Forellenangeln mit Spoons

Text und Fotos: SPRO

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Waldemar Merdian von SPRO weiß, wie's mit Spoons läuft

Das Frühjahr steht bevor und das Wasser wird wärmer. In dieser Zeit des Jahres ist das Angeln mit Spoons am Forellensee besonders vielversprechend, weil die Forellen wieder aktiver auf Nahrungssuche gehen. Damit ihr für den Einstieg ins Spoonangeln gut aufgestellt seid, fasst Waldemar Merdian von SPRO für euch hier ein paar grundlegende Infos für das richtige Gerät und die erfolgreichsten Techniken zusammen.


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Bei der Rute sind wichtige Eigenschaften zu beachten

Rute: Beim Angeln mit Spoons kommen in der Regel kurze Ruten zwischen 1,80 und 2,20m zum Einsatz. Das Wurfgewicht sollte sich zwischen 0,5 und 8g bewegen. So können auch extrem leichte Spoons optimal geführt und geworfen werden. Die Aktion einer Spoonrute unterscheidet sich deutlich von einer normalen Spinnrute. Spoonruten sind voll parabolisch und extrem weich. Hierdurch lädt sich die Rute im Wurf gut auf, sodass weite Würfe kein Problem sind. Die Aktion sorgt im Drill für einen zusätzlichen Puffer, der vor allem bei Forellen über 2kg besonders wichtig ist. Weil Spoons im Vergleich zum Spinnfischen nicht über ruckartige Bewegungen oder Schläge aus dem Handgelenk geführt werden, beeinträchtigt eine weiche Rute auch den Köderlauf nicht nachteilig. Außerdem wird der Biss einer Forelle nicht mit einem harten Anhieb quittiert. Wichtig ist, dass man bei einem Biss einfach weiterkurbelt bis die Schnur und die Rute auf Spannung sind. Dann beginnt der heiße Tanz – vorausgesetzt man hat auch die richtige Rolle an der Rute.

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Spoon-Ruten haben ein geringes Wurfgewicht

Rolle: Ich persönlich bevorzuge sehr kleine Stationärrollen in 500er Größe. Für den Einstieg ins Spoonangeln tut es aber auch eine 1000er oder auch 2000er. Wichtig ist, dass die Rolle nicht zu schwer ist, die Bremse zu 100% ruckfrei anläuft und auch dünne Schnüre gut ausgeworfen werden können. Wenn eine Forelle den Spoon erstmal genommen hat und damit abdreht, wird das Tackle ganz schön beansprucht. Weil man bei einem Biss keinen Anhieb setzt und die Forelle jederzeit mit Vollgas davonschwimmen kann, fische ich ohnehin immer mit einer recht offenen Bremse. Im Drill kann ich sie immer noch nachjustieren, aber am Anfang darf auf keinen Fall etwas schief gehen. Aus diesem Grund sollte man auch auf eine hochwertige Schnur setzen.

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500er Rollen wie diese sind meine erste Wahl

Schnur: Für den Einstieg ins Spoonangeln empfehle ich ganz klar monofile Schnur. Diese „verzeiht“ im Drill aufgrund ihrer Dehnung mehr als eine geflochtene Schnur. Des Weiteren lässt sie sich gerade für Einsteiger leichter knoten und es wird kein Vorfach benötigt. Ich persönlich nutze Schnurdurchmesser zwischen 0,14 und 0,18. Hiermit lassen sich auch kleinere Spoons sehr gut werfen.

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Damit es wie am Schnürchen läuft…

Bei der geflochtenen Schnur ist die Bisserkennung aufgrund der geringen Dehnung natürlich besser. Weil uns im Drill jedoch etwas Puffer durch die Schnur verloren geht, sollte die Rute besonders weich sein und zusätzlich ein 1m langes Fluorocarbonvorfach zwischen Köder und Hauptschnur geschaltet werden. Der Vorteil des Fluorocarbons liegt darin, dass die Scheuchwirkung der geflochtenen Schnur minimiert wird und das Material deutlich abriebfester ist und auch den kleinen Forellenzähnchen standhält.

Kleinteile: Man kann den Spoon natürlich einfach an die Schnur knoten. Um den Köder allerdings einfacher wechseln zu können, ist ein kleiner Einhänger (Snap) von Vorteil.

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In diesem Fall wurde der Spoons mit einem Einhänger verbunden

Spoons: Bei der Köderwahl können wir uns zwischen zwei Spoon-Typen entscheiden. Zum einen gibt es ganz normale Spoons, die über einen Sprengring oder an einem Öhr befestigt werden. Die meisten dieser Spoons sind recht breit und sorgen für eine gute Druckwelle auf das Seitenlinienorgan der Fische. Allerdings fliegen diese bei geringen Gewichten nicht so weit. Wenn es auf Wurfweite ankommt, setze ich vor allem auf sogenannte Inline-Spoons. Der eigentliche Spoon wird hierbei über die Hauptschnur oder über das Fluorocarbonvorfach (beim Angeln mit geflochtenen Schnüren) gezogen. Anschließend zieht man eine Perle auf, die den späteren Knoten schützt. Am Ende wird schließlich einfach der Haken festgebunden. Der Vorteil dieses Spoons liegt darin, dass sie auch bei einem geringen Eigengewicht sehr weit fliegen und sich eine Forelle im Drill nicht so leicht aushebeln kann.

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Inline-Spoons laufen frei auf der Schnur

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Bei Spoons ist es wie bei anderen Kunstködern auch – der Farbauswahl sind keine Grenzen gesetzt

Köderfarbe: Ähnlich wie beim Angeln mit Teig muss man auch mit Spoons zunächst die richtige Farbe finden. An sonnigen Tagen und bei klaren Gewässern setze ich beispielsweise auf natürlich Farben oder schwarz. Hierbei darf die Farbe auch gerne ein bisschen glitzern. Bei schlechten Wetterverhältnissen und einer trüben Brühe dürfen es auch gerne knallige und fluoreszierende Farben sein.

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In diesem Fall hat die natürliche Farbe zum Erfolg geführt

Köderführung: In den meisten Fällen reicht es aus, denn Köder einfach nur einzuholen. Im Winter gerne etwas langsamer (tiefer) und im Sommer gerne etwas schneller (flacher). Zwischendurch kann man auch mal kurze Einholpausen einlegen. Um meinen Spoons den ein oder anderen Extra-Kick zu geben, tippe ich mit meinem Finger zwischendurch einfach mal auf den Blank. Diese winzigen Schläge sorgen für einen verführerischen Lauf.

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Ein kleiner Schlag auf den Blank mit dem Zeigefinger sorgt für einen verführerischen Lauf

Extratipp: Wer seinem Spoon einen zusätzlichen Reiz geben möchte, sollte unbedingt mal eine Bienenmade auf den Haken ziehen. Wichtig ist, dass diese bereits tot ist und sich nicht mehr krümmen kann. Diese Kombination aus dem verführerischen Lauf eines Spoons, der mit einer fleischigen Mahlzeit garniert wurde, hat mir schon viele schöne Fische gebracht. Meiner Erfahrung nach packen Forellen selbst nach einem Fehlbiss nochmal beherzt zu.

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Das sollte man unbedingt mal testen – Spoon plus Bienenmade

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Typisch beim Spoonangeln – der Haken hängt ziemlich weit vorn. Eine zu harte Rute könnte zum Fischverlust führen

Ich wünsche euch für die anstehende Saison viel Erfolg am Wasser!

Euer Waldemar
 
Klasse Anleitung!
Sehr schön geschrieben und bebildert.
Eine Sache sehe ich allerdings anders, die Rollengröße.
Gerade bei Mono finde ich persönlich eine Große Spule besser, da die Schnur deutlich besser ablaufen kann und man daher weiter wirft. Ich fische gern 2000er mit flacher Spule.
Meist ist auch die Schnurverlegung und die Bremse besser, da der Bremsscheibendurchmesser größer ist.
Meine Lieblingsrolle fürs spooning ist die Shimano stella fw 2500 S.
beste Grüße
Hannes
 
Deine Mutter in allen Ehren, aber 4,50 bis 7,- € für ein bunt angemaltes Stanzresterl ist schon arg bratzert! ;)
Man kann ja auch die für 2,5€. Laufen/Fliegen dann aber nicht so dolle.

Im Moment zählt man halt noch das Marketing und die Entwicklungsarbeit der letzten Jahre mit.

Und wenn du ein gesundes Herz hast guck dir mal die Preise für die Gummi Köder an
 
Deine Mutter in allen Ehren, aber 4,50 bis 7,- € für ein bunt angemaltes Stanzresterl ist schon arg bratzert! ;)
Man kann ja auch die für 2,5€. Laufen/Fliegen dann aber nicht so dolle.

Im Moment zählt man halt noch das Marketing und die Entwicklungsarbeit der letzten Jahre mit.

Und wenn du ein gesundes Herz hast guck dir mal die Preise für die Gummi Köder an
Wenn man Blinker statt Spoons kauft ist das viel billiger :D
P.S. Wie viel Entwicklungsarbeit steckt eigentlich in dem Neu-Erfinden des Rades? o_O
 
Auf jeden Fall sind die Trout Spoons ein genialer Fischzug - für die Händler. ;)
 
Kommt immer drauf an, wo man sie kauft. In China bestellt, kosten 5 Stck. ca. 1,25 € Versandkostenfrei und nach etwa 2 Wochen hat man sie im Haus. Qualitativ genau so gut.
 
Mittelfristig sehe ich da ein Marketingproblem der Industrie. Turnusmässig müssten ja bald die Spinner neu erfunden werden:
Aber wie will man die mit einem neuem, schicken Namen ausstatten? Die heissen ja schon Spinner auch im Englischen.
Trout-Rotators? Turbofans? Flippers? I-Mepps?
 
Früher gabs Spinner, Blinker und Wobbler. Dann kam die Gummizeit. Und heute gibt es doch auch nur diese vier, nur in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen, Wobbler, Jerk, Hardbait etc, aber im Ursprung doch ein Wobblerkörper. Und Blinker oder Spoon, die einen meinen das kleine fängt, die anderen stehen auf große Köder. Aber im Prinzip doch nur eine Löffelform. Und beim Gummi, von 1 Gramm bis 1000 Gramm, alles ist möglich. Man sollte doch jeden so angeln lassen, wie er es für sich richtig empfindet. Und wer auf den „Modehype“ aufspringt, die Wirtschaft wird es beim Spoon genauso freuen wie davor bei den Gummiködern und danach beim nächsten Angeltrend. Deshalb, jeder nach seinem Gutdünken.
 
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