Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Thomas9904

Well-Known Member
Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Es gibt ja immer noch bei Leuten - vor allem aus Verbänden und Vereinen, die mit Kursen Geld verdienen - die Meinung, dass eine Prüfung eine unerlässliche Voraussetzung zum Erwerb einer Angelerlaubnis sein muss.

Auch wenn das verschiedene Länder durch praktischen Tun schon widerlegt haben. Wie Schleswig Holstein oder Mecklenburg Vorpommern mit dem Touristenangelschein, den man ohne Prüfung bekommt. Oder auch Brandenburg, wo man ohne Prüfung auf Friedfische angeln darf.

Gerade im Süden - auch speziell bei uns in Baden - Württemberg - gibt es ja mit die strengsten Prüfungen, die man auch nur nach Kursbesuch mit Pflichtsstunden überhaupt erst absolvieren darf.

Da sollte man als normaler Mensch dann ja denken, dass dann auch jeder Absolvent in der Lage sein sollte, waidgerecht zu angeln..

Soweit die Theorie........................

Und nun der

Der Unsinn in der Praxis...
Am Sonntag war das Wetter ausnahmsweise mal genehm zum angeln, etwas Zeit hatte ich auch, also Spinnrute geschnappt und ab an den Neckar...

Dort "fing" ich dann versehentlich beim gufieren die Schnur eines versteckt sitzenden Ansitzanglers. Das lösen der Schnur funktionierte (mit einigen Hindernissen), ich schnappte mein Gerät um den Kollegen zu begrüßen und eine Zigarettenpause zu machen.

Bei der normalen Frage nach dem Fang kam die Antwort:
"Ich war jetzt 4 oder 5 mal angeln, ich glaube hier gibts keine Fische"...

Ich dachte zuerst er meinte an der Stelle hier - die Aufklärung erfolgte:
Nein, nein, er sei ein absoluter Neuling und habe erst seine Prüfung frisch abgelegt und war überhaupt erst 4 oder 5 mal alleine angeln..

Und - um diesbezüglichen Äußerungen im folgenden schon auszuweichen:
Ein gestandener Mann kurz vor seinem 40sten Geburtstag, selbständig...

Ein kurzer Blick auf Gerät und Angelplatz machte mir schon klar, dass er bei dem Kurs zur Prüfung vielleicht vieles zu Umweltschutz und Fischkrankheiten gelernt haben konnte, aber wohl kaum etwas vom praktischen angeln. Was im Sinne des "waidgerechten angelns" (von den Befürwortern ja immer als Argument für Kurs und Prüfung angeführt) besser ist, darüber darf man ruhig spekulieren.

Ich hatte mich ja schon über die Montage der Grundrute gewundert, als ich diese versehentlich "gefangen" hatte - dazu später mehr.. Als ich mir jetzt ansah, wo die Posenrute platziert war, war mir auch schnell klar, dass es mit dieser Montage und an diesem Platz mehr als schwer werden dürte, einen Fish an den Haken zu bekommen.

Damit die Pose nicht abgetrieben wird, hatte der Kollege diese praktisch auf der Steinschüttung festgelegt. Die Pose selber war ein schwereres Durchlaufmodell (eh nicht so prall zum Angeln in der Strömung). Montiert war das Ganze an einer 30 Gramm - WG Telerute, relativ kurz, daran eine Rolle mit geflochtener Schnur. Der Karabinerwirbel war verkehrt herum montiert, die Bebleiung so, dass die halbe Pose aus dem Wasser schaute. Dazu waren an den auf dem Vorfach montierten Bleischroten ein nettes Getüddel, so dass bei dem Knoten jeder Biß eines mehr als handlangen Fisches fast unweigerlich zum Abriss geführt hätte.

Ich konnte nun zwar nichts an dem Angelgerät ändern, aber zumindest eine (mit den vorhandenen Mitteln) vernünftige Montage knüpfen, ihm die sinnvolle Anköderung der Masden zeigen (statt einfach quer drchzustechen..) und ihm auch zeigen, wie und wo er seine Montage ausbringen soll. Das montieren unter zeigen vernünftiger Knoten und dem erklären des warum und wieso dauerte ca. 5 Minuten...

Das ausloten, so dass man den Köder an der "Schnittstelle" zwischen Flussgrund und Steinschüttung anbieten konnte, inklusive dann ausbringen des Köders und Fang des ersten Rotauges nochmal maximal 5 Minuten.

Das gleiche galt für die Neumontage an seiner Grundrute (schöne Reisespinnrute, daran eine Freilaufrolle mit Monoschnur). Als ich seine Montage gefangen hatte, wunderte ich mich - wie schon geschrieben - über die Montage. Ein kleines Durchlaufblei auf der Schnur, vor dem Wirbel eine Perle aus dem Karpfensortiment mit Einhänger zum "Schnurschonen"; dann der eigentliche Wirbel (dafür ohne Einhänger). In diesen wiederum war mit dem Karabiner (also verkehrt rum) ein weiterer Wirbel eingehängt, an dessen Ende dann das Vorfach geknüpft war. Um dem Strömungsdruck standhalten zu können, war mittels eines weiteren Wirbels ein Seitenblei in die vorher beschriebene "Wirbelmontage" eingehängt - wie ein Festblei also...

Dass man damit weder vernünftig angeln geschweige denn einen Biss mitkriegen kann, erschliesst sich jedem Angler, der etwas Erfahrung hat. Und dieser nette (und durchaus intelligente), aber eben komplett unerfahrene, wenngleich durch bestandene Prüfung rechtlich zum Angeln legitimierte Kollege hatte eben keinerlei Erfahrung.

Trotz des Kurses und der bestandenen Prüfung waren seine Montagen aus Unkenntnis so, dass immer die Gefahr eines Abrisses beim Biss jedes größeren Fisches bestanden hätte. Dass zudem jede anglerische Grundlage bezüglich sinnvollen Montagen und auch sinnvollem Gerät fehlte, mag daran liegen, dass bei uns die Kurse im Namen der Vereine/Verbände von Angelgerätehändlern durchgeführt wurden.

Der Kollege hatte eine tolle Rutentasche, einen kleinen Koffer mit "Allroundzubehör" von spinnfischen bis feedern, dazu zwei für den Neckar bei uns ungeeignete Ruten, dazu noch für die Ruten unpassende Rollen, aber immerhin eine mit geflochtener Schnur befüllt.

Man hatte etwas den Eindruck, als ob da ein Gerätehändler seine Restposten aussortiert hätte und so die Leute aus dem Kurs "erstausgerüstet" hat....

Er hat von mir in vielleicht 20 Minuten Praxis am Wasser mehr über waidgerechtes Angeln gelernt, als vorher in über 30 Stunden Pflichtkurs vor der bestandenen Prüfung.

Nicht umsonst finden ja bei uns im Board immer wieder Diskussionen um das Thema Prüfung und Kurs vor dem Erhalt des Angelscheines statt.

Auch und gerade im Lichte dieses Erlebnisses jetzt am Wochenende wird mir wieder mal klar und deutlich bewusst, warum ich mich immer gegen diese sinnlosen Kurse und Prüfungen ausspreche, und statt dessen für praktische Erfahrung am Wasser unter Anleitung erfahrener Angelkollegen plädiere...

Siehe dazu auch:
http://www.anglerpraxis.de/ausgaben-archiv/august-2010/schein-und-pruefung-geschichte-und-alternativen.html
 

snorreausflake

Active Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Hallo Thomas,
schöner und leider trauriger Erfahrungsbericht#d

Ich hab´s neulich auch mal irgendwo geschrieben, das dieses theoretische Klimm Bim voll für´n Arsch ist#q
Das ist wie ne Führerscheinprüfung ohne Praxiserfahrung#d

Bei meinem Vorbereitungslehrgang zur Fischerprüfung war damals sage und schreibe ein !halber! praktischer Tag am Wasser dabei, angeln durfte man aber glaub nicht|kopfkrat

Eigentlich sollte man es auch für Erwachsene wie bei den Junganglern halten, also so ne Art Jugendfischereischein ur für Erwachsene.
Man darf erstmal ohne Prüfung aber in Begleitung eines Jahresfischereischeininhabers angeln, dies kann man ja auf ein bis zwei Jahre begrenzen. Wenn´s einem Spaß macht kann man dann die Prüfung ablegen in der dann Theoretische Fragen drankommen und was praktisches.
 

Boendall

Borschtl
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Einfach eine TOP Aktion Thomas.:m:m:m
Zeigt dass es, entgegen dem allgemeinen Tenor, doch noch Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft am Wasser gibt.

Bei uns (Steiermark) kann man die Prüfungsunterlagen, Stoff aus dem die 3-4 verschiedenen Prüfungen (jedes Jahr eine andere) kaufen, lernen und dann gibt es 2x im Jahr den Prüfungstermin.
Praxis=0 und die Theorie ist auch nicht schwer, laut Prüfer gibts die meisten Schwierigkeiten im rechtlichen Teil. (trotzdem war die Prüfung in 10 Minuten erledigt, mein Vater und ich hatten ja nicht ewig Zeit ;) )**

Am Besten lernt man eben, wie du sagtst, wenn man mit einem Kumpel, der etwas Erfahrung hat, ans Wasser geht. Der muß gar nicht der Profiangler sein, es reicht, wenn er die Grundzüge beherrscht. Die Experimentierphase kommt bei jedem früher oder später, aber ohne ein Grundwissen, auf das man aufbauen kann, wird das Experimentieren zu einer Lotterie.

EDIT: ** Dafür ist man dann auch mit allem drum und dran ca. 100€ los, weil das Land ja auch von etwas leben muss....
 
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Thomas9904

Well-Known Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Wenn´s einem Spaß macht kann man dann die Prüfung ablegen in der dann Theoretische Fragen drankommen und was praktisches.
Vergiss einfach den Scheixx mit der Prüfung:
Das ist nur die Geldquelle für Vereine/Verbände und bringt nix.

Statt dessen praktische Ausbildung durch Vereine/Verbände (wie immer man das im Einzelnen regeln will), gerne auch kostenpflichtig (die Vereine/Verbände sollen ja auch Geld kriegen) - aber ohne Prüfung.

Als Kleintierzüchter kannst Du auch ohne jede Prüfung sogar Säugetiere schlachten - dieses Gerede vom waidgerechten Angeln und Tierschutz etc. als Grund für die Prüfung ist nur den unfähigen Verbänden zu verdanken, hat aber in der Praxis keinerlei Relevanz.

Und dass es auch anders geht, zeigt ja die aktuelle Rechtslage (wie beschrieben, Touristenangelscheine, prüfungsfreies Friedfischangeln etc.).
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Am Besten lernt man eben, wie du sagtst, wenn man mit einem Kumpel, der etwas Erfahrung hat, ans Wasser geht
Richtig!!
Und da in einer halben Stunde mehr als in über 30 Stunden "Prüfungskurs" - wie oben bewiesen..


Das ist halt der Unterschied zwischen Theorie (Politik und Verbände) und Praxis (aktive Angler!!!)
 

ernie1973

NICHT Mundtoter! ;)
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Die Prüfung in Ihrer jetzigen Form kann man sich in der Tat sparen.

ABER - auch nach laaaangen Diskussionen - u.a. auch mit Dir Thomas, bin ich nach wie vor DAFÜR.

Allerdings sollte man die Prüfung um einen großen praktischen Teil anreichern und auch eine Art "Probezeit" in der ein "Neuangelscheininhaber" nur in Begleitung eines Kameraden fischen darf, der über die nötigen praktischen Kenntnisse verfügt, könnte ich mir vorstellen.

Klar, jetzt kommt wieder das "überall in der Welt geht es ohne"-Argument, dem ich weiterhin entgegenhalte, dass ich gerne auch die Angelei ein wenig "exklusiv" gehalten wissen möchte, da ich gerade an meinem Vereinsgewässer erlebe, wohin es führt, wenn ein Verein aus Kollegialität und Geldgeilheit jeden ans Wasser läßt, der zwar diese "Pseudo-Prüfung" absolviert hat, aber nichts über nachhaltiges angeln weiß, keine Schonzeiten und Mindestmaße beachtet (was zwar auch mit einer besseren Prüfung nicht geändert wird, sondern vermutlich nur über stärkeren Kontrolldruck!).

ABER, die Ernsthaftigkeit bezüglich des angelns gebietet nach meiner Ansicht entweder eine wirklich gute Prüfung (=Theorie & vor allem Praxis!), oder man sollte sich in der Tat den ganzen Prüfungsmist komplett sparen, weil z.Zt. ohnehin jeder Vollpfosten relativ schnell, einfach, billig und ahnungslos zum legalen "Angler" werden kann.

Das paßt mir nicht und ich hätte dieses Hobby gerne auch aus egoistischen Gründen etwas exklusiver!

...passieren wird da nix - mit dem "Pseudo-Argument" des Tierschutzes werden wir die Prüfung realistisch betrachtet wohl nie mehr ganz los, obwohl dieses Argument in der Tat Quark ist.

Aber wenn nicht ein jeder Vollpfosten mit Minimalaufwand in der Lage ist, ans Wasser zu kommen, dann wäre ich ganz persönlich schon zufrieden.

Ich selbst hatte das große Glück, von meinem Vater ans praktische Angeln herangeführt zu werden, war in der Jugendgruppe unseres Vereins und wußte als kleiner Steppke vor und nach bestandener Prüfung dank dieser Historie schon mehr über´s Angeln, als manche Leute, die heutzutage Kurse zur Prüfungsvorbereitung geben dürfen.

Naja - wir können lange diskutieren - sicher ist, dass eine bestandene Prüfung noch lange keinen Angler ausmacht, oder aus irgendjemand einen "besseren" Angler macht.

Aber wer das Hobby ernsthaft betreiben will, der würde sich auch einer vernünftigen und umfassenderen Prüfung stellen, mit der Folge, dass sich vielleicht langfristig unter der Anglerschaft eine zumindest anglerisch theoretisch & praktisch gebildetere und vernünftigere breite Masse am Wasser findet.

Schwarze Schafe gab es immer, gibt es und wird es auch dann noch geben, aber evtl. nicht mehr sooooo viele, wie z. Zt. !?

MfG & Petri!

Ernie
 
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Ralle 24

User
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Damit die Pose nicht abgetrieben wird, hatte der Kollege diese praktisch auf der Steinschüttung festgelegt. Die Pose selber war ein schwereres Durchlaufmodell (eh nicht so prall zum Angeln in der Strömung). Montiert war das Ganze an einer 30 Gramm - WG Telerute, relativ kurz, daran eine Rolle mit geflochtener Schnur. Der Karabinerwirbel war verkehrt herum montiert, die Bebleiung so, dass die halbe Pose aus dem Wasser schaute. Dazu waren an den auf dem Vorfach montierten Bleischroten ein nettes Getüddel, so dass bei dem Knoten jeder Biß eines mehr als handlangen Fisches fast unweigerlich zum Abriss geführt hätte.

Thomas, Thomas.#d#d#d

Ich weiß nicht, was es da zu kritisieren gibt. Das entspricht haargenau der Montage, wie sie bei vielen Vorbereitungskursen gezeigt wird. Nur dass da meist noch Vollglasruten verwendet werden.

Anstatt Dich darüber zu wundern, hättest Du ihn fragen sollen, wieviele Eier pro Kg Körpergewicht ein Karpfen produziert, denn das sind die wesentlichen Kenntnisse, die einen guten Angler ausmachen.

Mir tut der arme Kerl irgendwie Leid. Hat jede Menge Kohle abgedrückt, wird im Laden über den Tresen gezogen und wird ( wenn er Pech hat und nicht an jemanden mit deiner Hilfsbereitschaft gerät) auch noch zum Gespött anderer.
 

Buds Ben Cêre

ehemals Singvogel
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Ich hab halt immer die vage Hoffnung, dass die Prüfung wenigstens dazu dient, allzu derbe Zeitgenossen von vornherein abzuschrecken oder wenigstens grob auszusondieren. Aber es laufen genug Gestalten am Wasser rum, die die Prüfung ja auch irgendwie geschafft haben....#d

Nach den Kohlmeis´schen Kriterien, wer angeln darf und wer nicht, wäre die Anglerschaft empfindlich geschrumpft. Klingt anmaßend?
Möglicherweise.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Schwarze Schafe gab es immer, gib es und wird es auch dann noch geben, aber evtl. nicht mehr sooooo viele, wie z. Zt. !?
Die "schwarzen Schafe" wird man durch keinerlei Kurs und Prüfung "aussortieren" - ich verweise da auf den sicher nicht einfachen und auch strengstens reglementierten Autoführerschein und die Zustände auf den Straßen, die da trotz Prüfung herrschen..

Alleine das Argument "Exklusivität am Wasser" kann ich da gelten lassen, was ja auch bei den Nazis 1939 der Grund für die Einführung des Fischereischeines war (um "unerwünschte" Gruppen/Rassen vom Wasser fernzuhalten (und die eiweissversorgung der Bevölkerung durch besseres, kontrolliertes ausschöpfen der Gewässer mit sicherzustellen..).

Wenngleich ich da andere Konstrukte wie das Jedermannsrecht in Skandinavien - abgewandelt auf unser Verhältnisse - eher bevorzugen würde.

Warum soll Angeln exklusiv sein? Der Vorteil ist ja in meinen Augen gerade der, dass das jedermann ohne großen (Geld)Aufwand machen kann...
 

Rotauge28

Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Die Argumente gegen eine Prüfung sind durchaus einleuchtend.

Allerdings würde ich das etwas differnzierter sehen.

Ob nun die Ausbildung über einen Verband ohne Prüfung absolviert wird oder alte Regelungen beibehalten werden, dürfte die Ambitionen des Anglers trotzdem wenig beinflussen.
Damit meine ich, im Falle deines Beispiels, das der gute Mann, sollte er wirklich die Absicht gehabt haben vernünftig und waidgerecht zu angeln, sich die nötigen Information selbstständig eingeholt hätte.

Es gibt Bücher, Videos, Internet, Angelkollegen usw usw auf die man zurückgreifen kann.

Im Umkehrschluss wird auch aus dem im Verein ausgebildeten Angler nicht zwangsläufig ein vernünftiger Angler.
Bzw. würde dies bedeuten, dass Angler, welche ihre Kindheit am Wasser verbracht haben und angeln durften, ohne einen Berechtigungsschein zu besitzen, welche dann ihre Fichereiprüfung erfolgreich bestanden haben und viel Erfahrung mit Montagen und dem Umgang mit Fischen sammeln konnten, maßgeblich die vernünftigeren Angler sind.

Die tägliche Praxis belehrt mich da eines Besseren.

Ich denke es fehlt generell an einer grundlegend schonenderen Einstellung gegenüber der Natur und ihrer Geschöpfe.

Und da wir Angler auch nur einen Teil der Bildungs - und Erziehungsfunktion übernehmen, werden, so glaube ich, wenn nicht grundsätzlich ein Wandel stattfindet, alle Versuche einen besseren Umgang mit Fischen zu schaffen im Sand verlaufen.

Dem Argument des "Geldabschöpfens" stimme ich aber voll und ganz zu.
Wenn das der einzige Antrieb ist, dann brauchen wir keine Prüfungen mehr.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Damit meine ich, im Falle deines Beispiels, das der gute Mann, sollte er wirklich die Absicht gehabt haben vernünftig und waidgerecht zu angeln, sich die nötigen Information selbstständig eingeholt hätte.
Dem wurde ja beim Kurs beigebracht, dass er mit Kurs und Prüfung waidgerecht angeln KANN.

Er hat ja erst bei der Begegnung mit mir gemerkt, dass da vielleicht was schief lief...

Und wird jetzt auch schauen, dass er Leute findet, die ihm die Praxis beibringen können...


Ich denke es fehlt generell an einer grundlegend schonenderen Einstellung gegenüber der Natur und ihrer Geschöpfe.
Wieso schonend?
Das ist wiederum das Schützervokabular und das der Angelverhinderungsverbände.

RESPEKTVOLL wäre mein Ausdruck...
 

angler1996

34Z Löffelschnitzer
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

ich bin mit den gleichen Erwartungen in den Kurs gegangen
( da ich die Prüfung nunmal notgedrungen machen musste, lange her) bis ich die Unterlagen dafür gesehen hatte und hätte genau so, wie der Kollege, am Ufer gesessen.
An dem System müßte man grundlegend was ändern.
Es ist doch im höchsten Grade unlogisch, dass ich erst eine Prüfung mache ( in Theorie) und dann praktisch für mich heraus finde, ob Angeln ein geeignetes Hobby ist.
Gruß A.
 

ernie1973

NICHT Mundtoter! ;)
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Die schwarzuen Schafe wird man durch keinerlei Kurs und Prüfung "aussortieren" - ich verweise da auf den sicher nicht einfachen und auch strengstens reglemntierten Autoführerschein und die Zustände auf den Straßen..

Alleine das Argument "Exklusivität am Wasser" kann ich da gelten lassen, was ja auch bei den Nazis 1939 der Grund für die Einführung des Fischereischeines war (um "unerwünschte" Gruppen/Rassen vom Wasser fernzuhalten (und die eiweissversorgung der Bevölkerung durch besseres, kontrolliertes ausschöpfen de rGewässer mit sicherzustellen..).

Wenngleich ich da andere Konstrukte wie das Jedermannsrecht in Skandinavien - abgewandelt auf unser Verhältnisse - eher bevorzugen würde.

Warum soll Angeln exklusiv sein? Der Vorteil ist ja in meinen Augen gerade der, dass das jedermann ohne großen (Geld)Aufwand machen kann...
Siehst Du - wenigstens ein wenig Einigkeit haben wir da erreicht!

...für den Nazi-Vergleich hätte ein "normaler" Schreiber sicher eine Verwarnung bekommen, aber rein historisch stimmt das natürlich so, weil der Schein bzw. die Prüfung aus dieser Zeit stammen - vielleicht wurde auch die längst bestehende Notwendigkeit dort erstmals richtig erkannt und nur unter falschen Motiven begründet!

Nur weil die Begründung damals natürlich zweifelsohne absoluter Mist war, muß die Scheinpflicht an sich es in einem so dicht besiedelten Land ja nicht auch gleich sein, solange es weitere gute Gründe gibt!

Jedoch geht es mir nicht im Geringsten darum, bestimmte Volksgruppen vom Wasser fernzuhalten, sondern mir geht es darum "ersthafte, vernünftige, anglerisch gebildete Angler" und "alle, die dies nicht sind" zu unterscheiden!

;O)

...und das "Jedermannsrecht" funktioniert leider vermutlich nur so gut in weniger dicht besiedelten Ländern, weswegen ich es hierzulande für ungeeignet halte, es sei denn, wir schrumpfen uns über die nä. Jahrhunderte durch niedrige Geburtenraten auf dortige Verhältnisse zurück!

Ernie
 
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Thomas9904

Well-Known Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

...für den Nazi-Vergleich hätte ein "normaler" Schreiber sicher eine Verwarnung bekommen, aber rein historisch stimmt das natürlich so!
Da hätte es sicherlichso keine VErwarnung gegeben.

Denn das ist eben der historische Ursprung des Fischereischeines in Deutschland.
Und da gings eben ums Fernhalten vom Gewässer.

Wie ja letztlich auch heute (siehe auch den Kommentar des zuständigen Ministers aus BW im Magazin: Man will ja nicht jeden ans Wasser lassen..):
http://www.anglerpraxis.de/ausgaben-archiv/juli-2010/baden-wuerttemberg-das-rueckschrittlichste-landesfischereigesetz-die-antworten.html



Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Vereine/Verbände/Politiker die wegen der von ihnen gewünschten Reduzierung der Anglerzahl für eine Prüfung sind, deswegen Naziansichten haben!!!

Sollte das falsch rübergekommen sein, bitte ich vielmals um Entschuldigung!!
 

Philla

Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Ich finde das von dem Angelgeräte Händler echt Dreist, sowas einfach auszunutzen... Würde ich aus der Gegend kommen würde ich erstmal ein Wörtchen mit dem Sprechen!

Gibt es bei euch keine Anfängerkurse oder sowas in der Art? Ich weiss das wenn man bei uns in einen Verein eintritt, man bei Jugendangeln oder anderen Sachen mit machen kann und dort wird einem Sicher geholfen.

LG,

Phill
 

Ralle 24

User
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Das paßt mir nicht und ich hätte dieses Hobby gerne auch aus egoistischen Gründen etwas exklusiver!
Obwohl ich es definitiv nicht teile, ist das für mich das einzige wirklich diskutable Argument für eine wie auch immer geartete Prüfung.

Insbesondere Kinder sollten angeln dürfen wann immer und wo immer sie möchten. An großen Gewässern gerne auch ohne Erlaubnisschein. Einfach so. Ob alleine oder mit anderen Anglern, völlig egal.

Learning by doing, raus aus der Bude, weg von der Play Station und rein in die Natur.
 

Rotauge28

Member
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Nennen wir es respektvoll, die Quintessenz sollte doch wohl aus meinem Text hervorgegangen sein.

Der Glaube vieler Menschen durch eine Prüfung etwas zu beherrschen, gelernt zu haben oder in irgendeiner Form berechtig zu sein, ist ja gerade die Crux.

Ausbildung hin oder her, Verein, Verband oder Land, der Interessierte wird sich so oder so ein Buch zur Hand nehmen und lesen, viele Fragen stellen und sich auf die Suche machen.
 

ernie1973

NICHT Mundtoter! ;)
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Das ist eben der historische Ursprung des Fischereischeines in Deutschland.
Und da gings eben ums Fernhalten vom Gewässer.

Wie ja letztlich auch heute (siehe auch den Kommentar des zuständigen Minsisters aus BW im Magazin: Man will ja nicht jeden ans Wasser lassen..)..

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Vereine/Verbände/Politiker die wegen der von oihnen Reduzierung der Anglerzahl für eine Prüfung sind, deswegen Naziansichten haben!!!

Sollte das falsch rübergekommen sein, bitte ich vielmals um Entschuldigung!!
Kein Problem - wir haben ja über das Thema schonmal ausführlich gesprochen - ist heikel, denn trotz der falschen Motive der Nazis für den Schein, kann es trotzdem gute ANDERE Gründe für eine Scheinpflicht geben!

Die Jungs haben damals auch die Idee für Autobahnen gehabt, weswegen die Grundidee deshalb nicht schlecht ist, nur das wir keine schnellen Truppentransporte oder Deportationen durchführen, sondern sie wirtschaftlich und privat nicht mehr missen wollen!
...von Raketen mal ganz zu schweigen, deren friedlicher Nutzen u.a. heute auch noch der Menschheit dient!...erdacht waren diese auch zuerst aus einer militärischen Motivation heraus, aber siehe da, sie nützen uns bis heute AUCH für friedliche und vernünftige Zwecke!

;O)

E.
 
Zuletzt bearbeitet:

ernie1973

NICHT Mundtoter! ;)
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Obwohl ich es definitiv nicht teile, ist das für mich das einzige wirklich diskutable Argument für eine wie auch immer geartete Prüfung.

Insbesondere Kinder sollten angeln dürfen wann immer und wo immer sie möchten. An großen Gewässern gerne auch ohne Erlaubnisschein. Einfach so. Ob alleine oder mit anderen Anglern, völlig egal.

Learning by doing, raus aus der Bude, weg von der Play Station und rein in die Natur.
Ja, dazu stehe ich und in Sachen Kinder & angeln sind wir einer Meinung - wenn der Funke da ist, dann holen die sich ihre anglerische Bildung schon & werden auch eine spätere Prüfung gerne & gut machen!

E.
 

Buds Ben Cêre

ehemals Singvogel
AW: Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

sondern mir geht es darum "ersthafte, vernünftige, anglerisch gebildete Angler" und "alle, die dies nicht sind" zu unterscheiden!

Ich könnte da Kriterien aufstellen, für die es keine Prüfung braucht, sondern nur 8 Stunden "vedeckte Beobachtung" |rolleyes:

- wer sich beim Angeln nur besäuft...
- wer Fische lebend in Büsche wirft oder mit den Füssen zurück ins Wasser kickt...
- wer alles bunkert, was geht, unabhängig von Schonzeiten und -maßen...
- wer innerhalb der Raubfischschonzeit gezielt auf dieselben geht, mit dem Argument, er würde eh nur releasen...
- wer es nötig hat, beim winterlichen Vertikalangeln den Zandern mit der Ködernadel in die Schwimmblase zu stechen, nur damit der Fisch wieder nach unten kommt...
- wer deutlichst Regeln missachtet (5 Ruten anstatt 2)...
- wer in einer bestimmten Art und Weise von Fischen redet (die Drecksbrachsen...)...
- wer eine Schlägerei beginnt oder zumindest Gewalt androht, weil ein anderer "seine" Stelle besetzt hat...

der hat beim Angeln nichts verloren. Liste ist beliebig weiterführbar.
 
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