Ohne wirksame Bekämpfung: Parasiten, ein Feind der Süsswasserfische

Thomas9904

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Ohne wirksame Bekämpfung: Parasiten, ein Feind der Süsswasserfische

In der Schweiz wird über einen Fischparasiten geforscht, der eine Nierenkrankheit bei Fischen auslösen soll. Und als Hauptgrund mit schuld sein soll am Rückgang der Fischbestände in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz und sogar am Verschwinden mancher lokaler endemischer Arten. Eine wirksame Bekämpfung des Parasiten existiert nicht. Ob und in welchem Ausmaße er auch in Deutschland vorkommt und welche Schäden anrichtet, ist die Frage.

Auf einen Beitrag der Neue Zürcher Zeitung über die Forschung zu bestimmten Parasiten (Tetracapsuloides bryosalmonae) hat mich ein Boardie aufmerksam gemacht (DANKE!):
https://www.nzz.ch/amp/wissenschaft/biologie/ein-feind-der-suesswasserfische-ld.1324020

Laut des Berichtes ist zum einen dieser Parasit bisher nicht zu bekämpfen, laut Forscher wird aber gehofft, dass Vorhersagen mit dem Modell bei Umweltmanagement entscheiden helfen könnten.

Warum das den Schweizern so notwendig erscheint, erschliesst sich aus dem Text:
Der Parasit Tetracapsuloides bryosalmonae befällt Süsswasserfische und löst bei ihnen eine tödliche Nierenerkrankung aus. Für Menschen sei der Erreger ungefährlich, schreibt die ETH Lausanne (EPFL) in einer Mitteilung. Doch von Fisch zu Fisch könne er sich leicht weiterverbreiten und ganze Bestände auslöschen.

In der Schweiz sind von dem Parasiten beispielsweise Regenbogenforelle, Bachforelle und Saibling betroffen. Die Krankheit gilt als einer der Hauptgründe für den Rückgang der Fischbestände in den letzten Jahrzehnten und hat zum Verschwinden mancher lokaler endemischer Arten beigetragen.
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Fische haben ja viele Feinde, die wir kennen, und welche die Bestände reduzieren.

Von Gewässerverbauungen und fischschreddernden Wasserkraftwerken, von Überfischung durch Industriefischerei, von Kormoran, Otter etc., Gewässern mit immer weniger Nährstoffen und Nahrung (>> Insektensterben):
Fische hatten sicher schon mal besser Bedingungen.

Wenn dazu jetzt noch solche Parasiten kommen, die hier zwar wohl vor allem Salmoniden zusetzen sollen, wird das sicher aber insgesamt nicht einfacher.

Vor allem dann, wenn es bis dato wie geschrieben, keine Bekämpfungsmethoden gibt.

Die Suche bei Google, was diesbezüglich in Deutschland passiert oder geforscht wird, ist auch nicht so richtig aussagekräftig, und der Parasit wird meist in Studien/Berichten erwähnt, wo es eigentlich um die Drehkrankheit geht:
https://scholar.google.de/scholar?q...ved=0ahUKEwjo_YHZ2o3XAhVCuRoKHUspBc4QgQMIJTAA

In wie weit hier also das auch für Deutschland relevant ist, gerade auch im Alpenraum, kann ich nicht sagen.

Aber neben den "normalen" Salmoniden haben wir ja auch z. B. den eh schon stark bedrohten Huchen, der da betroffen sein könnte.

Und auch bei uns sind ja gerade Salmoniden auch durch Wasserkraft, Kormoran, Otter und Konsorten unter Druck.

Ob und in wie weit da bei entsprechenden Rückgängen der Bestände auch schon in der Vergangenheit solche Parasiten eine Rolle gespielt haben könnten, oder ob solche Gefahren wie in der Schweiz beschrieben, auch bei uns drohen konnten, scheint nicht im Fokus von Bewirtschaftern, Behörden oder Forschung zu stehen.

Sollte jemand da mehr wissen, wäre ich dankbar für Infos!

Thomas Finkbeiner
 
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