Mein Karpfen Tackle

defektzero

Well-Known Member
Hallo,

ich würde hier gerne die Zusammenstellung meiner Karpfenausrüstung diskutieren, denn hier scheint nicht nur die Auswahl der einzelnen Komponenten ein Thema zu sein - auch der Markt ist voll von Besonderheiten, die mir in meiner 16-jährigen Angelkarriere bislang noch nicht untergekommen sind.

Auch sehr besonders sind die eingefleischten Karpfenangler (die Anderen meine ich, ich selbst bin natürlich völlig normal) und ich sehe mich eher als Allroundangler, als daß ich da jetzt jeden Trend mitmachen muß.

Ich bin zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen Rentner, was sich hoffentlich im Laufe des Jahres nochmal ändern wird, aber daher ist das Budget knapp bemessen und ich bemühe mich dennoch was Brauchbares zusammenzustellen.

Das erste was auffällt: wie schnelllebig ist bitte dieser Markt?? Ruten und Rollen, die in 3-5 Jahre alten Vorstellungsvideos bei YT noch als Neuheiten gefeiert wurden, finden sich nur noch als Restbestand bei den Händlern! zum Beispiel die kleinere Radical Insist Angelrolle ... etwa 4 Jahre altes Vorstellungsvideo ist nur noch auf der Resterampe zu haben. Gleiches gilt für weite Teile der Prologic Rollen. Teils 3 Jahre alte Neuvorstellungen und es ist nur noch eine Rollenserie im Programm.
Bei den Ruten ähnliches. Pelzer Ruten - eigentlich bei WFT im Programm untergekommen - laufen aus und JRC, die einige Rutenserien vor wenigen Jahren herausbrachten, sind mittlerweile dünn gestreut ... z.B. die Cocoon g2 Ruten...

Ich könnte die Liste noch lange fortführen und dieser Effekt ist mir bei Tackle für Spinnangler nicht sooo extrem aufgefallen.

Die Karpfenszene scheint sehr stark Trends zu folgen, so wie es mir bislang nur teils bei den UL-Anglern aufgefallen ist. Allerdings hat der UL-Angler meist so etwa 7 Kg Ausrüstung dabei und wenn ein Karpfenangler sein Lager an einem Gewässer einrichtet, schaut das immer so aus, als hätte eine Pionier Kompanie der Bundeswehr dort Stellung bezogen. Das liegt auch daran, daß das Tackle Nato-oliv-grün ist oder in Tarnfarben. Karpfenangler, die es farbenfroh mögen, haben auch schonmal schwarze oder graue Ausrüstung, wer außer nem Bobbin etwas Buntes dabei hat, wird vermutlich verhauen ... oder so ;)
Da wären wir auch schon bei der nächsten Besonderheit angekommen: Die Sprache. Der Karpfenangler orientiert sich stark an der englischen Szene und so ist alles in ft oder lbs angegeben - Bissanzeiger heißen Bobbin oder Swinger und man bindet seine Hooks an Rigs und hängt diese in Swivel ein - das Resultat ist ein grußeliges Denglisch.

Einige Karpfenangler haben anscheinend auch Lehrgänge absolviert, wie man mit 2 Ruten ein 1 ha großes Gewässer so abspannt, daß dort kein einziger Spinnangler mehr einen Platz findet ... vermutlich braucht es dazu auch diese 14000er Weitwurfrollen ... allerdings wird die Schnur natürlich mit einem Boot rausgefahren ... ich hab´s noch nicht verstanden ;)

Obwohl ich nun auch mal nen Karpfen fangen möchte werde ich das nicht alles annehmen. Ich hab schon eine kleine Einkaufsodysee hinter mir und werde nach dem Abendessen von meinen ersten Anschaffungen berichten.

Grüssle Henner
 
grußeliges Denglisch
Spätestens wenn einer der Herren von Lipps spricht, rollen sich mir die Zehennägel hoch.
:XD
Schnelllebig stimmt! Vor so drei, vier Jahren wollte ich mich intensiver mit der Materie befassen und fand die Vader Serie von Sonik stark. Karpfenzeug habe ich dann nicht angeschafft weil anderes im Vordergrund stand aber die Vader Sachen gibt es nicht mehr.
Unverständlich daran ist, dass oft gute Produkte verschwinden, nicht etwa Ladenhüter. Andererseits ist das nicht schlimm, es kommt immer etwas anderes nach. Siehe Nash, die stampfen die Boilies ein und ganz bestimmt scharren andere schon mit den Hufen....ich würde mich nicht wundern, wenn es demnächst einen Launch von Korda oder sonstwem gibt.
 
Japp - hier isser wieder ... und satt!


Also, mein Plan isses in der Hauptsache unsere heimischen Gewässer zu befischen und die besseren Weiher im Siegerland haben in der Regel etwa 1 ha ... so grob. Ich gehöre zur Fraktion Catch & Cook. Mein Ziel isses also eher Fisch in gefälliger Küchengröße zu landen. 20 Kg Monster für irgendwelche Foto-Love-Stories zu belästigen würde ich zumindest nicht anstreben, auch wenn ich die abhaken und zurücksetzen würde.
Es stehen also keine Reisen in den Osten Europas und eine Jagd nach Rekordfischen an. Wenn ich 50 m Weit werfen kann, wird das in 95% der Fälle reichen. Der Biggesee ist hier zwar auch ganz in der Nähe, aber ich denke nicht, daß ich dort auf Karpfen angeln werde und das ist sowieso nur ein Revier für Kenner...

Also, ich muß 50 m weit werfen können und eine Selbsthakmontage von 70 - 90 g rausbringen - damit empfiehlt sich eine 3 Pfund Rute zu wählen. es gibt da solche Berechnungsformeln, wo man aus den "Lipps" das ungefähre Wurfgewicht errechnen kann und das sollte dann hinkommen.
Ich angle gern leicht ... auch vom Gerät her und unsere Ufer hier sind meist mit reichlich Astwerk gesegnet - also keinesfalls über 10 Fuß (3m) lang sollte der Stock sein.

Das erste Angebot, was mir auffiel, waren Pelzer Bondage Ruten. Der Beschreibung nach Ruten mit Aktion ... parabolisch unter Last ... 10 ft und 3 lbs ... 230 g Eigengewicht. Könnte was für mich sein vor allem für 38,- € das Stück. Dazu Freilaufrollen von WFT Superfast Speedliner. Die sind leicht, wiegen als 6500er 340 g und das WFT Zeug ist meist ein Nobrainer. Kostet wenig und funzt super, außer diesmal. Ich hab bis auf eine Rute alles wieder zurückgeschickt.
Die Rollen hatten eine Schnurverlegung die stark konisch war und nicht bzw. kaum zum vorderen Rand der Spule reichte. Man konnte auch keine Scheiben mehr wegnehmen, da nur ein dünnes Exemplar eingebaut war und eine der Ruten hatte nen leichten Knick nach rechts. Wenig zwar, aber man konnte ihn mit dem Auge erkennen und keine meiner rund 10 Ruten hat eine mit dem Auge erkennbare Abweichung.

Der Händler reagierte recht unterkühlt - die Rollen wollte ich nicht austauschen, weil sicher die ganze Charge diesen Fehler hatte und ich könnte den als Schlosser zwar beheben, aber den Teufel werd ich tun bei einem Neukauf! Die Rute wollte der Händler mir nicht mehr tauschen. Man könne den Fehler nicht feststellen und es hätte wohl keinen Zweck mir Ersatz anzubieten.

Da sind wir uns irgendwie einig - mit den Jungs hat es für mich auch keinen Zweck und so endete mein erster Einkaufsversuch mit einer einzelnen Rute zu 38,- Euronen. Wie ich dann merkte kann ich kein zweites Exemplar mehr nachkaufen, weil das wohl der Restbestand im deutschsprachigen Raum war. Also wird diese Rute meine einzelne Stalker Rute und ich fange wieder von vorne an.

Für die Angelei im Dunkeln möchte ich 2 gleiche Setups haben, die sich blind gleich bedienen lassen - macht Sinn, denke ich... Ich meldete mich bei Gerlinger und man hat mich dort beraten. Es ging zunächst mal um die Rollen, denn Gerlinger hatte alle Rollen da, die mich interessierten. Auch die typischen Karpfenrollen mit Frontbremse kamen in Frage, wenn sie nicht zu übertrieben riesig und schwer waren. Die Beratung ging, nachdem ich auch meinerseits einige Rollen ausgeschlossen hatte, Richtung Okuma. Ich sagte, daß ich Schlosser sei und das ich mit klapprigen Konstruktionen nicht leben könne, wie es von einigen Prologic Modellen berichtet wird und er Verkäufer sagte, dann wisse er bescheid ;)
Es wurde also nach wirklich guter Beratung die Okuma Custom Carp 7000. Leicht teurer als die "Vorgänger", aber wirklich schöne Teile mit einer recht guten Schnurverlegung. Nun isses doch sowas wie ne Rolle mit "Weitwurfspule" , aber der Verkäufer meinte "besser haben, wie brauchen" und irgendwie hatte er da auch recht...
Wie ich mit der Frontbremse klarkomme, werden wir sehen - ich bin aber unabhängig vom günstigen Kurs erstmal sehr glücklich mit der Anmutung und Haptik der Dinger.

Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, daß der andere Händler mir keine grade Rute mehr nachschicken würde - also kommt nun der Vorstellung dritter Akt - der Kauf zweier 10 ft 3 lbs Karpfenruten.

Sie sind bestellt - ich berichte mehr dazu, wenn sie hier sind ;)

Grüssle Henner
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenig zwar, aber man konnte ihn mit dem Auge erkennen und keine meiner rund 10 Ruten hat eine mit dem Auge erkennbare Abweichung.
Bei billigen Ruten habe ich mich mittlerweile damit abgefunden, dass man oft keine 100% Geraden Blanks bekommt.
Allerdings haben meine zwei Spro Aal Picker auch einen leichten aber gut sichtbaren Bogen im Blank.
Da hat es mich dann schon geärgert und hab das reklamiert, mir wurde gesagt, die ganze Charge sei so und ich könne sie zurückschicken oder ich nehme 15€ Rabatt je Rute.
Nachdem es wahrscheinlich egal gewesen wäre wo ich erneut bestellt hätte, habe ich dann den Rabatt genommen.

Ein weiterer weit verbreiteter Fehler ist, dass die Ringe nicht in einer Flucht angebracht sind.
Auch verdreht angebrachte Rollenhalter hatte ich schon ab160

Im unteren Preissegment kann ich Sonik absolut empfehlen, gerade Blanks, Ringe in einer Flucht! Einfach top
Eine meiner Ruten hat einen kleinen Fehler am Griff, das kann ich bei um die 40€ je Rute aber gut verschmerzen.

Im allgemeinen habe ich den Eindruck, das die Qualitäts-Kontrollen immer weiter zurückgehen.
Es ist mittlerweile immer mehr Schund im Umlauf, egal ob Rute oder Rolle.
 
Henner, sag wenigstens, welche du geordert hast.
JRC Cocoon 2G

- 3 m
- 3 Lipps ;)
- 272 g
- etwas progressivere Aktion

Ich hatte einige gute Bewertungen dazu gelesen... Und auch wenn dies ebenfalls Restbestände sind, hoffe ich auf ein bessere Qualität wegen der leicht höhere Preisklasse...
Auch verdreht angebrachte Rollenhalter hatte ich schon ab160
Rollenhalter kann man oft wieder grade drehen. wenn die Angel in der prallen Sonne gelegen hat, ganz am Ende und mit der nötigen Vorsicht in der Nähe des Startrings fassen und mit dem Bauch die Rolle in die Gewünschte Richtung drücken... Hat bei mir schon 2 x gefunzt...
 
Jo,


wie gesagt - das darf hier gerne ne Diskussion werden. Wenn jemand was Schlaues zum Geraffel einfällt oder jemand auf ähnlichem Preisniveau was taugliches fischt, dann bitte raus damit! Daß ne Sportex Rute, die etwa soviel kostet wie mein ganzes Setup, eine sensationelle Gerätschaft ist, bedarf keiner weiteren Erklärung - hier soll es um Ausrüstung "at a budget" gehen.

Den Kleinkram habe ich übrigens halb beim Händler vor der Haustür und halb bei den Asia-Kaufhäusern besorgt.

Die Schnur kommt aus China ... Seaknight Carp Fishing in dunkel grün und in camo als 0,32 mm. Ich hatte bereits gute Erfahrungen mit der normalen transparenten Seaknight Blade gemacht, die wenig Memory-Effekt hat - allerdings ist die Karpfenschnur etwas Sturer und hat dafür womöglich etwas weniger Dehnung - wir werden es testen! Nacher habe ich entdeckt, daß es die Blade auch in Karpfenschnurfärbung gibt und so habe ich die auch noch nachgeordert. Schliesslich sind ja mittlerweile 3 Rollen zu bespulen...

Auf die CC 7000 geht übrigens mehr drauf, als erwartet. Exakt 500 m der 0,32 mm Schnur hab ich pro Spule drauf bekommen und rechnerisch waren es eher 320 m ... bezogen auf die Angabe 270 m 0,35 mm Schnur in den Produktdaten. Soll mir recht sein, denn mit dem Rest der 500 m Spulen hätte ich eh nix anfangen können.

Noch kurz zur Orientierung 500 m dieser "besseren China-Schnur" liegen bei rund 4 €.

Den Kleinkram wie Wirbel und die Rutenauflagen muß man nicht bis ins Detail diskutieren. Die Vorfächer hab ich einmal von Fox und von Carp Fishing Club / Temu ... jeweils Haar-Montagen.

Das Futter und die Boilies kommen auch vom örtlichen Händler - das ist WIMRE alles von Balzer. Hier wären auch noch weitere Vorschläge für Schuppenkarpfen im flachen Stillgewässer willkommen.

Grüssle Henner
 
Meine besten und die meisten Schuppis habe ich nicht mit Boilies gefangen sondern mit Brotflocke.

Bei der Ausrüstung halte ich es ähnlich wie du: es muss funktionieren und günstig (nicht billig) sein. Die einfache Fox Carp Mono z.B. ist preiswert und schön weich. Rollen sind hier Prologic "Irgendwas" mit Freilauf, Ruten Daiwa Crosscast mit Kork in 10ft und 3lb. Für das Stalking, Posenfischen und sowas habe ich seperates Zeug aber nicht, weil es unbedingt nötig wäre. Eher wegen Habenwollen und Tacklewahn.
 
Meine besten und die meisten Schuppis habe ich nicht mit Boilies gefangen sondern mit Brotflocke.
Mit ner Grundmontage oder meinst du jetzt Oberflächen - Karpfen mit schwimmbrot?


Ach, eins beschäftigt mich noch: das Thema Abhakmatte - Oder Karpfen-Wellnessstation könnte man die Konstrukte auch teilweise nennen. Was nutzt Ihr da? Ich habe halt so ei ungepolstertes Kunststoffdings zum Ausrollen - etwa 35 cm breit und 1,2 m lang. Reicht das bei Karpfen nicht? Wie gesagt, ich werde keine Fotosessions veranstalten. Was nutzt ihr da so?
 
Ich habe halt so ei ungepolstertes Kunststoffdings zum Ausrollen - etwa 35 cm breit und 1,2 m lang. Reicht das bei Karpfen nicht?

Ich finde das ist schon grenzwertig eher sowas

https://www.angelsport.de/kogha-carp-abhakmatte-xl-oliv-gruen_0092060.html

Allein schon wenn das Gelände nicht eben ist und der Karpfen runterrutschen könnte deswegen eher mit Rand, auch sollte mal ein kleinerer Ast, Stein oder ähnliches drunterliegen dämpft die Matte schon.

Ohne Rand ist das schon eine sehr rutschige Angelegenheit und wenn ein 20Pfünder anfängt Radau zu machen bist du froh wenn er weich liegt.


Gruß Frank
 
Richtige Abhakmatten sind halt ganz schöne Kolosse.
Das ist auch mein erster Gedanke - ich suche jedenfalls ne Lösung, die ein kleines Packmaß hat! Ich denke Weiterhin, daß so ein angedeuteter Rand kaum Vorteile bringt. Also schaue ich nach so ner aufrollbaren kompakten Lösung. Wie gesagt - mein eigentliches Motto ist Catch & Cook und das Teil wird bei mir weniger zum Einsatz kommen, als bei den Fotoanglern... und 70 € für ein Kissen für nen Fisch kommt niiiemals in Frage ;)
 
Die im nachfolgenden Link nutze ich eigentlich immer und für alles.
Ist leicht gepolstert, hat einen Rand der ausklappbar ist, die Matte ist rollbar und kann auch zum wiegen genutzt werden.



Ich habe die nun schon seit Jahren und bin immer noch zufrieden.
Nur auf das aufgedruckte Maßband kann man sich definitiv nicht verlassen.

Ich habe auch noch eine mit hohem gepolsterten Rand, die ist mir aber zu sperrig beim Transport.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist auch mein erster Gedanke - ich suche jedenfalls ne Lösung, die ein kleines Packmaß hat! Ich denke Weiterhin, daß so ein angedeuteter Rand kaum Vorteile bringt. Also schaue ich nach so ner aufrollbaren kompakten Lösung. Wie gesagt - mein eigentliches Motto ist Catch & Cook und das Teil wird bei mir weniger zum Einsatz kommen, als bei den Fotoanglern... und 70 € für ein Kissen für nen Fisch kommt niiiemals in Frage ;)
Wozu brauchrt man eine Abhakmatte, wenn der Fisch eh verzehrt wird.:thumbsdown
 
Zurück
Oben