Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

rheinfischer70

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#h,
in der Regel treibe ich mich in Wallerforen herum. Aktuell interessiert mich, ob es Gutachten gibt, die die Schädlichkeit des Wallers belegen können.
Es gibt ja gerade im Süden Deutschlands in vielen Gebieten ein Entnahmezwang, der von Vereinen ober auch von Verbänden aufgelegt wurde.
Gibt es einsehbare Gutachten bzw. Gewässeruntersuchungen, die den Schaden durch Waller belegen?

Im letzten Thread
Entwicklung der Waller in Deutschland wurde heftig gestritten, allerdings konnte keine Seite belastbares Material vorlegen.

Die Wallerbefürworter behaupten, der Waller frisst fast nichts, oder viel weniger als Hecht und Zander. Dies wird teils mit Studien aus der Fischwirtschaft verknüpft. Links zu diesen Studien habe ich nie gefunden.
Aber gegenteilige Studien finde ich auch nicht. Ich gehe davon aus, dass für einen Entnahmezwang entsprechende Gutachten von Fischereibiologen vorliegen müssten.
 

antonio

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AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

frag doch mal bei den behörden in den entsprechenden bl nach wo per gesetz/verordnung, der entnahmezwang besteht oder das mindestmaß auf 0 gesetzt wurde.

antonio
 

rheinfischer70

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AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Gute Idee, bin ich noch nicht drauf gekommen.
Werde es bei Gelegenheit machen.
 

Gardenfly

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AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

frage doch beim Nabu-Bayern nach-die haben die Anti-Welsdebatte doch angeschoben um zu beweisen das der Kormoran unschuldig ist.
 

Petterson

Wuida Wandara
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Wir haben hier eine echte Wallerplage, nur ich krieg nix ab davon, egal wie intensiv ich auf den Urian fische :( ! Will auch was davon abhaben |gr: !!!

Ne, also mal ganz sachlich: wenn die Waller so überhandnähmen, müssten unsere Fangstatistiken anders aussehen. Ich kenne leider auch keine wissenschaftlichen Abhandlungen. Aber ganz nüchtern betrachtet, kann der Waller ja nicht einfach wegfliegen, wenn die Nahrung knapp wird; also wird sich der Bestand entsprechend dem Ertrag seines Habitats anpassen. Solch ketzerische Thesen habe ich auch schon mal im "Blinker" gelesen, zusammen mit der Aussage, dass der Waller ein eher mäßiger Fresser und obendrein Nahrungsopportunist sei, der in vielen Gewässern seinen Nahrungsbedarf mehr als Sammler (tote Tiere, Würmer etc.) denn als Jäger decke (als Quellenangabe wurden da die Arbeit eines Biologen genannt, weiß leider nicht mehr den Namen). Unterm Strich: nö, leerfressen werden die Wallis unsere Gewässer sicher nicht (kleine Weiher und Pfützen vielleicht mal außen vor gelassen); da ist mit Sicherheit aber viel Panikmache dabei. Wer beispielsweise Interesse an so was haben könnte steht ein Post weiter oben, und unsere Verbände glauben`s #d (über die Qualtät der Arbeit unserer fachkundigen Verbandsfunktionäre wird in der Rubrik "Angeln in Politik und Verbänden" ja trefflich diskutiert).

Gruß, Petterson
 

Bobster

Wiedergänger in Eigenzeit

sprogoe

-Privatier- sponsert by DRV
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

mir sagte mal der Vorsitzende des Rheinischen Fischereiverbandes, daß ein Waller das 16-fache seines Gewichts an Fisch frißt, also hat ein 100 kg Waller bis zum Erreichen dieses Gewichts 1600 kg Fisch gefressen.

Angaben ohne Gewähr!

Gruß Siggi
 

robdasilva

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AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Und wie lang braucht ein Waller bis er 100kg Gewicht hat??

Es gibt einfach keine Studien die Aussagekräftig sind.

Gruss Rob
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Wetten das man solche und solche Studien zum Wels erstellen kann?

Sie beweisen dann das, was die Meinung des Erstellers oder Auftraggebers ist.

Die Meinungen zum Wels sind halt unterschiedlich.
Das ist bei Anglern so und wird wohl auch bei Fachkräften nicht anders sein.

Das ist ja auch logisch, nicht alle haben das gleiche Wissen und die Zielsetzungen sind auch oft grundverschieden.

Ist so oder so Egal, kaum einer wird sich freiwillig Wissen antun, wenn es Ihm von seiner Meinung abbringen könnte.
Man such sich halt Gleichgesinnte um sich am Stammtisch bestätigen zu lassen.

Ein echten Austausch ist nicht so nett, denn dann bekommt man es rechts und links um die Ohren.:m
 
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Und wie lang braucht ein Waller bis er 100kg Gewicht hat??

Es gibt einfach keine Studien die Aussagekräftig sind.
Jein.
Es gibt selbstverständlich Daten/Tabellen zu Altersbestimmungen verschiedener Gewässer. Aber das in mindestens gewässerabhängig. Zumindest die Daten die ich bisher gesehen habe, wurden oben raus sehr lückig. Wer einen Großfisch entnimmt, darf ja gerne eine Altersbestimmung vornehmen lassen bzw. das nötige Material Interessierten zukommen lassen und kann damit möglicherweise was beitragen.


mir sagte mal der Vorsitzende des Rheinischen Fischereiverbandes, daß ein Waller das 16-fache seines Gewichts an Fisch frißt...
Pro Tag? Pro Jahr? In seinem ganzen Leben?
So wie sie ist, ist die Aussage oder das Zitat unbrauchbar, ja sogar kontraproduktiv für eine seriöse Diskussion.



Wer ernsthaft interessiert ist, müsste halt mal recherchieren, Fachartikel/Literatur beschaffen und lesen. Nicht alle Informationen sind frei im Netz verfügbar und schon garnicht auf deutsch.
Für den interessierten Leser gäbe es jedemenge Fachartikel zu verschiedenen Themen!
z.B. Einfluss auf Ökosysteme (Po, span. Stauseen,...), Wachstum, Ernährung,...
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

mir sagte mal der Vorsitzende des Rheinischen Fischereiverbandes, daß ein Waller das 16-fache seines Gewichts an Fisch frißt, also hat ein 100 kg Waller bis zum Erreichen dieses Gewichts 1600 kg Fisch gefressen.

Angaben ohne Gewähr!

Gruß Siggi
Diese Zahl klingt dramatisch, ist aber ohne jede Aussage. Wieviel frisst denn solch ein Trümmer pro Jahr?

Gehen wir mal von 100kg pro Jahr aus. Ein mittlerer Kormoran frisst pro Tag ca. 350g Fisch.
Und siehe da, die Zahl relativiert sich: Ein großer Waller frisst also so viel wie ein Kormoran. Und wieviel Kormorane gibt es, verglichen mit der Zahl großer Waller? #h

Mein Verein hat im vergangenen Jahr wegen Pachtende einen Weiher von reichlich 2 ha abgefischt. Neben dicken Karpfen wurden 17 Waller zwischen 80cm und 1,80m rausgeholt. Zusätzlich wurden ca. 60kg handgroßer Brassen abgefischt.

Mehr als in Summe 300kg Waller haben es also keines geschafft, einen 2 ha-Weiher auch nur annähernd leerzufressen. #h
 
L

Lazarus

Guest
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Mein Verein hat im vergangenen Jahr wegen Pachtende einen Weiher von reichlich 2 ha abgefischt. Neben dicken Karpfen wurden 17 Waller zwischen 80cm und 1,80m rausgeholt. Zusätzlich wurden ca. 60kg handgroßer Brassen abgefischt.
Mehr als in Summe 300kg Waller haben es also keines geschafft, einen 2 ha-Weiher auch nur annähernd leerzufressen. #h
Wenn deine Zahlen stimmen, stützen sie durchaus die These, dass Waller reichlich fressen.
Die dicken Karpfen waren wohl zu groß für die Waller, aber dann nur noch 60kg Weißfisch? Reichlich wenig, finde ich, für einen Weiher mit über 2ha. Den kann man durchaus als 'leergefressen' bezeichnen.
Die 17 Waller hatten demnach gerade noch 60kg Futterfisch zur Verfügung. Das hört sich irgendwie schon nach Fastenzeit an.

Zum Vergleich: Mein Verein musste ebenfalls einen See abfischen, der hat 12ha. Dabei kamen etwa 2 Tonnen Weißfische heraus, außerdem noch gut 1 Tonne Karpfen, Hechte, Zander, Aal und außerdem ein (!) Waller mit 170cm.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Wenn deine Zahlen stimmen, stützen sie durchaus die These, dass Waller reichlich fressen.
Die dicken Karpfen waren wohl zu groß für die Waller, aber dann nur noch 60kg Weißfisch? Reichlich wenig, finde ich, für einen Weiher mit über 2ha. Den kann man durchaus als 'leergefressen' bezeichnen.
Die 17 Waller hatten demnach gerade noch 60kg Futterfisch zur Verfügung. Das hört sich irgendwie schon nach Fastenzeit an.

Zum Vergleich: Mein Verein musste ebenfalls einen See abfischen, der hat 12ha. Dabei kamen etwa 2 Tonnen Weißfische heraus, außerdem noch gut 1 Tonne Karpfen, Hechte, Zander, Aal und außerdem ein (!) Waller mit 170cm.
Die 60kg waren von mir vielleicht etwas niedrig angesetzt. Könnten auch 100kg gewesen sein. Dann läge das bei ca. der Hälfte des Weißfischbestands im von dir beschriebenen See.

Aus meiner Sicht ist das nicht dramatisch wenig. Recht hast du mit deiner Vermutung, dass kleinere Karpfen (und Zander) fehlten, was darauf schließen lässt, dass sie durchaus bei den Wallern auf der Speisekarte standen.

Und man muss natürlich beim Weißfischbestand auch den Gesamtfischbestand im Wasser betrachten. Bei uns schwimmen pro ha Weiher ca. 2t Karpfen rum. Da stellt sich schon irgendwann die Frage nach dem verfügbaren Futter als Begrenzungsgröße für den Fischbestand.
 

lsski

Der Fischflüsterer
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Ich glaube auch das eher die Gründler die Weisfische auf ihrem Gewissen haben weil sie um sich zu ernähren alles kaputt wühlen.
Las mich raten Trübes grünes Wasser im August?
Rotaugen wenn nur kleine bis 20 cm?
Der Schlamm am Grund stinkt zum Himmel?
 

Gardenfly

Active Member
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Die 60kg waren von mir vielleicht etwas niedrig angesetzt. Könnten auch 100kg gewesen sein. Dann läge das bei ca. der Hälfte des Weißfischbestands im von dir beschriebenen See.
.
kommt auch beim Ablassen immer auf die Maschengrösse am Ablauf an-da kann viel unerkannt verschwinden.
 

feko

Well-Known Member
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Und es geht da nur um die Brassen,Hechte,Karpfen.
Weiterhin sollen da keine Rotaugen,Rotfedern,sonstige Kleinfische drinnen gewesen sein?
Kann ich mir kaum vorstellen....
 

feko

Well-Known Member
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Auf jeden Fall kann ich einige verlässliche Daten geben.
Ein 156 cm Wels,gefangen im August 2012,wiedergefangen im august 2013,hatte grade mal 3 cm zugelegt,er wurde mit 159 cm wiedergefangen.
Desweiteren wohne ich neben einer Fischzucht,
dort gibt es im November,Dezember jedes Jahr Sömmerlinge zu kaufen,diese haben 6-9 cm,Tiere aus Teichen sind dies.
Gleichalte Tiere aus Warmwasser,bzw Kreislaufanlagen haben 16-20 cm.
Desweiteren ziehe ich über jeden Winter einen Wels groß.
Der größte Faktor,das ein Wels wächst,ist die Temperatur.
Das heißt,es ist ohne probleme möglich,einen Wels von 20 cm innerhalb 5 Monate auf 60 cm zu mästen.
Aber nur bei hohen 26 Grad Wassertemp.zB.Hat das Wasser nur 13 Grad,so ist das Wachstum nicht mal die Hälfte,nein,es ist noch geringer
Um überhaupt genaue aussagen über das Wachstum,und damit das Freßverhalten machen zu können,ist es wichtig das Jahresmittel der Wassertemp. zu wissen.Was ich auf jeden Fall sagen kann,das das Wachstum der Welse hierzulande viel zu stark überschätzt wird.Eben wegen der Temperaturen.
vg
 
Zuletzt bearbeitet:

rheinfischer70

Active Member
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

Feko, danke für die Angaben. Kannst du noch sagen, wo der Wels gefangen wurde (Rhein-Warmwasser, Baggersee in Norddeutschland ???).
 

feko

Well-Known Member
AW: Gibt es Gutachten, die den Schaden durch Waller belegen?

War ein eutrophiertes Stillgewässer.
Was ich auch noch beitragen kann,
in diesem Gewässer ist über einige Jahre der Altbestand an Welsen eingegangen,bzw elektrisch abgefischt worden.
Diese Tiere wurden wurden in den 80er Jahren besetzt,zum zeitpunkt ihres ablebens waren sie zwischen 1,90-2,20 groß.
Ergo haben sie fast 30 Jahre gebraucht,um diese Größe zu erreichen.
vg
 
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