Ostseedorsch: Fischer zahlen für verfehlte Landwirtschaftspolitik

Newsmeldung:

fertilization-4044001_1920.jpg


Der WWF hat auf seiner Homepage eine Newsmeldung veröffentlicht, in der er die Landwirtschaft für das Sterben der Ostseedorsche herausarbeitet. So heißt es in der Meldung , dass aktuell dreimal mehr Dorsche durch den schlechten Zustand der Ostsee sterben (ausgelöst durch Überdüngung und den damit einhergehenden Sauerstoffmangel) als durch die Fischerei genutzt werden.
Weiter heißt es, dass nun die Fischerei für die verfehlte Landwirtschaftspolitik die Zeche zahle. Hintergrund ist der Anfang August 2019 von der EU-Kommission auf den Weg gebrachte Fangstopp für den östlichen Dorsch (wir berichteten). Laut Aussage des WWF ist demzufolge die Hälfte der gesamten Fischerei auf den östlichen Dorsch davon betroffen.
Am Ende steht die Frage im Raum, wie wirksam solche Maßnahmen bezüglich des schlechten Zustandes des Ökosystems Ostsee wirklich sind!

Die komplette Meldung und weitere Infos findet Ihr hier:
https://blog.wwf.de/wie-guelle-die-ostsee-toetet/?fbclid=IwAR2G-qRGN48HhtWrgbeNKIVKTx0wouuvKzGzztHffdu3dpBEC9NNCyJhMY4

Quelle:
https://blog.wwf.de/wie-guelle-die-ostsee-toetet/?fbclid=IwAR2G-qRGN48HhtWrgbeNKIVKTx0wouuvKzGzztHffdu3dpBEC9NNCyJhMY4
 
die death zones gibt es ja nicht seit gestern ! seit den 70er jahren!!! kennt man sie und deren ursache ! seit über 10 jahren beobachtet man ihre ausbreitung in den flachwasserzonen

man kann natürlich das problem an der gülle festmachen, greift dann aber thematisch zu kurz !
einfach weil zu der gülle noch jede menge agrar chemie gehört und auch die belasteten zuflüsse mit abwässern der städte und anrainern mitgezählt werden müssen !

hat man im westen wenigstens so getan als ob , hat man in den baltischen ländern einfach rigoros laufen lassen .

gewässerschutz war und ist bisher immer eine kosten-nutzen frage gewesen . und immer zugunsten derer , die gerne kosten vermieden haben


statt dessen hat man fleißig weiter mit schleppnetzen den grund abgehobelt und quoten durch beschiss überschritten
und im flachwasser bereich die gammelfischerei forciert

besonders hilfreich war das auch nicht

will man jetz den schuldigen ermitteln , müsste man sich mit gestreckten zeigefinger im kreis drehen

https://www.io-warnemuende.de/focus-details/items/the-development-of-baltic-sea-dead-zones-1969-2015-iow-publishes-detailed-map-material-based-on-long-term-data.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Was hat der grundsätzliche Denkansatz mit den 70er Jahren zu tun?

Gedüngt wurde früher auch schon und sogar noch unbedachter als man es heute praktiziert.
 
Das Todeszonen aufgrund der Topographie ein natürliches Element der Ostsee sind ist ein Sache, das diese sich aber ausdehnen und durch aneroben Abbau von Biomasse, vermehrt Schwefelwasserstoff ansammelt, ist durchaus zu kritisieren und daran sollte man arbeiten, zumal wenn sich die Temperaturverhältnisse in der Ostsee weiter verschieben und der Sauerstoffgehalt demzufolge weiter zurück geht.
 
Unter den Meeren dieser Welt ist die Ostsee, bei allem Respekt, nur ein Kleingewässer. Aber ein hochsensibles Kleingewässer, in dem, wenn ich richtig gezählt habe, neun Nationalstaaten herumhuren, einleiten und was weiss ich noch alles schändliche treiben. Die Nationen, die sorglos drauf herumschippern nicht mitgezählt. Was darf man da bitte von den Fischbeständen erwarten?

Wenn ein Großunternehmen mal eben 5.000 Arbeitsplätze abwickelt ist es eine Randnotiz. Wenn es ein paar Fischern an den Sack geht, dann wird das nahende Armageddon prophezeit. Entweder will man dieses Meer(chen) wirklich schützen und bewahren, dann alle, oder man lässt es einfach bleiben und benimmt sich, wie des Fuggers Hund!
 
Was hat der grundsätzliche Denkansatz mit den 70er Jahren zu tun?

Gedüngt wurde früher auch schon und sogar noch unbedachter als man es heute praktiziert.
das ist halt kein ach so neues thema !
hat die ganzen jahre nur keinen interessiert


früher war mehr ! ..ist kein argument, weil das ganze kumulativ ist
was jetzt passiert ist sozusagen die kirsche auf der dicken fetten torte
 
Natürlich ist das kein neues Thema und natürlich handelt es sich um einen kumulativen Prozess, aber das ändert nichts an der Bedeutung des Problems und an der Notwendigkeit auch hier das Verhalten zu ändern.

Um bei deinem Bild zu bleiben. Wer sich in den letzten Jahrzehnten eine fetten Arsch angefressen hat, wird seine Figur nicht verbessern, wenn er weiterhin zentnerweise gezuckerte Kirschen frisst.

Nur weil es mehrere Ansatzpunkte für Verbesserungen gibt, bringt es nichts, immer nur einzelne wieder und wieder zu kritisieren, es muss das gesamte Problem angegangen werden.

Das soll Fischereimethoden und Mengen nicht verharmlosen, aber so lange das Biotop in Ordnung war konnten auch aus heutiger Sicht immense Mengen entnommen werden. Heute ist die Ostsee ein vor dem Kollaps stehendes Biotop.

Und da sind Düngung, Temperaturanstieg bedeutende Aspekte, die wahrscheinlich sogar bedrohlicher sind, als jahrzehntelanger Raubbau.
 
das ist ja das perfide !

die eutrophierung hat ja am anfang für mehr nahrung und ergo für mehr fisch gesorgt !
wo das letztendlich hinführt , wenn man einfach mal so laufen lässt ,war vielen entscheidern längst bekannt .!

weil , auch wenn man jetzt geeignete schritte einleiten würde , würde der regenerierungs prozess mehr als 20 jahre dauern
(faulschlamm und detritus müssten sich erst einmal mineralisieren bzw mit sediment abgedeckt werden ,ausgasungsprozess müsste unterbunden werden )

aber wir kümmern uns ja noch nicht einmal um den 2. weltkriegsdreck in der ostsee !!!

man schiebt die probleme einfach auf die nächste generation !
wir wollten ja , aber konnten nicht !
mea culpa ,mea maxima culpa !
aber im kleinen mädchen mit zöpfen bashing waren wir ganz groß !
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Nährstoffreduktion in unseren süddeutschen Seen zeigt sehr deutlich, dass man die Zeit nicht einfach zurück drehen kann. Die Konzentrationen sind zwar wieder fast wie vor hundert Jahren, aber die Gewässer sind durch steigende Temperaturen, neu eingewanderte Arten, Verbauung, andere Befischung ect. radikal anders als zuvor. Insgesamt ist der Erfolg eher durchwachsen und zwischen den Gewässern sehr unterschiedlich, je nachdem wen man fragt. So wird das bestimmt auch bei der Ostsee ablaufen. Man kann zwar einigermaßen genau vorhersagen, dass bei Belastung x und Temperatur y wieder genug Sauerstoff vorhanden sein könnte, ob die alt angestammten Arten jedoch wieder zurückkehren, steht in den Sternen.
 
Die spendensammelnde Schützerindustrie missbraucht das Thema Ostdorsch für ihre Agrarpolitik.

Denn rein objektiv sind in den letzten 30 Jahren die Nährstoffeinträge in die Ostsee stark gesunken, siehe [1] auf S. 5. Witzigerweise korreliert das Hoch der Dorsch-Population mit den größten Nährstoffeinträgen.

Die Problematik ist eher die sinkende Frequenz an Salzwassereinströmungen in die Ostsee sowie diverser anderer Umweltfaktoren, wie der starke Anstieg der Kegelrobbenpopulation, Industrie-(Gammel-) Fischerei etc. pp. - das blendet der WWF hier schön aus.

--

[1] https://www.ices.dk/sites/pub/Publication Reports/Advice/2018/2018/BalticSeaEcoregion_EcosystemOverview.pdf
 
ja die schützer ! die sind die ursache allen übels ,ja nee is klar :rolleyes:

und die kegelrobben !
seit dem man kein lampenöl mehr aus ihnen macht und im winter auffuttert ,erdreisten sich die biester ihren angestammten lebensraum wieder zu besetzen!
nicht die computergesteuerten fangflotten sind schuld am niedergang der fischpopulation !
es waren ein paar robben ! die bei überpopulation regelmäßig an seuchen eingehen ! die waren es ! ..und die schützer !!

und die bild leserreporter waren als erster zur stelle

den regelkreis der eutrophierung von düngung algenwachstum und verstoffwechselung und dessen rückstände von detritus bis zur mineralisierung sollte man schon drauf haben ,auch wenn die fischereiprüfung ein wenig her ist !
https://www.abiweb.de/biologie-oekologie/aqua-oeko/fliessgewaess/selbstreinig/wasserguete/phosphatfalle-und-ueberduengung.html



ach nee faulschlamm und schwefelige gase wird ja von den schützer eimerweise reingekippt !
die fischerei lässt deswegen jährlich ein paar kilometer netze frei treiben um das wieder einzufangen.
ein wenig senfgas ,phosphor oder sprengstoff vom schickelgrubers irren amoklauf hätten sie schon noch rausholen können.
hat aber warscheinlich wegen der dürftigen EU alimentierung nicht gereicht .


nebenbei hat man ja auch noch variablen wie wind bzw sauerstoffeintragung ,jahreszeiten,salzgehalt,stellenweise aussüßung pipapo

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Umwelt/Wasser/Meeresumweltschutz/Eutrophierung-der-Ostsee/

das waren garantiert die schützer !das übel der christlichen seefahrt

https://core.ac.uk/download/pdf/33671950.pdf
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein fast 30 Jahre alter Artikel .. :roflmao

Zum Nährstoffeintrag siehe auch Umweltbundesamt [1]:

"[..] Doch es gibt Lichtblicke: Zwischen den Jahren 1985 bis 2005 sanken die Nährstoffeinträge in die Oberflächengewässer im deutschen Einzugsgebiet der Ostsee: Die Phosphoreinträge gingen um 76 und die Stickstofffeinträge um 50 Prozent (%) zurück [..]"

Bzw. entsprechende Passage im ICES-Überblick (siehe oben).

Zu den Ursachen des schlechten Dorschbestands siehe [2], hier werden natürlich auch Kegelrobben als Ursache gesehen:

"i)Poor oxygen conditions that can affect cod directly by altering metabolism and indirectly from a shortage of benthic prey, while also affecting the survival of offspring,
ii)Low availability of fish prey in the main distribution area of cod. This is because sprat and herring are more northerly distributed in recent years and are overlapping less with the distribution of the cod stock,
iii)High levels of parasite infestations; this is related to an increased abundance of grey seals"

Ursache i) ist vor allem auch auf den Rückgang der Salzwassereinströmungen zurückzuführen, das wird selbst im obigen Link vom Leibnitz Institut so beschrieben.

..

[1] https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/ostsee/eutrophierung-der-ostsee#textpart-2
[2] http://ices.dk/sites/pub/Publication Reports/Advice/2019/2019/cod.27.24-32.pdf
 
Ich finde dies ganze wenn es denn nicht so Traurig wäre schon Lustig .Das Problem der Todeszonen ist ja kein neues ,aber ist den bewiesen das nur die Nährstoffeinträge schuldig sind.Für mich liest sich das wieder so ,ein Schuldiger steht am Pranger und alle anderen haben Saubere Hände.

Die Natur macht einfach nicht das was der Mensch sich wünscht und Erträumt ,welch ein Frevel.
 
@knutwuchtig,
"den regelkreis der eutrophierung von düngung algenwachstum und verstoffwechselung und dessen rückstände von detritus bis zur mineralisierung sollte man schon drauf haben ,auch wenn die fischereiprüfung ein wenig her ist !"

das ist schon richtig, nur in der Fischerprüfung wird das garantiert nicht gelehrt.
 
@knutwuchtig,
"den regelkreis der eutrophierung von düngung algenwachstum und verstoffwechselung und dessen rückstände von detritus bis zur mineralisierung sollte man schon drauf haben ,auch wenn die fischereiprüfung ein wenig her ist !"

das ist schon richtig, nur in der Fischerprüfung wird das garantiert nicht gelehrt.
doch ! evtl nicht mehr heute , aber das hatten wir in den grundzügen damals gelernt !
nährstoffkreislauf und die negativen folgen von eutrophierung
entstehung von sprungschichten ,sauerstoffverteilung in den jahreszeiten ,ursachen von verbuttung .altersbestimmung durch otholithen,
entname von wasserproben ,erkennung der verschiedenen fischkrankheiten usw ,usw ,
einiges ,wie zb den co2 regelkreis und den nährstoffkreislauf kannte man noch aus dem bio unterricht .das wurde nur noch verfeinert

alles ohne online medien !
lesen ,zuhören, und ab und zu konstruktive diskussion
ich staune immer wieder ,was jungangler heute NICHT ! wissen
und das obwohl das gesammlte wissen der menscheit aus einem telefon gezaubert werden kann !!
 
Zuletzt bearbeitet:
doch ! evtl nicht mehr heute , aber das hatten wir in den grundzügen damals gelernt !
nährstoffkreislauf und die negativen folgen von eutrophierung
entstehung von sprungschichten ,sauerstoffverteilung in den jahreszeiten ,ursachen von verbuttung .altersbestimmung durch otholithen,
entname von wasserproben ,erkennung der verschiedenen fischkrankheiten usw ,usw ,
einiges ,wie zb den co2 regelkreis und den nährstoffkreislauf kannte man noch aus dem bio unterricht .das wurde nur noch verfeinert

Ökologie, hier speziell Gewässerökologie ist ein sehr kompliziertes Thema und längst nicht vollständig erforscht.
Das heutige Wissen über den von Dir beschriebenen Regelkreis basiert fast ausschließlich auf Erkenntnissen, die im Süßwasser gewonnen wurden,
Diese 1 zu 1 auf die Ostsee zu übertragen , funktioniert nicht so einfach.
 
Oben