Lasst die großen Fische schwimmen

Rheinspezie

Fischender Gentleman
moin,

ob man große Fische aus Hegegründen zurücksetzen muss , sollen kompetente Fachleute entscheiden.

Einem Angler fehlt das wissen und er hält sich an die Vorgaben des Fischereiberechtigten.

Mein Beispiel bezog sich auf einen Fluss ohne Besatz und guten Voraussetzungen für den Zanderbestand.

Einer der seltenen 90er Zander ist für den Bestand viel unwichtiger, als gute Lebensbedingungen.
Der Große hatte schon zigfach für Nachwuchs gesorgt und der Angler darf den Fisch dann auch gerne verwerten.

Er hat ja noch die Möglichkeit, den fisch unverzüglich schonend zurückzusetzen, wenn er keinen Bedarf an so viel Fisch hat oder anderweitig
argementiert wird.
In diesem Falle muss er ihn sogar zurücksetzen.

Ich habe kein Problem damit.

Das Beispiel mit den großen Besatzschleien zeigt aber auch, dass der große Laichfisch die Art entscheidend erhalten kann.

Es kommt auf das Gewässer an.

Ich habe in Jahrzehnten angelei noch keinen Hecht über 90cm. gefangen und ich "träume" davon auch nicht.

Ich bin ein Angler mit Verwertungsabsicht, der sein Hobby "dezent" auslebt - wenn ich genug Fisch habe , dann stelle ich das angeln ein.

Es gibt nämlich an viel beangelten Gewässern noch andere Möglichkeiten um die Bestände zu schonen.

Weniger angeln.
Dann braucht man kein Fangfenster sondern einen beschränkten Zugang zum Gewässer - das passt aber der Spassgesellschaft gar nicht,

denn Angeln wird derzeit als Lifestyle im Kunstködersektor verhökert - der (Trophäen)Fisch ist nur Mittel zum Zweck bei gewissen Leuten.

Orientiert wird sich an Werbemaßnahmen "Made in Holland" - ganz gefährliche Sackgasse !

Leider hängst die ausufernde Selbstdarstellung auch damit zusammen - geiler Fisch , geile Fotos , geile "Likes" , geiler Typ .

Schätzt , schützt und achtet die Natur mehr - back to the roots...

Unbequem - oder????
 

Bimmelrudi

Well-Known Member
Wo die Grenze jeweils liegt, müsste aufs Gewässer angepasst werden.
Und darin liegt bereits ein Problem der Realisierbarkeit. Das mag vielleicht für Vereine machbar sein, die ne Handvoll Gewässer betreuen oder besitzen.
Schaut man sich aber mal die verschiedenen Regionen an, kommt man ganz schnell zu dem Schluss das es nicht grad wenige Regionen gibt die deutlich mehr Gewässer haben, wo niemand in der Lage sein wird, in den nächsten 20 Jahren auch nur annähernd sämtliche Gewässer zu analysieren und die Maßnahmen anzupassen.
Das ist einfach nen Ding der Unmöglichkeit, bestenfalls umsetzbar im sehr kleinen Rahmen oder nur auf Einzelgewässer.
Von daher bleibt nur ne Pauschalisierung, dann aber nicht mit Entnahmefenster eben weil es dann auch sehr viele Nachteile mit sich bringt, sondern wie üblich mit Mindestmaß. Das ist nunmal die einzige Option, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen oder gar die Beangelung einzelner Fischarten zu verbieten. Man hat ja schließlich auch noch Fangbegrenzungen in den Stückzahlen bei diversen Fischarten.
Flächendeckend mit Entnahmefenstern zu hantieren halte ich jedenfalls für nicht durchführbar. Bis das wirklich funktionieren würde und die Leute immernoch an ihren Fang kommen, hätten selbst meine Ururenkel nen grauen Bart.
 

Naturliebhaber

Well-Known Member
Orientiert wird sich an Werbemaßnahmen "Made in Holland" - ganz gefährliche Sackgasse !
Wie kommst du darauf? Die Niederlande haben aufgrund ihrer C&R-Politik einen um Längen besseren Fischbestand als Deutschland. Die Sackgasse sehe ich in der deutschen Angelpolitik. Ohne Besatz wären hier die meisten Gewässer leer und das kann wohl auch nicht der richtige Weg sein.
 

Andal

Teilzeitketzer
Die kompromisslose Rücksetzung kapitaler Fische ermöglicht vor allem eines ziemlich gewiss. Es bestehen beste Gelegenheiten, dass dieser Fisch abermals zum Fotomodell wird. Besonders bei Karpfen, jenen die schon einen Eigennnamen führen, wird das ja sehr gerne lautstark kritisiert. Bei Forellen wieder viel weniger, weil die nun mal allen gut schmecken. Bei den üblichen Raubfischen ist es ein Sakrileg, wogegen bei einem Weissfisch kaum einer das Wort erhebt, wenn er verwertet wird. Sehr viel Janusköpfigkeit in der Debatte und das die Dosis das Gift macht, wird gerne mal unterschlagen, weil es ja ggf. das eigene Argument schwächen könnte.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
Leider hängst die ausufernde Selbstdarstellung auch damit zusammen - geiler Fisch , geile Fotos , geile "Likes" , geiler Typ .

Schätzt , schützt und achtet die Natur mehr - back to the roots...

Unbequem - oder????
Ja, aber wahr.

Heutiges C&R und die einstigen Wettfischen auf Weißfische haben viel gemeinsam.
(Diese Helden taugen nichts als Vorbild, aber zur Werbung)
Nur wird Raubbau nicht besser wenn man die Fische dann auch noch tötet um sich rechtlich anzusichern.

Aber was ist mit dem Aalangler der zufällig, eine Quappe oder einen Wandersamoniden fängt.
Soll er die wirklich entnehmen (wo erlaubt), oder sollte man Ihn loben und nicht bestrafen, wenn Er sie schwimmen lässt.
Die meisten Angler träumen das sie mal einen seltenen Fang machen und versuchen es...
Sollen Sie diese Einzelfänge, dann wirklich auch immer verwerten oder zeigt es nicht auch besondere Achtung vor der Natur, das Besondere zu bewahren?
Ich habe das Gefühl das es gar nicht so einfach ist, Wer da wirklich Achtung vor der Natur/Kreatur hat.
Denn so einfach schwarz /weiß wie C&R/Verwertungsabsicht scheint es nicht zu sein.
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
Schön das du diese PDF als Argumentation hervorholst.
In deinem vorherigen Post beziehst du dich auf die Vorgänge in Hamburg.
Wie schon auf dem Titel dieser PDF ersichtlich ist, steht da "strukturloser Baggersee"!
Aus dieser Veröffentlichung geht nun hervor, das man zunächst erst mal Strukturverbesserungen am Gewässer vornehmen sollte und diese mindestens begleitend zum Fangfenster geschehen sollten?
Wo ist dies denn in Hamburg geschehen?
Im Gegenteil, man hat die Fahrrinne vertieft und so für ungünstige Strömungsverhältnisse gesorgt, um nicht sogar von Todeszonen für Fische zu sprechen.
Hier ist zu erkennen, dass wiedermal wissenschaftliche Ergebnisse/Veröffentlichungen beliebig ausgelegt werden, so wie es gerade mal passend erscheint!

Jürgen
Dumm nur, dass Autoren dieses Buches am Projekt HH beteiligt waren. Zu erkennen ist also lediglich, dass sich die zuständige Behörde des entsprechenden Sachverstandes bedient hat mit dem Ergebnis, dass ein Entnahmefenster für die spezielle Situation Hamburg Sinn macht. Dass die gesetzliche Vorgabe im Übrigen variabel ist, dh im Einzelfall aus hegerischen Gründen auf die konkreten Bedingungen eines einzelnen Gewässers - auch unter Aufhebung des Entnahmefensters - angepasst werden kann, tut sein übriges. Machste nix.
 
Zuletzt bearbeitet:

Andal

Teilzeitketzer
Aber was ist mit dem Aalangler der zufällig, eine Quappe oder einen Wandersamoniden fängt.
Soll er die wirklich entnehmen (wo erlaubt)...
So wie üblicherweise auf Aal gefischt wird, steckt der Wurmhaken dann eh hinter den Pylorusanhängen fest. Dann sollte er den Fisch auch mitnehmen, statt ihn zu vermurksen und am Ende den Krebsen zum Fraße zu werfen. Ja ich weiß, auch dagegen gibt es markige Sprüche.
 

Fruehling

Well-Known Member
Die kompromisslose Rücksetzung kapitaler Fische ermöglicht vor allem eines ziemlich gewiss. Es bestehen beste Gelegenheiten, dass dieser Fisch abermals zum Fotomodell wird....
Und nicht nur das! Es ermöglicht mindestens zu gleichen Teilen, daß der nächste Kochtopfangler, so er einen dieser kapitalen Fische fängt, einen größeren Topf braucht... :07_Cool
 

Nemo

Heckbremser
Der Aal ist eigentlich ein wunderbares Beispiel dafür, dass man nicht alles einheitlich regeln kann sondern für jede Fischart separat betrachten muss.
 

fishhawk

Well-Known Member
Der Aal ist eigentlich ein wunderbares Beispiel dafür, dass man nicht alles einheitlich regeln kann sondern für jede Fischart separat betrachten muss.
Joo, wenn Schonmaße den Zweck erfüllen sollen, dass der Fisch mindestens einmal ablaichen soll, wozu hat der Aal dann z.B. in Bayern ein Mindestmaß?

Ich glaube kaum dass dort untermaßige Aale schon jemals abgelaicht haben und Mehrfachlaicher scheint es beim Aal auch nicht zu geben.
Da wäre ggf. nur ein Mindestmaß über Geschlechtsreife zielführend und dann auch noch für männliche und weibliche Aale getrennt. Und selbst dann würde es wohl kaum ein Aal aus bayerischen Gewässern bis zu Sargassosee schaffen.

In Hamburg sieht das wieder ganz anders aus, da sind die ja razfaz in der Nordsee.

Es bestehen beste Gelegenheiten, dass dieser Fisch abermals zum Fotomodell wird. Besonders bei Karpfen, jenen die schon einen Eigennnamen führen, wird das ja sehr gerne lautstark kritisiert.
Wenn er es vorher trotz lautstarker Kritik auch schon gemacht wurde, warum sollte sich da dann was ändern? Und wie sollte man überhaupt ein Entnahmefenster für Karpfen begründen?

Schaut man sich aber mal die verschiedenen Regionen an, kommt man ganz schnell zu dem Schluss das es nicht grad wenige Regionen gibt die deutlich mehr Gewässer haben, wo niemand in der Lage sein wird, in den nächsten 20 Jahren auch nur annähernd sämtliche Gewässer zu analysieren und die Maßnahmen anzupassen
Du glaubst also, dass die Bewirtschafter nicht in der Lage sind für diese Gewässer angepasste Pläne zu erstellen und Hegemaßnahmen durchzuführen, obwohl es meist gesetzlich vorgeschrieben ist?

Könnten sich so einige Gewässerwarte beleidigt fühlen.
 

fishhawk

Well-Known Member
Und wenn man dann merkt, dass der Widerstand groß ist, die Hälfte der Mitglieder das innerlich einfach nicht packt
Wie muss man sich das vorstellen, brechen da erwachsene Männer am Wasser in Tränen aus, weil sie ne übermaßige Forelle wieder schwimmen lassen müssen?

Dürfen auch aus Hegegründen Salmoniden zurücksetzen, aber kein reines c+r betreiben.
Entnahmefenster, verlängerte Schonzeiten/Schonmaße, Rücksetzen nach individueller Entscheidung, ihr scheint da ne recht progressive Fachberatung zu haben. Ist aber glaub ich nicht überall in Bayern so.
 

Nemo

Heckbremser
Joo, wenn Schonmaße den Zweck erfüllen sollen, dass der Fisch mindestens einmal ablaichen soll, wozu hat der Aal dann z.B. in Bayern ein Mindestmaß?

Ich glaube kaum dass dort untermaßige Aale schon jemals abgelaicht haben und Mehrfachlaicher scheint es beim Aal auch nicht zu geben.
Da wäre ggf. nur ein Mindestmaß über Geschlechtsreife zielführend und dann auch noch für männliche und weibliche Aale getrennt.
Nee, der Aal laicht nur ein Mal. Ich glaube beim Aal soll durch das Mindestmaß eine gewisse Fangbegrenzung umgesetzt sein. Wobei die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt werden kann, wenn die verletzten untermaßigen zurück müssen. Aale schlucken gerne tief, deshalb bin ich auch gegen manche Empfehlungen, nach denen man minutenlang bis zum Anschlag warten soll.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
Mal wieder bei Fischzucht, Bayern, Karpfen und C&R gelandet....dabei ging es um wilde Meerefische und den Schutz von größeren (nicht alten) Laichfischen, von den Fachkräfte annehmen das sie sich erfolgreicher vermehren.
Das ist die nun immer öfter von Fachkräften beobachtete Feststellung..in der Fischereiforschung.
Da würde schon viel bewiesen, was Laien sich nicht vorstellen wollen...?

Das sollte man ruhig dann auch im Süßwasser in die Überlegungen einbeziehen....selbst wenn man oft nur Besatzfische im Fischteich beangelt.
Da ging es nie um Karpfen und C&R Hintergrund auch wenn das sofort unterstellt wird.
Mir scheint das die Fachkräfte solche Maßnahmen wie Fenster durchaus als Begründung akzeptieren, nur scheinen die Angler gewisser Regionen doch sehr in der Gedankenwelt Fischzucht, Ertrags-Bewirtschaftung, Besatzfischen, C&R und Karpfen fest zu hängen.
Aber auch ich habe mal den Wunsch nach Fenstern abgelehnt, weil ich glaube das es dann zum C&R verkommt und nicht zum Vermeiden die Großfische zu fangen.
(Da tritt dann der Deutsche Tierschutzsonderfall ein, der C&R eben nicht als Begründung des Angeln betrachtet)
 

Bimmelrudi

Well-Known Member
Du glaubst also, dass die Bewirtschafter nicht in der Lage sind für diese Gewässer angepasste Pläne zu erstellen und Hegemaßnahmen durchzuführen, obwohl es meist gesetzlich vorgeschrieben ist?

Könnten sich so einige Gewässerwarte beleidigt fühlen.
Ich glaube kaum das sich da einige beleidigt fühlen, zumindest nicht aus meinem Bundesland.
Bei einer Gewässerzahl die die vierstellige Summe deutlich übersteigt isses einfach nicht realisierbar.
Das schafft ja nichtmal der AV der Landeshauptstadt mit knapp ü30 betreuten Gewässern, wenn seit Dekaden fast nur Karpfen reingekippt werden und immernoch Hechte in Gewässer jährlich kommen, wo es bewiesenermaßen sinnfrei ist.

Man brauch sich nur mal das Gewässerverzeichnis von S-A und einzelne Gewässer darin anschauen, kommt man ziemlich schnell dahinter das dort ziemlich viel Schmarrn steht und ganz sicher weitab der Realität ist.

Wenn man einfach mal den Aal als Beispiel nimmt, da könnte ich mir ein striktes Entnahmefenster gut vorstellen.
Aber auch nur in jenen Gewässern, wo der Fisch auch die Möglichkeit hat abzuwandern. Wären hier die großen Flüsse mit anreihigen Gewässern die durch Hochwasser überspült werden oder direktem Verbindung zum Flusssystem.
Die ganze Besetzerei in geschlossenen Gewässern dient doch einfach nur der Bespaßung...kann man auch weglassen und das Geld (was nicht ganz unerheblich ist) für andere Arten ausgeben, die sich dort auch vermehren.
Gerade beim Aal ist das ja mehr als deutlich, die Bestände gehen nur noch nach unten.
Ironie dabei, wir haben zwar ein Mindestmaß für den Aal, aber es gibt keine tägl. Fangbegrenzung. Für nahezu jede andre Fischart die sich vor Ort vermehren kann, gibt es diese Fangbegrenzung.
Dem Aal, dem es nachweisbar ziemlich :poop geht, fehlt diese komplett...kannst also auch deine 20 Schlangen am Tag mit nach Hause schleppen, wenn du sie denn fängst. ;)

Erklär das mal mit gesundem Menschenverstand und dann kann man mal über Hegemaßnahmen und angepasste Pläne nachdenken, inwieweit sowas realisierbar wäre im kleinen Rahmen.
 

angler1996

34Z Löffelschnitzer
wie schön, da veröffentlicht ein Prof. das Fazit seiner Untersuchungen , was passiert ? seitenweise wird erst mal alles in Frage gestellt. Ich frag mich warum hat der nen Dr-Hut und ne Professur inne und von den hier Schreibenden werden die meisten weder einen Abschluss in Biologie o.ä oder in Jura haben.
der einzige mir bekannte, hier anwesende Prof. ( Tinca ) hat sich bis jetzt diskret zurück gehalten;-)))
Aber es spiegelt die Situation in D-Land Anglerschaft wieder - jeder meint irgendwas besser besser zu wissen und bevor was unternommen wird in die richtige Richtung ist der Zug längst abgefahren - weil- genau , weil irgendwer einfach immer irgendwas sinnfreies zu meckern hat .
Schönes WE , mußte mal raus , wem die Jacke nicht passt, der soll sie sich bitte nicht anziehen.
Aber genau dieses Tun führt bei mir dazu, dass ich mich zur Neuwahl in den Vorstand eines Vereines nicht wieder aufstellen habe lasse. Ich habe dieses sinnfreie diskutieren einfach satt.
 
wie schön, da veröffentlicht ein Prof. das Fazit seiner Untersuchungen , was passiert ? seitenweise wird erst mal alles in Frage gestellt. Ich frag mich warum hat der nen Dr-Hut und ne Professur inne und von den hier Schreibenden werden die meisten weder einen Abschluss in Biologie o.ä oder in Jura haben.
der einzige mir bekannte, hier anwesende Prof. ( Tinca ) hat sich bis jetzt diskret zurück gehalten;-)))
Aber es spiegelt die Situation in D-Land Anglerschaft wieder - jeder meint irgendwas besser besser zu wissen und bevor was unternommen wird in die richtige Richtung ist der Zug längst abgefahren - weil- genau , weil irgendwer einfach immer irgendwas sinnfreies zu meckern hat .
Schönes WE , mußte mal raus , wem die Jacke nicht passt, der soll sie sich bitte nicht anziehen.
Aber genau dieses Tun führt bei mir dazu, dass ich mich zur Neuwahl in den Vorstand eines Vereines nicht wieder aufstellen habe lasse. Ich habe dieses sinnfreie diskutieren einfach satt.
Sinnfreies diskutieren ist das wohl bei weitem nicht. Ich habe absolut Respekt vor Arlinghaus und seiner Fachkompetenz, aber auch Professoren und Doktoren geben nur ihre Meinung wieder meist basierend auf irgendwelchen Untersuchungen. Nicht selten gibt es mehrere Gelehrte die gänzlich unterschiedlicher Meinung sind und beide können ihre Meinung mit Studien untermauern. Auch wissenschaftlich ist nicht immer Alles eindeutig.
Grad wie du ansprichst der juristische Sektor ist in vielen Bereichen oft Auslegungssache und man kann sehr viele verschiedene Meinungen vertreten und keine dieser muss absolut falsch sein.
Vor Jahren haben zig Promovierte Wissenschaftler geschrien man dürfte keine Eier mehr essen, die wären absolut schädlich aufgrund des Cholesterins. Heute weiß man es besser, das selbst 40 Eier in der Woche auf deinen Cholesterinspiegel keine Auswirkungen haben. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, muss jetzt Osterbedingt mal herhalten.
Es ist eben nicht immer alles schwarz und weiß in unserer Welt. Da kann man solche Themen auch ruhig mal diskutieren. Mal abgesehen, dass so ein Forum auch genau dafür gemacht ist..zum Meinungsaustausch
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

ob der Arlinghaus jetzt Professor, Dr. , Master oder sonst was wäre sollte doch eigentlich egal sein. Es geht um die Studie an sich und deren Ergebnisse.

Wer da also Fehler in Aufbau, Durchführung und Auswertung glaubhaft machen kann, darf das ruhig tun, sollte dann aber auch ggf. entsprechenden Gegengutachten als Quellen nennen.

Außerdem greift Arlinghaus ja nur auf längst bekanntes Wissen zurück. Entnahmefenster werden ja schon seit Jahrzehnten in diversen Gewässern im Ausland eingesetzt und dort auch meist mit Erfolg. Selbst in der Fischzucht scheint ja bereits im letzten Jahrtausend bekannt gewesen zu sein, dass größere Laicher auch größere und stärkere Brut liefern (Martin Bohl, Zucht und Produktion von Süßwasserfischen, 1999). Und dass das nun in jedem Gewässer und bei jeder Fischart der Weisheit letzter Schluss ist, wird ja auch nicht behauptet.

Pauschal den Gewässerbewirtschaften jede Sachkompetenz abzusprechen, plötzlich Fische mit Warmblütern oder Menschen zu vergleichen erscheint mir da nicht besonders wissenschaftlich.

Und wer gegen Entnahmefenster ist, weil er gerne nen Großfisch entnehmen möchte um ihn sich als Trophäe an die Wand zu nageln, liefert sich mit dieser Aussage juristisch ebenso an Messer wie die vorher gescholtenen "Poser".

Aber dieses Forum hier dient m.E. eh weniger der Gewinnung neuer Erkenntnisse, sondern hat mehr Unterhaltungswert.

Wenn hier unterschiedliche Meinungen aufeinander treffen, lässt sich doch kaum einmal jemand von seiner ursprünglichen Linie abbringen.

Ich finde es trotzdem ganz amüsant hier zu lesen und auch was zu posten.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschte Mitglieder 208211

Guest
wie schön, da veröffentlicht ein Prof. das Fazit seiner Untersuchungen , was passiert ? seitenweise wird erst mal alles in Frage gestellt. Ich frag mich warum hat der nen Dr-Hut und ne Professur inne und von den hier Schreibenden werden die meisten weder einen Abschluss in Biologie o.ä oder in Jura haben.
der einzige mir bekannte, hier anwesende Prof. ( Tinca ) hat sich bis jetzt diskret zurück gehalten;-)))
Aber es spiegelt die Situation in D-Land Anglerschaft wieder - jeder meint irgendwas besser besser zu wissen und bevor was unternommen wird in die richtige Richtung ist der Zug längst abgefahren - weil- genau , weil irgendwer einfach immer irgendwas sinnfreies zu meckern hat .
Schönes WE , mußte mal raus , wem die Jacke nicht passt, der soll sie sich bitte nicht anziehen.
Aber genau dieses Tun führt bei mir dazu, dass ich mich zur Neuwahl in den Vorstand eines Vereines nicht wieder aufstellen habe lasse. Ich habe dieses sinnfreie diskutieren einfach satt.
Man muss nicht alles glauben, selbst wenn es von so genannten Professoren kommt.
Auch Akademiker haben nicht immer die Weisheit mit Löffeln gegessen. ;)

Das ist Demokratie und gelebte Meinungsfreiheit.

Fakt ist aber: Entnahmefenster können eine sinnvolle Hegemaßnahme sein.
und nu bitte nicht wieder mit...aber nicht in jedem gewässer..
nee hat auch niemand behauptet selbst Arlinghaus nicht.
 

Deep Down

Well-Known Member
wie schön, da veröffentlicht ein Prof. das Fazit seiner Untersuchungen , was passiert ? seitenweise wird erst mal alles in Frage gestellt. Ich frag mich warum hat der nen Dr-Hut und ne Professur inne und von den hier Schreibenden werden die meisten weder einen Abschluss in Biologie o.ä oder in Jura haben.
......
Dann darf ich!
Nur weil jemand einen Dr.-Titel trägt oder zum Professor berufen worden ist, heisst das erst einmal nicht, dass allein aus diesem Titel heraus, das Ergebnis seiner Forschung "richtig" oder für alle Ewigkeit in Stein gemeisselt ist. Solche Annahmen wären selbst für denjenigen schlimm!
Daher ist das Hinterfragen oder auch Infragestellen von Forschungsergebnissen unabdingbarer Bestandteil jedweder Weiterentwicklung in Forschung und Lehre! Der heutige Wissenstand wäre ansonsten niemals so erlangt worden und befindet sich aufgrund der Erlangung immer neuer Erkenntnisse in stetigem Fortgang.
Dieser Vorgang dient also dazu die Ergebnisse und damit die Forschung zu bestätigen oder aber zu widerlegen und dabei zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.
Ob sich Annahmen aus solchen Studien daher bestätigen und in der Realität reproduzierbar sind, ist letztlich wohl nur im konkreten Fall unter wissenschaftlicher Begleitung in der Anwendungen zu bestätigen oder zu widerlegen. Aktuelles Beispiel der Nachweis eines schwarzen Loches auf der Basis und Bestätigung der Theorie von Albert Einstein. Nicht die Entdeckung ist dabei die "Sensation", was der Normalsterbliche annehmen mag, sondern die damit einhergehende Bestätigung/Nachweis der Theorie und der darauf basierenden Aussage, dass es diese "Schwerkraftfallen" geben muss.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die zustellenden Anforderung an den Massstab einer ernsthaften auf Grundlagen der Wissenschaft beruhenden Arbeitsweise und Ergebniserzielung erfüllt der hiesige Kreis in seinem Ablehnen und Hinterfragen sicher nicht.
Da vertraut man dann doch besser Personen, die die Anwendung von wissenschaftlichen Methoden erlernt haben, geeignet und in der Lage sind, diese zu überprüfen. Dies gilt zumindestens in den meisten Fällen.
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
Glauben kann man an von alles bis nichts. Und selbstverständlich hat kein Mensch - unabhängig von seinem Bildungsstatus - die Weisheit mit Löffeln gefressen. Ebenso unstreitig ist, dass in einer Demokratie wie der unseren unter anderem das Prinzip der Meinungsfreiheit gilt. Meinungen gibt es viele, unter anderem die, dass Wissenschaft ( insbesondere dann, wenn die Ergebnisse einem nicht passen) Auftraggeber abhängig ist, also Ergebnisse nach Bestellung abliefert.
Was helfen einem diese Globalismen bzw. Pauschalismen ( Thema Wissenschaft)? In einem konkreten Entscheidungsprozess gar nichts. Kommt es in einem solchen zB auf naturwissenschaftliche Grundlagen/ Erkenntnisse an, kann man - so hart dies gerade dann sein mag, wenn man eine ganz klare Meinung hat - erfolgreich nur auf gleicher Kompetenzebene argumentieren.
Um es mal konkret zu machen: Ich empfehle sehr, sich mal die diversen Stellungnahmen des AVN im Kontext der Ausweisung von Schutzgebieten etc. anzuschauen. Diese Stellungnahmen sind das absolute Gegenteil von Glaubensbekenntnis und Meinungskundgabe. Genau deshalb agiert der AVN so erfolgreich im Interesse der Angler...
 
Oben