Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Franz_16

Mitglied
Hallo Leute,
Rollen haben mitunter ganz verschiedene Bremskräfte.

Hier einfach mal ein paar Beispiele die das deutlich machen sollen in welchem Bereich sich die Bremskräfte bei z.B. Rollen der Größe 3000 ungefähr bewegen:

Dead Ringer RD-30 (Heckbremse) - 3kg
Shimano CATANA 3000 SFC - 3kg
Okuma Longbow XT BF LBXT-630 (Freilaufrolle) - 3kg
Quantum Ultrex FD 530 - 4,5kg
Shimano CASITAS 151 (Baitcaster) - 5,5kg
Abu Garcia Orra Inshore 30 - 5,5kg
Penn Conflict 3000 - 6,8kg
Quantum Exo Ti 1130 - 7,1 kg
Daiwa 17 Morethan 3500 - 8kg
Shimano Sedona C3000 FE - 8,5kg
Penn SPINFISHER SSV3500 - 9kg
Shimano Stella C 3000 FI - 9kg

Quantum CABO PT 4000 - 13,6



Meine Frage:
Achtet ihr beim Rollenkauf fürs Süßwasser auf die Bremskraft? Wenn ja, ist mehr immer besser?
 

Damyl

Alte Schule
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Ich habe noch nie auf die Bremskraft geachtet. Viel wichtiger ist mir das die Schnur ruckfrei abläuft.
Hatte noch nie eine Rolle bei der ich Bremskraft vermisst habe.
 

yukonjack

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

noch nie drauf geachtet.
 

Taxidermist

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Meine Frage:
Achtet ihr beim Rollenkauf fürs Süßwasser auf die Bremskraft? Wenn ja, ist mehr immer besser?
Nur bei Rollen zum Wallerangeln interessiert mich die Bremsleistung, für alles andere in unseren Gefilden reicht 5 Kg an der Bremse dicke aus und das hat jede Kirmesrolle (Aldi/Lidl)!

Jürgen
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Ich habe noch nie auf die Bremskraft geachtet. Viel wichtiger ist mir das die Schnur ruckfrei abläuft.
Hatte noch nie eine Rolle bei der ich Bremskraft vermisst habe.
Dito - sauber und ruckfrei anlaufen find ich auch wichtiger - meist hält die Rute ja nicht ansatzweise das aus, was ne Rolle bremsen könnte..

Meeresangeln, BigGame oder Großwaller mit entsprechenden Knüppeln sieht das wieder anders aus ....
 

MaikRB

Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Auch beim Angeln auf Karpfen ist eine Rolle mit vernünftiger Bremskraft
nicht zu verachten um sie beispielsweise vor evtl. Hindernissen fernzuhalten.
 

geomas

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Wie ist denn die Bremskraft einer Angelrolle definiert?

Bei den meisten Rollen kann ich die Bremse „anknallen” bis zu einem sehr hohen „Bremskraft-Wert”. Typischerweise weit über der Tragkraft einer für die Rollengröße passenden Schnur.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Auch beim Angeln auf Karpfen ist eine Rolle mit vernünftiger Bremskraft
nicht zu verachten um sie beispielsweise vor evtl. Hindernissen fernzuhalten.
Hallo Maik,
hook and hold ? ;)

Was mir gerade in diesem Zusammenhang aber auffällt, Freilaufrollen haben recht "wenig" Bremskraft.

Meine 12.000er Thunnus z.B. bringt "nur" auf 11kg.

Kennt jemand den Grund warum Freilaufrollen relativ wenig Bremskraft haben?
 

geomas

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Hallo Maik,
hook and hold ? ;)

Was mir gerade in diesem Zusammenhang aber auffällt, Freilaufrollen haben recht "wenig" Bremskraft.

Meine 12.000er Thunnus z.B. bringt "nur" auf 11kg.

Kennt jemand den Grund warum Freilaufrollen relativ wenig Bremskraft haben?
Franz, hast Du die Bremskraft selbst gemessen und wenn ja: wie?
 

geomujo

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Schönes Thema.
Selbstverständlich achte ich bei der Auswahl der Rolle auch auf die Bremse. Jüngstes Beispiel der Austausch der Luvias 2506 mit 3kg gegen die Revo LT 2500 mit 8,2kg Bremskraft. Es hat sich auf Dauer dann doch herausgestellt, dass die Bremse der Luvias für das Jiggen auf Zander zu schwach ist. Ich muss ewig drehen um Bremsdruck aufzubauen und wenn ich dann den Punkt gefunden hab den ich benötige hab ich kaum noch eine Reserve. Gerade zum Angeln auf Zander würde ich eine möglichst starke Bremse wählen.

Die angesprochene Orra Inshore hatte ich mal in 35er Größe ebenfalls mit 5kg. Diese kaute an der Rocksweeper beim Jiggen auf dem Zahnfleisch. Hingegen sind mit 1, 2 und 3-kg-Bremsen für den Finesse-Einsatz sehr willkommen. Eine 8kg-Bremse an der UL macht wenig Sinn, ja wäre sogar kontraproduktiv - an so mancher Bass-Rute würde ich mir aber durchaus mehr als 1-2kg Bremskraft wünschen. Dumm nur dass Daiwa bei den hochwertigen Rollen ausschließlich 2kg-Bremsen für die 2000er Größe vorsieht.
 

Franz_16

Mitglied
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

@geomas
Nein, das ist eine Hersteller-Angabe.

Ich hatte aber z.B. bei einer 4000er RedArc schon die Situation dass die Bremse "dicht" war und dennoch Schnur abgezogen wurde. Schnur war eine 0,20er Geflechtschnur. Die Schnur trägt bestimmt 10kg - das wird die Rolle nicht an Bremskraft aufbringen.
 

Bimmelrudi

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AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Die Frage ist eher, was gibt der Hersteller da genau an?

Ist es die max. Bremskraft, die zwar theoretisch möglich, aber in der Praxis tunlichst vermieden werden soll, oder ist es vielleicht die Nenn-Bremskraft, die der Praxis schon eher nahe kommt.

Bei einigen Herstellern ist es bekannt, das gerade hier in Europa eher die max. Bremskraft angegeben wird, während man zb in Japan beim gleichen Modell beide Daten einsehen kann.
Einer dieser Hersteller fängt mit S an, brauch ich glaub ich nicht weiter erklären wen ich da meine.

Als Beispiel nehme ich da einfach mal die Ultegra (die Spin-Modelle, nicht BigPits).
Ich hab selber eine (2500), ist zwar das vorherige Modell, die Bremskraft ist aber identisch mit der aktuellen.
Als Bremskraft steht bei meiner drauf 9kg..so wird sie hier in Europa angegeben.
Denkt man sich jetzt, wow super.
Auf japanischen Seiten findet man auch diese 9kg, allerdings bei max. Bremskraft.
Die praktikable liegt eher bei 3-3,5kg und das geben die Japaner auch mit an.
http://www.plat.co.jp/shop/catalog/product_info/language/de/products_id/33100/cPath/4027_4029_4034_3845/reel/17-shimano-ultegra-2500-free-shipping-ep.html

Hinzukommt, das eigentlich niemand wirklich weiß, ob diese Werte real oder im Labor entstanden sind, und, was vielleicht noch wichtiger ist, ob man da auch die Bremse so getestet hat wie sie auch in den Handel geht oder gar optimiert hat durch zb bessere Bremsscheiben nur für den Test.
So abwägig wäre das nichtmal, findet man ja quasi quer Beet durch alle Produkte des Bedarfs, und sei es nur drum dadurch sein Produkt besser zu platzieren (siehe Spritverbrauchsangaben bei Fahrzeugen zb).

Warum hier unterschiedliche Werte herangezogen werden, nunja, kann man freilich spekulieren.
Ich vergleich das aber auch ganz gern mit den Angaben bei Geflecht, da schauts nämlich ähnlich aus.
 
Zuletzt bearbeitet:

geomas

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

@geomas
Nein, das ist eine Hersteller-Angabe.

Ich hatte aber z.B. bei einer 4000er RedArc schon die Situation dass die Bremse "dicht" war und dennoch Schnur abgezogen wurde. Schnur war eine 0,20er Geflechtschnur. Die Schnur trägt bestimmt 10kg - das wird die Rolle nicht an Bremskraft aufbringen.
Danke für die Erläuterung.
 

geomujo

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Am Beispiel der Revo Yabai kann man schön erkennen wie die Bremse bzw. deren Lastenangaben einzuordnen sind. Die Maximale-Bremskraft liegt bei 2kg. Aber auch nur, wenn man die Bremse richtig zuknallt. Der operative Arbeitsbereich hingegen ist mit 300-600g angegeben, was dem Gefühl nach auch stimmt. Verwendet man eine entsprechende Rute liegen auch im Drill größerer Fische nur sehr geringe Lasten an. Je kräftiger de Rute umso mehr sollte auch die Bremsleistung dazu an der Rolle steigen.
 
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Hier einfach mal ein paar Beispiele die das deutlich machen sollen in welchem Bereich sich die Bremskräfte bei z.B. Rollen der Größe 3000 ungefähr bewegen:
'Ungefähr' ist wichtig, denn ob die Angaben immer stimmen? ... bei voller Spule oder bei leerer?

Die meisten Angler in Deutschland haben vermutlich keine Ahnung was sie für Bremskräfte fischen. Das ist ja auch nicht schlimm, solange es immer reicht oder funktioniert. 5 kg sind hier schon eine Menge; v.a. an einer langen Rute.

Zum Vergleich mal die Herstellerangaben einer älteren Wallerrolle und einer alten Biggame Multi:
Penn Spinfisher 850 SSM, 766g, MAX DRAG 11lb | 4.9kg
Penn Senator 115L2, 1615g, 24lb | 10.8kg
http://www.pennfishing.com.au/penn-reels-spinning-reels-penn-spinfisher/penn-spinfisher-metal/1424953-0100.html
http://www.pennfishing.com/penn-reels-conventional-reels-penn-senator/penn-senator-star-drag/1285660.html#start=2
 
Zuletzt bearbeitet:

Drillsucht69

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Ich achte auf gute Wicklung / Schnurverlegung und die Bremse muß schön ruckelfrei, gleichmäßig und ohne anlaufschwerigkeiten anlaufen...
Bremskraft sollte die auch schon mind. 6-7 kg haben...
 

Franz_16

Mitglied
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

'Ungefähr' ist wichtig, denn ob die Angaben immer stimmen? ... bei voller Spule oder bei leerer?

Die meisten Angler in Deutschland haben vermutlich keine Ahnung was sie für Bremskräfte fischen. Das ist ja auch nicht schlimm, solange es immer reicht oder funktioniert. 5 kg sind hier schon eine Menge; v.a. an einer langen Rute.

Zum Vergleich mal die Herstellerangaben einer älteren Wallerrolle und einer alten Biggame Multi:
Penn Spinfisher 850 SSM, 766g, MAX DRAG 11lb | 4.9kg
Penn Senator 115L2, 1615g, 24lb | 10.8kg
http://www.pennfishing.com.au/penn-reels-spinning-reels-penn-spinfisher/penn-spinfisher-metal/1424953-0100.html
http://www.pennfishing.com/penn-reels-conventional-reels-penn-senator/penn-senator-star-drag/1285660.html#start=2
Hi Lorenz,
das ist ja mal interessant. Herzlichen Dank für die Info. #6
Hätte nicht gedacht dass diese "Schwergewichte" einst so wenig Bremskraft hatten.
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Ich hatte aber z.B. bei einer 4000er RedArc schon die Situation dass die Bremse "dicht" war und dennoch Schnur abgezogen wurde. Schnur war eine 0,20er Geflechtschnur. Die Schnur trägt bestimmt 10kg - das wird die Rolle nicht an Bremskraft aufbringen.
Normal sind bei der 5kg angegeben.
Selbst mit voller Spule und damit langem Hebel bekommt man mit Ach+Krach bei starken Finger die Bremse so zugeknallt, dass 10kg gehoben werden können - ausprobiert.
Realistischer sind machbare 8,5kg.
Die habe ich schon mal wirklich gebraucht und seitdem achte ich da auch auf eine mindeste Bremskraft für die guten Fischchen.
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Nur bei Rollen zum Wallerangeln interessiert mich die Bremsleistung, für alles andere in unseren Gefilden reicht 5 Kg an der Bremse dicke aus
Im Grunde stimmt das genau, real 5kg ist sogar ein oft vorgesehener Wert bei 4000 (Shimano-Size) Rollen.
Für die recht normalen Feld-,Wald- und Wiesenmeterfische reicht das.

und das hat jede Kirmesrolle (Aldi/Lidl)!
Leider nicht, denn es muss auch wie schon geschrieben sauber und ruckelfrei sein, und die gesamte Rolle wie Rotor und Schnurlaufröllchenarm müssen das auch halten. Wenn sich die ganze Rolle schon bei 3kg Zuglast um 45Grad verwindet, taugt das auch nicht mehr viel.
 

Nordlichtangler

Well-Known Member
AW: Rollenkauf: Wie wichtig ist Bremskraft im Süßwasser?

Ist es die max. Bremskraft, die zwar theoretisch möglich, aber in der Praxis tunlichst vermieden werden soll, oder ist es vielleicht die Nenn-Bremskraft, die der Praxis schon eher nahe kommt.

Bei einigen Herstellern ist es bekannt, das gerade hier in Europa eher die max. Bremskraft angegeben wird
Genau, die Prospekt-Angaben und Phantasiewerte der Hersteller ...

Die angegebene Bremskraft sagt meist kaum was, man kann aber in der gleichen Typenreihe sehen, dass die eine mit der doppelten Angabe mehr abkönnen soll als die kleinere.

Wenn man kaum Schnur auf der Spule hat, ist die erzeugte Bremskraft bei selber Knob-Einstellung höher.
Wenn man Schnur bis zum Rand auf der Spule hat, ist die erzeugte Bremskraft bei selber Knob-Einstellung niedriger.
Das errechnet sich leicht durch das Verhältnis Spulenkantendurchmesser zu Spulenkerndurchmesser, das kann schon leicht Faktor 2 sein.

Die Kraftmessung mit einer quasi angeklebten Schnur auf dem Spulenkern ist per se verdammt sinnlos, denn:
Es ist eben kaum noch Schnur da, die freigegeben werden kann.

Also: Schnur aufspulen, Gewichte dranhängen und heben oder mit der Federwaage messen. Nur das reale zählt.
Für viele vlt. noch eine neue Erfahrung: Mal 3kg, das sind 2 volle 1.5L Wasserflaschen aus sinnigerweise PET-Material, die man mal an der 2,70m Rute mit Rolle und durchgefädelter Schnur heben möge.
Dann wenn noch Lust vorhanden, mit 5kg, 7kg, 10kg, ...
 
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