Fischnahrung unterhalb der Sprungschicht

rheinfischer70

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Mich treibt gerade um, ob sich Fische im Sommer unterhalb der Sprungschicht ernähren können.
Ich gehe davon aus, dass in Baggerseen im Sommer unterhalb der Sprungschicht zwischen 3-8m nahezu kein Sauerstoff mehr vorhanden ist. Trotzdem werden in unserem alten Baggersee in 12m Tiefe im Hochsommer besonders kapitale Rotaugen gefangen.
Ist das Zufall oder suchen die Fische im Sommer dort Nahrung?
 

Pescador

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Vielleicht suchen sie dort Schutz, z.B. vor hohem Angeldruck.
Ich befische u.A. eine alte Kiesgrube mit 24m Tiefe. Dort halten sich das ganze Jahr über Schwärme von Fischen dauerhaft am Grund auf. Dies beobachten wir ständig am Echolot. Demnach gibt es dort Sauerstoff und vermutlich auch Nahrung.
 

Hecht100+

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rheinfischer70

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Naja, wir hatten Sauerstoffmessungen, die 0mg direkt unterhalb der Sprungschicht anzeigten. Es gibt dort offensichtlich starke Zersetzungsprozesse, die den gesamten Sauerstoff entnehmen.
Trotzdem werden dort Fische gefangen.
 
Unter der Sprungschicht kann es sogar mehr oder viel Sauerstoff geben (in sehr nährstoffarmen Gewässern ohne viele sauerstoffzehrende Prozesse). Im Vergleich zu Fischen brauchen irgendwelche Mückenlarven, Schlammröhrenwürmer etc wenig Sauerstoff. Fische können auch kurzzeitig in Gewässerbereiche schwimmen, die ungünstige Bedingungen bieten.
 

Andal

Teilzeitketzer
Pauschal lässt sich das eh nicht beurteilen. Liegt der See im Grundwasserstrom, wird er im weniger warmen Jahresteil durchmischt? Ist es nur eine Thermokline, oder auch eine Chemokline, so wie meinetwegen am Alatsee, oder an verschiedenen anderen alpinen Bergseen?
 

rheinfischer70

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Naja, wenn Messungen 0 mg anzeigen, vermute ich, dass Fische zur Nahrungsaufnahme auch kurzzeitig diese Gebiete aufsuchen. Nur, wovon ernähren diese sich dann?
 

Laichzeit

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In der Sprungschicht ist die Sauerstoffzehrung höher als direkt darüber oder darunter. Unter der Sprungschicht könnte es also auch mehr Sauerstoff geben, bis über das Sediment, das auch vermehrt Sauerstoff zehrt.
 
Naja, wenn Messungen 0 mg anzeigen,...
Nur, wovon ernähren diese sich dann?
Wenn es wirklich 0 wäre, dann würde ich da wenig lebendes erwarten, aber mit irgendwelchen Mückenlarven, Schlammröhrenwürmer etc habe ich mich nie befasst. Wenn es sich vermutlich um ein (sehr) nährstoffreiches Gewässer handelt, dann dürfte zumindest totes Plankton aus der produktiven Zone herrunterrieseln.
 

Waller Michel

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ja es ist wirklich so ,das unterhalb der Sprungschicht durchaus Sauerstoff vorhanden sein kann! Wie @Andal schon geschrieben hat, ist das stark von den Gegebenheiten abhängig, wie zB Quellen die nach oben strömen, dadurch eine Umwälzung provozieren und sauerstoffreiches Wasser nach unten zieht.
Bachröhrenwürmer ( Tubifex ) sollten in einem Gewässer jedoch nicht in größeren Mengen vorhanden sein! Wie wir ja alle wissen sind Tubifex ja auch ein Bioindikator ,zuviel zeugen für eine schlechte Wasserqualität und dadurch natürlich auch wieder für Sauerstoffmangel :)

LG Michael
 
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