Raubfisch Stammtisch

rustaweli

Well-Known Member
Bis dahin habe ich aber noch nen sehr langen Weg vor mir. Bis ich wirklich weiß(!) was, wann, wie, warum und wozu. Dann werde ich 3 Ruten, finden, bauen, umbauen lassen müssen. Barsch/Döbel Gummi, Barsch/Döbel Cranks u Spinner sowie ne herrliche Hechtrute für leichte Blinker und Hardbaits.
Kommt Zeit kommt Rat.
Bis jetzt bin ich noch in der glücklichen, aber "unerfahrenen" Lage, vom Markt zufriedengestellt zu werden.
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
Eine der besten Möglichkeiten überhaupt ist, die Ruten von anderen Anglern zum ausprobieren zu nutzen ;)
Für Neubauprojekte über einen kommerziellen Rutenbauer sogar die einzige Möglichkeit, ein solches Exemplar vorher wirklich zu testen und die sonst sehr leicht mögliche spätere Enttäuschung zu vermeiden.

Das geht fast immer, wenn man nett fragt. Oder gar ein interessantes Wechselobjekt mit sich führt.
Mir ist es oft passiert, dass ich so ein fremdes Rutenobjekt in die Hand bekommen habe, es hat sofort merklich sehr geschwabbelt und erkennbar zu dünn, dann kann man es auch mit einem "Danke, jetzt habe ich einen Eindruck!" schnell wieder zurückreichen.
So mache ich es nun auch bei vielen Testbestellungen mit dem wunderbaren Rückgaberecht im Fernhandel.

Wenn man sich in großer Anglermenge zu diesem Zwecke trifft, ist es noch besser und einfacher, einen schnellen Überblick und großen Fortschritt an einem Tag zu erlangen!
 
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Andal

Teilzeitketzer
Als erstes muss man mal wissen, was man will, in konsequenter Abhängigkeit davon, was man braucht. Ein harscher Prozess, der einem viel graue, oder gar keinen Skalp mehr beschert. Als Angler hat man entweder einen fixen Plan für den Tag, oder eben nicht und fischt auf alles, was daherkommt.

Der erstere Typ steht dann aber auch öfter vor dem Dilemma, das genau dieser Plan nicht aufgeht, weil sich über Nacht die Bedingungen verändert haben und er mit seinem bis ins kleinste spezialisierten Gerät nichts, oder nur wenig machen lässt. Dann schaut er eben mit dem Ofenrohr ins Gebirge und fährt wieder heim.

Der zweite Typ hat seine eine-für-alles-Rute dabei, wohlwissend, dass er bei wechselnden Methoden und Ködern gewisse Abstriche machen muss. Der bleibt und fuchst sich irgendwie durch.

Beide Typen beschreiben schön, was alle Skifahrer, Tennisspieler, Radfahrer... u.s.w. bestens kennen und eine Karriere lang daran herumknapsen. Gut bedient ist dann der Angler, der einsieht, dass er auf keinem Bass Tournament für seinen Lebensunterhalt angeln muss und dass er sich einem gewissen Optimum nur temporär annähern kann, wird. Denn so wie wir selber altern, ändern sich auch immer wieder die Präferenzen, Moden und Methoden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die "perfekte Angelrute" kann es nicht geben und wenn eine diesem Status gefühlt entspricht, dann tut sie das nicht für lange Zeit. Darum ist der Angler dem Weibe gar nicht so unähnlich, das vor einem prall gefüllten Kleiderschrank steht und jammert, dass sie nichts anzuziehen habe. ;)
 

rustaweli

Well-Known Member
@Nordlichtangler
Hast Recht und sagte ich ja vorher - testen ist wichtig. Perfekt natürlich die Möglichkeit zum Austausch bei zufälligen Treffen oder gar direkten Treffen. Das bestellen, probieren und zurückschicken traue ich mir noch nicht. Aber schon oft überlegt. smile01
@Andal
Zum Teil gehe ich mit Dir. Oft verändern sich über die Zeit die Vorlieben oder die Ansprüche. Um dann soweit zu sein wie Nordlichtangler oder der Prof, Ruten speziell zu bauen oder umbauen zu lassen/machen, muß man wohl schon am Ende seiner eigenen Entwicklung angekommen sein. Denke ich. Habe das Beispiel gerade bei mir erlebt. Ich könnte früher weder so fischen, noch konnte ich es leiden vor der Rolle, bzw. zu weit davor die Rute zu greifen. Dann angelte ich bei miesen Wetterbedingungen, sandig schlammigen Boden, Strömung und zu leichte Jigs dabei. Um bißl was zu fühlen genügte mir nur die Fingerspitze nicht mehr am Blank. Also Hand vor die Rolle, mehr Fläche am Blank und irgendwie so verliebt in das Handling, welches ich früher verabscheute, das ich nicht mehr anders kann und möchte. Selbst bei Spinner und Cranks. :laugh2
Aber bei einem widerspreche ich Dir Andal, nach jetzigem Stand. Das mit einer Allround beim Spinnen und Erfolg, oder keiner Allround samt Abstrichen und damit verbundener Erfolglosigkeit sehe ich nicht. Mit 2 leichten Spinnruten am Wasser bist auf fast alles vorbereitet und ist auch kein Akt. Im kleinen, leichten Rucksack zwei unterschiedliche Tackleboxen, Kescher angeklippt und gut ist. Fast nicht anders wie wandern. Und wie oft wechselt man denn wirklich zwischen den Arten? Zwischen Jiggen, Blinkern, Cranken, T/C Rig, Dropshot während einer zeitlich normalen Tour? Da brauchst pro Stelle ja ewig. Ich kenne mein Wasser etwas, den gewünschten Zielfisch und gut ist. Meist laufe ich mit einer Methode hin, ner anderen zurück. Ich wechsle lieber Platz statt tausend Methoden und Köder und mache Strecke. Da langen mir 2 Ruten. Aber betrifft nur mich und wir alle sind individuell.
 
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Nordlichtangler

Well-Known Member
Lange Rede, kurzer Sinn: Die "perfekte Angelrute" kann es nicht geben und wenn eine diesem Status gefühlt entspricht, dann tut sie das nicht für lange Zeit. Darum ist der Angler dem Weibe gar nicht so unähnlich, das vor einem prall gefüllten Kleiderschrank steht und jammert, dass sie nichts anzuziehen habe. ;)
Sehr schönes Sinnbild thumbsup , das muss öfter mal hervorgekramt und als großes Plakat aufgestellt werden!

"Die "perfekte Angelrute" kann es nicht geben" , ist richtig.

Ich habe nun in den letzten Jahren mehr und mehr genau dahingehend regelrecht geforscht und variiert, und nun eine List angewandt:
So wie man mit einem Punkt nur eine winzigste quasi Nullfläche beschreiben kann,
mit 2 Punkten einen Gerade beschreiben kann,
so kann man mit 3 Punkten eine Dreiecksfläche recht notdürftig beschreiben,
mit 4 Punkten aber das perfekte Quadrat.

D.h. ich brauche 4 gut differenzielle, aber zueinander passend einsetzbare Spinruten zu einem Angelzweck, z.B. in der Zielsetzung Barsch oder Hecht-leicht, was sich auch einfach ausweiten lässt.
Damit kann ich die Oszillation der Umweltgegebenheiten regelrecht umstellen und einzäunen, einen Angelclaim abstecken.

Jetzt kommen dauernd die wechselnden Bedingungen, das Wetter mit Wind oder Gegenwind und Wellen, starke oder keine Strömung, die eigene Tagesform, Angeleifer oder eher mau müde - u.v.a.m, alles was so dauernd ohne Stillstand wechselt.

So habe ich in einer Länge eine A-Aktionsrute, eine B-Aktionsrute in erheblich härter und weicher, und eine progressive bzw. sehr dynamische Weitwurfrute fürs Jiggen oder Klopfen sowie idiotensicherer Drilleigenschaft, alle einsetzbar um die gleichen 2oz herum bis weit herunter.
Und in der Tat passt immer eine Rute ziemlich genau viel besser, d.h. ich habe mit diesen 4 Ruten diese unabwendbare Variabilität so gut umstellt, dass ich keine bessere Rute als eine von diesen 4 wüßte und in Stellung bringen könnte.

Was selbst in nur einer einzigen Länge wie den heute beliebten 9ft
zu dann 4 WG Klassen (1oz 1.5oz 2oz 3oz) und 4 Ruten eine Armada von 16 Spinruten erfordert, noch ganz ohne Reserven und Backup oder superschwere Stöcke. In mir ausreichenden und gut angelbaren 3 Längen (8ft 9ft 10ft) bin ich bei 48 Stück, das ist viel, aber könnte noch in einen Kleinbus oder gar dem mir angedichteten 7.5 Tonner ;) sehr gut aufgestellt werden.

Das bekomme auch ich nicht :D alles gleichzeitig ans Wasser geschleppt, aber so 8 Stück Im Futteral schaffe ich derweil schon.
Wobei weniger Rollen eben viel Gewicht und Platz sparen, aber man kann an bekannten Gewässern auch mit den Besuchen ganz gut abschätzen, welche man davon denn brauchen wird, wobei die beiden B-Aktionsruten genau noch diese nette "eine-für-alles-Rute" Eigenschaft mitbringen, sozusagen die beiden unteren Eckpunkte für die wechselnden Bedingungen setzen.
Oder sonst bringe ich morgen die andere fehlende im Austausch einfach mit.

Zudem kann man an WG-Klassen auch oft zur Transportvereinfachung einsparen, mit z.B. einer 1oz plus einer 2oz Rute kann ich Barsch - Forelle - Zander - Hecht und alle dazu passenden Fische gut beangeln.

Also ich nenne das mal: System "Perfekter Spinrutenset".
 
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Andal

Teilzeitketzer
@Nordlichtangler
Hast Recht und sagte ich ja vorher - testen ist wichtig. Perfekt natürlich die Möglichkeit zum Austausch bei zufälligen Treffen oder gar direkten Treffen. Das bestellen, probieren und zurückschicken traue ich mir noch nicht. Aber schon oft überlegt. smile01
@Andal
Zum Teil gehe ich mit Dir. Oft verändern sich über die Zeit die Vorlieben oder die Ansprüche. Um dann soweit zu sein wie Nordlichtangler oder der Prof, Ruten speziell zu bauen oder umbauen zu lassen/machen, muß man wohl schon am Ende seiner eigenen Entwicklung angekommen sein. Denke ich. Habe das Beispiel gerade bei mir erlebt. Ich könnte früher weder so fischen, noch konnte ich es leiden vor der Rolle, bzw. zu weit davor die Rute zu greifen. Dann angelte ich bei miesen Wetterbedingungen, sandig schlammigen Boden, Strömung und zu leichte Jigs dabei. Um bißl was zu fühlen genügte mir nur die Fingerspitze nicht mehr am Blank. Also Hand vor die Rolle, mehr Fläche am Blank und irgendwie so verliebt in das Handling, welches ich früher verabscheute, das ich nicht mehr anders kann und möchte. Selbst bei Spinner und Cranks. :laugh2
Aber bei einem widerspreche ich Dir Andal, nach jetzigem Stand. Das mit einer Allround beim Spinnen und Erfolg, oder keiner Allround samt Abstrichen und damit verbundener Erfolglosigkeit sehe ich nicht. Mit 2 leichten Spinnruten am Wasser bist auf fast alles vorbereitet und ist auch kein Akt. Im kleinen, leichten Rucksack zwei unterschiedliche Tackleboxen, Kescher angeklippt und gut ist. Fast nicht anders wie wandern. Und wie oft wechselt man denn wirklich zwischen den Arten? Zwischen Joggen, Blinkern, Cranken, T/C Rig, Dropshot während einer zeitlich normalen Tour? Da brauchst pro Stelle ja ewig. Ich kenne mein Wasser etwas, den gewünschten Zielfisch und gut ist. Meist laufe ich mit einer Methode hin, ner anderen zurück. Ich wechsle lieber Platz statt tausend Methoden und Köder und mache Strecke. Da langen mir 2 Ruten. Aber betrifft nur mich und wir alle sind individuell.
Ich habe ja die beiden Extreme beschrieben und du hast das ja in deinem letzten Satz auch bestätigt. Da sind so viele persönliche Anteile mit im Spiel, dass man nie zu einer einzigen "Lehrmeinung" kommen kann.

Ich gebe z.B. gar nichts auf die Detektion von Finger am Blank. Für mich sind die ersten paar Meter Schnur vor der Rutenspitze entscheidend. Hab ich mir so angewöhnt, isso und es funktioniert bei mir. Ebenso ist es mir zu viel, eine zweite Rute beim Spinnen mitzunehmen. Auch eine rein persönliche Sache.

Und zum Glück leben wir nicht in Nordkorea, wir müssten alle im Gleichtakt angeln! ;)
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
Man kann sowas auch "Begeisterung für eine Sache", "Hingabe und extreme Fokussierung", "Flammendes Feuer der Leidenschaft" nennen, wahrlich Feuer und Leiden, das geht ja nicht pianissimo und nicht ohne Blutzoll.

Das, was die Barden sungen und die Dichter niederschrieben, was alle Epochen, Kulturen und Menschlein immer interessiert hat.
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
Hier noch ein schöner Hecht von vorgestern abend:


Der wurde mit gerade 78cm das Opfer der sehr universellen und giftig-straffen "Mittelspinrute 1.5oz" Aspius MH 270, wo beim zweiten Male sein probieren und blitzschnelles auspusten nicht mehr funktioniert hat!
Das ist ja so in etwa die übelste Eigenschaft der Raubfische, wo sie in Wassern durch dauernde Kunstköderpräsenz geschläut uns Spinangler gerne nur ärgern ...

Insofern war es sogar eine Premiere als mein größter Naabhecht bisher, und dazu eine sehr gelungene Pfannenpremiere!
 

Hecht100+

Moderator
Teammitglied
@Nordlichtangler Steht gut im Futter, der Esox. Welche Tiefe ungefähr hast du den geharkt.
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
Genaue Tiefe weiß ich nicht, aber so 2-3m können es in der Entfernung nur gewesen sein.
Ziemlich dicht am Boden, ich denke der hat da die reichlich vorhandenen Grundeln gejagt und gefressen, und sehr seltsam gebissen.
So eine Fleischfarbe habe ich auch noch nicht gehabt!
 

rustaweli

Well-Known Member
Petri zum schönen Hecht @Nordlichtangler !

Passt perfekt zum Thema und würde diesbezüglich sehr gern Euer Wissen und Eure Erfahrungen anzapfen.
Worum geht es?
Hechte waren bei mir, wenn überhaupt, nur Beifänge und auch sehr selten. Gern würde ich Ihnen zukünftig zwischen der Friedfischerei und Barsch/Döbel Suche öfter gezielt nachstellen. Fange da aber wohl fast bei Null an.
Meine Frage : Stationärrolle, oder doch eine Multirolle(keine BC, zu doof dafür)? Befischen möchte ich hauptsächlich Uferbereiche und flache Gewässerbereiche. Oberflächennah oder in Tiefen von 0,5 bis ca. 1 Meter. Für leichte Spinner oder leichte Blinker nehme ich ne andere Kombo. Hier geht es mir aber speziell um Wobbler sowie Jerkbaits in den Größen um die 15cm, nicht kleiner und selten größer. Getwitcht, eingeleiert, alles dabei. Geht ja arg auf die Rolle. Was meint Ihr, ne günstige Stationäre und den Verschleiß akzeptieren, oder soll ich mich mit einer Multi zum Spinnen anfreunden?
Danke schon mal!
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
Die Auswahl an Stationärrollen ist doch groß genug und war in die Vergangenheit geschaut, schon sehr groß. Bedürfnisse nach starken Rollen wurden schon lange wahrgenommen und in vielen Varianten mehr oder weniger erfolgreich bedient.
Es gibt mindestens etliche Stationärrollenfamilien, die deutlich stabiler sind als Multirollen unterhalb der schweren Meeresfischerei, welche besonders eben mit Kampfstuhl und angegurtet eine wirklich andere Liga ist.
Aber sobald da jemand als Spinangler frei auf seinen 2 Beinen mit rumsteht und mit seinen 2 Armen und Händen arbeitet, gibt es immer eine deutliche Schwachstelle noch vor einer stabilen Rolle mit heute leicht möglicher sehr starker Dyneema-Schnur: Der Angler selber!

Eine Multirolle bietet einem wirklich einen merklichen Vorteil im Bigbaiting in der (halb-)pfundigen Köderklasse, wo sie unter 400g wiegen kann, die Stationäre der verbreitenen Ryobi/Shimano Größe 6000/8000 aber 600g und mehr mitbringt. Das wird mit so einem Klops schon anstrengend.
Bis zur deutlich kleineren 400g Stationärrollenklasse kommt man mit Stationärrollen aber gut und komfortabel aus, auch wegen der anderen Griffhaltung (wenn denn ein unabdingbar passender Griff drauf ist!), und kann bis etwa 200g hinauf spinnen, auch recht leichte Ruten dafür gibt's inzwischen, modernen Vielschichten-Blanks sei dank.

Beim Hecht kann das schon bedeutsam sein, jedenfalls wenn man die manchmal glückhaft gehakten Krokodile auch beherrschen will, das ist immer ein Kampf auf Biegen und Brechen, Hechte mögen Gerätezerstörung auf allen Ebenen und jedem Detail, machen auch vor dem Angler nicht halt, anspringen, schnappen und beißen ist da voll normal, blutige Finger gibt es öfter, noch fieser sind dann schon vom Hecht im Angler verankerte Drillinge, die teilen auch gerne aus wenn man sie geärgert hat!
Und nochmal mehr, wenn ich ihnen die Pfanne ankündige ...

Für gezieltes Hechtangeln gibt es für die Rolle meiner Ansicht nach eindeutig eine Vorgabe:
Man braucht eine einigermaßen große Rolle mit einem Alubody und Aluspule, der Rotor und Abdeckplatte dürfen nach dem heutigen Stand schon aus Kunststoff sein, dazu sind glücklicherweise einige Fortschritte in Entwurf und Mechanik erarbeitet worden. Am besten natürlich alle 3 Hauptteile + Spule aus Alu, ist aber bei aktuellen Angeboten sehr selten geworden.
Bestätigt wird dies Webweit rauf und runter durch den ansonsten schnellen Rollenverschleiß (also keine Jahrzehnte Haltbarkeit), wenn die Stationärrollen zu schwächlich, zart und weichwerdend ausgelegt wurden. Viele Events und Geschichten werden auch lieber nicht erzählt ...
Selbst bei nur Zanderfischen hauen viele Hänger eine Rolle schnell kaputt, dazu braucht es nichtmal einen Fisch.
Beim hechteln haut man letzlich gezwungenermaßen immer voll rein, auch am übelsten in die Steine ...
Ich haue eine schwächliche Rolle beim hechteln auch schon in einer halben Stunde zuschanden, Heckbremsen halten leider nicht, oder wie früher mal vom Boot die Rolle zentral gleich ganz kaputt. Oft geht das einfach durch immer stärkeres einkurbeln gegen den Widerstand.

Als weitere Faktoren für die Rolle ist dann eine Rolle ohne Wormshaft (was die teureren Shimano ab Stradic sind/wären) sinnvoll.
Die unter Last durchkurbelbare unverrückbare gelagerte und gut geschmierte(!) Rolle bietet technisch ein langes Durchhalten, erheblich mehr Reserven und Zwangsmaßnahmen gegen widerspenstige Hechte, was mit Pflanzen, Uferbäumen, Hindernissen oder Ankerketten und Stahlseilen im Wasser einhergeht. Da ist nichts mit einfach laufen lassen gegen die Bremse ...
Gibt aber auch zahme Badewannengewässer, da spielt das wahrlich kaum eine Rolle. Aber da sind auch selten die tollsten Hechte ...

Die sinnhafte Rollengröße ist heute aktuell genau wieder recht einheitlich ab der 3000 (Japan) mit ca. 250g aufwärts ( Ryobi sowieso lange, neue Shimanos wieder und neue Daiwa LT ), bei älteren Daiwa ist das noch mit 2500 benummert, sie haben die Größen seit 2017 angepasst und verringert.
Bewährter Hecht-Standard ist die 300g schwere Shimano=Ryobi 4000 nun lange gewesen, Daiwa hat mit ihrer 300g schweren alten 3000 (= 5000 neu) noch einen netten Tick passend drauf gepackt.
Andere Hersteller/Vertreiber sind hinter den 3 großen Namen aus Japan recht bedeutungslos, wenn es um maximale Leistung geht.

Die Notwendigkeit oberhalb des möglichen leichten Hechtangelns für größere Rollen 3000 -> 4000 -> 5000 -> 6000 ergibt sich vornehmlich durch die Köderklasse, die Massen selber, Wasserwiderstand und Hängersituation, Rauskurbeln von Pflanzenbündeln oder halben Bäumen.
Das diktiert das Vergrößern der Rolle, damit die Belastungen schadlos verdaut werden können, 10g Minnow-Wobbler ist was vollkommen anderes als 23cm GuFis mit Köpfen ab 20g bis 50g, man kommt schnell auf 150g Ködermasse, aber auch bis 500g hinauf können manchmal gewünscht sein, letztlich ist man als Spinangler gar nicht in der Lage, alle Futterfische nachzubilden ;)

Ich löse für mich die Rollenfrage so, dass ich immer auf Hecht eingestellt bin, weil ich überall wo ich angele, welche habe und die selbst beim Barsch oder Forelle oder Rapfen/Aland/Rum-Döbeln auch mit brauchbarer Chance bearbeiten können will.
Die Überraschungen kommen immer unverhofft und dann knüppeldicke ...
Mit den stärkeren Rollen (und nur wenige 10g Gewichtsaufschlag) lassen sich auch andere Fische gut bzw. sogar besser (wegen mechanischem Bremsen-Optimallauf in den geringen Lasten bei dünner Mono) beangeln, was nur in dieser einen Richtung passend funktioniert.
Und die Rollenvielfalt sehr einschränkt, also für wohltuende Ruhe an der Rollen-Tacklefront sorgt! :geek

Also mal als Daumenpeilung für die "Standard"-Hechtspinrute Nr.1
* 2,7m (reale 2oz (=56g)) WG Spinrute je nach eigener Vorliebe in Aktion A,B,C .
(D.h. auf der Rute steht irgendwas von 7-28g 14-56g 20-60g oder 50-100g drauf, kann alles 2oz sein)
* Rolle Daiwa BG 3000 (alte Daiwa 3000 = 5000 neu) Größe oder anderes Schwestermodell.
* Schnur mit eigen-ausgetesteter Knotentragkraft ab min. 7kg , in 2 Farben grün und bunt(gelb), was min. einer E-Spule bedarf.
 
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phirania

phirania
Hier noch ein schöner Hecht von vorgestern abend:


Der wurde mit gerade 78cm das Opfer der sehr universellen und giftig-straffen "Mittelspinrute 1.5oz" Aspius MH 270, wo beim zweiten Male sein probieren und blitzschnelles auspusten nicht mehr funktioniert hat!
Das ist ja so in etwa die übelste Eigenschaft der Raubfische, wo sie in Wassern durch dauernde Kunstköderpräsenz geschläut uns Spinangler gerne nur ärgern ...

Insofern war es sogar eine Premiere als mein größter Naabhecht bisher, und dazu eine sehr gelungene Pfannenpremiere!
Dickes Petri von meinerseits thumbsup
 

PirschHirsch

Well-Known Member
Hier geht es mir aber speziell um Wobbler sowie Jerkbaits in den Größen um die 15cm, nicht kleiner und selten größer

Die Ködergröße ist quasi irrelevant bzw. sagt gar nichts aus

--> wichtig sind Real(gesamt-)gewicht und die Druckentwicklung.

Es gibt z. B. 18-cm-Köder, die kaum was wiegen - und 10er oder 12er, die richtige Brocken-Gewichte auf die Waage bringen (z. B. recht kleine, aber schwere Lipless Cranks). Oder als Super Deep Runner mit Großschaufel auch starke XH-Ruten gleich ordentlich krummziehen.

Die Rute braucht halt auch noch genügend Power für eine sinnvolle Köderführung und für einen Anschlag mit Verankerungs-Potenzial (vor allem auf Distanz). Der Anschlag muss sich bei großen Drillingen möglichst derb zimmern lassen, Streicheln bringt da gar nix.

Und die Rute sollte zwecks Optimal-Aufladung auf die Ködergewichte abgestimmt sein (bzw. andersrum die Köder auf die Rute).
 
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rustaweli

Well-Known Member
Danke Euch!
Also Deeprunner hatte ich ja ausgeschlossen. Dennoch werde ich zwischen 20-60 Gramm rum liegen. Die Rute wird hart sein, bei 80-100 WG sein, in 2,70m. Das vorab. Schnur geflochten, 12kg Tragkraft, Vorfach halt Stahl.
Also halte ich fest: bei heutigem Technikstand ist eine Stationäre vorzuziehen. 4000er, vielleicht sogar ne 5er zwecks Wallerangst. Hier mehr wie möglich.
Rolle Alu, kein Wormshaft. 3 Anbieter, dann kommt lange nichts.
Shimano, Ryobi, Daiwa. Verschleiß gibt es eben, vor allem (wie bei mir) bei Kraut, Geäst und mehr.
thumbsup
 
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