ProtectWater: Angler für saubere Gewässer und gesunde Fischbestände

bombe20

Thomasianer
Dafür brauchst du aber auch eine Einigkeit der Angler untereinander.
ist das denn nicht aufgabe des dafv als bundesverband in strittigen fragen für einen allgemeinverträglichen konsens zu sorgen und die landesverbände unter einen hut zu bekommen? stattdessen hängt man sich an eine kampagne an, bei der der überwiegende teil der teilnehmer ein messer hinter dem rücken führt. nachhaltigkeit heißt nicht nur jungen und kommenden generationen saubere, naturnahe gewässer mit einem gesunden und vielfältigen bestand zu hinterlassen, sondern auch diese anglerisch zu nutzen zu können. letzteren punkt sehe ich als hauptaufgabe des dafv und diesen spagat bekommt der verband mit bestehendem personal nicht hin.

Ich wäre fast dafür die Landesverbände abzuschaffen[...]
den föderalismus abschaffen? das wäre ja DDR und ist damit verdammt und verpönt. zum jetzigen zeitpunkt ist das aber gar keine so gute idee.
 

Fantastic Fishing

Well-Known Member
ist das denn nicht aufgabe des dafv als bundesverband in strittigen fragen für einen allgemeinverträglichen konsens zu sorgen und die landesverbände unter einen hut zu bekommen? stattdessen hängt man sich an eine kampagne an, bei der der überwiegende teil der teilnehmer ein messer hinter dem rücken führt. nachhaltigkeit heißt nicht nur jungen und kommenden generationen saubere, naturnahe gewässer mit einem gesunden und vielfältigen bestand zu hinterlassen, sondern auch diese anglerisch zu nutzen zu können. letzteren punkt sehe ich als hauptaufgabe des dafv und diesen spagat bekommt der verband mit bestehendem personal nicht hin.
Wie willst du Druck ausüben, wenn du keine Macht hast? Bei jedem Wehwehchen wird Fortwährend der Austritt eines Landesverbandes gefordert, wenn es nicht nach der Nase der eigenen Ansichten geht. Das hat in meinen Augen mit der Kampagne auch nichts zu tun. Die Absicht dahinter sich positiv öffentlich darzustellen würde ich nicht als schlechten Schachzug titulieren, auch wenn man das im AB wieder auf die Spitze des Eisberges bei jeder Wasserstandsmeldung treiben will. Die Frage ist und bleibt doch, wie WIR das Schaffen und nicht wie WIR alles Absägen, was nicht passt.

Wir haben hier Beispielsweise Strecken, wo der Fischer das letzte Wort hält und er lässt uns für 5€ im Jahr angeln, da hilft dir kein Verband der Welt etwas, wenn die NABU da ran will Beispielsweise, so einfach ist das nicht. Viel eher kannst du Druck machen, wenn du die Öffentlichkeit gegen den Ausschluss von Menschen sensibilisiert und Schutz (Vernünftig) gegen Ideologie (Tierrecht) ausspielst. Das muss aber aus der Gesellschaft heraus passieren und darf nicht nur ein Anliegen der Angler sein. Aber selbst die Freunde der Fischwaid sind zum Teil auf Vereinsebene so träge, woher soll der Anstoß zu Verbesserungen kommen?

Jeder Gewählte in seinen Positionen wurde durch uns doch Legitimiert. Dann muss man bei Unmut die ungewollte Lage bereinigen und nicht nur diskutieren über das, was einem nicht passt. Ich verstehe immer noch nicht, was das ändern soll, wenn der 100ste Appell an den DAFV getragen wird. Wenn ich im Wald die Bäume anschreie, warum kein Holz im Ofen ist, fällt da jedenfalls auch nichts um.....


den föderalismus abschaffen? das wäre ja DDR und ist damit verdammt und verpönt. zum jetzigen zeitpunkt ist das aber gar keine so gute idee.
Und wenn du die Leute aus der DDR Fragen würdest, was sie alles besser gefunden haben, du würdest dich wundern. Ich meinte das auch nur Sinngemäß um Prozesse zu beschleunigen, auf der anderen Seite hätten Beschlüsse sinnfreier Natur natürlich freie Bahn. Ich kann mich ja nicht beschweren, in Sachsen Anhalt scheint mir rein vom Fakt her gesehen anglerisch die Sonne aus dem aller Wertesten. Gute Fischbestände, humane Regeln, kostengünstiges Angeln und bodenständiger Umgang gegenüber dem Hobby. Hilft das Menschen mit Nachtangelverboten, massiven Einschränkungen? Nein! Dann sollen sie aber auch Aktiv werden und nicht nur von Veränderungen jodeln.
 

bombe20

Thomasianer
Am Ende zeigt die Auswertung, dass die Naturschützer weit mehr Beteiligung an der Kampagne haben, als die Angler. In der Aussenwirkung zeigt das nur, wie zerstritten wir sind und die Angler anscheinend kein Interesse an den Zielen der WRRL zeigen.
tt
paha, den kommentar habe ich beim überfliegen überlesen. ist das ihr ernst, herr lindner? wir angler, die die sie vertreten und auch bezahlen, sind schuld, wenn die ergebnisse nicht so ausfallen wie sie sich das wünschen? sie pullen mit ihrem kommentar eine andrea nahles nach der bayernwahl. schuld sind immer die anderen und interesse zeigen wir auch nicht. :cry2
 
Zuletzt bearbeitet:

Fr33

Gummi Getier Dompteur
@Fantastic Fishing

Ich träume ja auch bischen von sowas wie den damiligen DAV Gewässerpools - man darf aber nicht vergessen, dass die Verteilung von Anglern /Gewässern in der BRD nicht überall gleich ist. In den Ballungsgebieten treffen mehr Angler auf teils weniger Gewässer wie bsp. in Meck-Pomm oder Sachen Anhalt etc. Gehört aber nicht hierher....

Wie gesagt - Naturschutz schön und gut - aber lasse mich nicht vor einen Karren spannen, von dem ich nicht weiss, ob der mich nicht in die Scheixxe reitet. Aber wie lange diskutieren und bewerten wir dieses Vorgehen schon? Jahre... Ich bin nicht happy, dass ich durch meinen Verein quasi zwangsmitglied im VHF (Verband Hessen Fischer) bin und damit indirekt den DAFV subventioniere. Hätte ich kein Problem damit - wenn das Ziel vom DAFV wäre sich für Angler einzusetzen - und zwar mit allen Mitteln: Lobbyismus betreiben; Klagen; sich wehren; Initiative pro Angeln ergreifen.....
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
Hallo,



ja, das ist gut. Am Ende zeigt die Auswertung, dass die Naturschützer weit mehr Beteiligung an der Kampagne haben, als die Angler. In der Aussenwirkung zeigt das nur, wie zerstritten wir sind und die Angler anscheinend kein Interesse an den Zielen der WRRL zeigen.

LG,

Olaf
Olaf,
das ist doch Kappes. Die Auswertung (besser Analyse) zeigt zunächst einmal, dass diese Aktion im Wesentlichen getragen wird von unzähligen Naturschutzverbänden, die in ihrer Größe und Schlagkraft nicht im Ansatz vergleichbar sind mit dem Winzling DAfV, der sich als einer unter vielen lediglich eingeklinkt hat in einen auf EU Ebene initiierten und organisierten Prozess. Als Ausgangspunkt siehe http://www.wwf.eu/what_we_do/water/living_rivers_europe/
Irgendwie logisch, dass sich mehr sog. Naturschützer, als Angler beteiligen.
Im Übrigen scheint es mir absolut naheliegender, zum Ergebnis zu kommen, dass der DAfV seine Zielgruppe, dies sind - vermute ich zumindest - die Angler, schlicht und ergreifend nicht erreicht. Ich würde mich also eher an die eigene Nase fassen, statt zu beklagen, dass die Angler heillos zerstritten sind. Der DAfV muss dringend daran arbeiten, glaubhaft zu machen. dass er ein Interessenverband für die Angler ist. That's the point!

Unabhängig davon macht ProtectWater schon deshalb Sinn, weil es sich um ein Beteiligungsverfahren im Kontext der Überarbeitung der EU-Wasserrechtsrahmenrichtlinie, also nicht nur um eine politische Aktion, handelt.
 

Fischer am Inn

Active Member
Hallo Grünknochen

Hallo miteinander



Ist nach meinem Dafürhalten nicht ganz so gelaufen wie es hier dargestellt wird. Ich denke, die Initiative ist von living rivers europe ausgegangen. Mitglieder dieser Gruppe sind:

https://www.livingrivers.eu/about/who-we-are


Darunter auch die EAA, also der Anglerverband auf EU-Ebene. Und von der EAA wurde die Initiative „Protect Water“ mitentwickelt:

https://www.eaa-europe.org/news/12938/protectwater.html


Die EAA ist wird getragen und finanziert von nationalen europäischen Anglerverbänden, darunter für Deutschland der DAFV. Hier die komplette Liste aller Mitgliedsverbände:

https://www.eaa-europe.org/about-eaa/members.html


Es ist nur logisch, dass die EAA die Sache an die nationalen Anglerverbände weiterleitet, mit der Bitte, die Initiative im jeweiligen Land umzusetzen. Und genau das hat der DAFV getan. Ist in sich logisch und schlüssig.


Und wenn Olaf Linder, wie er berichtet, innerhalb der EAA die Kampagne mitentwickelt hat, umso besser.


Servus

Fischer am Inn
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
Sag ich doch!!! Wie Du siehst, hab ich die gleiche Ausgangsquelle angegeben. Der Rest sind ein paar Klicks...
Übrigens bin ich mir so was von sicher, dass Olaf Lindner die Kampagne mitentwickelt hat...

An dem Gesamtprojekt sind mehr als 100 NGO's beteiligt. Insoweit ist der DAfV zumindest in der Theorie ein eher kleiner Multiplikator. In praxi hat er mit seinem Zielpublikum positiv ausgedrückt zumindest zum Teil etwas zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:

tibulski

Member
Hallo,

Fischer am Inn hat es ja schon richtig beschrieben:

That’s why WWF has joined forces with four environmental and fisheries organisations to form Living Rivers Europe.

The coalition includes the European Anglers Alliance, the European Environmental Bureau, the European Rivers Network, Wetlands International and WWF representing a movement of over 40 million European citizens.


Ich habe an den Zielen und der Vorbereitung der Kampagne zusammen mit Mark Owen aus UK und den Kollegen aus unserem EAA-Büro in Brüssel von Begin an mitgearbeitet. Dazu gab es am 19.03.2018 in Berlin ein Treffen des European Environmental Bureau (EEB) an dem die Ziele vereinbart und die Ausrichtung der Kampagne festgelegt wurde, dazu die Auswahl der Agentur und der Inhalte für eine möglicht große Beteiligung der Öffentlichkeit. Das habe ich übernommen. Ein anderes Treffen hat Mark Owen übernommen und die meisten Absprachen bis zum launch der Kampagne wurden in der Folge über E-Mail und Webinare getroffen. Es wurde schon im März festgelegt, vor dem Start der Kampagne keine Informationen an die Öffentlichkeit weiterzugeben, da die EU da keinen Wind von bekommen sollte. Dazu haben wir uns als DAFV, wie alle anderen an den Kosten beteiligt. Wobei das, durch die Umlage über alle ein kleiner Betrag war.

Dazu habe ich am 31. August 2018 auf einer Podiumsdiskussion im Bundesamt für Naturschutz in Bonn die Interessen der Angler für eine fristgemäße Zielerreichung der WRRL vertreten. Dabei ging es im wesentlichen um die Schäden der kleinen Wasserkraft (Aal, fehlende Durchgängigkeit, Restwassermengen, Stauhaltung, Mathanausgasung, Störung Geschiebehaushalt usw.) und das schlechte Vorbild der Bundesregierung bei der Umsetzung an den Bundeswasserstrassen. Es war im Vorfeld unter den Naturschutzverbänden umstritten, ob man auf einem solchen Forum einen Angler mit auf das Podium setzt und ich habe mich da mit meiner Meinung als Angler nicht zurückgehalten.

Podiumsdiskussion: EU-Fitness-Check und Zielerreichung der WRRL bis 2027?
Moderation: Ilka Dege (DNR)
Dr. Arnt Baer (Gelsenwasser)
Beatrice Claus (WWF)
Olaf Lindner (Deutscher Angelfischerverband)
Thomas Stratenwerth (BMU)

Ich will mich auch nicht beschweren, wenn die deutschen Angler sich am Ende für die Einhaltung der Ziele der WRRL nicht engagieren. Es ist ein Angebot und soll eine Hilfe sein, dass wir gemeinsam für unsere Interessen einstehen. Ich galube es ist wichtig, für unsere Gewässer und unsere Fische. Die Fischartenzusammensetzung ist eine Qualitätskomponente der WRRL. Und wenn die Fische fehlen, gibt es eine schlechte Bewertung. Das ist zum Beispiel auch ein Argument um etwas gegen die ausufenden Kormoranbestände zu tun. Wir Angler sind eigentlich kein kleiner Multiplikator, wenn man die Zahl der Angler nimmt und sich davon nur ein Bruchteil beteiligen würde, wären wir ein ganz entscheidender Faktor.

Wem eher die Finger abfallen, als sich an einer Kampagne zu beteiligen, welche der DAFV mitentwickelt hat, kann sich auch direkt auf der Webseite der EU beteiligen: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/water-fitnesscheck-publicconsultation-2018?surveylanguage=en
Das ist sogar noch besser, da es eine individuelle Rückmeldung ist. Nur aus der Erfahrung heraus machen das halt die wenigsten, weil es ein wenig Zeit erfordert.

LG,

Olaf
 
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
Ich habe an den Zielen und der Vorbereitung der Kampagne zusammen mit Mark Owen aus UK und den Kollegen aus unserem EAA-Büro in Brüssel von Begin an mitgearbeitet. (....)
Dazu habe ich am 31. August 2018 auf einer Podiumsdiskussion im Bundesamt für Naturschutz in Bonn die Interessen der Angler für eine fristgemäße Zielerreichung der WRRL vertreten.
Ich denke Du hast dann im Zuge der Vorbereitung mit den anderen Naturschutzverbänden und beim BfN deutlich gemacht und sicherlich auch schriftlich festgehalten, dass durch die Kampagne bzw. die WRRL keine Angelverbote kommen werden und dieses im Interesse der Angler ausgeschlossen?
 

Grünknochen

Natur schützender Angler
Lars,
wie soll denn das gehen?
Die WRRL ist klassisches Umweltrecht, übrigens seit langem überführt in das jeweilige Wasserrecht. Selbstverständlich hat die im Gang befindliche Umsetzung Konsequenzen für die Bewirtschaftung (zB der fischereilichen Nutzung). Welche das im Einzelfall sind, läßt sich zZ noch gar nicht abschätzen.
Wer Lust hat, sich thematisch einzulesen, kann dies zB bei der FGG (Flussgebietsgemeinschaft Weser) machen.
Ich frage mich, wie man Angler ohne jede Infos für den Fortbestand der WRRL gewinnen will, wenn nicht im Ansatz auch nur erklärt, geschweige denn rechtlich beleuchtet wurde, welche Bedeutung die WRRL im Kontext des Fischereirechtes überhaupt hat. Die einfache Formel Gesunde Gewässer - tolles Angeln reicht hierfür bestimmt nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschte Mitglieder 12701

Guest
Grünknochen, Du meinst also der DAFV würde für die WRRL bei Anglern werben, ohne abschätzen zu können, welche Folgen das für uns Angler bei der zukünftigen Nutzung der Gewässer haben könnte? Ich denke die WRRL ist für Angler wichtig?

Angeln ist natürlich erst einmal eine Nutzung von Gewässern. So ist - abhängig vom Gewässer - auch der Bereich Touristik/ Freizeit eine Nutzung von Gewässern, also auch das Angeln. Wenn ich richtig informiert bin, wird die Nutzung von Gewässern unter Abwägung der Ziele nach der WRRL bewertet, also auch das Angeln. Können also die Ziele der WRRL nicht erreicht werden, muss man demnach die Ursachen erforschen und nach Lösungen suchen. Nehmen wir also bei einem Gewässer X, welches die Ziele der WRRL durch die aktuelle Nutzung verfehlt, mal die Nutzung durch Trinkwassergewinnung, Schifffahrt, Landwirtschaft und Freizeit (inkl. Angeln) an. Welche der Nutzungsarten würde man wohl unter Abwägung der ökologischen und ökonomischen Aspekte als erstes verbieten?

Olaf darf mich hier gerne korrigieren.

Ich formuliere aber meine Frage an Olaf jetzt noch einmal anders bzw. ergänze meine ursprüngliche Frage. Kann der DAFV negative Folgen für Angler durch die WRRL ausschließen, da ja für die Unterstützung der WRRL durch Angler geworben und die Kampagne durch den DAFV finanziell und personell unterstützt wird?
 

smithie

Well-Known Member
[...] Dabei ging es im wesentlichen um die Schäden der kleinen Wasserkraft (Aal, fehlende Durchgängigkeit, Restwassermengen, Stauhaltung, Mathanausgasung, Störung Geschiebehaushalt usw.) und das schlechte Vorbild der Bundesregierung bei der Umsetzung an den Bundeswasserstrassen. [...]
Gibt es zum Thema Methanausgasung Literatur/Untersuchungen, speziell bzgl. der Methanmengen?
Wieviel klimaschädliches Methan wird mit Wasserkraft produziert?
 

fishhawk

Well-Known Member
Hallo,

Ich frage mich, wie man Angler ohne jede Infos für den Fortbestand der WRRL gewinnen will,
Das war ja genau mein Kritikpunkt.

Ich vermisse die Infos was eigentlich in D unter "Aufweichung" der WRRL zu verstehen wäre und welche Szenarien mit oder ohne Aufweichung in D für Angler denkbar wären.

Natürlich sehe ich es positiv, wenn Schadstoffeinleitungen reduziert werden, dier Sauerstoffsättigung zunimmt, die Durchgängigkeit verbessert wird und Laichmöglichkeiten für Fische geschaffen werden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass Gewässerschutz für Angler auch negative Folgen haben kann.

Es gefällt mir z.B. nicht, wenn nach Renaturierungsmaßnahmen statt Barben, Äschen, Forellen plötzlich Weißfische und Hechte im Gewässer dominieren.

Oder der Nährstoffeintrag so weit abnimmt, dass Bestandsdichte und Durchschnittsgrößen deutlich zurückgehen.

Oder die Uferstreifen so umgestaltet werden, dass man als Angler selbst mit Watstiefeln praktisch nicht mehr in der Lage ist ans Wasser zu kommen, ne Angel auszuwerfen und nen Fisch zu drillen.

Und ähnlich wie fisherbandit sehe ich mögliche Angelverbote durchaus nicht als Utopie.

Die DAFV-Info erscheint mir da schon etwas einseitig, mit "alles super" . Beim WWF ist das o.k. , dem sind Anglerinteressen ja egal.
 

tibulski

Member
Hallo,

Ich frage mich, wie man Angler ohne jede Infos für den Fortbestand der WRRL gewinnen will, wenn nicht im Ansatz auch nur erklärt, geschweige denn rechtlich beleuchtet wurde, welche Bedeutung die WRRL im Kontext des Fischereirechtes überhaupt hat. Die einfache Formel Gesunde Gewässer - tolles Angeln reicht hierfür bestimmt nicht.
ja klar, das ist sicher etwas dran. Ich habe versucht es auf der Kampagnenseite möglichst einfach zu erklären. Aber das Thema ist natürlich extrem komplex ...

Will versuchen, die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte für Angler aufzuführen:

Ich vermisse die Infos was eigentlich in D unter "Aufweichung" der WRRL zu verstehen wäre und welche Szenarien mit oder ohne Aufweichung in D für Angler denkbar wären.
- Die Umsetzung der Ziele der WRRL muss nach dem jetzigen Stand der WRRL bis 2027 erfolgt sein. Zu dem Datum müssen alle (natürlichen) Gewässer in Europa mindestens einen so genannten "guten ökologischen Zustand" haben. Ist das nicht der Fall, verstösst der Mitgliedsstaat gegen die Vorgabe und es drohen Vertragsstrafen. Mal platt gesprochen, gibt es ab dem Jahr 2027 einen Rechtsanspruch auf die Umsetzung der Ziele. Dazu gilt für die Zukunft ein "Verschlechterungsverbot". Eine Aufweichung, welche derzeit durch verschiednen Mitgliedsstaaten (u.a. Deutschland) versucht wird, würde bedeuten das entweder die Frist erneut verlängert wird, oder die Ziele abgeschwächt werden.

- Ein wichtiges Ziel ist (biologische Qualitätskomponente) ist die Fischfauna. Gemessen wird die Artenzusammensetzung, Artenhäufigkeit und Altersstruktur jeweils dem Gewässertyp angepasst. Also das Gewässer muss viele verschiedene Fischarten in ausreichender Anzahl und allen Altersklassen enthalten. Dafür wurde ein komplizieres Bewertungssystem mit dem Namen FIBS erstellt. Das Bewertungssystem wurde von Fischereiwissenschaftlern erarbeitet. Gibt es keine, oder nur wenig Fische im Gewässer verstösst das gegen die Ziele der WRRL. Also auch wen Kormorane einen Gewässerabschnitt ausräumen, steht das den Zielen der WRRL entgegen.

- Weitere wichtige Ziele sind die hydromorphologischen Qualitätskomponenten. Durchgängigkeit der Fliessgewässer, Wasserhaushalt und Morphologie. Das zielt in erster Linie auf die Probleme mit den 7400 Kleinkraftwerken, Schleusen und anderen Querbauwerken. Einfach ausgedrückt, sollte der Fluss immer genug Wasser haben, für Fische und andere Organismen durchwanderbar und dazu sollten Ufer und Gewässergrund in einem guten Zustand sein.

- Mir ist nicht bekannt, dass auf Grundlage der Umsetzung der WRRL in den letzten 15 Jahren Angelverbote ausgesprochen wurden. Aber auch die die Probleme mit den Angelverboten bei Natura 2000 Gebieten sind nach meiner Einschätzung in erster Linie ein Problem der umsetzenden. Die Richtlinien selber machen keine Vorgaben zu Angelverboten. Dagegen müssen wir uns mit aller Macht wehren. Nicht umsonst hat sich ein Angler vor kurzem aus Protest an der Elbe angekettet und es hat es eine Demo gegen die geplanten Angelverbote gegegben. Auch die Angelverbote in der AWZ sind rein ideologisch und entbehren jeder fachlichen Grundlage, auch das hat mit der Richtlinie nichts zu tun. Es wird uns nicht erspart bleiben, dauerhaft gegen verquerte Ideologien zu kämpfen. Aber die Gefahr das die WRRL dazu herangezogen wird, halte ich für geringer als bei Natura 2000. Schon jetzt sind 15,4% der terrestrischen Fläche Deutschlands und rund 45% der marinen Fläche als Natura 2000 Gebiete ausgewiesen. Auf der anderen Seite sind die Chancen und positiven Aspekte der WRRL für die Interessen der Angler nach meiner Einschätzung gross.

- Bei jeder Veränderung gibt es jemanden der sagt: "Vorher fand ich es aber besser". Das sieht man ja auch hier an den Rückmeldungen. Ich denke nicht, dass wir uns die Zeiten zurückwünschen sollten, in denen auf dem Rhein noch Schaumkronen schwammen, auch wenn man damals mehr Fische gefangen hat. Auch wenn z.B. ein Wehr in eine raue Rampe verwandelt wird, ist der Pool unterhalb des Wehres weg. Da konnte man prima drin angeln, weil da die Fische vor anstanden und nicht weiterkamen. Aber das die Fische nun das Wehr passieren können und damit ihre Laichgebiete im Oberlauf errreichen ist für den Gesamtbestand wichtig und man fängt in Zukunft insgesamt wieder mehr Fische. Wenn jemand argumentiert: Ist mir egal, ich will einfach nur an meinem Pool wie immer meine Fische fangen und die Strecke darüber gehört einem anderen Verein, dann kann ich dagegen nichts sagen. Wenn man insgesamt für die Gewässer und die darin lebenden Fische eine entscheidende Verbesserung erzielen will, dann halte ich die WWRL in ihrer jetzigen Form für eine sehr große Hilfe.

LG,

Olaf
 

fishhawk

Well-Known Member
Wieviel klimaschädliches Methan wird mit Wasserkraft produziert?
Wird schwierig zu berechnen sein, denn die Umweltbedingungen sind nicht überall gleich.

Kleiner Einstieg in die Thematik:

https://www.mdr.de/wissen/umwelt/methan-aus-talsperren-100.html

Also auch wen Kormorane einen Gewässerabschnitt ausräumen, steht das den Zielen der WRRL entgegen.
Dann wurde bei uns gegen die WRRL verstoßen, den im Zuge der "Renaturierung" wurden auch großflächige Einflugschneisen für Kormorane geschaffen.

Ich denke auch, dass ein großer Teil meiner negativen Erfahrungen nichts mit den eigentlichen Zielen der WRRL zu tun hat, sondern mit mangelhafter Umsetzung vor Ort.

Recht viel scheint die WRRL in D aber in den letzten Jahren auch nicht gebracht zu haben.

Da scheint es zu viele Schlupflöcher zu geben.

Muss man halt Pro und Contra abwägen und dann entscheiden.

Einseitiges Hochjubeln ist da wahrscheinlich ebensowenig hilfreich wie sie komplett zu verdammen.

Ausgewogene Informationen wären da sicherlich hilfreich.
 

tibulski

Member
Hallo Smithie,

Gibt es zum Thema Methanausgasung Literatur/Untersuchungen, speziell bzgl. der Methanmengen?
Wieviel klimaschädliches Methan wird mit Wasserkraft produziert?
ja, klar gibt es.

https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/gemeinde.htmlDem-Wohlensee-entsteigt-tonnenweise-Methan-Flussstausee-produziert-Unmengen-von-Methan-einem-Klimakiller/story/23984858
https://www.mdr.de/wissen/umwelt/methan-aus-talsperren-100.html
https://www.igb-berlin.de/news/wenn-seen-ins-schwitzen-kommen

Gibt noch mehr. Es kursiert die unbestätigte Zahl von 15% weniger CO2 Einsparung bei den Wasserkraftwerken als Gedacht gelesen ... Die aktuellen Informationen sind aber noch recht jung und da laufen wohl noch aktuelle Studien.
Methan wird nach den Informationn sowohl in der Stauhaltung oberhalb der Kraftwerke freigesetzt, als auch direkt an den Turbinenschaufeln durch die extremen Druckverhältnisse ...

LG,

Olaf
 

tibulski

Member
Hallo Fishhawk,

Dann wurde bei uns gegen die WRRL verstoßen, den im Zuge der "Renaturierung" wurden auch großflächige Einflugschneisen für Kormorane geschaffen.
Ich denke es ist keine Lösung die Gewässer abzusperren, sondern die Population in Europa zu insgesamt zu reduzieren. Dazu haben wir letzte Woche im Europäischen Parlament einen Vorstoss gemacht:

https://dafv.de/projekte/kormoran/item/254-kormoranmanagement-deutscher-angelfischerverband-fordert-im-europaeischen-parlament-einen-gesamteuropaeischen-loesungsansatz.html

LG,

Olaf
 
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