Navigation bei Nebel

Valper

New Member
Hallo liebe Bordies,frohe Weinachten euch allen!

Bin vor kurzem mit dem Boot auf der Ostsee angeln gewesen. Leider hat mir der dichte Nebel einen Strich durch die Rechnung gemacht - Sicht deutlich unter 100m. Und trotzdem waren einige Boote draußen. Auf Nachfrage, ob die Angler keine Angst hätten, bekam ich die Antwort: Ich fahre nach GPS.
Ich frage mich was passiert, wenn ein Boot entgegenkommt oder etwas im Wasser treibt. Was meint ihr? Ich bin der Meinung nur nach Navigationsgerät zu fahren ist verantwortungslos.
 

Gast

Gesperrter User
AW: Navigation bei Nebel

Ich bin der Meinung nur nach Navigationsgerät zu fahren ist verantwortungslos.
Ich finde ohne zu fahren ist veratwortungslos und sich nur aufs Gehör zu verlassen ist fahrlässig |supergri
Ich kenne jemanden der hat mit seinem Boot in Gleitfahrt ne Boje gerammt, bei Sonnenschein und der ist nicht blind gewesen.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Navigation bei Nebel

Ich bin der Meinung nur nach Navigationsgerät zu fahren ist verantwortungslos.
Wenn man nicht MUSS ist zumindest LOSFAHREN diskussionswürdig.

Wenn man schon auf dem Wasser ist und man wird vom schlechten Wetter überrascht siehts anders aus. Was soll man dann machen?
 
AW: Navigation bei Nebel

Oft ist es ja so, dass man vom Nebel überrascht wird.Leichtsinning und dumm ist derjenige, der sich nicht ausreichend vorbereitet.Wer im Herbst rausfährt muss mit Nebel rechnen.Ich benutze Echolot mit GPS und habe darauf die wichtigsten Tonnen abgespeichert und damit komme ich super klar.Ein Smartfon mit Google-Karten hilft zwar etwas, aber gefährliche Untiefen und Tonnen sind wohl schlechter auszumachen.
Wer einmal im Nebel geraten ist, der weiss was das für ein beklemmendes Gefühl auslöst, das möchte man nicht unbedingt freiwillig nochmal erleben.
 

Gast

Gesperrter User
AW: Navigation bei Nebel

Wer einmal im Nebel geraten ist, der weiss was das für ein beklemmendes Gefühl auslöst, das möchte man nicht unbedingt freiwillig nochmal erleben.
Also ich finde das ein total geiles Gefühl, das Gefühl der Stille war für mich einfach unheimlich, unheimlich schön.
Plötzlich konnte man keine 10 Meter mehr sehen und hörte keinerlei Geräusche mehr.
Unheimlich dabei war die völlige Orientierungslosigkeit.
Aber ich habe gut reden, ich dümpele nur auf einem kleinen See rum und nicht auf dem offenen Meer ;)
 

zokker

Mecklenburger Seenplatte
AW: Navigation bei Nebel

Bei schlechter Sicht (Dunkelheit, Nebel) in Gleitfahrt zu fahren ist leichtsinnig. Tonnen sollte man schon auf dem Plotter haben. Ansonsten ist es nicht gefährlicher wie bei guter Sicht. Treibgut hat oft die blöde Eigenschaft dicht unter der Oberfläche zu treiben, da kann man also auch bei guter Sicht drauf fahren.
 
F

Franky

Guest
AW: Navigation bei Nebel

Wenn man im Verbund mit anderen (kleineren) Booten rausfährt, unbedingt zusammenbleiben und Sichtkontakt halten. Ich war im Jahr 2000 mal an einer 4 stündigen Suche nach einem "Abkömmling" dabei, der meinte, er könnte trotz dichten Nebels den Weg alleine nach Hause finden. Der hing dann schlotternd vor Flügge und hatte plötzlich kein großes Mundwerk mehr.
Zumindest wussten wir anderen, wer denn die Zeche am Abend zu zahlen hatte...
 

geomas

Well-Known Member
AW: Navigation bei Nebel

Ohren auf und langsam fahren ist schon mal der richtige Ansatz. AIS (als Zusatzteil für das GPS) ist billiger und leichter zu installieren als selbst ein winziges Radargerät.
 

LAC

Well-Known Member
AW: Navigation bei Nebel

Wenn ich das hier so lese, stelle ich fest, daß nicht alle die große Ahnung haben obwohl sie ein Boot bewegt haben und wenn einer fasziniert ist von der Ruhe im Nebel, dann hat er ganz schnell ein Haufen im Höschen wenn es knallt. Nebel ist eine ganz große Gefahr, wenn man ein Boot bewegt, keine Ahnung und keine richtige Ausrüstung. Nun muss man unterscheiden ob es ein Teich ist oder Küstengewässer bzw. Meer oder großes Binnengewässer wie Bodensee.
Ich laufe zwar nicht benebelt rum, bin jedoch mit meinen Booten von 3,5 bis 11 m Länge, die ich im Laufe meines Lebens bewegt habe, dann und wann auch vom Nebel überrascht worden. Nebel, der kommt nicht, der entsteht und ist auf einmal da und man kann nichts mehr sehen - dann muss dieses Boot mit der Glocke, Horn hörbare Zeichen setzen, damit andere die die gleichen Probleme habe, Wissen, dass dort eine Gefahr ist. Wenn dann noch Strömungen, Tiefenveränderungen sind wie z.B. an der deutschen Nordseeküste ist, dann ist das sehr gefährlich.
Es ist leichtsinnig mit einem Boot in See zu stechen, wenn man keine Ahnung hat und mit Motoren fahren muss, weil man kein Schein dafür benötigt. Dann hat diese Person keine Ahnung und soll die Finger davon lassen.
Der sollte lieber damit auf einen kleinen See fahren - aber nicht im Küstengewässer.
Genug Literatur ist vorhanden - hier mal etwas: was ich sofort im Netz gefunden habe - ohne zu wissen was drin steht.

Und wer jetzt denkt, ich würde spinnen, dem empfehle ich, gar nicht ein Boot zu bewegen - da er mit diesem Gedanken, mir seine Unfähigkeit sagt.
Hört sich alles hart an für ein Anfänger, aber wenn was passiert ist das ja nicht, daß man sich mit dem Angelhaken im Finger sticht - da geht es richtig zur Sache.
http://www.bsh.de/de/Produkte/Infomaterial/Sicherheit_auf_dem_Wasser/Sicherheit_auf_dem_Wasser.pdf
 

raubangler

Bin immer friedlich...
AW: Navigation bei Nebel

Ohren auf und langsam fahren ist schon mal der richtige Ansatz. AIS (als Zusatzteil für das GPS) ist billiger und leichter zu installieren als selbst ein winziges Radargerät.
AIS-Empfänger gibt es auch für das Handy.
Als Hardware kommt da noch ein RTL-SDR Stick hinzu (unter 20€).
 

maxum

Member
schön ist ja wenn man es überlebt

Hallo,

ich war mit einem Freund auf dem Strelasund angeln,schön im

3,20m Suzumar Schlauchi nur wir unser Angelzeugs der 15PS

Mercury +Tank das wars. Jedenfalls tuckerten wir und angelten

immer um eine Boje rum und es wurde nebliger ,die Sicht

schlechter was wir aber garnicht bemerkten da es nicht

schlagartig sondern ganz langsam nebliger wurde. Jedenfalls

saßen wir wirklich in dieser Suppe und konnten keine 20Meter

mehr weit kucken als wir das Dilemma bemerkten.

Motor aus und lauschen tja was machen damals gabs kein

GPS gedönse nen Kompaß wäre was gewesen hatten wir aber

nicht. Tank war auch nurnoch viertel voll , son Mist, jedenfalls

hörten wir das Gerummse des Schießplatzes und dachten zu

wissen in welche Richtung wir müssen also Vollgas in die eine

Richtung für 10 min. dann Motor aus und wieder gelauscht.

Jedenfalls dann 10min. Vollgas in eine andere Richtung und so

weiter, Dann die Bugwelle von was großem Gehört aber nix

gesehen (da war uns schlecht) also Motor an und langsam

gefahren damit man schnell hätte ausweichen können, da

mitten bei ein Geräusch von einem kleinen Außenborder

gehört und in die Richtung gefahren. Was wars ? Ein

einheimischer Teenager der mit seiner kleinen Kiste irgendwo

hinmußte , komisch der wußte genau wo er und wir waren.

Er zeigte uns eine Richtung und sagte so 10-12min dann wären

wir ungefähr so langsam in Ufernähe und da sollten wir uns

in Sichtweite entlanghangeln bis zu unserer Slippstelle.

Wir waren meilenweit entfernt davon zu wissen wo wir waren

und wir hatten uns völlig verfahren, waren mehr raus als wieder

rein in den Strelasund . Das hat dann alles so geklappt, das

ist jetzt keine Hilfe zur Navigation aber vielleicht ein

abschreckendes Beispiel denn das mit dem Nebel ging so

schnell das glaubt man garnicht. Vielleicht bereitet sich ja doch

jemand besser vor als wir damals. Achso im Tank waren

vielleicht noch 0.5-1Liter Sprit also wirklich nur ne Pfütze.
 

geomas

Well-Known Member
AW: Navigation bei Nebel

^ gutes Beispiel, kann mir gut vorstellen, wie froh Ihr wart, als Ihr zurück an Land wart.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Navigation bei Nebel

@maxum
Danke für den Erfahrungsbericht. Auf solche Erlebnisse würde man auch lieber verzichten - aber zum Glück ist es nochmal gut gegangen!
 

LAC

Well-Known Member
AW: Navigation bei Nebel

@ maxum
Sehr gut Dein Posting- die meisten Freizeitkapitäne glauben ja, sie hätten
alles im Griff - und wenn man sie richtig durchleuchten würde, stellt man
fest, daß sie das Boot zwar ins Wasser lassen können aber von Nebel,
Wellen, d.h. die Gefahren auf dem Meer - null Ahnung haben.
Die Gefahren fangen ja schon am Ufer an. Ich habe mal beobachtet wie
eine Frau ein Boot am Ufer festgehalten hat - der Mann kaufte etwas ein,
da kam ein Welle, da lag das Boot mit samt der Frau an Land.
 

allegoric

Member
AW: Navigation bei Nebel

Wir haben immer Echo mit Karte (C-Map), Tablet mit Karte (navionics) und Handy mit Karte (navionics) und ein GPS Handgerät mit Openseamap. Der analoge Kompass liegt auch noch in einer Tasche, wenn es denn mal ne EMP zu uns schafft :p.

Ich denke, damit sind wir ganz gut ausgestattet :p.
 

knutwuchtig

Active Member
AW: Navigation bei Nebel

ein guter analoger kompass gehört immer mit ins boot. allerdings muß man damit umgehen können. sich nur auf die technik zu verlassen ist leichtsinnig. spätestens wenn sie mal ausfällt bekommt man eine ahnung warum !
 

Eltonxxl

Member
AW: Navigation bei Nebel

Moin,

für mich hört es sich so an, als ob hier kaum einer noch Papierkarten an Bord hat, ist das so richtig?

Ich hatte neulich ein Situation in Holland, allerdings mit einem Segelboot mit 1,9m Tiefgang, auf dem die Karten im Plotter (Schiff wurde 2018 abgeliefert) nicht auf dem neusten Stand waren und ich per Seekarte navigieren musste, Wetter war gut, also alles kein Problem. Ich war allerdings sehr froh, das wir zuvor noch die 50EUR in den neuesten Seekartensatz investiert haben. Zumindest als Backup sollte man diese und nen Kompass, meiner Meinung nach, an Bord haben.

Gruß
Elton
 

Dorschbremse

Urlaub ist grundsätzlich zu kurz
Teammitglied
AW: Navigation bei Nebel

Das vermute ich auch mal ganz stark, ebenso, dass die meisten beim anschalten ihrer Plotter nicht auf den Disclaimer /Gefahrenhinweis gucken bzw diesen ignorieren...

Die Geräte sind ja so nützlich - und in Verbindung mit einer Steueranlage sooo bequem - aber sie sind letztendlich nicht so präzise, um sich absolut darauf verlassen zu können.

Es gibt im Web genug Bilder von Yachten die in Skandinavien auf Schären gefahren sind - oder Screenshots von Plottern, die im Wattenmeer die Priele und Pricken weitab des gefahrenen Kurses anzeigen.

Für mich ist ne (aktuelle) eingeschweisste Karte an Bord Pflicht
 

TeeHawk

Active Member
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