Immer weniger Fische

Rheinspezie

Fischender Gentleman
Da muß ich entschieden widersprechen - der Rhein hat sich sehr wohl stark verändert.

Die Bestände an Zander , Barsch bspw. sind STARK rückläufig.

Um den Rückgang abzubilden, sind Untersuchungen deutlich vor den 2000er Jahren maßgeblich.

Eine solche Untersuchung mit FAKTEN habe ich im Netz gefunden und gelesen - ich hoffe, ich finde die entsprechenden Daten nochmals !

Der Weißfisch und Fischbestand hat sich zu einem weiten Teil der Grundelinvasion "ergeben".

Wenn man auf invasive Schädlinge steht, die zudem mehrfach im Jahr ablaichen , ist man bestens bedient.

Rapfen als Weißfische zu zählen, ist formal richtig - sie sind leider aber zum führenden Raubfisch nach der Grundel "avanciert" ob vor oder nach dem wels weis ich gerade nicht. .

Der Schleienbestand damaliger Dekaden ist praktisch erloschen - große Brassen sind gefühlt fast nur noch am Niederrein in ansprechender Menge vorhanden.

Eine Fischbestandsuntersuchung , die nur die letzen 20 Jahre betrifft , ist zu kurz gegriffen !!!

R.S.coffeegirl
 

Andal

Teilzeitketzer
Es ist eben anders, als vor 20 Jahren und in 20 Jahren wird es wieder anderes sein. Ganz natürlich.

Ich kann mich sehr gut an die Zeiten erinnern, da waren die Flüsse sehr "nährstoffreich". Dafür ist die Katz verreckt, wenn man sie mit Flussfisch gefüttert hat, oder gleich auf und davon.
 

Großmaulbarsch

New Member
Hallo Rheinspezie,

das die Barschbestände zurückgehen, kann ich "gefühlt" auch so bestätigen. Und sicher gab es vor 40 Jahren auch mehr Zander, denn da war der Rhein noch so dreckig, das kaum einer darauf angelte und wusste, welch gute Population sich trotzdem im Fluss entwickelt hatte. Das war aber nicht das Thema meines Kommentars, sondern es ging eben um den von rhinefisher angesprochenen Rückgang der Friedfischbestände sowie um die von Kuty88 genannte Verschlechterung der Fangergebnisse in den letzten paar Jahren (nicht im Vergleich zu 1850, wo es noch Störe und Maifische und viele Lachse im Rhein gab) . Und dann kann ich nicht nachvollziehen, wie Du zu der Aussage kommst, daß sich "Der Weißfisch und Fischbestand zu einem weiten Teil der Grundelinvasion ergeben hat". Die Zahlen in den Tabellen sprechen doch eindeutig dagegen. Das kann man nicht leugnen, denn es sind Fakten. Ausserdem irritiert mich Deine Aussage, daß der Rapfen zum führenden Raubfisch im Rhein geworden sein soll. Der Bestand ist doch, wenn Du auf die Zahlen schaust, um 15 % zurückgegangen. Worauf also begründet sich Deine Aussage? Ich kann das nicht nachvollziehen. Und ich hatte ja schon davor gewarnt, sich auf "gefühlte" Erfahrungen zu berufen.

MfG

Großmaulbarsch
 

Lajos1

Well-Known Member
Ein bisserl muss man schon gehen und dann wirds auch. ;)
Hallo,

und das gilt überall, nicht nur für den Rhein.
Ich habe eine Topstelle auf Karpfen an einem Fluß, wenn ich, was selten vorkommt, auf Karpfen fische, weil ich einen verknuspern, bzw. einem Bekannten einen geben will, laufe ich diese Stelle an. Sind hin- und zurück gut 3 Kilometer, ist nicht anders als zu Fuß zu erreichen. Ich bin überzeugt, da hat ausser mir die letzten 10 Jahre niemand gefischt smile01. Dort kann man auch nur mit einer Rute angeln - aber ertragreich.

Petri Heil

Lajos
 

Drillsucht69

Well-Known Member
Hallo,

und das gilt überall, nicht nur für den Rhein.
Ich habe eine Topstelle auf Karpfen an einem Fluß, wenn ich, was selten vorkommt, auf Karpfen fische, weil ich einen verknuspern, bzw. einem Bekannten einen geben will, laufe ich diese Stelle an. Sind hin- und zurück gut 3 Kilometer, ist nicht anders als zu Fuß zu erreichen. Ich bin überzeugt, da hat ausser mir die letzten 10 Jahre niemand gefischt smile01. Dort kann man auch nur mit einer Rute angeln - aber ertragreich.

Petri Heil

Lajos
Ich fahre ne Stunde hin zzgl. 35 min. Fußmarsch hin und das gleiche zurück... Dafür sehe ich keinen, werde aber mit viel Spaß belohnt... Den Aufwand gönne ich mir zweimal die Woche z. Z.
 

Großmaulbarsch

New Member
Ok, das kann ich auch bestätigen. Fahre oft mit dem Rad am Auto zu Stellen, an denen ich parken muß, um die letzten 2 Kilometer mit dem Bike zu machen. Neben dem schönen Effekt, daß man da seine Ruhe hat, ist der Fangerfolg auch deutlich höher..
 

rheinfischer70

Active Member
Hallo zusammen,
nachdem ich Eure vorstehenden Beiträge mit Interesse gelesen habe, möchte ich mich jetzt auch mal mit statistisch untermauerten Fakten in die Diskussion einklinken, und zwar speziell zu der Frage "hat der Fischbestand im Rhein in den letzten 20 Jahren zu- oder abgenommen?". Anhängend findet Ihr 2 Tabellen mit den Zählergebnissen der Fischdurchzüge in der Rheinstaustufe Iffezheim in den Jahren 2000 - 2009 sowie 2010 - 2019. Lassen wir die Langdistanzwanderer mal weg, da sie Sondereinflüssen unterliegen (obwohl ich gerne auf die gute Aalentwicklung blicke). Wir schauen stattdessen mal nur auf die von rhinefisher angesprochenen Weißfischarten Barbe, Brachsen, Rapfen, Nase, Rotauge und Ukelei. Dabei stellt man erstens fest, dass der Rhein zwischen 2000 und 2009 keineswegs leer war. Die Gesamtzählungen für Barbe und Brachsen lagen hier sogar doppelt so hoch wie in der Folgedekade. Zweitens ist zu entnehmen, das die Bestände von Nase und Rotauge sich in den letzten 10 Jahren etwa verdreifacht haben, beim Ukelei ist die Zählung sogar von 1743 auf 58716 hochgeschossen (Leider hat sich auch die Zahl der Welse um das 8-fache erhöht, was mir nicht gefällt). Der Rhein zeigt also insgesamt eine gute Entwicklung und hat nicht nur Muscheln zu bieten. Ich möchte deshalb davor warnen, sich zu stark an subjektive Empfindungen zu binden, da diese oft nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen.

Und hier noch kurz meine Antwort zu der Frage vom Initiator dieses Chats: Tagsüber muß ich Dir beipflichten, da liegen meine Fänge nahe 0. Nachts sieht das aber auch in 2020 deutlich besser aus (was die Zander angeht). Ich fische im gleichen Bereich wie Du.

Gruß

Großmaulbarsch
Sind die Fischbestände trotz oder wegen der Welsbestände so gut? Oder ist der Welsbestand aufgrund der vielen Nahrung so hoch?
Warum gefällt dir das nicht?
 

Fruehling

Kommunikaze
Schon komisch, wenn jemand schreibt, daß er, allen Unkenrufen zum Trotz, gut fängt und dann die unkenden anderen versuchen ihn von rückläufigen oder gar eingebrochenen Beständen zu überzeugen. :whistling
 

Großmaulbarsch

New Member
Hallo Rheinfischer,
ja, daß ist eine sehr gute Frage, die mich auch schon mehrfach beschäftigt hat. Ich nenne hier mal meine persönliche (und nicht wissenschaftlich belegte) Meinung dazu: Der Wels war ursprünglich in eher wärmeren Gegenden Europas zu Hause war, z. B. südliches Ungarn und Spanien (Ebro). Durch die Klimaerwärmung hat er sich in den letzten 20 Jahren immer weiter nach Nordwesten ausgebreitet. Da er aufgrund seiner Größe ein effektiver Räuber ist, wird er sicher durch seine Ausbreitung auch andere Fischarten verdrängen. Welche das sind, ist bisher unklar. Üblicherweise geht das zu Lasten von Aalen (Lieblingsbeute der Welse), aber auch bodennahe Friedfische wie Schleien, Barben und Brassen werden das spüren. Das macht mit etwas Sorge. Die Bestände von Zander und Barschen werden durch den Wels offensichtlich nicht gefährdet, das zeigen die Bestandsentwicklungen z. B. im Ebro oder im Po, wo beide Arten in ausreichender Zahl nebeneinander vorhanden sind. Trotzdem ist dieser Fisch ein Einwanderer, der hier ursprünglich nicht vorkam. Wir müssen die Entwicklung weiter beobachten.
 

Laichzeit

Well-Known Member
Im Fischpass Iffezheim sind die Welse nicht nur Durchreisende, sondern legen sich auf den Boden und schnappen sich die anderen Durchzügler. Das führt leider bei Lachs und Meerforelle zu erheblichen Verlusten.
 

hanzz

Master of "steht noch nicht fest"
Schon komisch, wenn jemand schreibt, daß er, allen Unkenrufen zum Trotz, gut fängt und dann die unkenden anderen versuchen ihn von rückläufigen oder gar eingebrochenen Beständen zu überzeugen. :whistling
Da vergeht einem auch ein bisschen die Lust am Posten von Fängen.
 

Kuty88

New Member
Hey Freunde ist schon interessant wie die Meinungen auseinander gehen. Ich möchte auch nicht erzählen das es vor 20 Jahren besser oder schlechter war sondern in den letzten Jahren fand ich es eigentlich sehr stabil ( ca 3 Jahre ) rede ich. Aber im diesem Jahr sieht es anders aus. Ist nicht so das es mir so geht, habe in Köln und Düsseldorf super Kollegen im Angel Shop und die Berichten mir das selbe. Es werden immer noch Fische gefangen absolut. Aber mal im Ernst früher bin ich die Nacht durch am angeln mit mindestens par Fischen egal welche Art auch wenn es nur 15cm barschen waren irgendwas hat immer gebissen und das ist diesen Jahr total anders warum weis ich nicht.

aber trotzdem an alle danke für eure Meinungen Find ich mega.
 

Großmaulbarsch

New Member
Den Aspekt, daß die Welse in der Fischtreppe aktiv auf Salmoniden rauben, hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm. Danke für den Hinweis. Das macht mic noch skeptischer gegenüber diesem Fisch.
 

rhinefisher

Wellknown Member
Na ja - was immer auch in irgendwelchen Fischtreppen gezählt wird (sehr interessant..!), was immer auch einige an persöhnlicher Erfahrung machen - der Rhein ist, verglichen mit der Zeit vor 96, LEER.
Ein Beispiel: Wir hatten im Wendebecken des Krefelder Hafens, jedes Jahr 3-4, in einem Jahr sogar 5, Brutpaare des Eisvogels.
Diese Paare brachten jeweils 2-4 Bruten durch, ich habe sogar einige Male beobachtet wie ein Paar 2 Bruten gleichzeitig großgezogen hat.
Seit Anfang der 2000er Jahre gibt es bloß noch ein Paar am Wendebecken, welches dann mit Mühe 2 Bruten durchbringt... .
Es gab hier Buhnen, die waren Schwarz vor Ukelei - die sind heute leer.
Und zum Angeln - hier galt der Spruch "ist der erste Fisch ein Barsch, ist der Tag im Ar..."
20 ü-30 Barsche in einer Stunde waren an etlichen Spots bloß Mittelmaß - heute halten die jüngeren Sportskollegen 8 ü-30er am Tag für ein tolles Ergebniß...

Man kann das nicht relativieren - der Kormoran hat ganz Europa zu einer fischereilichen Wüste gemacht... .

Zahlen und Untersuchungen sind bestimmt wichtig, sind aber auch immer Spiegelbild der angewandten Methoden und der Intention des Untersuchenden.
Z.B. die vielgelobte Untersuchung der Krefelder Insektenforscher - da hat man 20 Jahre Daten gesammelt, welche ich auch problemlos an meiner Windschutzscheibe ablesen konnte; nen Insektenschwamm habe ich seit 15 Jahren nicht mehr benutzt.. .

Wir hatten in meiner Kindheit einen großen Sommerflieder auf dem Grundstück.
1970 benötigten meine Freunde und ich einige Minuten um ein großes Glas mit gefangen Schmetterlingen zu füllen.
Ich werde nie vergessen, wie ich 1980 staunend vor dem fast Schmetterlingsfreien Busch stand und mich fragte wohin wohl die ganzen Falter verschwunden seien... .
Das war 1980! Zwischen meinem 7 und meinem 17 Geburtstag fand in D eine großangelegte Bodenreform/Flurbereinigung statt - Brachen, Feuchtgebiete und Hecken hatten sich in Monokulturen verwandelt... .

Wenn jetzt die Krefelder Insektenforscher 95 oder 2000 erst anfangen zu zählen, kommen die zu ganz anderen Schlüssen (und die sind verheerend genug..) als ich.

Natürlich gab es auch andere Faktoren, welche heftig zum Niedergang der Bestände beigetragen haben.
Die verbesserte Qualität des Wassers.
Sandoz.
Der fall des eisernen Vorhangs.
Die Rhein-Main-Donau Panzersperre.
Und etliche Kleinigkeiten.

Aber der Kormoran ist der Super-GAU..!
 
Zuletzt bearbeitet:

Rheinspezie

Fischender Gentleman
@Großmaulbarsch

Es geht nicht um 18Hundert - es geht um die Zeit ab etwa Ende 80er und die 90er Jahre.

Maifisch,Stör,Lachs gab es da (fast) nicht mehr, daher interpretiere ich den Hinweis auf diese Zeiten mal als "Scherz".

Ich möchte auch niemanden angreifen , sondern die Entwicklung aus meiner Sicht beschreiben.

Ende der 80erbis in die 90er Jahre war das Wasser so eutroph , dass man bspw. hunderttausende an Lauben in riesigen Schwärmen ziehen sah.

Fischen mit der Kopfrute - oder das sogn. "Tunken" im Strom brachte riesige und zahlreiche Rotaugen/Brassen und anderes "Getier" an den Haken.

Einen Schneider auf Zander kannte ich praktisch nur in Klarwasserphasen im Winter bei Frost . Gute Hechte ergänzten den Raubfischbestand.

DA war der Rapfen ein seltener Beifang.

Das änderte sich komplett ab ca. der 2000er - Weniger Nährstoffe und Zunahme der Sichtigkeit begünstigten immer mehr die Artenverschiebung auch und gerade
am Beispiel Schied.

Bei Abnahme von Nährstoffen und in etwa gleichbleibenden Laichmöglichkeiten MUSS es zu einer Verringerung der Biomasse kommen !

Und die Abnahme der Nährstoffe war mit der Belastungsklasse 2 - mäßige Verschmutzung für den Rhein, vollzogen.

Es gibt heutzutage deutlich weniger Fisch in stark veränderter Artenzusammensetzung !

Das mildert sich im unteren Rheinabschnitt "Niederrhein" wieder ab .

Meine Meinung.

R.S.coffeegirl
 
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Rheinspezie

Fischender Gentleman
Da vergeht einem auch ein bisschen die Lust am Posten von Fängen.

Warum?

gemessen an den Möglichkeiten, dem "Potenzial" gibt es doch heutzutage noch sogn. "gute Fänge"

Man freut sich an dem, was möglich ist und klappt.

Was hat eine Beschreibung der Veränderungen und Möglichkeiten mit "unken" zu tun?

Was sind subjektiv "Gute Fänge" ?

Der eine dreht ab, wenn er 2 35er Barsche fängt, der Andere , wenn er 10 Zander hat.

Beide sagen: Toller Fischbestand.

Der dritte angelt am Mittelrhein im Ballungsraum und fängt Nix oder alle Jubelwoche mal einen 50er Zander.

Wer hat Recht?

Futterkorbangler trifft einen Rotaugenschwarm ( rel. selten geworden sage ich als Unker ) , fängt "gut" , 10 Rotaugen.

Der Fluss ist klasse - oder ?

Der Angler wird euphorisch, wenn mal Alles passt - aber was hat der Gesamtbestand damit zu tun?


R.S.coffeegirl
 
Zuletzt bearbeitet:
Rheinspezie spricht hier einen wichtigen Punkt an. Und zwar die Frage, was sind gute Fänge oder was ist ein guter Fischbestand ? Das ganze ist natürlich sehr subjektiv. Ich hatte z. B früher an einem Vereinssee auf Hecht geangelt. Von anderen Kollegen hörte man immer, dass der See einen klasse Hechtbestand hätte. Auf die Frage, wie viele sie den im Jahr gefangen hätten, kam immer 4 bis 5 Stück. Hmm.... Klingt irgendwie Mager und spricht eher für einen schlechten Bestand. Ich hatte an dem See auch nicht viel mehr gefangen und war entgegen der Meinung der Kollegen, der Ansicht das es kein gutes Hechtgewässer ist. Eine ähnliche Beobachtung habe ich bei uns am Rhein von Bonn bis Düsseldorf gemacht. Mir ist z. B aufgefallen, dass man bei uns nur selten große Brassen, Rotaugen oder Alande fängt. Trotzdem gibt es genug Feederangler, die der Meinung sind, wir hätten einen guten Weißfischbestand. Wenn ich das beispielsweise mit der Maas vergleiche, wo man in einer guten Nacht 10 bis 15 Brassen der zwei Kilo klasse fangen kann, so kann ich dann bei uns nicht von einem tollen Weißfischbestand sprechen. Ich glaube einfach, dass es vielen Angler an Vergleichen fehlt. Sie angeln immer an dem selben See oder dem selben Flussabschnitt und denken, dass es überall gleich gut ist.
 

Kuty88

New Member
Rheinspezie spricht hier einen wichtigen Punkt an. Und zwar die Frage, was sind gute Fänge oder was ist ein guter Fischbestand ? Das ganze ist natürlich sehr subjektiv. Ich hatte z. B früher an einem Vereinssee auf Hecht geangelt. Von anderen Kollegen hörte man immer, dass der See einen klasse Hechtbestand hätte. Auf die Frage, wie viele sie den im Jahr gefangen hätten, kam immer 4 bis 5 Stück. Hmm.... Klingt irgendwie Mager und spricht eher für einen schlechten Bestand. Ich hatte an dem See auch nicht viel mehr gefangen und war entgegen der Meinung der Kollegen, der Ansicht das es kein gutes Hechtgewässer ist. Eine ähnliche Beobachtung habe ich bei uns am Rhein von Bonn bis Düsseldorf gemacht. Mir ist z. B aufgefallen, dass man bei uns nur selten große Brassen, Rotaugen oder Alande fängt. Trotzdem gibt es genug Feederangler, die der Meinung sind, wir hätten einen guten Weißfischbestand. Wenn ich das beispielsweise mit der Maas vergleiche, wo man in einer guten Nacht 10 bis 15 Brassen der zwei Kilo klasse fangen kann, so kann ich dann bei uns nicht von einem tollen Weißfischbestand sprechen. Ich glaube einfach, dass es vielen Angler an Vergleichen fehlt. Sie angeln immer an dem selben See oder dem selben Flussabschnitt und denken, dass es überall gleich gut ist.
Das stimmt zwar aber es gibt Angler die seit erst 5 Jahren am Wasser sind und das vielleicht 2 mal im Monat. Und wenn dann ein Angler kommt der über 20 Jahren am Wasser ist und fast jede Angel Methode ausprobiert hat so ist seine Meinung nach ein guter Angel Tag nicht mit 3 barschen ein super Tag gewesen. Ich persönlich gehe aktiv seit 15 Jahren angeln und das mindestens 2 mal die Woche. War zb. Heute Mittag am Rhein mit der Fliege und bis auf zwei Barsche war nichts. Ist zwar besser als nichts aber war kein guter Tag für mich.
 

Andal

Teilzeitketzer
Das sich Gewässer im Laufe der Zeit von ganz alleine verändern, sollte man bei allen schnellen Schuldzuweisungen auch nicht ganz vergessen.

Der Rhein alleine wurde in den letzten Jahrzehnten signifikant sauberer, hat am Nährstoffgehalt verloren, seine durchschnittlichen Jahrespegel verändert, wurde klarer und so weiter und so fort. Das verändert auch rein zufällig die Bestände, Bestandsdichten und die Standorte der Fische.

Alles zusammengenommen kann es gar nicht nur einen Verursacher geben!

Aber ich spreize mich gegen die Behauptung, es gäbe kaum noch Fische im Fluss. Wenn man dann bei seinem alten Stiefel als Angler bleibt, mag das so erscheinen. Es ist aber nicht so. Es wurde nur anders und man hat sich selber nur nicht mit entwickelt. Den Vorwurf muss ich mir auch selber machen, weil es halt bequem ist. Was letztes Jahr gut lief, sollte auch dieses Jahr funktionieren. Tut es aber nur bedingt, wenn man nicht mitgeht.

Nicht umsonst heisst es seit der Antike panta rhei - alles fließt. Man muss schon mitfließen. ;)
 
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