Neues Bag-Limit für Dorsch – ein Kurzinterview mit Olaf Lindner vom DAFV

[Edit Mod - Themen zusammengeführt]

Vor ein paar Tagen habe ich, in der Schweriner Volkszeitung gelesen, daß das Baglimit für Dorsch in der westlichen Ostsee auf 7 angehoben wird. Soweit so gut! Allerdings wurden die Quoten für Dorsch für die Berufsfischerei, in der westlichen Ostsee, ebenfalls deutlich erhöht(+70%). Außerdem entfällt die Dorschschonzeit, in den Monaten Februar und März! Die Heringsfangquote wird in der westlichen Ostsee um 48% erneut reduziert.
Meine Befürchtung ist , 2019 wird ein schlechteres Angeljahr, auf Ostseedorsch, vor Allem durch den Wegfall der Schonzeit im Februar und März, aber auch weil übers Jahr verteilt 70% mehr Dorsche rausgefischt werden dürfen.
Was meint Ihr? Gern auch die Meinungen der Kutterkapitäine unter uns!
Petri
thomas19
 
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Kommentare

G
Ich stimme dir überwiegend zu, aber hier geht es noch um sehr schwache Jahrgänge von schwachen Elterngenerationen. Auf die ist in der Bestandsentwicklung nur sehr wenig Verlass.
Gucken wir uns die Historie an, so erkennen wir, dass auch schwache Jahrgänge für deutlich mehr Nachwuchs gesorgt haben. Gucken wir uns mal die Jahre 2005 bis 2009 an. Starker Bestand an Elterntieren folgte ein geringer Nachwuchs- nahm der Bestand dann an Elterntieren ab, so waren die Nachwuchszahlen wieder stärker. Das ist natürlich nur eine Sicht der Dinge, aber von der Hand weisen kann man das nicht ;-). Nicht ohne Grund sagen die "alten Fischer", dass es schon immer extreme Schwankungen gab und Zitat eines Fischers am Hafen von Burgstaaken "um das zu erkennen, reicht es, wenn ich 50 Jahre auf See bin und muss nicht ein paar 100 Millionen im Jahr in die Wissenschaft investieren". Das war derjenige, der mich auf den Begriff der "Unterfischung" aufmerksam gemacht hat. Der war 50 Jahre auf See, ist heute Rentner- ich denke da spricht viel Erfahrung. Ich glaube da zwar nicht alles, aber zumindest vieles ist so interessant, dass ich mich damit im Nachgang intensiver beschäftige. Das sind übrigens Gespräche, die ich gerne führe- so auf einer Bank am Hafen und die Sonne brennt auf den Pelz.
 
G
Wir reden hier über Dorsche wie über Rotwein. Guter Jahrgang, schlechter Jahrgang... Aus meiner Sicht würde es sehr viel Sinn machen, Managementpläne längerfristig zu denken.
Davon ab: Die Entscheider wissen ziemlich genau, was sie tun und um was es geht. Und bei der Freizeitfischerei geht es um vieles, nur nicht um materielle Gerechtigkeit. Die Angler sind schlussendlich nichts anderes als eine Verhandlungsmasse innerhalb eines politischen Prozesses. Insoweit hab ich immer Zweifel daran gehabt, ob es so toll ist, dass die Freizeitfischerei bei der GfP gelandet ist. Ich sag's mal so: Die Freizeitfischerei und die diese betreffenden Restriktionen sind das Feigenblatt, mit dem man davon ablenkt, dass man im Bereich der Berufsfischerei über Gebühr draufgesattelt hat. Ich habe deshalb übrigens durchaus auch Zweifel daran, ob Freizeitfischer und Berufsfischer wirklich in einem Boot sitzen...
Die Pläne gibt es ja in Form von EU Map. Jedoch wird der ja - sagen wir mal vorsichtig - ein wenig vernachlässigt. Grundsätzlich hält man sich zwar dran, jedoch werden außerplanmäßige Schwankungen in meinen Augen zu wenig berücksichtigt. Zur Fischerei gehört halt mehr, als nur die Bestände. Was ist zum Beispiel mit Helcom?

Ich bin ja nun einer der größten Kritiker der Aufnahme der Freizeitfischerei in die CFP. Gleichzeitig habe ich aber immer drauf hingewisen, dass wir mit einer starken Stimme in der EU - die haben wir aktuell jedoch nicht im Ansatz - auch davon profitieren könnten. Unter den derzeitigen Voraussetzungen ist die Aufnahme in die CFP jedoch unser Todesurteil!

Lars, das ist mir völlig klar, doch auch dafür ist ja eigentlich die Politik verantwortlich solche Studien in Auftrag zu geben, wenn sie den begründeten und offensichtlichen Verdacht hegt, dass hier Wirtschaftsleistung flöten geht. Das ist leider ein grundsätzliches Problem, da ja die Folgen dieser Untätigkeit traditionell der Allgemeinheit übergeholfen werden können. Die Liste der Beispiele ist lang, Diesel, Atomkraft, CumEx etc. und eine Wahlperiode ist kurz.
Ein Teufelskreis Basti, denn die Studie kostet richtig Kohle- und die erhalten wir von der Politik nur, wenn wir belastbares Material in Form einer Studie haben. Der DAFV hat ja mal eine Studie angekündigt- warten wir mal ab, ob und was da noch kommt...
 
Ja, hast Du recht aber mit mittel- und langfristig guter Rendite bezogen auf die Investition in eine Studie. Aber ich weiß, Wahlperiode=Teufelskreis, dann lieber kurzfristig Partikularinteressen befriedigen. Interessengruppen machen eh viel zu oft die Arbeit von Politikern, bis hin zu Gesetzestexten die von Banken oder anderen Lobbyisten geschrieben werden. Die Neutralität und die Sachgebundenheit bleibt da meist auf der Strecke. Meine Lösung, so ganz grundsätzlich, Wahlperiode auf 8 Jahre verlängern ohne Möglichkeit der Wiederwahl. Gültigkeit für jeden Parlamentarier. Ich weiß, ich bin ein Illusionist.;)
 
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Ist echt der Hit wie hier einige Leute von oben herab über andere schreiben DÜRFEN, da sie sich ja fachlich ausdrücken wie der liebe Herrgott persönlich, die an Arroganz kaum noch zu überbietende Beiträge schreiben und andere User die anderer Meinung sind als dumm hinstellen dürfen weil sie ja fachliches Wissen besitzen und andere die sich diese Art der verbalen Auseinandersetzung nicht gefallen lassen, gleich erstmal gesperrt werden. Sicher hat Fisherbandit ein gutes Hintergrundwissen, ABER muss er damit Andere die nicht seiner Meinung sind hier lächerlich machen und auf arrogante Art als dumm hinstellen und dafür auch noch von bestimmten Leuten einen Daumen hoch bekommen? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?
 
G
Sicher hat Fisherbandit ein gutes Hintergrundwissen, ABER muss er damit Andere die nicht seiner Meinung sind hier lächerlich machen und auf arrogante Art als dumm hinstellen und dafür auch noch von bestimmten Leuten einen Daumen hoch bekommen?
Es soll niemals arrogant sein oder klingen. Sollte der Eindruck erweckt werden, entschuldige ich mich hierfür!

Jedoch bitte ich zu berücksichtigen, dass ich seit 24 Monaten verdammt viel meiner FREIZEIT UNENTGELTLICH für das (Meeres-) Angeln einsetze und Anglerdemo mittlerweile mein (und somit auch das meiner Familie) Leben bestimmt. Wenn man dann immer wieder fachlich falsche Aussagen zum gefühlt tausendstenmal im Netz liest, dann kann man schon mal leicht genervt reagieren und die Formulierungen auch entsprechend rüberkommen. Viele Menschen im Netz glauben ihre Meinung als richtig hinstellen zu müssen, häufig nach Baugefühl. Dieses lesen andere Angler und sind irritiert und denken das wäre dann richtig. Also versuche ich immer wieder dieses mit fachlichen Argumenten zu widerlegen. Im Netz steht so viel "Müll", das uns bei der Ausübung unseres Hobbies hindert und ggf. sogar Beschränkungen liefert. Dadurch wird unsere Arbeit behindert, teilweise torpediert. Darauf versuche ich zu reagieren. Wenn dann ein User zum x-ten Mal eine Schonzeit für Dorsch fordert, weil im Süsswasser auch Schonzeiten verhängt werden oder Fangbegrenzungen in Binnengewässern auf die Ostsee übertragen werden sollen- das alles ohne Fakten, ja, dann werde ich irgendwann auch ungehalten. Bei diesen Themen geht es nicht um persönliche Vorlieben, wie zum Beispiel welche Farbe ein Köder zu welcher Jahreszeit haben sollte- es geht hier um Fakten und vollzogene und drohende Verbote, die den Verlust der Existenzen von hunderten Menschen bedeuten (können).

Die Themen sind kein Spielplatz für persönliche Meinungen, wie die Rutenlänge oder das Gewicht vom Köder. Wir haben unsere Aussagen immer mit Fakten unterlegt und alles ist ausführlich nachzulesen. Darf ich nicht erwartenn, dass man sich dann die Mühe macht und unsere Fakten widerlegt? Muss ich wöchentlich die Themen korrigeiren oder soll ich falsche Aussagen akzeptieren und unkommentiert stehen lassen?

Mir ist es völlig egal, ob es Angler X aus Eckernförder ausreicht, 3, 5 oder 7 Dorsche zu entnehmen, weil ihm die Menge reicht. Mir ist es auch völlig egal, ob Angler Y aus Rostock der Meinung ist, dass Natura 2000 in Verbindung mit einem Angelverbot im Fehmarnbelt seiner Meinung nach die Natur schützt und für ihn ok ist. Wenn die ausländischen Trawler mit einem Hol hunderte Tonnen Dorsche fangen und entnehmen dürfen und das jedes Jahr im zweistelligen Prozentsatz erhöht wird, forder ich, dass unsere Fangmengen auch angepasst werden und wir die selben Gebiete beangeln dürfen- beim Baglimit würde das jetzt eine Abschaffung bedeuten und das Angelverbot in den AWZ hätte niemals verhängt werden dürfen. Ich nenne das Fairness und Gerechtigkeit- das fordere ich auch gegenüber unserer Arbeit ein. Das Zauberwort heißt RESPEKT und diesen vermissen wir teilweise. Nicht nur von der Politik und von Wissenschaft, sondern teilweise auch von Anglern.

Hinzukommt, dass unsere Arbeit von bestimmten Gruppen seit einiger Zeit gezielt torpediert wird. Leider können wir nicht immer sofort erkennen, wer sich hinter der anonymen Internetwelt hinter den Usern versteckt. So können unsere Antworten schon mal etwas unfreundlich ausfallen. Mittlerweile erhalte ich täglich Sreenshots und Links zu Aussagen (speziell Facebook) "unserer Gegner", die jeglicher Grundlage entbehren und wir mittlerweile überlegen, gegen bestimmte Personen rechtlich vorzugehen. Das wir uns nicht nur Freunde machen war uns klar. Eines habe ich in den letzten 24 Monaten gelernt- der Angler ist der größte Feind des Anglers.

Das schlimme daran ist eigentlich, dass wir von "Nichtanglern" fast mehr Zuspruch erhalten, als von Anglern. Auf der einen Seite positiv, aber auf der anderen Seite erschreckend. Angeln ist ein akzeptiertes und angesehenes Hobby in Deutschland, doch wir Angler arbeiten daran, diese in der Bevölkerung vorliegende Meinung zu kippen.
 
Respekt zu dieser Antwort. Vielleicht habe ich auch etwas überreagiert oder etwas falsch interpretiert womit ich mich hiermit auch entschuldigen möchte.
Das uns die ausländischen Fischer hier "die Wiesen leer machen" finde ich auch mächtig zum ko**** und dagegen MUSS was unternommen werden. Ich schätze dein Arrangement für die Meeresangelei wirklich, denn das ist sicher nicht selbstverständlich. Aber was ist an der Idee, in den Laichmonaten ein komplettes Fangverbot für ALLE ( Angler, heimische UND ausländische Fischer ) falsch? Da erschließt sich mir der Sinn nicht.
Das man uns Angler mit einem Baglimit belegt hat ist an Hohn nicht zu überbieten, denn wie schon geschrieben...wieviele Angler sind in der selben Zeit nötig die selbe Menge Fisch zu fangen wie EIN Trawler oder Kutter oder Fangschiff. Das wir Angler als Alibi herhalten müssen ist uns allen klar, die Fischerei Lobby ist zu mächtig und zu "finanzstark" :mad:
Und zu Facebook..... isch abe gar kein Facebook ;)
So ich denke mal wir beide sind im reinen miteinander da alle Missverständnisse aus dem Weg sind thumbsup
 
G
Aber was ist an der Idee, in den Laichmonaten ein komplettes Fangverbot für ALLE ( Angler, heimische UND ausländische Fischer ) falsch? Da erschließt sich mir der Sinn nicht.
Hier müssen wir erneut zwischen Fscherei und Anglern unterscheiden. Fakt ist, dass die Wissenschaft eine Schonzeit für die Fischerei aktuell nicht für erforderlich hält und somit sich die Frage nach einer Schonzeit für Angler gar nicht stellt.

Teile der Fischerei werden also im kommenden Jahr gezielt die Laichgebiete befischen, um mit wenig Aufwand einen hohen Ertrag zu erzielen. Hier gilt das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und zählt die Gegenwart.

Die Fangmengen der Angler sind in der Laichzeit wissesnchaftlich zu vernachlässigen, zudem erreicht nur ein ganz kleiner Teil der Angler überhaupt die typischen Laichgründe. Unsere Fangmengen in diesem Zeitraum haben keine spürbaren Auswirkungen auf den Bestand. Häufig wird auch der Dorsch mit Süsswasserfischen in Verbindung gebracht, zum Beispiel dem Zander als Nestbewacher. Das ist beim Dorsch nicht so, der liebt die schnelle Nummer :laugh2. Auch wird immer wieder das Thema Schongebiete einzurichten gefordert, doch auch hier sagt die Wissenschaft deutlich, dass die westliche Ostsee dafür einfach zu klein ist und das nichts bringt.

Beim Dorsch gilt einfach das Prinzip, dass jeder entnommene Dorsch für keinen Nachwuchs mehr sorgen kann- egal wann gefangen!

Achja- klar sind wir im reinen. Ich bin ja dankbar für (berechtigte) Kritik- denn nur dann kann ich an mir arbeiten. Ich bin ja auch nicht fehlerfrei. Zudem bin ich sehr emotional und mit Herzblut bei der Sache, was nicht nur Vorteile bringt...
 
Hier müssen wir erneut zwischen Fscherei und Anglern unterscheiden. Fakt ist, dass die Wissenschaft eine Schonzeit für die Fischerei aktuell nicht für erforderlich hält und somit sich die Frage nach einer Schonzeit für Angler gar nicht stellt.

Teile der Fischerei werden also im kommenden Jahr gezielt die Laichgebiete befischen, um mit wenig Aufwand einen hohen Ertrag zu erzielen. Hier gilt das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und zählt die Gegenwart.

Die Fangmengen der Angler sind in der Laichzeit wissesnchaftlich zu vernachlässigen, zudem erreicht nur ein ganz kleiner Teil der Angler überhaupt die typischen Laichgründe. Unsere Fangmengen in diesem Zeitraum haben keine spürbaren Auswirkungen auf den Bestand. Häufig wird auch der Dorsch mit Süsswasserfischen in Verbindung gebracht, zum Beispiel dem Zander als Nestbewacher. Das ist beim Dorsch nicht so, der liebt die schnelle Nummer :laugh2. Auch wird immer wieder das Thema Schongebiete einzurichten gefordert, doch auch hier sagt die Wissenschaft deutlich, dass die westliche Ostsee dafür einfach zu klein ist und das nichts bringt.

Beim Dorsch gilt einfach das Prinzip, dass jeder entnommene Dorsch für keinen Nachwuchs mehr sorgen kann- egal wann gefangen!

Achja- klar sind wir im reinen. Ich bin ja dankbar für (berechtigte) Kritik- denn nur dann kann ich an mir arbeiten. Ich bin ja auch nicht fehlerfrei. Zudem bin ich sehr emotional und mit Herzblut bei der Sache, was nicht nur Vorteile bringt...
Auch hier werden viele Behauptungen in den Raum geworfen, ohne auch nur eine einzige Quelle zu benennen! Schade. Da finde ich die Verlinkung zum Thünen-Artikel zielführender.
 
G
Auch hier werden viele Behauptungen in den Raum geworfen, ohne auch nur eine einzige Quelle zu benennen! Schade. Da finde ich die Verlinkung zum Thünen-Artikel zielführender.
Echt? Welche Aussagen aus dem Thünen Artikel sind denn in Bezug auf uns Angler zielführender? Es geht da um die Fischerei, nicht um Angler. Ich beziehe mich auf Angler, einzig die Aussage zur Abschaffung der Schonzeit für die Fischerei bezieht sich nicht auf Angler. Die Abschaffung der Schonzeit wurde von ICES empfohlen (im Advice für 2019 nicht vorhanden!)- eine starke Stimme bei ICES kommt von Thünen...
 
Echt? Welche Aussagen aus dem Thünen Artikel sind denn in Bezug auf uns Angler zielführender? Es geht da um die Fischerei, nicht um Angler. Ich beziehe mich auf Angler, einzig die Aussage zur Abschaffung der Schonzeit für die Fischerei bezieht sich nicht auf Angler. Die Abschaffung der Schonzeit wurde von ICES empfohlen (im Advice für 2019 nicht vorhanden!)- eine starke Stimme bei ICES kommt von Thünen...
Ich sehe leider im oben Zitierten nicht eine einzige Quelle zu den markierten Passagen!

Und einige Thesen halte ich persönlich für gewagt. Dass es z.B. durchaus deutsche Angelkutter gab, die im Winter gezielte "Großdorsch-Touren" angeboten haben, lässt sich ja nun einmal nicht leugnen...und ob diese Fangmengen zu vernachlässigen sind? MMn höchst zweifelhaft...
 
Ist echt der Hit wie hier einige Leute von oben herab über andere schreiben DÜRFEN, da sie sich ja fachlich ausdrücken wie der liebe Herrgott persönlich, die an Arroganz kaum noch zu überbietende Beiträge schreiben und andere User die anderer Meinung sind als dumm hinstellen dürfen weil sie ja fachliches Wissen besitzen und andere die sich diese Art der verbalen Auseinandersetzung nicht gefallen lassen, gleich erstmal gesperrt werden. Sicher hat Fisherbandit ein gutes Hintergrundwissen, ABER muss er damit Andere die nicht seiner Meinung sind hier lächerlich machen und auf arrogante Art als dumm hinstellen und dafür auch noch von bestimmten Leuten einen Daumen hoch bekommen? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

danke...

es ging mir nie darum, lars arbeit in bezug auf anglerdemo
in frage zu stellen bzw. ich nicht seiner meinung bin,
habe ich auch nie irgendwo so geschrieben.

beim baglimit freut es mich, das ich nun 7 statt 5 dorsche mitnehmen kann,
warum nicht ?
(im gleichen post schrieb ich, das ich die quoten erhöhung um 70 % für völlig
irrsinning halte, mir ist schon klar ,
das der angler den bestand nicht ausrottet, wie oft soll ich das noch schreiben)

zum laichdorschangeln habe ich auch einen bericht verlinkt,
also ich sauge mir auch nicht alles aus den fingern.

und nein,...ich bin weder bei den grünen, noch im verband, noch beim BUND..:)
 
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Hi,
kann es nicht sein, dass die derzeit schwachen Heringsbestände im direkten Zusammenhang mit dem derzeit starken Dorschbestand (Heringsfresser) zusammenhängen?
Spinnt man diesen Gedanken weiter, ist die Dorschbeschränkung für Angler eine Farce und jeder gefangene Dorsch hilft dem Heringsbestand. Wichtig ist eine Balance beider Bestände, die natürlich großen Schwankungen durch natürliche Einflüsse unterliegt.
Sollte ein vollständiges Fangverbot für den Dorsch für Angler von Januar bis März kommen, müsste allen Beteiligten (Kutterkapitänen, Bootsmännern, Angelgeschäften, Pensionen, Restaurants ...) ein Verdienstausfall gezahlt werden.
 
G
Dass es z.B. durchaus deutsche Angelkutter gab, die im Winter gezielte "Großdorsch-Touren" angeboten haben, lässt sich ja nun einmal nicht leugnen...und ob diese Fangmengen zu vernachlässigen sind? MMn höchst zweifelhaft...
Auf den Kuttern werden die Dorsche mitgezählt- und da sind wir der Wissenschaft voraus. Wir haben die Stückzahlen für diesen Zeitraum, die Wissenschaft rechnet hingegen linear. Würde die Wissenschaft nur die Fahrgastzahlen der Hafenämter mit dem Baglimit 3 multiplizieren, würde Thünen feststellen, dass die Zahlen um ein zehfaches zu hoch wären. Die Angler fangen im gesamten Zeitraum weniger, als ein Schlepper mit einem Hol am 31. Januar an Bord holt. Ich denke da steht der Nutzen für die Bestände durch eine Schonzeit für Angler in keinem Verhältnis zu den wirtschaftlichen Folgen. Ich habe die Zahlen ja bereits ein paar Seiten vorher dargestellt.

Aber unabhängig von all diesen Zahlenspielen- wir diskutieren über eine Schonzeit zu einem Zeitpunkt, wo die Dorschbestände so stark wie seit über 20 Jahren nicht mehr sind und wir EU Map erreichen. Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich die Einhaltung der Regeln von allen Beteiligten! Die Wissenschaft zeigt auf, dass eine Schonzeit nicht erforderlich ist. So wundert mich dann stellenweise, dass diejenigen (nicht unbedingt hier), die ein Baglimit aufgrund der ICES Zahlen als gerechtfertigt und 5 Dorsch eals ausreichend angesehen haben, heute gegen eine Erhöhung des Baglimit, der Fangmengen der Angler und der Abschaffung der Schonzeit wettern. Die Zahlen kommen doch genauso von ICES- jetzt ist das in den Augen mancher Angler falsch, aber bei der Einführung des Baglimit waren die Zahlen gesetzt? Fällt mir schwer, dass zu verstehen... Ich habe immer geschrieben, dass mir die Zahlen von ICES nicht geheuer vorkommen, jedoch diese Zahlen immer die Grundlage unserer Aussagen bilden, da wir keine anderen Zahlen haben. Die Ausnahme bilden unsere Hochrechnungen aufgrund der Unterlagen der Kapitäne und der offiziellen (behördlichen) Fahrgastzahlen.

Wir vergleichen hier nachhaltige und selektive Fischerei durch Angler mit einer Industrie! Eventuell fehlt manchen auch eine Vorstellung von der Fischerei auf der Ostsee?

Ich finde dieses Video zeigt das sehr gut:


Hierzu möchte ich anmerken, dass dieses Video keine Kritik an der Arbeit oder gar ein anprangern der Küstenfischerei darstellen soll, sondern nur einmal die harte Arbeit der Fischerei zeigt- und zugleich das Verhältnis eines Angelkutters zu einem kommerziellen Fischer darstellt. Diese Jungs und deren Familien ernähren uns seit hunderten Jahren und haben dafür gesorgt, dass wir auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten etwas gesundes und (damals) günstiges auf dem Teller hatten, häufig unter Einsatz ihres Lebens. Ich respektiere die Fischerei und werde nicht müde zu erwähnen, dass die Fischer ähnlich wie der Angeltourismus hier oben zu unseren Küsten gehört!
 
"Unsere Berechnungen beruhen auf den Aufzeichnungen der Hochseeangelschiffe, also sagen wir mal aus der Praxis und der Realität ;-)

Leider wird Thünen nicht mehr so einfach an diese Zahlen kommen, denn dazu muss man es an Bord der Schiffe schaffen. Ich denke jedoch die Tür ist zu!"

Das Zitat von Lars müsste deine Frage beantworten.

Meiner Meinung nach nachvollziehbar, aber nicht zielführend.
 
Ich glaube, dass hier immer noch, in Bezug auf Schonzeiten und Laichdorschfischerei, ein Kommunikationsproblem vorliegt. Leider beteiligt sich auch Thünen in den hier verlinkten Artikeln daran. In diesem Fall nicht durch falsche Daten oder Schlussfolgerungen sondern durch bloßes Weglassen von Grundbedingungen. Thünen bezieht sich immer auf die ist-Situation und bedient damit natürlich emotionale Reflexe. Das findet bei Anglern natürlich dankbare Abnehmer, da das Fangen von Laichfischen hier im Allgemeinen keinen guten Ruf genießt, obwohl bei weder im Bestand noch in der Altersstruktur bedrohten Fischarten dies eher wenige interessiert.
Hier liegt dann auch des Pudels Kern und zwar außerhalb emotionaler Betrachtung. Gibt es einen in Masse und Struktur gesunden Bestand und wird dieser nachhaltig bewirtschaftet, sind Schonzeiten nicht notwendig. Im Gegenteil, eine effiziente Fischerei ist vom Grundsatz her erst einmal habitatsschonend, denn es ist besser ein Trawler (wenn sie denn schon nicht verboten werden) hat in einem Hol die Quote ausgeschöpft als das er das ganze Jahr die Ostsee umpflügt auf der Suche nach Fisch. Dies dann auch noch mit allen möglichen negativen Nebeneffekten wie Beifang, Upgrading etc.. Zusätzlich fällt auch die Erfassung der Laichbiomasse deutlich leichter, wenn der Großteil der Quote nah oder in der Laichzeit geschieht. Die Voraussetzung ist und bleibt aber ein seriöses Management in Bestand und Altersstruktur. Solange dies sich an der reinen Wirtschaftlichkeit und dem Überleben der verbliebenen Kommerziellen Großfischerei ausrichtet, sind alle Bemühungen erfolglos. Thünens Aussagen beruhen auf der Annahme das dies nicht so ist und da gibt es auch nichts zu widersprechen, zumindest was die Altersstruktur betrifft. Allerdings fehlt der ganzen Argumentation ein langfristiges Gesamtkonzept, welches alle wirtschaftlichen und ökologischen Konsequenzen auf den Tisch legt und nicht immer nur Sequenzen. Würde dies geschehen, wären Angler und die davon lebenden Betriebe und Familien mit Sicherheit die Gewinner. Dies ist aber von Thünens Auftraggebern nicht gewollt. So wird das Wettrennen im Kreis niemals enden.
 
Auch hier werden viele Behauptungen in den Raum geworfen, ohne auch nur eine einzige Quelle zu benennen! Schade. Da finde ich die Verlinkung zum Thünen-Artikel zielführender.
Also mal ganz ehrlich!
Von keiner Seite und von Niemanden haben wir bisher soviel fundierte Infos mit Quellen bekommen wie von Lars und Anglerdemo.
Schon gar nicht von den eigentlich dafür zuständigen und bezahlten Verbänden.
 
G
Habt ihr diese Zahlen denn Thünen mal angeboten? Sollte doch in eurem und ihrem Interesse sein, wenn es bessere Zahlen gibt? Und was ist mit Boots- und Uferanglern? Die Fangen doch in der Zeit auch Dorsch.
Thünen hat uns nach unserem 2017'er Baglimit kontaktiert- man fand unsere Berechnungen gut und nachvollziehbar. Natürlich hat ma uns auch nach den Zahlen gefragt, die wir jedoch nicht rausgeben durften (Datenschutz). Gerne haben wir aber die Kontaktdaten der Verantwortlichen (u.a. Hafenämter) für die Zahlen weitergegeben.

"Unsere Berechnungen beruhen auf den Aufzeichnungen der Hochseeangelschiffe, also sagen wir mal aus der Praxis und der Realität ;-)

Leider wird Thünen nicht mehr so einfach an diese Zahlen kommen, denn dazu muss man es an Bord der Schiffe schaffen. Ich denke jedoch die Tür ist zu!"

Das Zitat von Lars müsste deine Frage beantworten.

Meiner Meinung nach nachvollziehbar, aber nicht zielführend.
Was wäre das Ziel?

Davon mal ab haben wir nach Alternativen gesucht, um Thünen - u.a. in Zusamenarbeit mit dem TI - diesbezüglich zu unterstützen. Bisher leider erfolglos!
 
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