Hecht und Zander mit monofiler Hauptschnur

Ben_05

Well-Known Member
Mahlzeit,

ich habe mir vor kurzem eine Angelcombo von Penn für Hecht und Zander geholt mit einem Wg. von 20-60g für alles was zu schwer für die Barsch-/Zandercombo ist und zu leicht für die Bigbait Rute. Das hat irgendwie seinen Reiz am kleinen Vereinstümpel mit einer simplen Angelcombo, Blinker, Spinner, alten Crankbaits und Monoschnur ein paar Hechte oder auch evtl. Zander zu zuppeln. So richtig schön oldschool. Das das für Zander eher Suboptimal ist, ist mir bewusst wegen der Dehnung, ist ja auch nicht der Zielfisch sondern eher realistischer Beifang. Hechte knallen doch eh so drauf, dass man den Anschlag gar nicht verpassen kann oder?

Meine Frage an euch ist jetzt, wie stark sind die Nachteile wirklich?
Ist Mono einfach nur aus der Mode gekommen oder ist Geflecht so viel besser?

PS.: Ich habe bisher nur Geflecht beim aktiven angeln benutzt also lyncht mich bitte nicht für diese evtl. dumme Frage.

VG
 

Taxidermist

Well-Known Member
Das das für Zander eher Suboptimal ist, ist mir bewusst wegen der Dehnung,
Das ist dem Zander egal, nur manche Köder wie Jigs oder Jerks lassen sich halt an Geflechtschnur besser fischen.
Alle anderen Köder (Zugköder) die du aufgezählt hast, kannst du genauso auch mit einer Mono fischen!

Jürgen
 

Mescalero

OCC 2022 (Erster)
Mono ist viel dicker als ähnlich starkes Geflecht und lässt sich nicht so weit werfen. Wenn man nicht weit werfen kann oder muss oder will, sehe ich keine Nachteile.

Außer beim Fischen mit Ködern, die heftig animiert werden sollen.

Die Dehnung der Monofilen ist eher vorteilhaft als schlecht, finde ich.
 

jkc

Well-Known Member
Die Frage ist, wo soll da der Vorteil liegen? Auch mit geflochtener Schnur gibt's beim Hechtangeln reichlich Fehlbisse. Trotzdem haste in meinen Augen bei geflochtener die bessere Köderkontrolle und evtl. auch mehr Lösepower fürs Hängerlösen, Hänger frei schnippen funktioniert mit geflochtener auch wesentlich besser, ryt?
 

daci7

Käpt'n Iglo
Naja, du wirst dir doch keine kombo für ein Gewässer kaufen, oder?
Und wenn du in Rees/Mehr unterwegs bist, wirkte sicherlich mal an den Rhein oder den langen Pfeiffer oder so gehen - da würde ich, schon allein der steinigen Struktur wegen, Geflecht empfehlen, damit ich die Hänge besser rausflitschen kann.
Wenn du allerdings reine Leierköder ohne Grundkontakt fischst, sehe ich auch keine großen Nachteile bei Mono.
Grüße
David
 

PirschHirsch

Well-Known Member
Mono zum Spinnfischen verwende ich nur:

a) am heftig holzigen Forellenbach (kürzeste Würfe --> genug Rückmeldung), da ist mir dünnes Geflecht viel zu empfindlich (man wirft schon mal in die Äste rein bzw. die Schnur geht drüber).

b) bei starkem Ringeis, das Geflecht vernichtend anhobelt.

Ansonsten fische ich nur noch Braid - mit Mono ist mir der Fernsteuerungsfaktor für meine Spinnköder viel zu indirekt, unpräzise und schwammig.

Derlei Verfälschung kann ich überhaupt nicht brauchen - ein Spinnsystem ist für mich ein Präzisionsinstrument.

Reines Leiern geht mit Mono - großartig mehr aber nicht wirklich. Nichts für stufenlos gesteuerten Köder-Kunstflug. Viel zu beschränkend und rückmeldungs-killend.

Daher mir viel zu unflexibel (ich wechsle ständig bzw. spontan zwischen Gummi, Blech und Wobblern).

Insofern hasse ich auch unnötige Mono-Zwischenschalt-Puffer mit Ringratterverbindungsknoten wie die Pest - bei mir hängt das Stahlvorfach direkt an der Braid.

In meiner Anfängerzeit gab es keine Braid, da musste man mit Mono spinnen. Das Köderspektrum war da aber im Vergleich zu heute extrem eingeschränkt und bestand größtenteils aus Leierködern.

Ich war dann sehr froh, als Geflecht schrittweise günstig(er) und weitflächig erhältlich wurde - seit ich das zum ersten Mal auf der Rolle hatte, wollte ich praktisch nichts anderes mehr.

Für mich einer der größten Fortschritte beim Spinnfischen. Viele Spinn- bzw. Führungstechniken sind mit Mono nicht vernünftig realisierbar.

Mono beim Spinnen in meinem Fall daher nur noch, wenn situativ erforderlich bzw. sinnvoll.

Aber ganz bestimmt nicht mehr als (außer-forellischen) Standard, die Zeiten sind vorbei. Bin gottesfroh, diesen Schwabbelgefühl-Blindflug los zu sein.

Ich sehe keinen Sinn darin, mir mein Anglerleben unnötig selbst schwer zu machen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rheinspezie

Fischender Gentleman
100.000 sende Räuber sprangen Anfang der "Twister Welle" im Rhein über die Klinge.

0,27er dehnungsarme Mono (Profiblinker) oder gelb Gefärbte waren Standard.

Ich hab's damals sogar auf die Spitze getrieben mit 0,18er Mono, 2,40Tele Schwabbelrute, 7g. Rot/Orange Köpfen mit den "hochaufbiegenden" aber sauspitzen Rundbogenhaken.

Beim Biss auf gelben Dopelschanztwister (Balzer!?) einfach 2,3 mal hintereinander angeschlagen.
Raus kamen Zander zwischen 45-60cm.

Mono geht also gut (besonders auf Barsch).

Als mir die erste Geflochtene im Angelgeschäft "Gees" vorgeschlagen wurde, fiel ich vom Glauben ab.

Mit DEM "Brett in Gelb" was fangen!?

NIEMALS. :laugh

R. S. coffeegirl
 

vermesser

Well-Known Member
Mono geht, für Hecht sogar super. Der Unterschied in der Wurfweite ist m.E. zu vernachlässigen, aber bei Ködern wie Spinnern und Blinkern ist Mono viel anfälliger für Drall als Geflecht. Das ist der Hauptgrund für mich, dass ich beim Spinnfischen nahezu nie Mono verwende.

Probier's aus, den Fischen ist das egal.
 

jkc

Well-Known Member
Also da viele ja schreiben zum leiern okay; ich leier gerade zur Zeit/ im Winter oft am unteren Rand der minimalen Laufgeschwindigkeit des Köders, sprich ein Zacken langsamer und der Köder läuft nicht mehr. Den Punkt mit Mono zu finden ist je nach Köder nicht so einfach, klar beim Spinner easy, beim Wobbler je nach Modell schon nicht mehr so, beim Gummi Glückspiel.

Grüße
 

PirschHirsch

Well-Known Member
ich leier gerade zur Zeit/ im Winter oft am unteren Rand der minimalen Laufgeschwindigkeit des Köders, sprich ein Zacken langsamer und der Köder läuft nicht mehr. Den Punkt mit Mono zu finden ist je nach Köder nicht so einfach,

Ganz genau.

Drum sage ich:

Leiern mit Mono geht (= überhaupt) - aber mehr auch nicht. Für mich nicht ok, sondern suboptimal.

Nur am Forellenbach mit Wurfdistanzen zwischen 3 und max. 8 m (wenn überhaupt) spielt das für mich bei Verwendung von dehnungsarmer Mono keine Rolle - da habe ich dann mit meiner Xtrafast-Giftigcombo trotzdem noch genügend Rückmeldung.

Hat auch überhaupt nichts mit Anti-Gescheuche etc. zu tun:

In dem Fall überwiegt für mich einfach die größere Abriebsfestigkeit der Mono, da es am Bach wie gesagt oft sehr ruppig mit häufigem Holz- und Steinkontakt zugeht (inkl. Böschungsgekletter, Dornen-Durchqueren etc.).

Und billiger kommt das auch, weil auch die Mono da schon mal getauscht werden muss. Die Leine wird da halt ordentlich hergeritten.

Darum habe ich nur 50 m Stroft ABR auf meiner 2500er-Bachrolle, der Rest ist irgendwelche Superbillig-Grabbelkisten-Backingleine mit passendem Durchmesser.

Mittlerweile überlege ich, auf 25 m ABR runterzugehen - für den Bach dürfte das auch allemal reichen. Dann gibt's noch weniger Austausch-Schnurmüll.

Hechte gibt es da definitiv keine, darum habe ich einen Mini-Staylock ohne Vorfach direkt an der Hauptschnur.

Aber ansonsten:

Ich will möglichst genau mitbekommen, was sich am Leinenende tut. Ob bzw. wie (intensiv) der Köder läuft, Dreck gefangen hat, irgendwo anklopft etc.

Daher bei mir:

Mono außer-forellisch nur als "Frostschutz" - und auch dann kotzt es mich immer an, wenn ich auf die jeweilige Ersatzspule umstellen muss. Aber natürlich besser, als das Angeln dann ganz einzustellen.
 
Zuletzt bearbeitet:

lbm1305

Well-Known Member
Die Rückmeldung ist bei monofiler Schnur (Nylon oder Fluorocarbon) etwas "dumpfer". Man muss halt etwas sensibler werden. Ansonsten gibt es für mich keinen Nachteil, außer man fischt auf Distanz. Da sind Wurfweite und eben der Anhieb auf die Distanz relevant.
Allerdings sollte man schauen, für welchen Einsatz die monofile Schnur konzipiert wurde. Fluorocarbon gibt es mit hoher, aber auch sehr geringer Dehnung. Die entsprechenden Vor- und Nachteile sollte man auch erkennen ;-)
 

Captain_H00k

Well-Known Member
1000002268.jpg


Dumpfer beschreibt es ganz gut,wobei es extreme Unterschiede gibt.Beginnend bei Stretch,Sinkeingenschaft,usw.
Ich hatte mal ein sehr geiles Video,wo deutlich gemacht wurde,dass Mono da FC in nix nachsteht,sogar teilweise besser sinkt und weniger sichtbar ist.
Ich fische Mono wirklich vieeel lieber als FC,und habe das echt nur noch in dicken Durchmessern für Salzwasser,sonst brauche ich keins mehr.
Oben die Rolle hat Berkley Trilene Sensation in 0.26mm drauf.Geile und empfehlenswerte Schnur !
 
Oben