Krebse: Vom Wasser in den Magen

ollidi

Fliegenfischeranwärter
Teammitglied
Da ich in einem anderen Thread über ein paar Postings mit Krebsen gestolpert bin, habe ich mal diesen Thread eröffnet.

Wir haben bei uns einen kleinen Fluss, der wohl seit ein paar Jahren einen recht guten Krebsbestand hat. Da dieses Gewässer hauptsächlich mit Kunstködern befischt wird, ist das natürlich noch nicht aufgefallen. :) Elmar Elfers und Timo.Keibel Ihr kennt das Gewässer. ;)

Hier mal ein Handyfoto unterhalb eines Wehres, an dem mal kurzfristig das Wasser abgelassen wurde. Unsere Strecke ist oberhalb dieses Wehres und ich gehe mal davon aus, daß die kleinen und leckeren Krabbeltierchen kein Problem damit haben, ein Wehr ( ca. 2 Meter hoch ) zu überwinden.
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Daher sind mir mehrere Fragen in den Sinn gekommen.
- wie kann ich eindeutig Edelkrebse von Krebsen unterscheiden, die ich dem genüsslichen Verzehr zukommen lassen darf? Eindeutige Kennzeichen bei Edelkrebsen würden reichen.
- was wäre die beste Fangmöglichkeit? Ich werde mir auf jeden Fall einen Krebsteller besorgen. Vielleicht hat ja noch jemand einen anderen guten Tipp.
- Fangzeit tagsüber oder eher wenn es dunkel wird?
- wie transportiert man Krebse am besten lebend? Ich stelle mir einen Köderfischeimer mit Wasser und Sauerstoffpumpe vor? Oder kann man die auch "trocken" transportieren?
- und zum Schluss: Wer hat ein gutes Rezept? :laugh2 Es gibt im Netz zwar reichlich Rezepte, aber es geht nichts über Erfahrungswerte von Boardies. thumbsup
 

Der mit dem Fisch tanzt

Well-Known Member
Meinen Erfahrungen nach ist Nachts die beste Zeit, um Krebsen nachzustellen, da ich in der Vergangenheit an den Ruten und Köfis beim Nachtangeln eindeutige Beweise für Krebsaktivität hatte.

In unserem Fluß und im MDK haben sich überwiegend Signal- und Camberkrebse ausgebreitet, aber die werden nie befischt und wachsen zu erstaunlichen Größen heran!
Bei einer Schnorcheltour in der Schwabach Nähe Schnaittach habe ich riesige, so bläuliche Krebsscheren entdeckt, die Viecher dort müssen echt kapital sein...
 

Mescalero

Well-Known Member
Um sie in größeren Mengen zu fangen, braucht man sicher nicht mit der Angel los. Das funktioniert aber, ich habe beim Fangen von Mühlkoppen immer wieder Krebse am Köder gehabt, die man einfach rausheben konnte. Als Kinder haben wir auch so "geangelt", mit Muscheln als Köder. Welche Art das war, weiß ich nicht sicher.
Eine Reuse oder so etwas ist zweifellos effektiver.
 

ollidi

Fliegenfischeranwärter
Teammitglied
Also im Dunkeln/Nachts und Eimer geht. Die müssten ja auch nur bis zum nächsten Abend im Eimer bleiben. Zur Not kann ich sie ja auch in meinem "Hochteich" hältern,
Mit einer Angeln will ich gar nicht erst anfangen. Da würden auch ohne Ende Weissfische beissen.
Reuse ist nicht erlaubt. Einem Krebsteller steht aber nichts entgegen.
 

Laichzeit

Well-Known Member
Daher sind mir mehrere Fragen in den Sinn gekommen.
- wie kann ich eindeutig Edelkrebse von Krebsen unterscheiden, die ich dem genüsslichen Verzehr zukommen lassen darf? Eindeutige Kennzeichen bei Edelkrebsen würden reichen.
Auf dem Bild hast Du Signalkrebse. Wenn schon Signalkrebse vorkommen, ist es wegen der Krebspest eher unwahrscheinlich noch Edelkrebse zu finden. Es gibt aber auch gemischte Bestände, wenn die Amikrebse keine Krebspest tragen.
Hier gibt es einen Bestimmungsschlüssel mit vielen guten Merkmalen.
 

Floma

Well-Known Member
Krebstellern sind effektiv. Da dann aber alles was geht versetzt ins Wasser und alle 5, 10 oder auch 15 Minuten eine Runde machen und "ernten". Wenn nichts geht, weiter ziehen. Als Köder nehme ich Weißfische, die ich eingeschnitten auf dem Teller fixiere.

Teller werfen, funktioniert weniger gut. Ein Teleskostab von der Senke, ein langer Stab oder auch die Wallerrute ist besser.

Von der Jagd an der Elsenz nach Hause hab ich ca. 1h Fahrt. Zum Hältern und für den Transport benutze ich Baukübel mit geschätzt 3-5 cm Wasser.

An den "Wildfängen" ist Schmodder in den Ritzen. Direkt aus dem ersten Topf ess ich die deshalb nicht. Gebranntes Kind. Nach dem Abkochen brech ich die Krebse deshalb auf und sammle das Fleisch für die weitere Verwendung.

Ich hab einmal versucht die nochmal grob gereinigten Karassen für einen Krustentier-Fond zu verwerten. Das ging, der Aufwand war mir aber etwas zu hoch.
 

ollidi

Fliegenfischeranwärter
Teammitglied
Da dann aber alles was geht versetzt ins Wasser
Du nimmst also mehrere Krebsteller? Das ist natürlich auch eine Idee. Ich wollte mir erstmal nur einen zulegen um es auszuprobieren. Nachkaufen kann man ja immer noch. ;)
Das Gewässer hat eine Breite von ca. 7-8 Meter. Da sollte das mit einem Senkstock gut klappen.
Ein wenig Schmodder werden die aus dem Gewässer wohl auch haben. Daher war schon meine Idee, die in meinem "Hochteich" zwischenzuhältern. Ich hätte auch keine Probleme, die da wieder rauszufangen.
Wie meinst Du das damit, daß Du die nie aus dem ersten Topf isst? Kochst Du die zweimal? Oder kochst Du nur das Fleisch noch einmal auf?
 

thanatos

Well-Known Member
Erinnerung aus meinen Kindertagen ,: Bei uns im See hat es damals gewimmelt von Amerikanischen
Flusskrebsen , die sind ja auch recht fluchtgewand , wir haben einfach Koservendosen so etwa 30 cm
unter Wasser gelegt , etwas Bodengrund mit rein - fertig - am Tag verstecken sich die Viecher nun mal
gern und es kam selten vor das in einer Dose mal keiner drinn war .
 

Floma

Well-Known Member
Du nimmst also mehrere Krebsteller? Das ist natürlich auch eine Idee. Ich wollte mir erstmal nur einen zulegen um es auszuprobieren. Nachkaufen kann man ja immer noch. ;)
Das Gewässer hat eine Breite von ca. 7-8 Meter. Da sollte das mit einem Senkstock gut klappen.
Ein wenig Schmodder werden die aus dem Gewässer wohl auch haben. Daher war schon meine Idee, die in meinem "Hochteich" zwischenzuhältern. Ich hätte auch keine Probleme, die da wieder rauszufangen.
Wie meinst Du das damit, daß Du die nie aus dem ersten Topf isst? Kochst Du die zweimal? Oder kochst Du nur das Fleisch noch einmal auf?
Ich selbst habe 3 Teller. Da ich das meist nicht alleine mache, sind dann schon 5 Teller im Wasser - wenn es erlaubt ist.

Ich habe einmal direkt vom Topf gegessen und musste gaaaaanz schnell Richtung Klo. Unter dem Panzer hab ich schlicht nicht die entsprechende Temperatur erreicht. Deshalb koch ich ab - natürlich soweit, dass das Fleisch nicht mehr roh ist - sammle das Fleisch und gehe über zu Rezepten mit Krebsfleisch über.
 

PirschHirsch

Well-Known Member
Daher war schon meine Idee, die in meinem "Hochteich" zwischenzuhältern.
Noch ne Runde hältern ist sehr empfehlenswert - allerdings ohne Nahrung: Dann scheißen die sich auch komplett leer. Überleben locker ne Woche ohne Futter.

Ganz wichtig:

NIEMALS bereits tote Krebse kochen, sondern vor dem Reinwerfen ins Salz-Blubberwasser immer bei jedem einzelnen Krebs nen Lebendigkeits-Test machen - also nicht einfach mal ne Ladung auf einmal reinkippen, sondern immer einzeln.

Die müssen quicklebendig sein - eine Lebensmittelvergiftung durch Gammel-Krebsfleisch ist halt mal gar kein Spaß.

Beim Einschlag ins kochende Wasser erfolgt unmittelbar Exitus, sind sofort tot.

Dann ordentlich durchkochen, keinesfalls zu kurz. Das Wasser muss während des ganzen Kochvorgangs richtig sprudeln, nicht nur Bläschen bilden.

Wenn die rot vom Topfboden hochkommen und oben schwimmen, sind die noch nicht unbedingt komplett durchgegart (vor allem größere Exemplare) - da lieber zur Sicherheit noch mindestens (!!) 5 Min. drauflegen

--> "Medium" hat bei Krebsen gar nichts verloren - sonst droht zumindest ein schneller Durchmarsch (wie bereits von Floma geschildert).

Nach Koch-Ende dann die gesamte Brühe wegkippen und keinesfalls als Basis für ne Sauce etc. verwenden.
 
Zuletzt bearbeitet:

rhinefisher

Wellknown Member
Wir haben Ende der Siebziger öfter übers WE an der Grube 7 in Gruiten campiert.
Dort gab es einen irrwitzigen Bestand an Krebsen und Barschen.
Die Krebse habe ich erschnochelt - das ging ruck zuck und schon hatte man eine Mahlzeit für 6-8 Jugendliche.
Nur mit der Zubereitung haben wir wohl etwas geschludert; wir wußten einfach nicht dass man denen den Darm zieht - hat trotzdem geschmeckt.
Selbst die Mädchen (ja, wir hatten Mädchen dabei...) haben die gerne gegessen...:cool:
 

ollidi

Fliegenfischeranwärter
Teammitglied
sammle das Fleisch und gehe über zu Rezepten mit Krebsfleisch über.
Das werde ich dann wohl so machen. Hast Du ein leckeres Rezept?

Noch ne Runde hältern ist sehr empfehlenswert - allerdings ohne Nahrung
Die würde ich dann hier hältern. Da sind keine Fische und damit auch keine Nahrung drin. Das Rausfangen wäre mit einem Kescher wieder recht einfach.
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lieber zur Sicherheit noch mindestens (!!) 5 Min. drauflegen
Ok. Verstanden. Krebse oben +5 Minuten. Evtl. etwas länger.

Die Krebse habe ich erschnochelt
Kann ich ja mal versuchen, Aber die Spaziergänger würden da blöd schauen. :laugh Das Bild ist von dem Gewässer von einer Brücke aufgenommen. Da ist auch immer gut Verkehr. Und auch genau an der Stelle würde ich das mit einem Krebsteller versuchen.
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PirschHirsch

Well-Known Member
Das werde ich dann wohl so machen. Hast Du ein leckeres Rezept?

Ein Kollege von mir hat aus sauber-gehälterten und frisch abgekochten Signalern mal mediterrane Krebsfleisch-Pasta gemacht.

Übelste Höllenarbeit, das nach dem Abkühlen alles vorbereitend auszupulen. Geschmacklich aber gigantisch.

Insgesamt sehr beeindruckend. Jedoch: Wäre mir persönlich zu stressig - mir reicht puristisches Knacken und Gleich-Vertilgen.
 

Floma

Well-Known Member
Ich find so was toll:
Nur die Paste kenne ich nicht. Ich nehme den Krustentier- oder einfachen Fischfond.

Mit etwas Ideenreichtum kannst du auch Richtung Arroz de marisco denken. Das gibt es von suppig bis eingekocht. Nur darf man es in Deutschland mit den Zutaten nicht zu eng nehmen. Entweder man riskiert die Hypothek aufs Haus oder macht eine Asiatischer-Antibiotika-Tümpel-Shrimps-Suppe.
Da doch lieber kreativ denken, was es neben dem eigenen Krebsfleisch vernünftig zu kaufen gibt.
 

Mescalero

Well-Known Member
Ich würde Sardellenpaste (wenig) nehmen. Wenn man selbstgemachten Fond hat, ist das natürlich noch besser.
 
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