Lasst die großen Fische schwimmen

Georg Baumann

Administrator
Teammitglied
Der Artikel ist zwar schon ein knappes Jahr alt, aber so lesenswert, dass ich ihn hier nochmal teile. Die Erkenntnis, dass die dicken, alten Mamas besonders wichtig für die Fortpflanzung sind, ist für viele von uns sicherlich nicht neu. Spannend finde ich, dass das Thema in einer Tageszeitung aufgegriffen und ziemlich umfassend dargestellt wird (beim C+R schießen sie mal wieder knapp an der WAhrheit vorbei). Lesenswert!

https://www.tagesspiegel.de/wissen/gewaesseroekologie-lasst-die-grossen-fische-schwimmen/22092356.html
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
Deswegen nochmals und im Sinne einer Vertiefung der Hinweis auf ''Nachhaltiges Management von Angelgewässern: Ein Praxisleitfaden'' von Robert Arlinghaus et al., ua meiner Person, was den juristischen Part betrifft. Online verfügbar über das IGB Berlin als Heft 30/ 2017.
https://www.igb-berlin.de/sites/default/files/media-files/download-files/IGB_Bericht_Heft_30_2017_web.pdf

By the way lustig, zu erleben, wie die jeweilige Angelszene auf die insoweitige Umsetzung in Form des LFischG HH, übrigens im Verfahren unter Beteiligung der og Personen, reagiert hat und reagiert. Wiederum ein Beleg dafür, dass es ''den Angler'' oder ''Wir Angler'' nicht gibt...
 
Zuletzt bearbeitet:

Brillendorsch

Teilzeitangler
Na das ist ja mal ein gefundenes Fressen für die extremen Karpfen- und Wallerhunters
 

Lajos1

Well-Known Member
Hallo,

ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass alte Fische, welche kurz vor dem Dahinscheiden sind, besonders wichtig für die Arterhaltung sein sollen.
Ist bei keinem Tier, einschließlich Mensch so.
In der Forellenzucht zum Beispiel, werden Fische höchstens bis zum Alter von 8 Jahren für die Zucht verwendet, obwohl diese 15 Jahre alt werden können, eben weil dann die Reproduktionsfähigkeit nachlässt.
Ich habe neulich erst wieder einen verendeten 120 plus Hecht gefunden, welcher offensichtlich nicht mehr Ablaichen konnte und deswegen eingegangen ist.

Petri Heil

Lajos
 

rheinfischer70

Active Member
Na das ist ja mal ein gefundenes Fressen für die extremen Karpfen- und Wallerhunters
Da sich Karpfen bei uns nicht vermehren, trifft die Aussage nicht auf Karpfen zu. Warum also die Polemik.
Große Fische sind attraktiv für Angler und sichern regelmäßigen Nachwuchs. Auch wenn das für das letzte Lebensjahr nicht gelten mag, so gilt die Aussage insgesamt immer noch.
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Da sich Karpfen bei uns nicht vermehren, trifft die Aussage nicht auf Karpfen zu.
Dürfte zwar auf die meisten Gewässer zutreffen, aber pauschal für ganz Deutschland kann man das sicher nicht so stehen lassen.

Selbst im Bodensee sollen sich m.W. Karpfen immer wieder natürlich vermehren.

Dass große Fische wichtig für die Bestandssicherung sind, ist in den angelsächsischen Länder seit langer Zeit bekannt. Mit Entnahmefenstern hat man dort gute Erfahrungen gemacht.

Aber dort geht es beim Fischereimanagement auch mehr um Bestandssicherung und Erhalt von Angelmöglichkeiten, weniger um Ideologie.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
Hallo,

ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass alte Fische, welche kurz vor dem Dahinscheiden sind, besonders wichtig für die Arterhaltung sein sollen.
Ist bei keinem Tier, einschließlich Mensch so.
Lajos
Dann ist jeder Mensch über 25 über?
Zeit genug für 5-8 Kinder hätte Er ja gehabt und die kommen sicher auch alleine klar.
Nein, dann passt Dein Beispiel nicht.
Weil man Äpfel und Menschen nicht vergleichen sollte.
(Würde man Menschen im Labor züchten und aufziehen, ginge es tatschlich nur um die Befruchtungsquote und Gesundheit)
Schön das Menschen und Fische sich aber in der Natur noch behaupten und bewähren dürfen oder?
Das gröere Ei ist dann genauso wichtig, wie finanzielle Sicherheit für Kinder.
Das erreichen eines guten Ausbildungsstandes und Zeit, so wichtig wie das erreichen von Größe.
Denn da zeigt sich der Erfolg und bietet dem Nachwuchs Startvorteile und Sicherheit.

Nicht zu vergessen das viele Weibchen in der Natur, auf große oder erfolgreiche Männchen stehen und teilweise kleinere oder schwache nicht mal akzeptieren.
Bei anderen reicht ein winziges Männchen um die Samen zu produzieren, am besten wchst es dann gleich an oder überträgt die Samen und stirbt.

Aber eins ist sicher, wenn die Natur Tiere länger produktiv sein läst und sie gar groß oder alt werden, sollte man das nicht als Sinnlos betrachten.
Das hat dann einen erprobten Sinn, den Wir vielleicht nicht sehen, aber nur ein naturfehrner Narr für sinnlos hält.
 

Lajos1

Well-Known Member
Aber eins ist sicher, wenn die Natur Tiere länger produktiv sein läst und sie gar groß oder alt werden, sollte man das nicht als Sinnlos betrachten.
Das hat dann einen erprobten Sinn, den Wir vielleicht nicht sehen, aber nur ein naturfehrner Narr für sinnlos hält.
Hallo,

und warum werden dann bei der Forellenzucht die "Laichforellen mit 6-8 Jahren ausgemustert, obwohl diese ja 15 Jahre alt werden können? Vielleicht weil die ganzen Forellenzüchter keine Ahnung haben? Glaube ich nicht, der Grund ist eben ganz einfach der, weil ab diesem Alter der Fische langsam die Qualität des Laichs nachlässt.
Kein Fischzüchter würde doch diese Fische aus der Produktion nehmen, wenn die noch so gut drauf wären.
Dein Beispiel mit dem Menschen ab 25 hinkt aber. Ich glaube schon, dass ich dargestellt habe, dass ich die richtig alten Individuen meinte. Also einen Hecht mit über 120 schonen ist, glaube ich, nicht sinnvoll. Wenn ich dann sehe, dass bei warmen Wassertemperaturen so eine alte Hechtmutti, total ausgedrillt wieder releast wird - da sind wir uns, hoffe ich einig, dass die zu 50 % hopps geht. Ich halte mich übrigens nicht für einen naturfernen Narren, der mit Scheuklappen durch die Welt geht.

Petri Heil

Lajos
 
Moin

Man sollte evtl. Forellen nicht mit Hechten und Zandern etc.vergleichen.

Wir nehmen in der Zucht sehr wohl Hechte bis 1.20m zum Abstreifen.

Hab auch mal was rausgesucht wenn auch nicht aus meinem Betrieb.


Möchte mich aber hier im Ab nicht weiter dazu äussern.....

lg
 

Nemo

Heckbremser
Hallo,

ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass alte Fische, welche kurz vor dem Dahinscheiden sind, besonders wichtig für die Arterhaltung sein sollen.
Ist bei keinem Tier, einschließlich Mensch so.
In der Forellenzucht zum Beispiel, werden Fische höchstens bis zum Alter von 8 Jahren für die Zucht verwendet, obwohl diese 15 Jahre alt werden können, eben weil dann die Reproduktionsfähigkeit nachlässt.
Ich habe neulich erst wieder einen verendeten 120 plus Hecht gefunden, welcher offensichtlich nicht mehr Ablaichen konnte und deswegen eingegangen ist.

Petri Heil

Lajos
Könnte es sein, dass in der Forellenzucht die Fische mit 8 Jahren spätestens einfach verkauft werden, weil mit weiter zunehmenden Alter das Risiko besteht, dass sie dahinscheiden und keine Einnahmen mehr bringen würden?
 

Ukel

Active Member
Wir hatten grad letzte Woche einen Biologen vom AV-NDS zum Thema bei uns, der konnte sehr anschaulich darstellen, dass der Laich von großen (älteren) Fischen eine bessere Qualität hat, größerer Durchmesser, mehr Nährstoffe im Dottersack, die geschlüpften Larven sind größer, bessere Überlebenschancen usw.. Und das wurde für viele verschiedene Fischarten gezeigt, dazu gibt es zahlreiche Studien.
Außerdem sind diese großen Laichfische eine gute Reserve, wenn die Kormorane mal wieder unter den mittleren Größen aufgeräumt haben.
 

rippi

Pokemon-Trainer
Wir hatten grad letzte Woche einen Biologen vom AV-NDS zum Thema bei uns, der konnte sehr anschaulich darstellen, dass der Laich von großen (älteren) Fischen eine bessere Qualität hat, größerer Durchmesser, mehr Nährstoffe im Dottersack, die geschlüpften Larven sind größer, bessere Überlebenschancen usw.. Und das wurde für viele verschiedene Fischarten gezeigt, dazu gibt es zahlreiche Studien.
Außerdem sind diese großen Laichfische eine gute Reserve, wenn die Kormorane mal wieder unter den mittleren Größen aufgeräumt haben.
Was hat er über epigentische Vererbungen erzählt? Wie stabil sind F4 oder F5 Generationen von solchen "älteren/größeren Fischen" und besteht ein Zusammenhang zu der Lebensdauer von F1, F2 und F3? Ist eine "Superposition" von *Modifikationen* ausgeschlossen?
 

Brillendorsch

Teilzeitangler
Was sie wohl dazu sagen würden, wenn sich die großen Karpfen wirklich vermehren und alle 5 Minuten die Jungmannschaft am Boilie nuckelt? :D
Ich habe absichtlich den Begriff "Hunters" gewählt, damit sind keinesfalls alle Karpfen oder Wallerangler gemeint.
ich habe auch nie behauptet, dass sich bei uns Karpfen generell vermehren.
Nur diese "Hunters" , welche diese Fische in jeden Tümpel setzen und weiter mästen rechtfertigen sich mit dem Argument, es handele sich um
wertvolle Laichfische.
 

Ukel

Active Member
Was hat er über epigentische Vererbungen erzählt? Wie stabil sind F4 oder F5 Generationen von solchen "älteren/größeren Fischen" und besteht ein Zusammenhang zu der Lebensdauer von F1, F2 und F3? Ist eine "Superposition" von *Modifikationen* ausgeschlossen?
Sooo tief ging die Thematik nicht, war ja ein Vortrag für Angler und nicht Fischgenetiker ;)
 

jkc

...und Jessy; nun in "NL" :-(
Hallo,

und warum werden dann bei der Forellenzucht die "Laichforellen mit 6-8 Jahren ausgemustert, obwohl diese ja 15 Jahre alt werden können? Vielleicht weil die ganzen Forellenzüchter keine Ahnung haben? Glaube ich nicht, der Grund ist eben ganz einfach der, weil ab diesem Alter der Fische langsam die Qualität des Laichs nachlässt.
Kein Fischzüchter würde doch diese Fische aus der Produktion nehmen, wenn die noch so gut drauf wären.
Moin, durch die Blume wurde mir Mal mitgeteilt, dass ältere Fische das Abstreifen zunehmend schlechter vertrügen (bezogen auf Lachse).
Außerdem spielen unterschiedliche Laichplätze und -Zeipunkte in der Zucht wohl keine Rolle. Im freien Gewässer mit schwankender Witterung und anderen Umwelteinflüssen vermutlich zumindest manchmal schon.

Grüße JK
 

Laichzeit

Well-Known Member
Außerdem spielen unterschiedliche Laichplätze und -Zeipunkte in der Zucht wohl keine Rolle. Im freien Gewässer mit schwankender Witterung und anderen Umwelteinflüssen vermutlich zumindest manchmal schon.

Grüße JK
Das macht zum Beispiel bei den Forellen in freier Wildbahn eine Menge aus. Kleine Forellen graben ihre Laichgruben an anderen Plätzen, weniger tief und in feinerem Kies als große Fische. Damit sind die Eier unterschiedlich gut vor Sauerstoffmangel, Hochwasser und Trockenfallen geschützt. In der Natur ist eine sinnvoll aufgestellte Alterspyramide das eigentliche Ziel. Dazu können Höchstmaße oder selektive Entnahme genau so beitragen, wie das Mindestmaß.

Ich habe absichtlich den Begriff "Hunters" gewählt, damit sind keinesfalls alle Karpfen oder Wallerangler gemeint.
So hab ich das auch verstanden.thumbsup
 

Lajos1

Well-Known Member
Könnte es sein, dass in der Forellenzucht die Fische mit 8 Jahren spätestens einfach verkauft werden, weil mit weiter zunehmenden Alter das Risiko besteht, dass sie dahinscheiden und keine Einnahmen mehr bringen würden?
Hallo,

glaube ich jetzt weniger. Eine Zuchtforelle welche so mit 6-8 Jahren ausgemustert wird, hat, von ihrer Lebenserwartung betrachtet, ja erst "Halbzeit". Das heißt ihr Ableben ist nicht die nächsten paar Jahre zu erwarten und wenn deren Laich tatsächlich so top wäre, müssten ja alle Forellenzüchter Deppen sein, wenn sie solche Fische nicht mehr zur Zucht hernehmen. Und das glaube ich ganz einfach nicht.
Um nochmal auf Hecht oder auch Zander zu kommen; beides sind Fische, welche in keinster Weise irgendwie bedroht sind, die vermehren sich hervorragend, wie ich seit Jahrzehnten feststellen kann. Die bedürfen meiner Meinung nach ausser regulärer Schonzeit und Mindestmaß keines besonderen Schutzes.
Die Sache ist für mich eher hypothetischer Natur, da ich bei Hechten im Normalfall eh nur solche zwischen 75 und 85 cm entnehme, da mir diese Größe am ehesten taugt. Kleinere und größere Fische nur bei entsprechendem Bedarf oder bei stärkerer Verletzung des Fisches. Ich sehe nur nicht ein, dass wir zusätzliche Regelungen ohne wirkliche Notwendigkeit einführen sollten. Es mag ja durchaus Fischarten geben, bei denen das vielleicht Sinn macht, aber Hecht, Zander und von mir aus auch noch der Karpfen gehören nicht dazu.

Petri Heil

Lajos
 

Wollebre

Well-Known Member
Dann ist jeder Mensch über 25 über?
hast wohl im Bio Unterricht nicht aufgepaßt...

Bei anderen reicht ein winziges Männchen um die Samen zu produzieren, am besten wchst es dann gleich an oder überträgt die Samen und stirbt.

Ist von Lachse bekannt, aber es sterben nicht nur die Männchen. Das die fast alle nach der Eiablage/Befruchtung sterben hat sich im laufe der Evolution ergeben. Die klaren Gewässer in denen die laichen geben für die Jungfische keine oder nicht ausreichende Nahrung her. Die sich zersetzenden Fische sind das Startfutter für die Jungslachse. Sonst wären die schon längst ausgestorben.
 
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