Fragen zum Baglimit

Naturliebhaber

Well-Known Member
Das auf jeden Fall - zwar nicht mit einer Tragweite wie beim Ausstieg aus der Steinkohle oder dem Fall der Stahlindustrie im Ruhrgebiet- aber für sogenannte "strukturarme Regionen" bedeutend!

Das ist auch DER Hauptgrund dafür, dass man zugunsten der Wirtschaft (nicht der Arterhaltung des Dorsches wegen) den Privatleuten (Anglern) einen Riegel vorschiebt - damit bis zum endgültigen Zusammenbruch noch ein paar Legislaturperioden (Wunschtraum) dauert....

Realistisch gesehen wird das Pferd totgeritten werden - egal wie sehr sich Angelforen, Initiativen etc pp darüber aufkröppen
Genau so sieht es aus. Aus einer gesunden Mischung von Opportunismus und Dummheit entscheiden Politiker, das tote Pferd kommerzielle Dorschfischerei in der Ostsee bis zum Zusammenbruch des Viechs weiterzureiten, statt ganz rational denkend die kommerzielle Dorschfischerei massiv runterzufahren und mit der touristischen Angelei einen Zweig zu stützen, der langfristig eine Perspektive hat.

Genau der gleiche Irrsinn findet beim Thema Kleine Wasserkraft statt, wo Dummköpfe gegen den Rat der Experten Anlagen genehmigen, die am Ende bzgl. der Energieerzeugung kaum ins Gewicht fallen, dafür aber ökologisch intakte Gewässersysteme irreparabel schädigen.

Von meinem Lieblingsthema E-Mobilität gar nicht zu reden. Aktionismus, Opportunismus, Dummheit, ohne Strategie und Verstand. So macht man Wirtschaftsstandorte kaputt.
 

Toni_1962

freidenkend
Und was bedeutet das nun für die Ostseeküste? Einer Region, deren Rekordjahr nun erneut von einem Rekordjahr an Tourismus übertrumpft (nicht Trumped ;) ) wird? Deren Tourismusbranche enormste Zuwächse hat? SH die Region ist, mit den meisten Übernachtungen von Inländischen Urlaubern in ganz Deutschland?
 
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Testudo

Schützer und Nutzer
denke doch einfach nach wir haben hier auf der Havel einen Schleppnetzfischer der hat mit seinen Zugnetzen den ganzen Jungfischbestand kaputt gemacht hat.Meinst du das ist bei den Dorschen anders???Die werden von den großen erdrückt und dann über Bord geworfen weil sie das Fanggewicht schmälern...die schaffen es doch gar nicht durch die Maschen.2017 haben wir vor Rügen sehr viele kleine Dorsche gefangen die waren nicht größer wie unsere Pilker …..
Ja das tradierte Verhalten, immer auf die Fischerei, dann braucht man sich nicht um andere Dinge kümmern, weder um die fehlenden Einströme, noch um geänderte Narungsgrundlagen, noch um sich erwärmende Meere.

Die Fischerei ist beileibe nicht unschuldig, aber sie in Jahren als die anderen Voraussetzungen noch stimmten, konnte ein Vielfaches dessen entnommen werden, ohne den Bestand so kaputt zu machen, wie wir ihn heute vorfinden.

Das das heute mit weniger Fischereidruck so gelingt, liegt an anderen Faktoren.

@Naturliebhaber solche einfachen Lösungen, wie die Schuldzuweisungen an dem Zusammenbruch von Fischbeständen, bei jedem Mist immer schnell den Sündenbock parat haben, das ist eine Grundlage um die Gesellschaft zu polarisieren.
 
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Naturliebhaber

Well-Known Member
@Naturliebhaber solche einfachen Lösungen, wie die Schuldzuweisungen an dem Zusammenbruch von Fischbeständen, bei jedem Mist immer schnell den Sündenbock parat haben, das ist eine Grundlage um die Gesellschaft zu polarisieren.
Nix einfache Lösungen. Die Berufsfischerei hat die Fischbestände in deutschen Binnengewässern kaputtgemacht (Beispiel: Oder), die Hechtbestände im Bodden auf dem Gewissen und in viel größerem Umfang die Fischbestände in der Ostsee. Die Kommunalpolitiker sehen und hören nichts, genau wie beim Thema Kleine Wasserkraft (Ich kenne einigen Schriftverkehr zwischen Verbänden und Entscheidern), denn es geht ja um Arbeitsplätze und Energiewende und und und.

Es sind genau diese Branchen, die die Fischbestände zerstören. Das sind keine Sündenböcke, sondern Verursacher.
 

Fruehling

Kommunikaze
Du erwartest sicher keine detaillierte Ursachen-/Wirkungsbeschreibung von mir, oder? Die Berufsfischerei als Verursacher zu deklarieren, springt, wie so oft aus deinem Munde, zu kurz. Frank hat sich diesbzgl. ebenfalls passend geäußert.
 

degl

Well-Known Member
Und was bedeutet das nun für die Ostseeküste? Einer Region, deren Rekordjahr nun erneut von einem Rekordjahr an Tourismus übertrumpft (nicht Trumped ;) ) wird? Deren Tourismusbranche enormste Zuwächse hat? SH die Region ist, mit den meisten Übernachtungen von Inländischen Urlaubern in ganz Deutschland?
Wenn die alle in/an der Ostsee angeln würden, hätte die "Touribranche" sich wesentlich mehr "ins Zeug" gelegt:sneaky

gruß degl
 

Laichzeit

Well-Known Member
Nein, das sind maximal Zuträger und Erfüllungsgehilfen - die Ursachen sind ganz andere!
Die Fischerei muss bestandsgerecht betrieben werden. Davon entbindet auch kein Schaden durch höhere Gewalt oder andere Nutzer. Wer seine Bestände überfischt, überfischt seine Bestände, und das ist in den bis erst kürzlich quasi permanent über dem wissenschaftlichen Limit liegenden Quoten gut dokumentiert.
 

Toni_1962

freidenkend
Wenn die alle in/an der Ostsee angeln würden, hätte die "Touribranche" sich wesentlich mehr "ins Zeug" gelegt:sneaky

gruß degl
Der Tourismus an der Ostsee ist auf Höchstkurs, Rekord jagt Rekord; max. 10 potentiel gefährdet erklärte Dorschkutter gefährden das Abendland und seine demokratischen Strukturen nicht.
Mein Posting bezog sich auf die politischen Auswirkungen, die gesehen werden.
 
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esox02

Well-Known Member
wenn ich im sund die Fischer höre die mit einem hole durch das ringnetz 5 tonnen heringe holen wo bitte soll der nachwuchs und futter herkommen ????
 

esox02

Well-Known Member
und dann noch den spruch ich lebe heute und jetzt.....da kommt mir das kot….
 

Testudo

Schützer und Nutzer
Nix einfache Lösungen. Die Berufsfischerei hat die Fischbestände in deutschen Binnengewässern kaputtgemacht (Beispiel: Oder), die Hechtbestände im Bodden auf dem Gewissen und in viel größerem Umfang die Fischbestände in der Ostsee. Die Kommunalpolitiker sehen und hören nichts, genau wie beim Thema Kleine Wasserkraft (Ich kenne einigen Schriftverkehr zwischen Verbänden und Entscheidern), denn es geht ja um Arbeitsplätze und Energiewende und und und.

Es sind genau diese Branchen, die die Fischbestände zerstören. Das sind keine Sündenböcke, sondern Verursacher.
Wenn diese einfache Lösung für Dich als Akademiker taugt, wundert mich das zwar, aber es ist dir unbenommen.

Wenn ich sehe, das in den zurückliegenden Jahren der Heringsbestand auf weniger als 10% geschrumpft ist, bin ich über Bestandseinbrüche bei den Prädatoren nicht verwundert.

Die Ursache für den Rückgang des Herings ist denke ich bekannt und ich will ja nicht wieder das böse ungeliebte Thema anführen.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Die Ursache für den Rückgang des Herings ist denke ich bekannt und ich will ja nicht wieder das böse ungeliebte Thema anführen.
Die Ursache des Heringsrückgangs ist der Klimawandel. Also muss man konsequent handeln und auch hier den kommerziellen Fang einschränken, meiner Meinung nach auf Jahre gegen Null. Gleiche Situation wie beim Dorsch. Gleiche Situation übrigens auch beim Aal, nur in anderer Dimension. Man holt raus, als gäbe es kein Morgen, womit wir wieder beim Thema kommerzielle Fischerei wären. Die Argumentation gerade beim Hering regt mich total auf: "Es gibt eine große Nachfrage." Die wird dann halt nicht mehr zu decken sein, mit Verweis auf den Klimawandel. Dinge ändern sich. Aber niemand in der Politik hat wirklich den Schneid, hier Klartext zu sprechen, gegenüber den Fischern als auch gegenüber den Verbrauchern.
 

Testudo

Schützer und Nutzer
Die Ursache des Heringsrückgangs ist der Klimawandel. Also muss man konsequent handeln und auch hier den kommerziellen Fang einschränken, meiner Meinung nach auf Jahre gegen Null. Gleiche Situation wie beim Dorsch. Gleiche Situation übrigens auch beim Aal, nur in anderer Dimension. Man holt raus, als gäbe es kein Morgen, womit wir wieder beim Thema kommerzielle Fischerei wären. Die Argumentation gerade beim Hering regt mich total auf: "Es gibt eine große Nachfrage." Die wird dann halt nicht mehr zu decken sein, mit Verweis auf den Klimawandel. Dinge ändern sich. Aber niemand in der Politik hat wirklich den Schneid, hier Klartext zu sprechen, gegenüber den Fischern als auch gegenüber den Verbrauchern.
Klar ist die Fischerei heute schädlich und es wäre wünschenswert, wenn man eine grundsätzliche Schonung der Bestände beschlossen hätte. Davon habe ich hier im Forum schon mehrfach "geträumt " und wurde dafür kritisiert.

Aber auch wenn die Fischerei heute das Maß zum überlaufen bringen kann, so ist es nicht korrekt, diese als die Schuldiger an den Pranger zu stellen.

Das schreibe ich nicht, weil mir die Fischerei so am Herzen liegt, sondern weil es schädlich ist, damit weiterhin den Fokus von den anderen Aspekten abzulenken und sich einlullen zu lassen, das mit dem Ende der Fischerei das Problem gelöst wäre.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
damit weiterhin den Fokus von den anderen Aspekten abzulenken und sich einlullen zu lassen
Sehe ich völlig anders. Der Klimawandel ist ein nicht abwendbarer Fakt. Nicht abwendbar, weil 8 Mrd. Menschen nach Wohlstand streben und die Bevölkerung der Industrieländer keinen Bock auf "irgendwas Regionales" hat. Die Flugzahlen steigen stetig usw. Das wird sich nicht ändern.

Mein ganz emotionsloses Fazit: Anpassung! Wir müssen lernen, mit den Auswirkungen zu leben. Und dazu gehören Anpassungen in der Land-, Forst- und Fischwirtschaft.
 

Testudo

Schützer und Nutzer
Sehe ich völlig anders. Der Klimawandel ist ein nicht abwendbarer Fakt. Nicht abwendbar, weil 8 Mrd. Menschen nach Wohlstand streben und die Bevölkerung der Industrieländer keinen Bock auf "irgendwas Regionales" hat. Die Flugzahlen steigen stetig usw. Das wird sich nicht ändern.

Mein ganz emotionsloses Fazit: Anpassung! Wir müssen lernen, mit den Auswirkungen zu leben. Und dazu gehören Anpassungen in der Land-, Forst- und Fischwirtschaft.
Wir sollten jetzt hier nicht zum x-ten mal unsere Positionen zum Klimawandel austauschen, das langweilt jeden, selbst die eigentlich daran interessiert sind, sich irgendwelche haarsträubende Meinungen durchzulesen.

Hier geht es um das Baglimit.
 

yukonjack

Well-Known Member
Wir sollten jetzt hier nicht zum x-ten mal unsere Positionen zum Klimawandel austauschen, das langweilt jeden, selbst die eigentlich daran interessiert sind, sich irgendwelche haarsträubende Meinungen durchzulesen.

Hier geht es um das Baglimit.
und damit um den größten Quatsch den ich je gehört habe..
 

Anglerdemo

Well-Known Member
max. 10 potentiel gefährdet erklärte Dorschkutter gefährden das Abendland und seine demokratischen Strukturen nicht.
20 Kutter, 180 Millionen Euro Umsatz p.a., 4000 Arbeitsplätze

Zum Vergleich die Deutsche Fischerei gemäß Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: 1000 Fangschiffe, 500 Beschäftigte
 
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