Ostseefischerei komplett vor dem Aus?

Newsmeldung

Die Fischer an der Ostsee stehen vor dem Aus. Schuld sind Klimawandel, schwindende Fischbestände und die Kegelrobbe.

ship-194652_1920.jpg

Die Fischer an der Ostsee befinden sich in einer schweren Krise (Beispielfoto)

Nach Einschätzung des Thünen-Instituts für Ostseefischerei in Rostock befindet sich die Fischerei an der Ostseeküste in der größten Krise seit der Wiedervereinigung. "Die Krise ist aus vielen Gründen so existenzbedrohend, dass dieser Wirtschaftszweig tatsächlich in weiten Teilen verloren gehen könnte", sagte Institutschef Christopher Zimmermann der Nachrichtenagentur dpa.

Die sinkenden Fangquoten für Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee seien der Hauptgrund dafür. Beim Hering sind seit 2017 bis ins nächste Jahr hinein 94 Prozent der Quote verloren gegangen. Auch beim Dorsch sieht es trotz leichter Erhöhung der Quote nicht gut aus. "Wenn man die Mengen mit denen von vor zehn Jahren vergleicht, dann ist das lachhaft wenig", sagte Zimmermann. Hier erwarten die Experten in naher Zukunft außerdem erneute Senkungen der Quote.

Der Klimawandel spielt hier eine große Rolla, da er zur drastischen Reduzierung des Laiches führe. Das Wasser der Ostsee ist zu warm, die Tiere laichen deshalb früher ab und die Nahrung für die schlüpfenden LArven fehle dann. "Was wir dringend bräuchten, ist ein knackiger, harter und früh eintretender Winter." Außerdem tragen ein schlechtes Image in der Öffentlichkeit und behördliche Vorschriften etwa zur Sicherheitsausrüstung, zum Niedergang bei.
Ein weiteres, großes Problem ist die zunehmenden Zahl von Kegelrobben. »Die Robben haben gelernt, den Heringen im Stellnetz das Fleisch von den Gräten zu ziehen«, sagte Zimmermann. "Es dauert viel länger, einen abgefressenen Fisch aus dem Stellnetz zu pulen als einen Ganzen. Das ist existenzbedrohend und wird dazu führen, dass diese Fischereimethode sich nicht mehr lohnt."



Quelle: dpa
 
Es wird sicher nicht nur an den Fischern liegen, aber sich nach jahrelangem Raubbau hinzustellen und alle Schuld auf Kegelrobbe und Klimawandel zu schieben ist schon ziemlich frech.
Da wurde doch bis kurz vor Toresschluss so viel entnommen wie nur möglich, ohne jede Rücksicht auf Nachhaltigkeit. Selbst gemachte Leiden, ist ja nicht so als ob man das alles nicht gewusst hätte...
 
Hallo,
Da wurde doch bis kurz vor Toresschluss so viel entnommen wie nur möglich, ohne jede Rücksicht auf Nachhaltigkeit.
Dass die Fischer jahrelang tatsächlich alle Quoten missachtet haben erscheint mir eher unwahrscheinlich. Dass es da sicher auch schwarze Schafe gab und die Fischerei beim Bestandsrückgang nicht ganz unbeteiligt war, glaube ich aber schon.

Für die Festsetzung der Fangquoten und deren Überwachung ist aber nicht die Fischerei verantwortlich.

Ob es Sinn macht, diesen Wirtschaftszweig an der Ostseeküste zu erhalten und mit welchen Mitteln, müssen auch andere Institutionen entscheiden.

Für die Fischbestände wäre es kurz und mittelfristig sicher ne Entlastung, wenn weniger gefangen würde.

Egal von wem.
 
Hallo,

Dass die Fischer jahrelang tatsächlich alle Quoten missachtet haben erscheint mir eher unwahrscheinlich. Dass es da sicher auch schwarze Schafe gab und die Fischerei beim Bestandsrückgang nicht ganz unbeteiligt war, glaube ich aber schon.

Für die Festsetzung der Fangquoten und deren Überwachung ist aber nicht die Fischerei verantwortlich.


Ob es Sinn macht, diesen Wirtschaftszweig an der Ostseeküste zu erhalten und mit welchen Mitteln, müssen auch andere Institutionen entscheiden.

Für die Fischbestände wäre es kurz und mittelfristig sicher ne Entlastung, wenn weniger gefangen würde.

Egal von wem.

Bezogen auf das Fettgedruckte (beim Rest stimme ich dir vollumfänglich zu):
Wenn meine Lebensgrundlage eine endliche Ressource ist, dann versuche ich vielleicht als Interessenverband der Fischerei nicht auf Teufel komm raus das letzte Gramm der Quote rauszuquetschen, sondern langfristiger zu denken und sich vielleicht selber Auflagen aufzuerlegen.
Sicher leichter gesagt als getan, aber man wusste doch wirklich schon lange genug, wo die Reise mit den Beständen hingeht. Da sollte man doch alleine schon im Eigeninteresse handeln.
 
Hallo,

da hast Du sicher recht, aber der Zweck von Fangquoten ist ja eben diejenigen einzubremsen, die freiwillig nicht so handeln.

Dann müssen diese Fangquoten aber auch angemessen sein und entsprechend überwacht werden.

Nur auf Freiwilligkeit zu hoffen, wird da wenig bringen.

Ist bei Anglern auch nicht anders.

Es gibt Angler, die entnehmen deutlich weniger Fisch als erlaubt, aber auch welche, die versuchen die Fanglimits zu umgehen.

Die zweite Klientel ist dann oft die , die am lautesten schreit, wenn die Fänge zurückgehen.
 
Das sind alles nur Methoden zur Bekämpfung der Folgen. Fanglimit hin oder her! Die Ursachen müssen ermittelt (sind sie ja schon) und eingedämmt werden.
Wer ist denn bereit auf etwas Energiebedarf zu verzichten? Müssen es 200PS im Auto sein oder reichen auch 150PS?
Müssen es Billigst-Klamotten aus Asien sein (PRI....) oder geht eine (...MARK) mehr für Nachhaltigkeit?
Die Biologie passt sich nun mal an die Umgebung an und der Klimawandel wird ja wohl, ausgenommen von einigen US-Bürgern, anerkannt.
Das sind halt die Folgen von "Geiz ist Geil".
Schöne Feiertage euch allen, genießt die winterliche Ruhe und bleibt gesund!
Nelearts
 
Da darf man sich auch nicht wundern, 80 % der Freizeitangler in meiner Region,,, Freizeitangler ? Ne das sind Vollzeit Angler... eine andere Beschäftigung haben sie nicht... ziehen beim Herings, Dorsch Angeln das ganze Jahr alles was beißt aus dem Wasser. 5 cm kleine Heringe, 14 cm Dorsch und alles wird nicht verwertet nichtmal waidgereicht getötet sondern abgeschüttelt und verreckt auf dem Boden. Es gibt kein Mindestmaß für den Hering aus der Ostsee. Den Behörden ist es auch egal, und wenn man die Leute darauf anspricht, was sie denn da machen und warum sie die Lebewesen so behandeln, sollte man den Totschläger zum waidgerechten erlegen der Fische am besten in Reichweite haben. Ich möchte Petra...kein Futter geben, also höre ich nun auf...
 
Da darf man sich auch nicht wundern, 80 % der Freizeitangler in meiner Region,,, Freizeitangler ? Ne das sind Vollzeit Angler... eine andere Beschäftigung haben sie nicht... ziehen beim Herings, Dorsch Angeln das ganze Jahr alles was beißt aus dem Wasser. 5 cm kleine Heringe, 14 cm Dorsch und alles wird nicht verwertet nichtmal waidgereicht getötet sondern abgeschüttelt und verreckt auf dem Boden. Es gibt kein Mindestmaß für den Hering aus der Ostsee. Den Behörden ist es auch egal, und wenn man die Leute darauf anspricht, was sie denn da machen und warum sie die Lebewesen so behandeln, sollte man den Totschläger zum waidgerechten erlegen der Fische am besten in Reichweite haben. Ich möchte Petra...kein Futter geben, also höre ich nun auf...
Diese Negativbeispiele hat wohl jeder in seiner Gegend, aber ich denke, dass diese zwar ein Teil mit sind, aber der Hauptgrund liegt wohl eher daran, dass man über eine lange Zeit hinweg nicht gehandelt und jetzt versucht irgendwie die Situation wieder zu regulieren. Und reguliert wird gefühlt nicht an der Fischwirtschaft, sondern eher am Hobbyangler. Man sieht es doch auch wieder an der regulierung des neuen BagLimits. Hobbyangler dürfen 5 Dorsche in einem bestimmten Zeitraum im Jahr mit nach Hause nehmen pro Tag und die Quote für die Wirtschaft wurde erhöht. Zwar nur gering aber sie wurde erhöht. Warum nicht Konsequent niedrig halten, bis sich die Stände wieder erholen? Fangzonen beschränken bis sich die Stände erholen? Direkte und scharfe Kontrollen durchführen bis sich die Bestände erholen? Vllt ist das auch nur Wunschdenken von mir. Ich will mich übrigens nicht über 5 Dorsche pro Tag beschweren. Mehr als 2 passen eh nicht in meine Tasche.
 
Die Fischer an der Ostsee haben es sich selber teilweise zuzuschreiben das der Fischfang in den letzten Jahren derartig weit zurück gegangen ist. Jetzt alles auf den Klimawandel –Angler und die Roben zu schieben ist leicht, man hätte selber sehr viel weniger Raubbau an den Fischen betreiben sollen und auch mal freiwillig die Hälfte für zwei bis drei Jahre aus dem Wasser ziehen können. Dann könnten sich auch die Bestände langsam wieder erholen, doch genau das Gegenteil ist der Fall bei den Fischern der Ostsee, da wird bis zur letzten Minute der Fanggenehmigung mit riesen Netzen Gefischt und tonnenweise Fische aus dem Wasser gezogen, bei dieser Einstellung der Ostseefischer werden sich die Fischbestände nie erholen können.

Es sind nicht immer nur die anderen die man an den Pranger stellen sollte, man sollte sich auch als Fischer mal selbst hinterfragen ob das so richtig ist was man macht,. Man muss nicht nur immer die Dollarzeichen in den Augen haben, ein maßvolleres Fischen wäre am Ende für alle Beteiligten besser, für die Fischer und den Fisch.

Petri Heil.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Nachwuchs scheitert also an der fehlenden Nahrung, wo man anderorts behauptet, die Ostsee ist überdüngt und somit mehr Plankton vorzuweisen haben täte, als früher?
Futterfisch fehlt? Warum?!

Geht man davon aus, dass Fischer nur das fangen was erlaubt ist. Sie halten sich an Vorschriften. (Von schwarzen Schafen abgesehen)
Hat man das anderorts zu spät erkannt und reagiert, bzw. sich bei den erforderlichen Maßnahmen beeinflussen lassen? Oder Unwissenheit führte dazu - weil das sicher nicht einfach ist?

Ist nicht seit geraumer Zeit bekannt, dass die Ostsee immer mehr zum Brackwassermeer wird und sich das Klima verändert, sowie Überfischt ist.
Beides wird sich nicht kurzfristig ändern lassen, bzw. erholen.
Heist das nicht zwangsläufig, dass sich die Bestände, Arten, Zusammensetzung verändern tuen / werden?! Wird es nicht langsam Zeit, sich über alternativen Gedanken zu machen?

Eine Pferd im Koma, kurz vor dem Kollaps kauft man keinen neune Sattel. Man holt den Tierarzt und macht sich um Alternativen Gedanken.
 
Der Nachwuchs scheitert also an der fehlenden Nahrung, wo man anderorts behauptet, die Ostsee ist überdüngt und somit mehr Plankton vorzuweisen haben täte, als früher?
Futterfisch fehlt? Warum?!
Das Problem ist die Wassertemperatur. Ist das Wasser wärmer, schlüpfen die Fischlarven früher. Für das Plankton ist die Wassertemperatur weniger wichtig, es braucht genügend Licht, also längere Tage.
In der warmen Ostsee schlüpfen die Fische, wenn die Tage fürs Plankton noch zu kurz sind um richtig zu wachsen. Dann verhungert ein Großteil der Larven, auch wenn es über den Rest des Jahres genügend Nahrung gäbe.
 
Das Problem ist die Wassertemperatur. Ist das Wasser wärmer, schlüpfen die Fischlarven früher. Für das Plankton ist die Wassertemperatur weniger wichtig, es braucht genügend Licht, also längere Tage.
In der warmen Ostsee schlüpfen die Fische, wenn die Tage fürs Plankton noch zu kurz sind um richtig zu wachsen. Dann verhungert ein Großteil der Larven, auch wenn es über den Rest des Jahres genügend Nahrung gäbe.

nur als Ergänzung- das kann aber nur auf die die zeitig im Jahr Laicher zu treffen - sprich West- Dorsch
kann man die nicht stützen ?
 
Könnte man vielleicht mit riesigen Anlagen in vielen Ländern schaffen, lohnt sich aber nicht und würde die Bestände und Fischerei ruinieren, besonders für alle Angler.
Kommt der Dorsch vom Fischzüchter, braucht man keinen hohen Laicherbestand mehr in der Ostsee. Bei hunderttausenden bis Millionen Eiern pro Rogner und hohen Überlebensraten in der Zucht reichen vergleichsweise wenige Tiere aus. Das erlaubt wiederum mehr Druck auf den Dorsch im Meer. Und wir wissen ja leider, dass jede Chance auf mehr Quote genutzt wird.
Da die Ostseefischerei kein wirklicher Goldesel ist, müssten andere (Steuerzahler, Angler) die Aufzucht finanzieren.
Im Endeffekt hätte man eine teure Berufsfischerei und unglückliche Angler, da die Ostsee leerer würde.
 
Oben