Neues Bag-Limit für Dorsch – ein Kurzinterview mit Olaf Lindner vom DAFV

[Edit Mod - Themen zusammengeführt]

Vor ein paar Tagen habe ich, in der Schweriner Volkszeitung gelesen, daß das Baglimit für Dorsch in der westlichen Ostsee auf 7 angehoben wird. Soweit so gut! Allerdings wurden die Quoten für Dorsch für die Berufsfischerei, in der westlichen Ostsee, ebenfalls deutlich erhöht(+70%). Außerdem entfällt die Dorschschonzeit, in den Monaten Februar und März! Die Heringsfangquote wird in der westlichen Ostsee um 48% erneut reduziert.
Meine Befürchtung ist , 2019 wird ein schlechteres Angeljahr, auf Ostseedorsch, vor Allem durch den Wegfall der Schonzeit im Februar und März, aber auch weil übers Jahr verteilt 70% mehr Dorsche rausgefischt werden dürfen.
Was meint Ihr? Gern auch die Meinungen der Kutterkapitäine unter uns!
Petri
thomas19
 
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Kommentare

Hi,
ich komme gerade aus Fehmarn und war mit der Karoline draussen. Mich persönlich schreckt das Baglimit nicht ab, weil mir das Kutterangeln an sich Spaß macht. Das Laichdorschangeln übt auf mich keinen Reiz aus und die Qualität der Filets ist da auch eher mau. Dennoch sollte man sich und seine Meinung nicht als die einzig wahre ansehen; wenn jemand auf den Kutter geht, um seiner etwas größeren Familie/Freunden einige hochwertige Fischmahlzeiten fangen möchte, dann akzeptiere ich das. Ebenso kann ich die Kutterkapitäne verstehen, die im Februar zu den Dickdorschgründen fahren, um damit ihr Auskommen zu verdienen.
Das Thema Baglimit ist und bleibt ein hochemotionales Thema. Hochemotional vor allem für die, dessen berufliche und wirtschaftliche Existenz davon abhängt. Ich hoffe, dass die Erhöhung des Baglimits und die Änderung des Fischereigesetzes wieder mehr Angler auf die Kutter lockt und die bestehenden Familienbetriebe wieder schwarze Zahlen schreiben können.
Die Erhöhung der Quoten freut mich für die Fischer und ich hoffe, dass dort mit Weitsicht gehandelt wurde. Falls nicht, dürfen wir Angler mal wieder die Suppe auslöffeln.
 
Unterfischung ist das noch nicht, sondern man wagt sich nicht so nah an die Grenze zur Überfischung hin. Was mit dem Ostseedorsch bei Unterfischung passiert, kann ich dir nicht sagen, da der Bestand wohl seit längerer Zeit nie unterfischt war.
Ein unterfischter Bestand ist jedenfalls weniger produktiv als ein maximal nachhaltig befischter Bestand, da sozusagen weniger "geerntet" wird, als nachwachsen könnte. Dafür gibt es mehr größere und ältere Fische.
Das ist mir bekannt, aber ich finde, das Unterfischung für Angler in einem Gewässer dieser Größe mit mehreren angrenzenden Nationen kein Thema und somit auch kein Argument ist.

Ich würde es aber grundsätzlich begrüßen Umwelt nicht nur nach ihrem Geldwert zu beurteilen.
 
Eigentlich ist dieser Threadverlauf ein perfektes Abbild dessen, was in unserer Gesellschaft und gerade im Zusammenhang mit dem Umgang der natürlichen Ressource "Dorsch" momentan schief läuft.

Lars kämpft mit Anglerdemo gegen eine unglaubliche Ungerechtigkeit, schafft es aber nicht genügend Menschen zu informieren/aufzuklären und zu überzeugen, so dass der Druck der Öffentlichkeit so groß wird, dass diese Ungerechtigkeit wieder zurückgenommen wird.

Informationen, die jeder leicht online nachprüfen kann, wenn er die Google-Suchmaschine benutzt und sie wurden hier im Forum auch schon in diversen Beiträgen mit Quellen belegt:

-Die Berufsfischer haben Verbände und Lobbyisten, die Freizeitangler weder das eine, noch das andere (Die Arbeit der Anglerverbände tendiert effektiv gegen 0, wenn es um Lobbyarbeit geht).
-Die Industrie hinter den Berufsfischern haben Verbände und Lobbyisten, die Industrie hinter den Freizeitanglern nicht (Verband der Angelgerätehersteller wurde vor ein paar Jahren aufgelöst).

-Wer fängt den meisten Fisch und auf welche Art und Weise

-Freizeitangler: extrem selektiv, mit der ineffektivsten Form des Fischens (Handangel), dabei die geringste Schädigung der Unterwasserwelt, geringe Fangmengen
-Berufsfischer (Küste): selektiv durch Maschengröße, mit dem Stellnetz, geringe Schädigung der Unterwasserwelt, Fangmengen kann ich noch nicht beurteilen
-Berufsfischer (sogenannte Trawler): wenig selektiv, da, wenn sich das Schleppnetz füllt alle Fischgrößen im Netz bleiben, extreme Schädigung der Unterwasserwelt, wenn in Bodennähe geschleppt wird, enorme Fangmengen teilweise mit nur einem Hol

-Ein über den Grund gezogenes Schleppnetz schädigt den Meeresgrund für mehr als 5 Jahre
-Moderne neue Netzformen/-systeme werden aus Kostengründen bisher nicht eingesetzt
-Kontrollen der Berufsfischer in Bezug auf über Bord geworfenen Beifang, also auf hoher See, seltener als die der Freizeitangler
-Sogenannte Gammelfischer, fangen mit riesigen Schleppnetzen ungezielt Fisch und verarbeiten ihn direkt an Bord zu Fischfutter für z.B. Lachsfarmen

-Preise Dorsch pro Kilo im Ganzen, nur ausgeweidet im Laden an den Endverbraucher: ca. 8 €
-Preis Dorsch pro Kilo im Ganzen, nur ausgeweidet f. den Berufsfischer (Küste und Trawler) wenn er große Mengen Dorsch schnell verkaufen muss: ca. 1 €
-Preis Dorsch pro Kilo im Ganzen, nur ausgeweidet f. den Berufsfischer (Küste) wenn er kleinere Mengen direkt an den Endkunden verkauft: ca. 8 €

-Kosten für den Freitzeitangler, um ein Kilo Dorsch zu fangen: ca. 40 € (Hier werden die Kosten für An- und Abfahrt, Unterbringung, Köder, Gewässerkarte, Fischereischein und vor allem Angelgeräte mit eingerechnet, also Rute, Rolle, Schnur, Kunstköder, Zubehör etc.)

-Die EU hat sich gegenüber der Freizeitanglerei eindeutig positioniert, der maltesische Vorsitzende der Kommission hat verkünden lassen, dass die Freizeitangelerei sich immer der Berufsfischerei unterzuordnen hat und deren Umsätze nicht nachteilig beeinflussen soll.
-Malta ist aktuell eines der korruptesten Länder der EU

-In der Vergangenheit wurde der Dorsch noch nie von Freitzeitanglern in einem Gebiet ausgerottet, sondern immer durch die Berufsfischerei, durch übermäßige Entnahmen.

-Es gibt 2 Institute, die sich mit nachhaltigen Fischfang in Deutschland medienwirksam beschäftigen: Thünen und Geomar
-Thünen liefert die Statistiken auf denen die Prognosen für das nächste Jahr und damit die empfohlenen Fangmengen beruhen
-In den letzten Jahren musste Thünen immer wieder Fehler in Ihren Datenerhebungen eingestehen (Ohrsteine Dorsch)
-Thünen spielt eine aktive Rolle beim MSC-Siegel
-Das MSC-Siegel wurde inzwischen als "Fake" entlarvt, denn das Siegel wird bereits erteilt, wenn für ein Gebiet/eine Fischart die Umsetzung der Vorgaben geplant sind und nicht erst, wenn sie nachweislich umgesetzt wurden.
-Geomar stellt die Arbeit von Thünen durch seine Veröffentlichungen erheblich in Frage

-Die Anzahl der Fischereibetriebe an der Ostsee ist in den letzten 20 Jahren erheblich zurückgegangen, trotzdem kämpfen alle um ihr Überleben, trotz Millionen von Steuergeldern, die sie erhalten haben

Wenn man sich diese Informationen anschaut, komme ich zu dem Schluss, dass es nur eine Möglichkeit für die Zukunft gibt, das Angeln in Deutschland weiter eine attraktive Freizeitbeschäftigung bleibt. Es müssen sich alle, wirklich alle, die vom Freizeitangeln profitieren, an einen Tisch setzen, eine gemeinsame Interessenvertretung gründen und gemeinsam den Kampf gegen die "Räuber der Meere" aufnehmen. Und dafür werden sie erhebliche Geldmittel benötigen. Die wird eine Teilmenge der Beteiligten nicht alleine aufbringen können, nur gemeinsam wird man stark genug sein. Es ist 5 vor 12. Lasst es nicht so weit kommen, dass die Uhr zur vollen Stunde schlägt. Klärt in allen Medien umfassend auf, mit Reportagen, Filmen, in den sozialen Medien, im Fernsehen, verschafft euch Gehör, zur Not mit der finanziellen Brechstange...

Jegliche Fangbeschränkung der Freizeitangler ist aus volkswirtschaftlicher Sicht und aus Sicht des Umweltschutzes absoluter Quatsch. Jedes Kilo Dorsch, dass ein Angler fängt, ist das bessere. Stoppt die Schleppnetzfischerei mit effektiver Überwachung und drakonischen Strafen. Unterstützt die Küstenfischer und boykottiert die Industrie, die den Schaden angerichtet hat. Kaptain Iglo go home... jeder sollte seinen gesunden Menschenverstand wieder einschalten und erkennen, dass in diesem Fall das Wohl vieler, definitiv über das Wohl ganz weniger gestellt werden sollte (Trawler). Der Dorsch mag kein Edelfisch sein, aber ein Ramschprodukt der Natur ist er auch nicht.

Ich will als Angler an und auf der Ostsee Dorsch fangen können, in allen Größen (damit meine ich, dass auch Dorschen die Möglichkeit gegeben werden muss, wieder zu großen Exemplaren heranzuwachsen) und das mein Leben lang. Ich will ihn aber auch direkt vom Küstenfischer kaufen können, frisch und wenn er mal keinen gefangen hat, dann gibt's eben mal keinen. Die abgepackten Dorschfilets in unbegrenzter Stückzahl tiefgekühlt im Supermarkt, die so schmecken, als ob der Dorsch 1 Tag lang nicht ausgenommen wurde, bevor er filetiert wurde, die braucht kein Mensch!
 
Moin zusammen
eigentlich ist schon alles gesagt. Aber ich wollte mich zu Wort melden, weil ich hier eifrig lese und mich bemerkbar machen möchte, damit zu sehen ist, dass sich auch andere, wenn auch oft still, sich an der Diskusion beteileigen.
Ich angel schon seit fast 50 Jahren auf Dorsch und habe in jungen Jahren auch die Sünde begangen und auf "Grossdorsch" geangelt. Aber das ist schon seit über 20 Jhren vorbei. Ich fahre meist von Heiligenhafen und
meide deshalb auch seit mindesten 10 Jahren den einzigen Kutter in Heiligenhafen, der immer noch gezielt auf Laichdorsch fährt.
Meiner Meinung nach ist ein generelles Fangverbot für alle Angler und Fischer in den Laichgebieten ausreichend, diese Gebie sind jedem Fischer und Kuttereigner bekannt. Und das dann von anfang Februar bis ende April.
Denn auf z.B. gräucherten Dorschrogen kann die Menschheit glaube ich verzichten.
Viele Milionen Dorsche die dadurch mehr schlüpfen könnten, würden dann in ein paar Jahren auch alle Fischer und Angler wieder froh machen.
Als Anmerkung noch zum aktuellen Dorschbestand. Ich war gestern mit einem Kollegen mit Kleinboot (50PS) von Grossenbrode raus, wir haben den Tag mit Wattwurm, Jiggen und Gummifisch 4 massige Dorsch und 8 Wittlinge gehabt.
 
ele Milionen Dorsche die dadurch mehr schlüpfen könnten, würden dann in ein paar Jahren auch alle Fischer und Angler wieder froh machen.
Eventuell kannst Du mir das erklären, denn diese Vermutung wird ja hier nicht selten geäußert. Kann sein, dass ich einfach zu blöd bin. Ein kleines Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen: Der Ostseedorsch ist eine quotierte Fischart, damit ist die Fangmenge in etwa vorgegeben. Nehmen wir also an in der Ostsee schwimmen 1000 potentiell laichfähige Dorsche. Die obersten Dorschwächter der EU sagen davon dürfen 500 gefangen werden, was auch passiert. Welcher qualitative Unterschied besteht darin, ob diese Ende Januar oder Anfang Februar gefangen werden? Es bleiben 500 Dorsche für die Fortpflanzung übrig. Voraussetzung ist natürlich, dass die 500 großzügig ausreichend sind für die Reproduktion auch unter schlechten Bedingungen, denn wir sind uns natürlich einig, dass die Dorsche während der Laichzeit für Trawler besonders effizient zu befischen sind was, wenn man sie schon nicht verbieten kann, grundsätzlich zu begrüßen ist, da die dann deutlich seltener ihr Schleppnetz über den Grund ziehen. Also egal wie man es dreht, ist die Quotierung zu hoch, wie Jahrzehnte geschehen, werden zu wenige Dorsche für Nachwuchs sorgen.
Ich gehe auch nicht Laichdorsche angeln, da ich grundsätzlich nicht Kutter fahre aber die Wirkung auf den Bestand kann ich nicht nachvollziehen. Moralische Bedenken, kann ich grundsätzlich natürlich akzeptieren aber für Verbote braucht es eben mehr, nämlich sachliche Argumente, die sich mit Fakten untermauern lassen.
 
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G
Moin zusammen
eigentlich ist schon alles gesagt. Aber ich wollte mich zu Wort melden, weil ich hier eifrig lese und mich bemerkbar machen möchte, damit zu sehen ist, dass sich auch andere, wenn auch oft still, sich an der Diskusion beteileigen.
Ich angel schon seit fast 50 Jahren auf Dorsch und habe in jungen Jahren auch die Sünde begangen und auf "Grossdorsch" geangelt. Aber das ist schon seit über 20 Jhren vorbei. Ich fahre meist von Heiligenhafen und
meide deshalb auch seit mindesten 10 Jahren den einzigen Kutter in Heiligenhafen, der immer noch gezielt auf Laichdorsch fährt.
Meiner Meinung nach ist ein generelles Fangverbot für alle Angler und Fischer in den Laichgebieten ausreichend, diese Gebie sind jedem Fischer und Kuttereigner bekannt. Und das dann von anfang Februar bis ende April.
Denn auf z.B. gräucherten Dorschrogen kann die Menschheit glaube ich verzichten.
Viele Milionen Dorsche die dadurch mehr schlüpfen könnten, würden dann in ein paar Jahren auch alle Fischer und Angler wieder froh machen.
Als Anmerkung noch zum aktuellen Dorschbestand. Ich war gestern mit einem Kollegen mit Kleinboot (50PS) von Grossenbrode raus, wir haben den Tag mit Wattwurm, Jiggen und Gummifisch 4 massige Dorsch und 8 Wittlinge gehabt.
Ich bin beeindruckt- einer will, dass ich zukünftig Fischfond koch, Plattfische esse und der andere will mir Dorschrogen verbieten- Fakten für diese tollen Vorschläge und Forderungen gibt es nicht. Deine 50 Jahre "Dorscherfahrung" mögen für Dich persönlich bedeutend sein, wissenschaftlich jedoch völlig uninteressant! Mich würde aber noch interessieren, welcher Sinneswandel Dich dazu bewegt hat, früher Laichdorsche (meinetwegen auch Großdorsche) zu angeln, heute jedoch nicht mehr. Ich bin echt gespannt...

Eventuell kannst Du mir das erklären, denn diese Vermutung wird ja hier nicht selten geäußert. Kann sein, dass ich einfach zu blöd bin. Ein kleines Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen: Der Ostseedorsch ist eine quotierte Fischart, damit ist die Fangmenge in etwa vorgegeben. Nehmen wir also an in der Ostsee schwimmen 1000 potentiell laichfähige Dorsche. Die obersten Dorschwächter der EU sagen davon dürfen 500 gefangen werden, was auch passiert. Welcher qualitative Unterschied besteht darin, ob diese Ende Januar oder Anfang Februar gefangen werden? Es bleiben 500 Dorsche für die Fortpflanzung übrig. Voraussetzung ist natürlich, dass die 500 großzügig ausreichend sind für die Reproduktion auch unter schlechten Bedingungen, denn wir sind uns natürlich einig, dass die Dorsche während der Laichzeit für Trawler besonders effizient zu befischen sind was, wenn man sie schon nicht verbieten kann, grundsätzlich zu begrüßen ist, da die dann deutlich seltener ihr Schleppnetz über den Grund ziehen. Also egal wie man es dreht, ist die Quotierung zu hoch, wie Jahrzehnte geschehen, werden zu wenige Dorsche für Nachwuchs sorgen.
Ich gehe auch nicht Laichdorsche angeln, da ich grundsätzlich nicht Kutter fahre aber die Wirkung auf den Bestand kann ich nicht nachvollziehen. Moralische Bedenken, kann ich grundsätzlich natürlich akzeptieren aber für Verbote braucht es eben mehr, nämlich sachliche Argumente, die sich mit Fakten untermauern lassen.
Ich bin froh, dass Du das verstanden hast Basti. Dann schreibe ich mir nicht völlig umsonst die Finger wund. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich zu kompliziert schreibe und macnhe das Geschriebene einfach nicht verstehen. Durch Deinen Beitrag - und auch durch den von Teehawk - weiß ich jedoch, dass nicht alles in den letzten Monaten für die Katz war. Das was Du schreibst ist völlig richtig! Jeder entnommene Dorsch wird nicht mehr laichen... Viele Angler denken jedoch, Schonzeiten sind bei anderen Fischarten normal, dann muss das auch beim Dorsch so sein- leider ohne sich mit den Hintergründen zu beschäftigen...
 
puhhh,
da setzen sich eine Hand voll Leute seit Jahren ehrenamtlich mit all ihrer Energie für uns alle Angler ein.
Sie recherchieren, versorgen uns mit Informationen, Argumenten, wissenschaftlich untermauerte Fakten, Daten und Zahlen.
Sie organisierten Großdemos für uns Angler und klagen sogar gegen die Bundesregierung für uns alle.

Und was passiert? Da sind immer noch unendlich viele, die offensichtlich nicht einmal Willens sind wenigstens die letzen 10 Postings
von Lars zu lesen.

Es ist einfach beschämend, wie Leute aus den eigenen Reihen Anglerdemo und uns Allen in die Suppe spucken
 
Das wichtigste was abgeschafft gehört ist das Tagesfanglimit der Berufsfischer so wie es jetzt ist. Wenn ein Fischer z.B. 5 Tonnen am tag fangen darf (ob nun realistisch oder nicht darum gehts nicht) und 7 Tonnen im Netz hat, dann muß der die 2 Tonnen zuviel gefangenen Fisch wieder über Bord werfen. Wie jeder weiß sind 90-100% dieser Fische tot. Besser wäre es sich die zuviel gefangenen Fische auf das nächste Fanglimit anrechnen zu lassen. Wenn er am nächsten Tag 8 Tonnen statt der fünf fängt bleibt er einen Tag drin und hat sogar noch Geld gespart da er keinen Sprit für die Ausfahrt benötigt und trotzdem die gleiche Menge Fisch angelandet hat als wenn er 3 x rausgefahren ist. Jedes Jahr gehen durch diesen Schwachsinn des Überfang zurücksetzen mal locker 1000Tonnen Dorsch umsonst kaputt die für den Fortbestand, die Reproduktion und die Ernährung wichtig wären. Aber das EU Gesetz ist halt so. Dagegen tut niemand was, das ist die größte Sauerei.
 
bevor ihr euch über die leichte Erhöhung des Baglimits streitet, wartet mal ab ob das Releasen untermaßiger Dorsche erlaubt wird oder nicht.
Wenn nicht erlaubt und die aufs Baglimit angerechnet werden müssen...... mache sich jeder seine Gedanken wie spannend dann das Brandungsangeln wird..... Aber auf Fehmarn gibts zum Trost einige gute Kneipen..... einige Küstennebel bauen wieder auf....
 
Es ist einfach beschämend, wie Leute aus den eigenen Reihen Anglerdemo und uns Allen in die Suppe spucken
Ich versteh nicht dieses Schwarz-weiß Denken. Man kann doch auf der einen Seite die Argumente von Lars und Co. und die Initiativen für Angler gut heißen - und trotzdem ein Baglimit grundsätzlich befürworten. Mir jedenfalls dreht sich immer der Magen um, wenn ich Angler sehe, die Massen an Fisch abknüppeln. Deshalb ist man doch kein Gegner der Anglerdemo! Ich lauf auch mit so nem T-Shirt rum...
 
G
Ich versteh nicht dieses Schwarz-weiß Denken. Man kann doch auf der einen Seite die Argumente von Lars und Co. und die Initiativen für Angler gut heißen - und trotzdem ein Baglimit grundsätzlich befürworten. Mir jedenfalls dreht sich immer der Magen um, wenn ich Angler sehe, die Massen an Fisch abknüppeln. Deshalb ist man doch kein Gegner der Anglerdemo! Ich lauf auch mit so nem T-Shirt rum...
Es geht ja auch tatsächlich nicht um diejenigen, die Massen an Fisch abknüppeln. Wir benötigen auch kein Baglimit für Angler, um Fischbestände zu regulieren. Wir sollten diejenigen respektieren, die 10 oder auch 15 Dorsche genauso wie diejenigen, die nur 3 oder 5 Dorsche mitnehmen. Aber wir sollten alle gemeinsam Fairness von der Politik einfordern und uns gegen sinnlose Verbote und Beschränkungen wehren. Mal gucken wie die Stimmung in den nächsten Wochen in der deutschen Anglerschaft noch kippt, wenn die EU sich mit ihrem Regelwahn durchsetzt.

Ich mag es übrigens auch nicht, wenn auf einem Kleinboot 5 Angler knietief im Dorsch stehen oder Fische "gedealt" werden, um seinen Campingplatz zu bezahlen. Aber weil es ein paar Vollpfosten gibt, muss man nicht alle Angler pauschal regulieren.

Wenn 100 Empfänger beim ALG2 den Staat betrügen, wird im darauffolgenden Monat auch nicht allen Empfängern von ALG2 die Unterstützung um 25% gekürzt, oder? Das gibt es nur bei uns Anglern- die pauschale Keule!
 
Wenn man ein Ziel erreichen möchte, ist es dann besser, jeden auf Gedeihen und Verderb nach Finkbeiner Art auf Linie zu trimmen, oder sucht man den größtmöglichen gemeinsamen Nenner und bündelt damit Kräfte, auch wenn einer meint eine Schonzeit wäre gut, der nächste ein Schutzgebiet wäre wünschenswert.

Im Grunde ist Lars Leistung unbestritten.

Allgemein mehr Wert auf die Gemeinsamkeiten, weniger Titulierungen, Beschimpfungen und die Erkenntnis, das nicht jeder, der eine abweichende Meinung vertritt gleich ein Gegner ist, könnte was reißen;)
 
Naja, Anglerdemo ist zum Glück keine politische Partei, die sich auch nach gefühlten Wahrheiten richten darf. Sie sind eine Initiative, die mit klaren Zielen angetreten ist. Ihre Forderungen müssen sie permanent mit Zahlen und Fakten sowie schlüssiger Argumentation hinterlegen um ernst genommen zu werden. Zu den Zielen gehören nun einmal die Abschaffung des Baglimits, der Kampf gegen Schutzgebiete mit Ausdehnung auf Angler und der Kampf gegen Schonzeiten für Angler. Anglerdemo tut gut daran ihre Ziele nicht wegen Meinungen aufzuweichen, denn damit schwindet die Glaubwürdigkeit, gerade wenn es um die expliziten Ziele geht. Sie sollten weiter wie bisher versuchen mit stichhaltigen Argumenten zu überzeugen, wenn bloße Meinungen entgegengehalten werden.
In post 66 habe ich eine sachliche Frage mit meiner Argumentation und der Bitte um Aufklärung gestellt, die Antwort kommt eben nicht oder ist wieder "das ist nun mal meine Meinung". Würde Anglerdemo so agieren und den Entscheidungsträgern sagen, das ist unsere Meinung auch wenn wir es nicht belegen können, dann könnten die den Laden morgen dicht machen. Sie werden sicher nicht jeden überzeugen, da eben auch andere, viel emotionalere Dinge über persönliche Meinungen und Einstellungen entscheiden. Gegen eigene Meinungen und Einstellungen ist grundsätzlich auch gar nichts einzuwenden aber man sollte diese dann in einer verbalen Auseinandersetzung zumindest auch begründen, ansonsten passiert eben was hier passiert. ich kann damit leben wenn jemand sagt, ich finde es unanständig Laichdorsche zu angeln oder in deren Gebieten zu fischen, aber wenn dies in Zusammenhang mit Bestandsgrößen gebracht wird verlässt es eben die emotionale Ebene und wird ganz praktisch in Bezug auf Verbote. Hier kommt man dann an Begründungen und Belegen eben nicht mehr vorbei. Diese Art der Diskussion wird sich in Foren halt nicht vermeiden lassen aber sie kann nicht der Anspruch einer Initiative mit klaren Zielsetzungen sein.
 
...-Wer fängt den meisten Fisch und auf welche Art und Weise

-Freizeitangler: extrem selektiv, mit der ineffektivsten Form des Fischens (Handangel), dabei die geringste Schädigung der Unterwasserwelt, geringe Fangmengen
-Berufsfischer (Küste): selektiv durch Maschengröße, mit dem Stellnetz, geringe Schädigung der Unterwasserwelt, Fangmengen kann ich noch nicht beurteilen
-Berufsfischer (sogenannte Trawler): wenig selektiv, da, wenn sich das Schleppnetz füllt alle Fischgrößen im Netz bleiben, extreme Schädigung der Unterwasserwelt, wenn in Bodennähe geschleppt wird, enorme Fangmengen teilweise mit nur einem Hol

-Ein über den Grund gezogenes Schleppnetz schädigt den Meeresgrund für mehr als 5 Jahre
-Moderne neue Netzformen/-systeme werden aus Kostengründen bisher nicht eingesetzt
-Kontrollen der Berufsfischer in Bezug auf über Bord geworfenen Beifang, also auf hoher See, seltener als die der Freizeitangler
-Sogenannte Gammelfischer, fangen mit riesigen Schleppnetzen ungezielt Fisch und verarbeiten ihn direkt an Bord zu Fischfutter für z.B. Lachsfarmen

-Preise Dorsch pro Kilo im Ganzen, nur ausgeweidet im Laden an den Endverbraucher: ca. 8 €
-Preis Dorsch pro Kilo im Ganzen, nur ausgeweidet f. den Berufsfischer (Küste und Trawler) wenn er große Mengen Dorsch schnell verkaufen muss: ca. 1 €
-Preis Dorsch pro Kilo im Ganzen, nur ausgeweidet f. den Berufsfischer (Küste) wenn er kleinere Mengen direkt an den Endkunden verkauft: ca. 8 €

-Kosten für den Freitzeitangler, um ein Kilo Dorsch zu fangen: ca. 40 € (Hier werden die Kosten für An- und Abfahrt, Unterbringung, Köder, Gewässerkarte, Fischereischein und vor allem Angelgeräte mit eingerechnet, also Rute, Rolle, Schnur, Kunstköder, Zubehör etc.)...

"Wir versaufen unser Omma ihr klein Häuschen!" oder wie die Ökonomen sagen: "Kostenexternalisierung, wohin man schaut!"

Bedeutet, daß sich die auch hier geführte Diskussion lediglich um Ursachenkosmetik, nicht aber um die Wirkmechanismen dreht. Das, was TeeHawk in seinem brillanten Beitrag zur Sprache bringt, lautet: Dorsch ist für fast alle zu billig und wird auf Kosten kommender Generationen dem Meer entnommen!

Unsere Generation ist nicht nur die erste, der es auffällt, sondern ebenfalls die, die versucht das Lenkrad mehr oder weniger unbeholfen herumzureißen. Die wahren "Schuldigen", nämlich wir selbst, sollen dabei aber bitteschön ungeschoren davonkommen.

Gibt es eigentlich irgendein Grundrecht auf maximal billige Lebensmittel erster Güte? Oder gibt es Vergleichbares vor allem in den Industrienationen dieser Welt?

Man sollte auch beim kommerziellen Dorschfang endlich dazu übergehen, Roß und Reiter zu nennen und dementsprechend die Preise der Realität anzupassen! Diese Realität beinhaltet aber nunmal auch die Kosten für zerstörten Meeresboden und dergleichen.


Mal angenommen, das Kilo Dorsch würde anstatt 8 € in Zukunft 20 € kosten und im Gegenzug ab sofort keine Schleppnetze mehr eingesetzt bzw. der Schwachsinn der Lachsmästerei mit Gammelfisch auf ein erträgliches Maß zurückgefahren, was wäre gewonnen?

Zuallererst ein Ende der Diskussionen über ein Baglimit, denn das wäre dann völlig unnötig... ;)

Geiz ist geil? Nein, Geiz ist vor allem asozial und strunzdumm!
 
Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht, nur dummerweise ist die Einpreisung von Schäden und Folgekosten ja grundsätzlich nicht so en vogue. Ganz im Gegenteil diese Kosten werden dann im Nachgang der Allgemeinheit übergeholfen nachdem die Gewinne privatisiert wurden, da ist Deutschland auch Weltmeister. Am Ende bedeutet dies eben ganz andere grundlegende Veränderungen in zivilisatorischem Wirtschaften, von denen wir meilenweit entfernt sind. Es gibt nun mal einen Weltmarkt für Fisch und wenn andere effektiver und günstiger produzieren(die Ostsee ist eben klein und wenig produktiv) kann man nur Insellösungen anbieten, die gehen dann entweder zu Lasten der Umwelt oder es siegt die Einsicht, dass es andere Chancen gibt die Kapazität der Ostsee zu nutzen ohne gravierende Schäden. Letzteres kann ich leider nicht erkennen.
 
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Fast jedes Meer wird heute bis an die Grenze der Belastbarkeit und manche auch darüber hinaus ausgebeutet.

Wenn man den Kunden ins Bewusstsein ruft, wie groß der Unterschied ist zwischen frisch gefangenem ungefrostetem Fisch und dem Dank Phosphatzugaben mit Wasser schwerer gemachten, sollten andere Verkaufserlöse erzielbar sein.

Zumal ja auch heute die Marge beim Groß und Einzelhandel bleibt, und die Fischer gucken in die Röhre.

Alternative Fleischproduzenten zeigen den Weg auf, wie Nachhaltigkeit sich auch wirtschaftlich lohnen kann.
 
Alternative Fleischproduzenten zeigen den Weg auf, wie Nachhaltigkeit sich auch wirtschaftlich lohnen kann
Ist das so? Der Marktanteil liegt weiterhin deutlich unter 2%. Interessant wird es eben erst wenn, wie von Frühling geschrieben, die Folgen konventioneller Erzeugung zwangseingepreist werden. Bezogen auf die Fischerei bedeutet dies eben, dass umweltschädliche Fangmethoden und andere von Dir genannte und unbestrittene Nachteile einen höheren Preis nach sich ziehen, denn an die Macht des Verbrauchers glaube ich nicht solange eklatante Preissprünge damit verbunden sind. Da ist der gemeine Verbraucher in Gänze nicht anders gestrickt als Unternehmen. Solange wir ein markt- oder kapitalwirschaftliches System präferieren wird sich das auch nicht ändern. Die Frage ist nur wie stark wird dies reguliert und reglementiert und da sind wir im Moment in einer ganz anderen Richtung unterwegs.
Im Übrigen ist es genau das was wir hier diskutieren eine direkte Auswirkung dessen. Die Prioritäten von Wirtschaft und Politik stehen dem diametral entgegen. Deshalb kann man auch nicht oft genug darauf hinweisen, dass die hier in Rede stehenden Regelungen den wirtschaftlichen Interessen der Küstenregionen entgegenstehen, wenn andere Argumente bei den Entscheidern schon nicht zählen. Wenn diese der allgemeinen Systematik folgenden Argumente schon ignoriert werden, dann weiß man, dass hier ungebremster Lobbyismus am Werk ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
...Bezogen auf die Fischerei bedeutet dies eben, dass umweltschädliche Fangmethoden und andere von Dir genannte und unbestrittene Nachteile einen höheren Preis nach sich ziehen, denn an die Macht des Verbrauchers glaube ich nicht solange eklatante Preissprünge damit verbunden sind....

Umgekehrt sollte ein Schuh daraus werden: Nicht der ungebremste Raubbau zieht höhere Preise nach sich, sondern (zum Nutzen aller) Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit.

Auf die Feststellung, daß Durchschnittsfamilien sich nur noch einmal pro Woche biologisch einwandfrei produziertes Fleisch würden leisten können, antwortete der von mir hochgeschätzte Vincent Klink unlängst mit einem Schulterzucken: "Ja und?"
 
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