Moderlieschenzucht im alten Schwimmbecken

fössi

Well-Known Member
Hallihallo,

ich hätte ein Frage zur Sinnhaftigkeit eines möglichen Projektes. Uns würde ein altes ungenutzes ausbetoniertes Schwimmbecken zur Verfügung stehen. Auf 800m Seehöhe und recht kühl. Die ungefähren Masse sind 4x2x2. Zum Hintergrund wir wollten Moderlieschen für unseren gepachteten Teich auftreiben. Leider sind die in Österreich nicht gerade günstig. Wir haben nur Angebote zu Aquaristik Preisen gefunden. Falls Ihr einen Züchter kennt, könnt Ihr mir gerne den Kontakt weiterleiten. Wenn wir aus DE bestellen würden, würden wir ohne Lieferung für 1000 Stück für ca € 160 zahlen können. Ist auf jeden Fall günstiger. Ich bin mir aber wegen der Genetik (Evolutionäre Kleinraumgruppe, falls überhaupt relevant?) unsicher. Wir könnten über einen Verein ca 50 Stück Moderlieschen besorgen. Da wir bereits einige Raubfische im Teich haben denke ich, dass das schwierig wird die Art zu etablieren. Deshalb würden wir die Moderlieschen gerne selbst vermehren, bevor wir sie einbringen. Ich würde den Boden des Schwimmbeckens mit Schlamm abdecken und einen guten Teil mit Armleuchteralgen bzw anderen Wasserpflanzen aus unserm Teich besiedeln. Im Herbst würden wir ablassen und die Moderlieschen übersiedeln. Je nach Erfolg würden wir das im nächsten Jahr wiederholen. Stellt sich die Frage ob es den Aufwand wert ist. Ich denke falls sich die Moderlieschen gut vermehren und die Wasserpflanzen nach dem abfischen im Becken überwintern können wäre es einen Versuch wert. Hättet Ihr Tipps oder Anmerkungen für mich?

LG Fössi
 
Puh, schwer. Kannst du nicht das Schwimmbecken herrichten und Eintritt verlangen?

Würde euch empfehlen, 40 Tiere direkt in den Teich rein (ihr habt sicherlich eine ausgedehnte stark bewachsene Flachwasserzone? Könntet ihr nicht generell mit einem Netz eine kleine Fläche absperren, das wäre wirklich am einfachsten?) und die restlichen in flachen Kisten/Maurerbütten als zwei 5er Gruppen ablaichen zu lassen. Moderlieschen laichen mehrfach im Jahr in Etappen und sind Haftlaicher. Da könnt ihr auch leicht ein Moskitonetz drüber spannen (Libellen und allerlei anderes Getier abhalten). Alternativ kauft ihr ein größeres Aquarium für die Dauerhaltung der Gruppe und mehrere 12er Aquarien und setzt dort die kleine Gruppe für ein paar Tage rein. Wenn ihr sicher und viel wollt lohnt es sich die Eier zu separieren und bis nach dem Schlupf mit Methylenblau im Schlupfbecken zu arbeiten.
 
Naja wir haben schon eine bewachsende Flachwasserzone aber die müssten wir, wenn wir sie mit Netzen absperren regelmäßig kontrollieren. Da der Teich ca eine Stunde entfernt ist, kommen wir nur am Wochenende hin und in der Zwischenzeit kann viel passieren. Wäre aber vermutlich die beste Lösung. Mit den Aquarien ist eine gute Idee aber dafür haben wir leider im näheren Umfeld leider keinen Platz und auch keine vorhandenen Aquarien.
 
Ich würde die 50 nehmen, in Maurerkübel setzen und die neu geschlüpften dann gleich in den Teich. Ich habe mal welche im Gartenteich gehabt und selbst innerhalb von 2 Jahren waren es hunderte, wobei ich mit 10 Stück angefangen hatte. Die vermehren sich wirklich stark.
 
Moin,
Könnte man sicher probieren. Ich würde eine bisschen Sediment aus einem Stillgewässer einbringen und ggfs ein bisschen Plankton keschern. Armleuchteralgen wären super. Wenn die sich vermehren habt ihr deren "Samen" (Diasporen) im Sediment und die wachsen nächstes Jahr wieder, auch wenn über Winter das Wasser abgepumpt wird. Vielleicht könnt ihr irgendwo ein paar Laichtiere überwintern oder könnt ihr von euren Kollegen nächstes Jahr wieder welche kriegen?
 
Ich würde eine bisschen Sediment aus einem Stillgewässer einbringen und ggfs ein bisschen Plankton keschern.
Wir hatten mal unglaublich dünne Moderlieschen vom Züchter bekommen, ein paar (30 etwa) habe ich ins Aquarium und mit Wasserflöhen und Cyclops innerhalb weniger Tage schön dick bekommen. Später haben sie auch Trockenfutter genommen und hätten sicher bald abgelaicht. Sie wurden aber vorher im Bach ausgesetzt.
 
Moin,
Könnte man sicher probieren. Ich würde eine bisschen Sediment aus einem Stillgewässer einbringen und ggfs ein bisschen Plankton keschern. Armleuchteralgen wären super. Wenn die sich vermehren habt ihr deren "Samen" (Diasporen) im Sediment und die wachsen nächstes Jahr wieder, auch wenn über Winter das Wasser abgepumpt wird. Vielleicht könnt ihr irgendwo ein paar Laichtiere überwintern oder könnt ihr von euren Kollegen nächstes Jahr wieder welche kriegen?
Danke, hört sich gut an. Ich würde zuerst die Wasserpflanzen setzen und dann das Wasser bisschen arbeiten lassen. Sediment werden wir mitnehmen aber für das Volumen würden wir unglaublich viel brauchen. Wäre es ein Problem den Rest mit Erde aus dem Garten aufzufüllen? Vl weiß auch jemand wie dick die Schicht sein sollte damit die Pflanzen anwachsen können? Laichtiere könnten wir nächstes Jahr wieder bekommen.
 
Wäre es ein Problem den Rest mit Erde aus dem Garten aufzufüllen?
Mach das bloß nicht, Mescalero hat recht. Ich hab nur einen Eimer voll wegen der Teichlilien mit eingebracht und mein Teich war 17 mal 10 mal 2,5 [m]. Bins nicht Herr geworden, hat den Teich total versaut, hab dann noch mal von vorne angefangen. Mit UV Licht , Wasserwechsel hats noch schlimmer gemacht, nix hat geholfen.
 
Mach das bloß nicht, Mescalero hat recht. Ich hab nur einen Eimer voll wegen der Teichlilien mit eingebracht und mein Teich war 17 mal 10 mal 2,5 [m]. Bins nicht Herr geworden, hat den Teich total versaut, hab dann noch mal von vorne angefangen. Mit UV Licht , Wasserwechsel hats noch schlimmer gemacht, nix hat geholfen.
Danke für die Warnung. Werde in die Kübel Sand einfüllen.
 
Zuletzt bearbeitet:
In der Aquaristik ist die Walstad-Methode verbreitet, das sollte eigentlich auch in einem größeren Becken funktionieren.

Eine dünne (~1cm) Schicht Erde wird mit ca. 6cm Sand abgedeckt und versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen, diese können aber nicht in die Wassersäule diffundieren.
Wenn es gut läuft, muss man nie wieder düngen, hat prächtige Pflanzen und Null Algen.
20260428_134443.jpg

Ich muss dringend mit der Sense durch...
 
Brauchst dir wegen dem Bodengrund keine Gedanken machen. Ist für Moderlieschen völlig uninteressant. Mit Erde oder Sand würde ich nicht anfangen. Einfach weglassen.

Wenn das Schwimmbecken von der Farbe her eher dunkel ist, so lassen, ansonsten alte Gehwegplatten oder was anderes steiniges auf den Grund legen . Pflanzen würde ich am Rand platzieren. Und die dann auf einem selbstgebauten, einhängbaren Rost abstellen. Pflanzen mit langen senkrechten Stielen mögen die Zwerge zur Eiablage(ab ca. 17Grad WT) besonders.

Deshalb würde sich alternativ auch eine Seerose eignen, die wegen der Wassertiefe aber auf einem Ständer platziert werden müsste.

Ihr solltet halt regelmäßig und moderat Oberflächenfutter zuführen, am Besten mit nem zuverlässigen Automaten. Man könnte sich natürlich auch an ner natürlichen Futterkette versuchen, das sehe ich aber in eurem Fall nicht und ich glaube das würde eher nicht gelingen. Ansonsten passt das schon.
 
Danke! Ich werde ein Gitter oder ein Platon für die Kübel aufbauen damit die Pflanzen mehr Licht bekommen. 2m ist doch recht tief und direkt am Boden würden sie wegen dem Winkel vermutlich zu wenig Sonne abbekommen. Wir werden das Becken zuerst von Pflanzen und Erde befreien und falls die Wände nicht saniert werden müssen, können wir in 2-3 Wochen loslegen. Gefüttert werden sie (hoffentlich verlässlich) von meinem Neffen.
 
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