Mit Waggler am Fluss

Dieses Thema im Forum "Expertenwissen" wurde erstellt von Zebco Europe, 22. Juli 2019.

By Zebco Europe on 22. Juli 2019 um 14:07 Uhr
  1. Zebco Europe

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    Feedern und Angeln mit der Pole-Rute sind zwei beliebte Methoden zum Flussangeln. Friedfischexperte Kai Chaluppa setzt in bestimmten Fällen aber auf die Match-Rute und Waggler.

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    Kai fischt erfolgreich am Fluss mit Match-Rute und Waggler

    Mit einem leichten Wurf befördere ich meine Montage ins Wasser. Sie landet hinter der Steinschüttung in der langsamen Strömung, genau dort, wo ich einen Futterplatz angelegt habe. Mein Waggler folgt sanft dem Tempo des Flusses. Von jetzt auf gleich bleibt er stehen, um kurzerhand auf Tauchstation zu gehen. Unverzüglich schlage ich an. Der Fisch hängt am Haken. Meine Match-Rute leistet ganze Arbeit. Nach kurzem Drill landet das erste Rotauge des Tages in den Keschermaschen.

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    Match-Rute und Waggler sind eine gute Kombination für Rotaugen am Fluss

    Ihr lest richtig: Ich greife gerne zur Match-Rute und Waggler-Montage, wenn ich am Fluss auf Rotaugen und andere Weißfische angle. Besonders dann, wenn der heiße Bereich außerhalb der Reichweite der Pole-Rute liegt und die Strömung gering ist, eignet sich die Methode bestens.


    Match macht’s möglich

    Am heutigen Angeltag befische ich den Main bei Frankfurt. Unmittelbar hinter der Steinschüttung beginnt hier die Fahrrinne für die Binnenschifffahrt. Schnell erreiche ich Tiefen zwischen vier und fünf Metern. Die Strömung an der Stelle ist moderat bis gemäßigt, sodass ich problemlos die Waggler-Montage nutzen kann. Es ist wichtig, dass ich meinen Köder hinter der Steinschüttung anbiete. Hier herrscht keine große Hängergefahr mehr. Darüber hinaus lauern an dieser Stelle auch keine kleinen Grundeln, die sich in den letzten Jahren im Main zu einer echten Plage entwickelt haben. Wer zu nah am Ufer fischt, wird beim Angeln mit Maden, Wurm & Co keine Freude haben. Den Schutz der Steinpackung verlassen die nervigen Allesfresser allerdings nicht, daher servieren wir den Köder in der Fahrrinne goldrichtig.

    Vorteil werfen
    Die Match-Rute liefert mir die gewissen Extrameter, die ich benötige, um hinter die Schüttung zu kommen. Einer Kopfrute sind aufgrund ihrer Länge Grenzen gesetzt. Mein heutiger Angelplatz liegt in rund 18 Metern Entfernung. Tipp: Plant einen zusätzlichen Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern zum Ende der Steinschüttung ein, um die Grundelgefahr zu minimieren.

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    Rotaugen sind Zielfisch Nummer eins im Fluss.

    Ich verwende eine 3,90 Meter lange Match-Rute. Der Blank ist sehr schnell, was gerade beim Angeln im Fluss ein großer Vorteil ist, um die raschen Bisse auch sicher zu verwerten. Passend zur Rute setze ich auf eine Stationärrolle der Größe 4000. Mit dieser erreiche ich eine perfekt austarierte Kombi, die gut in der Balance ist und schön in der Hand liegt. Eine abriebfeste und gut sinkende Mono rundet mein Setup für den Fluss ab.

    Futterfrage
    Wie immer beim Friedfischangeln, spielt das Futter eine große Rolle. An diesem Tag setze ich auf eine aktive Mischung. Diese arbeitet sehr gut am Gewässergrund. Partikel steigen auf und locken Fische über eine größere Entfernung zum Platz. Außerdem animieren die aufsteigenden Teilchen auch beißfaule Flussbewohner.

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    Gründliches Sieben ist Voraussetzung für die richtige Futterkonsistenz

    Dabei achte ich darauf, dass die Mischung auf die Bedingen am Spot angepasst ist. Heute muss sie beispielsweise gut kleben und Partikel oder Lebendköder sicher zum Grund transportieren. Dort soll sich das Futter aber schnell auflösen und arbeiten. In puncto Geschmack und Aroma setze ich auf süß-würzige Bestandteile – die sind ideal für Rotaugen.
    Besonders wichtig ist das Sieben vom Futter. Erst dadurch entsteht eine gleichmäßig durchgefeuchtete und homogene Masse. Zusätzlich verschwinden größere Klumpen und grobe Partikel lassen sich aussortieren. Mit solch einem Futter wecken wir die Neugier der Fische, sättigen sie jedoch nicht.
    Die Lebendzugaben wie Maden, Pinkies und Caster mixe ich nicht direkt unter die Mischung, sondern gebe sie nach Bedarf und Beißverhalten peu à peu hinzu. Hierdurch habe ich mehr Spielraum und kann auf unterschiedliche Situationen reagieren.

    Pluspunkt Pose
    Herzstück der Montage ist der Waggler. Die sensible Bissanzeige zeigt nicht nur zuverlässig feinste Fischkontakte an, sondern dient auch als Wurfgewicht. Im Fluss haben vorbebleite Modelle klare Vorteile. Strömung und den Schiffsverkehr sorgen teilweise für unruhige Wasserbedingungen und stärkere Wellen. Durch das Extragewicht im Kiel stehen die Waggler-Modelle einfach stabiler und ruhiger in der Strömung. So lässt sich der Köder besser präsentieren und auch die Bisserkennung verbessert sich. Ich fische an diesem Tag ein Waggler mit zwei Gramm Vorbebleiung und kann zusätzlich zehn weitere Gramm nutzen, um den Hakenköder auf Tiefe zu bekommen. Die nötige Sensibilität erzeuge ich durch die Anordnung der Bleie: Acht oder neun Gramm ziehe ich als Bleikugel auf die Schnur. Das restliche Gramm wird in kleinen Schroten als Kette angeordnet (siehe Zeichnung).

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    So sieht Kais Waggler-Montage für den Fluss im Detail aus

    Wie eingangs erwähnt, liegt mein Angelplatz in einer Tiefe von rund vier bis fünf Metern. Der Waggler wird daher als klassische Laufpose montiert. Als Stopper setze ich auf einen einfachen Knoten aus einer 0,20 Millimeter starken Mono und einer kleinen Perle, die ein durchrutschen der Pose verhindert.
    Die Montage habe ich so ausgelotet, dass mein Köder eine Handbreit über Grund schwebt. Das ist ein Vorteil gegenüber der Feeder-Rute.

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    Ein Stopperknoten und eine Perle verhindern das Durchrutschen der Pose


    Caster können’s
    An diesem Angeltag brachte mir ein Kombi-Köder aus einem Caster und Pinkie Fischkontakte. Nach den ersten gelandeten Fischen bekomme ich weitere Bisse, kann diese jedoch nicht mehr verwandeln. Meine Köder sind deutlich ausgelutscht. Durch ein längeres Vorfach – 35 statt 20 Zentimeter – finde ich zurück in die Erfolgsspur und weitere Rotaugen zwischen 18 und 23 Zentimetern beißen. Mit zwei Castern und etwas zusätzlichem Dip schraube ich die Fischgröße unmittelbar auf etwas über 25 Zentimeter. Ein Zufall? Nein. Caster pur bringen im Schnitt die besseren Fische, wie meine Erfahrung aus den letzten Jahren zeigt.

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    Maden, Pinkies oder Caster locken Rotaugen ans Band

    Nach guten drei Stunden beende ich meinen Angeltag, da das Futter und die Köder aufgebraucht sind. Zufrieden trete ich den Heimweg an und freue mich schon jetzt auf die nächste Tour mit der Match-Rute und Waggler an den Fluss.
     
    Raiman1963, ulli1958m und Kochtopf gefällt das.

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