Hardshell-Jacken: Jacken für jedes Wetter

Dieses Thema im Forum "Angeln Allgemein" wurde erstellt von Timo.Keibel, 11. Februar 2019.

By Timo.Keibel on 11. Februar 2019 um 15:23 Uhr
  1. Timo.Keibel

    Timo.Keibel Moderator Mitarbeiter

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    Wenn ich gerade aus dem Fenster schaue, sehe ich einen grauen Himmel, dicke Wolken und Regen prasselt seit Stunden an die Scheibe. Wer geht bei dem Wetter schon ans Wasser? Daher nutze ich einfach mal die Gelegenheit, um ein paar Zeilen über die passende Kleidung speziell über Jacken zum Angeln zu schreiben.

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    Mit der richtigen Jacke hält man es selbst bei "Schietwetter" am Wasser aus


    Ich erinnere mich noch gut an meine Anfangsjahre als es zum Angeln ging: Grün hinter den Ohren und mit den ältesten „Lumpen“ bekleidet, die der Kleiderschrank hergab, ging es los. Auch die alte Regenjacke war mit dabei. Fing es dann an zu schütten und kam noch Wind hinzu, kapitulierte der Regenschutz: Ich war häufig nass bis auf die Unterbuchse. Das war mir damals irgendwie egal, heute ist es Vergangenheit. Gute Kleidung gehört für mich ebenso zum Angeln, wie eine gute Rute und Rolle. Vor allem eine solide Jacke kann trotz unangenehmen Bedingungen den Angeltag retten. Ich setze inzwischen auf Hardshell-Jacken. Sie verhindern, dass einerseits Wind und Wasser ins Innere kommen und transportieren andererseits Feuchtigkeit ab. Im Outdoor-Bereich sind sie seit Jahren nicht mehr wegzudenken und erobern nun auch den Angelsektor.

    1. Schietwetter.JPG
    Wolkenbruch! Jetzt benötigen wir eine Regenjacke

    Was ist eine Hardshell-Jacke?
    Harte Schale, damit können wir den englischen Begriff „Hardshell-Jacke“ ins Deutsche übersetzen. Allerdings haben die Jacken alles andere als eine „harten Schale“. Das Gewebe ist geschmeidig und dennoch widerstandsfähig – zumindest bei meinen Modellen. Der Name leitet sich von der äußersten Schicht ab, die den Wettereinflüssen direkt ausgesetzt ist. Hardshell-Jacken sind Wasserdicht. Diese Eigenschaft wird entweder durch eine eingeschweißte Membran oder einer Beschichtung erreicht. Beide Varianten verhindern, dass Wasser von außen durch das Gewebe nach innen dringt. Tendenziell hält eine hochwertige Membran länger. Sie ist robuster als eine Beschichtung, da sich diese mit der Dauer abnutzt, sich ablöst und undicht wird. Eine weitere entscheidende Beschaffenheit ist die Atmungsaktivität.

    Feuchtigkeit adé
    Mit Feuchtigkeit haben wir nicht nur von außen zu kämpfen. Liegt ein schwüler Sommerregen in der Luft, kommt man leicht ins Schwitzen. So kann es auch ohne Regen im Inneren nass werden. Wie atmungsaktiv eine Hardshell-Jacke ist, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Voraussetzung für einen guten Austausch ist grundsätzlich ein Temperaturgefälle zwischen Körper- und Außentemperatur. Je größer der Unterschied ist, desto besser kann der Wasserdampf (Schweiß) entweichen. Auf der anderen Seite heißt das aber auch, dass bei extrem hohen Außentemperaturen die Atmungsaktivität der Jacke schlechter ist. Generell gilt: Je weniger Schichten eine Jacke hat, desto atmungsaktiver ist sie.

    Robuste Schutzschicht
    Hardshell-Jacken mit einer Membran oder Beschichtung unterscheiden sich in vielen Punkten. Modelle mit einer Beschichtung sind meist leichter und preisgünstiger, Membran-Ausführungen dagegen robuster und etwas kostspieliger, dafür aber auch langlebiger. Hier entscheidet unser Anforderungsprofil an den Regenschutz.Wir unterscheiden Hardshell-Jacken mit zwei, zweieinhalb und drei Lagen. Bei der Dreilagigen sind Außenstoff, Membran und Futter zu einer Schicht laminiert – die Membran ist geschützt. Eine Verbindung der Außenschicht und Membran bezeichnen wir als zweilagig. Das Innenfutter wird in die Jacke eingehängt – das Futter kann an der ungeschützten Membran reiben. Zweieinhalb Lagen besitzen eine Schutzschicht zur Membran. Diese ist jedoch nicht auflaminiert. Sie sind robuster als eine zweilagige und atmungsaktiver als eine dreilagige Jacke.

    2. Drill_Kapu.JPG
    Eine abnehmbare oder feste Kapuze runden eine Hardshell-Jacke ab

    Nützliche Extras oder unnötiger Luxus
    Wir müssen unser Anforderungsprofil vor dem Jackenkauf klar abstecken. Wozu benötigen wir die Jacke und was muss sie können beziehungsweise mitbringen? Logisch, ein langer Parka ist zum Watangeln unpraktisch. Eine kurze Watjacke macht dagegen beim Ansitzangeln keine gute Figur. Zudem gibt’s zahlreiche weitere Faktoren wie Anzahl der Taschen, Verstärkungen, Reißverschlüsse oder die passende Kapuze eine Rolle. Hier entscheidet letztlich jeder selbst, welche Hardshell-Jacke zu Ihm passt.

    4. Gut gelauntIMG_7468.jpg
    Stimmt die Kleidung bleibt die Stimmung trotz Regen gut

    Habt Ihr schon Erfahrungen mit den Hardshell-Jacken gemacht? Welche Jacken nutzt Ihr, wenn es zum Angeln geht? Postet gerne Fotos von Eurer Angelkleidung.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11. Februar 2019

Kommentare

Dieses Thema im Forum "Angeln Allgemein" wurde erstellt von Timo.Keibel, 11. Februar 2019.

    1. Timo.Keibel
      Timo.Keibel
      Ich mache direkt mal den Anfang mit meiner Lieblingsjacke. Das gute Stück begleitet mich schon seit über zehn Jahren.
      Ein bisschen Pflege (Waschgang mit normalem Waschmittel ohne Weichspüler, besser sogar Funktionswaschmittel) und anschließender Imprägnierung taten der Jacke bisher ganz gut, auch wenn hier und da ein paar Gebrauchsspuren zu sehen sind.

      Anhänge:

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    2. Andal
      Andal
      Ich bin immer noch hinter der passenden Norfolk Jacke aus Harris Tweed her ... dann hab ich für den Rest des Lebens ... kein Geld mehr! ;)
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    3. Lajos1
      Lajos1
      Hallo,

      ich habe unter anderem eine englische Wachsjacke, allerdings von einem Billiganbieter. Das Ding taugt wirklich etwas. Acht Jahre absolut wasserdicht, jetzt müsste ich sie mal nachwachsen, da an einigen Stellen bei längerem Regen Wasser durchkommt. Ich werde mir aber wahrscheinlich eine neue zulegen (ca. 80 Euro).
      Temperaturmäßig ist die gut von 15 Grad plus bis 5 Grad Minus. War bisher die einzige Jacke, welche auch über meherere Stunden wirklich wasserdicht war. Schafft goretex nicht unbedingt. Friesennerze sind natürlich auch wasserdicht, aber da wird man von innen nässer als von aussen.

      Petri Heil
      Lajos
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    4. Andal
      Andal
      Von Goretex, möglichst in Verbindung mit Rucksäcken, oder Umhängetaschen bin ich schon lange weg. Goretex und die Reibung, die durch die Träger entsteht, verträgt sich einfach überhaupt nicht, gibt wunderbar undichte Stellen und ist das Geld nicht wert. Wolle, gewachste Baumwolle und Oilskin hält da viel besser Stand und sieht obendrein auch noch gut aus.
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    5. Peter_Piper
      Peter_Piper
      Andal hat es es mir vorweg genommen. Bei den Gore-Tex Jacken muss man darauf achten, in welchem Maß sie Rucksacktauglich sind. Gerade bei den früheren Northface Gore paclite Modellen war es bescheiden. allerdings habe die Firmen das Problem zwischenzeitlich gut hinbekommen. Wichtig für mich ist eine gute Atmungsaktivität. Im Schrank hängen aktuell Modelle von TNF, Millet & Mountain Equipment. Natürlich auch die gute alte Barbour Beaufort, diese ist mir allerdings, gerade mit eingeknöpftem Innenfutter, zu schwer.
      Hatte es auch mal mit günstigen Jacken von Decathlon versucht, war aber :poop.
      Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2019
    6. Lajos1
      Lajos1
      Hallo,

      diese Erfahrungen habe ich mit Goretex auch gemacht. Wenn eine Druckbelastung darauf einwirkt ists mit der Wasserdichtheit vorbei.

      Petri Heil

      Lajos
    7. blablabla
      blablabla
      Mir gefallen Wachsjacken eigentlich optisch gut und das sie Regen gut abhalten hab ich bei Kumpels schon mitbekommen. Mich stört allerdings immer dieser muffige Wachsgeruch ein bisschen und hat mich bisher vom Kauf einer solchen Jacke abgehalten. Gibt es da welche die nicht riechen?
    8. Lajos1
      Lajos1
      Hallo,

      wenn, dann riechen die nur am Anfang, wenn sie noch neu sind. Ich habe mir jetzt eine neue bestellt, müsste die nächsten Tage kommen, dann riech ich mal dran. Allerdings muss ich sagen, dass mein Geruchssinn nicht der Beste ist - hat aber manchmal auch Vorteile.

      Petri Heil

      Lajos
    9. Peter_Piper
      Peter_Piper
      meine Barbour hat noch nie muffig gerochen. Auch nicht nach erneutem wachsen. Nehme aber auch immer das original Wachs.
    10. Andal
      Andal
      Man hängt ja seine Sachen auch nicht getragen und feucht sofort in den Kasten, sondern lässt trocknen und auslüften. Dann noch ein Kräutersäckchen in den Kleiderschrank und alles riecht salopp. Nebeneffekt, die Staunzen mögen einen dann auch nicht so. ;)
    11. ollidi
      ollidi
      So etwas habe ich auch. Alle paar Jahre neu wachsen und das Wachs vorsichtig mit dem Fön erwärmen, damit es gut einzieht.
      Die Jacke hält bei mir schon zig Jahre ohne das etwas dran ist. Angeln, Wandern, mehrere Osterfeuer wo auch mal die Funken fliegen...
      Also wirklich etwas fürs Grobe.
      Wenn es mal kälter wird, kommt noch eine Fleecejacke drunter und gut ist.
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    12. Lorenz
      Lorenz
      Das wichtigste Extra wurde leider nicht genannt. Ich würde keine Hardshell ohne kaufen. Unterarmreißverschlüsse; denn wie bereits angedeutet können die Membranen keine Wunder vollbringen.

      Wer eine ultraleichte Regenjacke kauft, braucht sich nicht wundern wenn diese nicht so robust und langlebig ist. Einige dieser 'paclite' Modelle sind sehr leicht. Irgendwo muss die Gewichtsersparnis herkommen...
    13. Frieder
      Frieder
      Hi Timo, schön mal wieder etwas von Dir zu Sehen und zu Lesen.
      Der Bericht über die Regenkleidung ist sehr gut und hilft bestimmt vielen, die auf der Suche nach Regenschutz sind.

      Damals brauchten wir kein Regenzeug ..... war ja ganz tolles Wetter.
      Erinnerst Dich noch ?
      IMG_3427.JPG Img_3424.jpg
    14. Peter_Piper
      Peter_Piper
      Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. ;)
    15. Timo.Keibel
      Timo.Keibel

      Moin Frieder,
      na klaro erinnere ich mich an die Lene From-Tour. Diesen Trip kann man bei den Fängen auch nicht vergessen.
      Frieder gefällt das.

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