Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Piketom

Member
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Und wieder wird die Marketingmaschine auf Höchstdrehzahlen gebracht.

Ich habe mal eine zeitlang recherchiert auf welche Köder die grössten Hechte (ü 20kg) Welt gefangen wurden,weil mich interessiert hat wie die alten und cleveren Hechtdamen so ticken.

Viele wurden im oldschoolstyle überlistet...sprich auf Blinker,Wobbler und Köderfisch;)

Warum sollte sich das Verhalten der Fische ändern?

Mag jeder handhaben wie er will...doch ist das schon ein gewaltiger Hype der da um alles und jeden gemacht wird|rolleyes
 

Gast

Gesperrter User
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Ich sage: Mir ist die Wissenschaft wurscht. Ich will schöne Köder haben, gerne auch mit Glitter ;)
Und schmecken müssen sie, ich würde meinen Fischen nichts vorsetzen wollen was ich selber nicht mag #6
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Sich mit Farben zu beschäftigen ist schon ok, auch so physikalisch.

Dass jeder Fisch wie Menschen und jedes andere Tier ein Auge hat, das seiner Umgebung und den jeweils speziellen Anforderungen angepasst ist, ist auch so.

Bei Menschen ist es (hardwaremäßig) die spezielle Zusammensetzung der Stäbchen (Hell/Dunkel) und Zapfen (Farbe), welche unser Farbsehen ermöglicht (Farbenblindheit gibts ja dennoch (Rot/Grün-Schwäche etc.).

Dazu kommt dann noch, was macht unser Software (Gehirn) mit den von Zapfen/Stäbchen aufgenommenen Signalen und wie wird das verarbeitet.

Da die reine "Datenflut" zu groß wäre, wird ja auch teilweise "ausgeblendet".

In Kern ist das ja bei Fischen nicht anders..

Und selbst wenn man weiss, wie weit welches Licht in welchem Wasser physikalisch vorkommt, müsste man dazu erst mal wissen, welcher Fisch soft- wie hardmäßig dazu ausgerüstet ist, welche der Lichtwellen auch wahrnehmen zu können.

Auch wie beim Mensch - obwohl die Lichtwellen wie Ultraviolett (>> UV-aktiv) und Infrarot an den "Enden" der Wellenskala da sind, können wir sie NICHT sehen.

UV-aktive Köder können dennoch Sinn machen, ich hab mal gehört/gelesen, das speziell einige Salmoniden und Barschartige dafür ausgerüstet sind (Zapfen), das UV-Licht sehen zu können..

Es ist ein weites Feld mit der Farbe, dem Licht, der Wellenlänge und der "Hard-wie Software" bei Lebewesen, um das alles zum einen erst mal wahrnehmen - und dann irgendwie verarbeiten zu können.

Und dann wissen wir nicht mal, was ein Fisch bei welcher Farbwahrnehmung "denkt" oder wahrnimmt:
Anreiz/positiv, Gefahr/negativ?

Nur gut, dass mir in den meisten Fällen klassische/einfache Farbauswahl hilft, ohne Wissenschaft - nach persönlichem Gefühl:
Guckt der Fisch ins Dunkle - hellere Köder
Guckt der Fische ins Helle - Dunkle Köder
Aggressiv machen/reizen/stören: Schockfarben

Ich find auch immer "umgekehrte" Köderarbe geil:

Ein gesunder Fisch ist im Normalfall oben dunkel (wenn der Räuber von oben guckt Richtung dunklem Grund schlechter zu sehen/Tarnung) und unten hell (guckt der Räuber nach oben ins Helle, ist damit der Fisch schlechter zu sehen/Tarnung).

So sind, weil die Angler das ja auch kennen, die meisten Fischimitiation auch aufgebaut (oben dunkel, unten hell).

Selten findet man mal umgekehrte Köder mit oben hell und unten dunkel, die ich aber dann immer gerne abgreife..

Muss jeder Räuber (ob oben oder unten) besser sehen können, und wenn ein sich bewegendes Objekt die "Tarnung" der Normalfarbe/Haltung aufgegeben hat (also taumelt, verletzt ist, aufm Rücken etc.) sollte das dem Räuber leichte Beute signalisieren.

So ein einfaches hell/dunkel Schema dürfte fangtechnisch kaum wissenschaftlicher oder Angelexpertischer Farbtheorie unterlegen sein...
 

Fruehling

Kommunikaze
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

...UV-aktive Köder können dennoch Sinn machen, ich hab mal gehört/gelesen, das speziell einige Salmoniden und Barschartige dafür ausgerüstet sind (Zapfen), das UV-Licht sehen zu können.....
Nahezu alle Fische, neben Amphibien, Vögeln und Reptilien, können das als sogenannte Tetrachromaten. Sie haben in der Tat eine Art Zapfen zusätzlich, der nur zur Wahrnehmung ultravioletter Strahlung dient.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

aber auch in unterschiedliche Ausprägung wohl.

Nur noch aus Diskussion im Kopp mit Biologen - OHNE Gewähr!!
Bei einigen Salmoniden (atlantischer Lachs, Regenbogenforelle, wenn ichs noch richtig im Kopp hab) muss das besonders ausgeprägt sein..

UV-aktiv schadet wohl aber eher nicht als Köder"farbe":
Der Fisch, ders nicht sehen kann, nimmt die normale Farbe wahr, die, welche es sehen können, eben auch das UV-aktive..

Auch da würde ich bei meinem "Hell/Dunkel" bleiben, kann ja eine gerne davon UV-aktiv ausgeführt sein..
 

Franz_16

Mitglied
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

UV-aktiv schadet wohl aber eher nicht als Köder"farbe":
Da würde ich mitgehen. Fast alle der guten Zanderköder in meiner Box sind stark uv-aktiv!
Jetzt kommt aber das Logikproblem: Mein allerbester Zanderköder ist kein Stück UV-Aktiv. ;)
 

hanzz

Master of "steht noch nicht fest"
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Da würde ich mitgehen. Fast alle der guten Zanderköder in meiner Box sind stark uv-aktiv!
Jetzt kommt aber das Logikproblem: Mein allerbester Zanderköder ist kein Stück UV-Aktiv. ;)
Lagert dein Joker denn immer getrennt von den UV aktiven ?
 

Rannebert

coin operated boy
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Immer wieder das gleiche, gefährliche Halbwissen.

Fische MÜSSEN kein UV sehen können, um UV-aktive Köder wahrzunehmen. Das ist ja genau der Trick daran, dass diese Art von Ködern das kurzwellige UV-Licht in längerwelliges Licht umwandelt.
Genau daher sehen wir die Köder ja auch leuchten, wenn sie mit einer UV-Lampe bestrahlt werden.

Möglich natürlich, dass Fische UV-Licht dennoch sehen können...
 

oldhesse

Member
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Für mich eine ähnliche Fragestellung wie mit den Knicklichtern. Blau und Rot sehen wir am machen schlechter als grün/gelb. Bei den Fischen gleich? Bissausbeute machte bei mir auf Zander keinen Unterschied...ist aber auch keine empirische Erhebung.

Ich bleib eher dabei, dass Farben nicht das Wichtigste sind. Denke das Seitenlinienorgan und Reaktion macht die meisten Bisse aus.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Lagert dein Joker denn immer getrennt von den UV aktiven ?
"Lagern" ist ein wahrlich großes Wort für meine Verhältnisse.
Ich habe beim Zanderangeln mmeistens eine Plastiktüte dabei in der alles durcheinander drin liegt. FC, Wirbel, eine Hand voll Köder etc.

Aber am "Abfäben" liegts nicht.
Der Köder fängt seit Jahren in vielen Situationen, egal ob frisch aus der Verpackung usw., siehe anhängende Bilder.

Da kommt aber halt auch die psychologische Komponente dazu.
Ich angel natürlich auch extrem viel mit dem Köder ;)

[youtube1]YK8fS0t5JwI[/youtube1]
https://youtu.be/YK8fS0t5JwI
 
Zuletzt bearbeitet:

Fruehling

Kommunikaze
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Immer wieder das gleiche, gefährliche Halbwissen.

Fische MÜSSEN kein UV sehen können, um UV-aktive Köder wahrzunehmen. Das ist ja genau der Trick daran, dass diese Art von Ködern das kurzwellige UV-Licht in längerwelliges Licht umwandelt.
Genau daher sehen wir die Köder ja auch leuchten, wenn sie mit einer UV-Lampe bestrahlt werden.

Möglich natürlich, dass Fische UV-Licht dennoch sehen können...
Da schreibste was... |rolleyes

Selbstverständlich wird bei Bestrahlung durch sogenanntes Schwarzlicht (UV-Strahler) nichts "umgewandelt". Das Funktionsprinzip ist ein anderes: UV-Licht regt Neonfarben und luminiszierende Stoffe zum Leuchten an, sonst passiert da gar nichts.

Das bedeutet, selbst, wenn gar keine UV-aktiven Bestandteile im Köder vorhanden sind, aber z.B. Neonfarben, kommt es uns bei der Bestrahlung mit Schwarzlicht so vor, als wären sie UV-aktiv.

Ob Fische UV-aktive Köder wahrnehmen müssen, ist keine Frage, sie tun es einfach, weil sie es können. :)


@Franz
Chartreusefarbene Köder sind, ob UV-aktiv oder nicht, immer schon eine Bank auf Zander gewesen. #6
 

Franz_16

Mitglied
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Um noch etwas mehr Verwirrung reinzubringen:
Es gibt auch noch Lumineszierende Köder.
Die leuchten dann, unabhängig vom UV-Licht.

Bei Naturköderangeln im Meer waren und sind entsprechende Leuchtschläuche etc. ja immernoch recht beliebt.

Ich habe einen Wobbler der entsprechend leuchtet, hatte mir gedacht den müssten die Zander dann nachts ja besonders gut sehen. Habe aber noch nie einen Fisch damit gefangen. Die Nachfrage bei den Zander-Wobbler-Spezies im Safe ohne Gummmi Thread ergab dann: Scheint im Süßwasser überhaupt nix zu bringen.

Wobei, wenn die Köderfarbe nicht wichtig ist - dürfte sowas ja eigentlich zumindest auch nicht schlechter fangen. ;)
 

Fruehling

Kommunikaze
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Im Meer in großen Tiefen ist diese "Bioluminiszenz" ja auch überlebenswichtig und somit an der Tagesordnung. Was eine Erklärung dafür wäre, daß selbstleuchtenden Köder im Salzwasser funktionieren.

Im Süßwasser (ver)scheuchen sie wahrscheinlich eher, weil sie dort eben kein natürliches Pendant haben.
 

Allround-Angler

Active Member
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Bitte vergeßt das Marketing-Unwort "UV-aktiv" des Angeljahres gleich wieder.
Scheint aber schon zu spät zu sein|rolleyes.

Fluoreszenz bedeutet, daß kurzwelliges UV-Licht in längerwelligeres, für uns sichtbares Licht umgewandelt wird = Tagesleuchtfarbe.
Fluoreszenz ist kein künstlicher, sondern auch durchaus natürlicher Prozeß, z. B. ein Skorpionpanzer fluoresziert.
Den Namen hat die Fluoreszenz wohl von einer bestimmten Fluorverbindung, Flußspat = Calciumfluorid
Fluor ist ein chemisches Element, das hauptsächlich in Zahnschmelz vorkommt als Fluorapatit.
 

Fruehling

Kommunikaze
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Nochmal: Da wird nichts umgewandelt, da werden Farbpigmente zum Leuchten angeregt. Das hat nichts mit UV-Aktivität zu tun, denn UV-Strahlen sind für das menschliche Auge unsichtbar, für das Fischauge hingegen durchaus wahrnehmbar.

Die Wissenschaft war sich lange Zeit nicht darüber einig, ob ein Stoff fluoresziert oder phosphoresziert (z.B. das Zifferblatt alter Uhren). Man wußte nur, daß Elektronen von einer auf eine andere Schale springen und dadurch dieser "Selbstleuchteffekt" entsteht. Deshalb ging man dazu über pauschal von Luminiszenz zu sprechen.
 
L

Lommel

Guest
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Da besteht aber ein Denkfehler, es ist vollkommen egal ob barschartige uv wellenlängen wahrnehmen können. Der Clou bei uv aktiven Farben besteht darin das die Farbe kurze Wellenlängen unter 300 nanometer in sichtbares licht umwandeln können. Farbe besteht aus der reflektion von licht, trifft dieses Licht auf eine trübe suppe mit vielen schwebstoffen so wird das licht gebrochen, je tiefer ich also Fische um so sicher ist es das dort nur kurzwelliges licht (und das auch nur sehr wenig) ankommt. Durch die uv aktive Farbe nutze ich das kurzwellige licht und mein Köder reflektiert kurz dieses licht. Deswegen sind beim zanderangeln in trüber Suppe die uv aktiven Farben den normalen meiner Meinung überlegen.
 

Rannebert

coin operated boy
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Vielleicht hätte ich einen grösseren Löffel gebraucht um auch mehr von der Weisheit zu fressen...
Ich mag mich ja täuschen, bin mir aber recht sicher, dass die Anregung durch ABSORBIERTE Photonen entsteht. Also eine Umwandlung.
 

Fruehling

Kommunikaze
AW: Farben Unter Wasser, was können Fische wirklich sehen? Uli Beyers Köderkunst

Da besteht aber ein Denkfehler, es ist vollkommen egal ob barschartige uv wellenlängen wahrnehmen können. Der Clou bei uv aktiven Farben besteht darin das die Farbe kurze Wellenlängen unter 300 nanometer in sichtbares licht umwandeln können. Farbe besteht aus der reflektion von licht, trifft dieses Licht auf eine trübe suppe mit vielen schwebstoffen so wird das licht gebrochen, je tiefer ich also Fische um so sicher ist es das dort nur kurzwelliges licht (und das auch nur sehr wenig) ankommt. Durch die uv aktive Farbe nutze ich das kurzwellige licht und mein Köder reflektiert kurz dieses licht. Deswegen sind beim zanderangeln in trüber Suppe die uv aktiven Farben den normalen meiner Meinung überlegen.
Es ist eben nicht egal, sondern war ein Schritt vom Trichromaten in Richtung Tetrachromat. Tetrachromaten haben eine Art Zapfen mehr, der UV-Strahlung wahrnehmen kann. Daß die ebenfalls durch UV-Licht zum Leuchten angeregten Pigmente auch wahrgenommen werden können, berührt diesen Umstand gar nicht. Fische sehen aber nochmals mehr.

Oder anders herum ausgedrückt: Die Evolution war nie so verschwenderisch, daß sie einem Lebewesen eine zusätzliche Eigenschaft mit auf den Weg gab und beibehielt, die nicht bereits durch vorhandene Eigenschaften abgedeckt war.


@Rannebert
Das ist sicher keine Form der Weisheit, ganz gewiß aber eine des Wissens. :)

Stichworte hier: Fluoreszenz, Phosphoreszenz, Luminiszenz, Bändermodell, Valenzband - viel Spaß beim Suchen. ;)
 
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