Known Member
Hi,
betrachtet man die Fangzahlen der Berufsfischerei und addiert dazu noch die Menge an Fisch, die von Robben, Schweinswalen und Kormoranen vertilgt wurde, dann kommen mir die Anglerfänge geradezu irrelevant vor.
Es wird gerne behauptet, dass Angler fast genauso viel fangen, wie die Berufsfischerei, aber das ist schlichtweg falsch. MMn. fangen Angler wenig, wenn der Bestand schlecht ist und mehr, wenn es dem Bestand gut ist
Kannst Du diese Meinung auch wissenschaftlich belegen?
Darüber hinaus, der Fang von Robben , Schweinswalen und Co ist VÖLLIG natürlich und gab es schon immer und spielt in der kompletten Dezimierung des Dorchbestandes damit KEINERLEI Rolle.
Aufgrund des niedrigen Bestandes spielt eben der Fang von Anglern bei der Gesamtmenge relativ eben doch eine gewichtige Rolle, speziell wenn wie bisher üblich gerne und oft genau in der Laichzeit (Februar bis April) die sich dann findenden Schwärme gezielt befischt und dezimiert wurden.
 
Zuletzt bearbeitet:

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,
und spielt in der kompletten Dezimierung des Dorchbestandes damit KEINERLEI Rolle.
Wenn ein Bestand geschwächt ist, spielt es m.E. keinerlei Rolle, wer denn nun Fische dezimiert. Zuviel Entnahme bleibt zuviel Entnahme.

Allerdings bin ich schon der Meinung, dass eher die Entnahme durch den Menschen reguliert werden sollte. Robben und Schweinswale haben ja deutlich weniger Alternativen was die Ernährung angeht.

spielt eben der Fang von Anglern bei der Gesamtmenge relativ eben doch eine gewichtige Rolle,
Die Anglerfänge sind zwar nicht zu vernachlässigen, machen aber m.W. laut Thünen nur noch 22% aus, früher ca. 33%.

Der Löwenanteil entfällt also nach wie vor auf die Berufsfischer, wobei deren "discard" da vermutlich nicht mitgerechnet wurde.

Dass da die einzelnen Beteiligten sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben , hilft dem Dorsch vermutlich auch nicht viel weiter.

Irgendwann ist vermutlich mal der kritische Punkt erreicht, dann ist es im Nachhinein egal, wer denn nun der Hauptschuldige gewesen ist.

Ist ja nicht so, dass es keine abschreckenden Beispiele gegeben hätte, siehe Neufundland.
 

Professor Tinca

1. Ükelchampion
Teammitglied
Darüber hinaus, der Fang von Robben , Schweinswalen und Co ist VÖLLIG natürlich und gab es schon immer und spielt in der kompletten Dezimierung des Dorchbestandes damit KEINERLEI Rolle.

Mit Sicherheit doch - egal ob natürlich oder nicht.
Oder meinst du 30.000 Robben fressen genauso viel 2500?(rethorische Frage;))
Fischer sind Fischer, ob nun Mensch oder Tier und das wirkt sich auf den Fischbestand aus.

„Die gesamte Population in der Ostsee beträgt im Moment wieder über 30.000 Tiere. Das ist ein schöner Erfolg des Artenschutzes. Wir hatten in den 1980er-Jahren einen Tiefststand von rund 2500 Tieren in der gesamten Ostsee.“

Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.d...ige-robbe.1001.de.html?dram:article_id=495785

Btw: Robben werden mancherorts gern gegessen und sollen gut schmecken.
 

punkarpfen

Well-Known Member
Hi,
es gibt in der Ostsee derzeit etwa 30000 Robben, die etwa 5 Kilo Fisch pro Tag fressen. Das ist natürlich nicht nur Dorsch, sondern ein Mix.
Dazu kommen in Deutschland noch etwa 25000 Kormorane in Ostseenähe, die auch ein Pfund am Tag pro Schnabel verputzen.
Die 42000 Schweinswale vertilgen auch 4,5 Kilo Fisch am Tag.
Das soll sicherlich kein Aufruf sein, Robbenbabies totzuknüppeln, aber jede Erfolgsmeldung, dass sich irgendein Bestand sehr gut erholt hat, ist nicht ohne Kehrseite. Für den Kollaps des Bestands sind also viele Dorschkonsumenten schuldig. In der Berichterstattung wird aber häufig zu einseitig dargestellt wer schuldig ist.
 

MeFo-Schreck

Well-Known Member
Btw: Robben werden mancherorts gern gegessen und sollen gut schmecken.
Ein Freund von mir mit Jagdschein in Norwegen beschreibt Robbenfleisch so, dass sie eigentlich nur als Futter für Schlittenhunde taugen! ab86

Ein Bestand mit 30.000 Tieren konnte sich nur entwickeln, weil entsprechend Futter für den Nachwuchs vorhanden war. Sollte der Bestand nur auf dem Dorsch basieren (was er nicht tut) , wird er auf jeden Fall demnächst einbrechen!
Allerdings sind Robben immer hinter dem Futter hinterher, was für sie als leichtestes zu bekommen ist, zur Zeit vermutlich Plattfische.
Den Robben im Speziellen den Niedergang der Dorschbestände in der Ostsee anzuhängen ist schlicht abstrus und absurd
 

MeFo-Schreck

Well-Known Member
Die Robben sind nur ein Faktor.
Genau das sage ich doch:
"Den Robben im Speziellen den Niedergang der Dorschbestände in der Ostsee anzuhängen ist schlicht abstrus und absurd"
Natürlich sind sie ein Faktor beim Gesamtbestand, 30.000 fressen mehr als 2500, keine Frage aber für die Ausrottung den Robben allein den "schwarzen Peter zuzuschieben" ist eben schlicht Unsinn.
Über den "eigenen Durst" hinaus konsumiert eigentlich nur der Mensch, sei es mit Rute und Rolle (der schonendere Weg) oder recht zerstörerisch mit Netzen.
 

punkarpfen

Well-Known Member
Hi, ich denke da sind wir uns alle einig, dass die Robben nicht die alleinige Schuld an dem Dorschkollaps haben. Hier sind mehrere Faktoren zusammengekommen, die dem Dorschbestand zugesetzt haben. Den "Todesstoß" versetzt hat definitiv die hocheffiziente Berufsfischerei mit den großen Trawlern.
 
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