Rollenpflege mit waffenöl?

geomujo

Well-Known Member
Danke soweit, vor allem für das Angebot :) Ich behat's im Hinterkopf
Muss ja auch nicht sein - eBay liefert doch eine ganze Menge an speziellen Fetten für Carbon-Bremsen. Da sind auch ein paar Händler aus Deutschland dabei u.A. für das CALs. Da werd ich dann wohl bald nochmal nachinvestieren.
https://www.ebay.de/sch/i.html?LH_PrefLoc=2&_osacat=0&_odkw=drag+grease&_from=R40&_trksid=m570.l1313&_nkw=drag+grease&_sacat=0

Und hier noch kurz die Situation in Bildern - PS der Key-Washer ist übrigens doch aus Metall - ist nur schwarz lackiert. Das macht es auch so schwierig das gut zu fotografieren. Jedenfalls eine fast schon erschreckend einfach aufgebaute Bremse. Aber genau so wollte ich das ja auch. :)

Aber sehe ich das richtig, dass die gesamte Brems-Funktionalität an den kleinen Nasen der Carbon-Scheibe hängt?! Warum wählt Abu ausgerechnet so eine Konstruktion und nicht wie bei der MGX?

DeezDrag3.jpg

DeezDrag2.jpg DeezDrag1.jpg

EDIT
Alanhawk hat das Bremsmodell auch bei seiner Penn Clash beobachtet und ein paar Zeilen dazu geschrieben. Man kommt wohl mit weniger Key-Washer aus, da die Scheibe gleichzeitig von beiden Seiten angepresst wird. Das spart Kosten und hält die Konstruktion simpel. Sein Modell war nun 3 Jahre in Gebrauch und er konnte kein Abbauen der Bremse in der Zeit feststellen. So, die Deez hat ja nun nur eine einzige Scheibe und folglich nur eine Fläche, die Bremskraft erzeugt. Warum man da diese Konstruktion wählt ist daher fraglich. Die Bremse im Realbetrieb jedenfalls ist einfach nur Klasse und was Anlaufwiderstand angeht einer Luvias deutlich voraus. Die ist so fein, dass im Drill die Phasen in der die Spule dreht immer nur ganz kurz sind, sie reagiert also nahezu perfekt auf den eingestellten Wert. Das läuft um Welten beser als z.B. bei der MGX. Aber es wäre doch schade, wenn der Spass nur kurz währt. Da ich von dem Modell möglichst lange etwas haben will, sorge ich da lieber vor als nach.
http://www.alanhawk.com/reviews/clsh8.html
 
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Bimmelrudi

Well-Known Member
Mit den Nasen einer einzigen Scheibe spart man einfach die Kosten eines kompletten Stacks aus 3 oder mehr Scheiben zuzügl. Washers.
Die Nasen sitzen ja in entsprechenden Aussparungen der Spule, solange die Nasen entsprechend der Aussparung entsprechen, können seitliche Kräfte (Rutschen zb) eben nicht wirken. Dementsprechend gut funktioniert dann auch die Bremse mit nur einer einzigen Scheibe.
Aber wehe dem die Nasen nutzen sich stärker ab, was dieses System durchaus auch forciert wenn nicht passgenau gearbeitet wurde, dann hast du mitunter schlagartig eine Bremse, die nur einen Bruchteil dessen bremst, wie kurz zuvor. Es entsteht dann halt Spiel zwischen Nasen und Aussparungen, was die Bremskraft deutlich mindern kann, im schlimmsten Fall rutscht die Scheibe einfach durch.
Um genau dies zu verhindern hat Penn eben diese im Kern verstärkten HT-100 Scheiben wohl verbaut, die Dinger sind so dermaßen hart, die kannste kaum mit ner Schere schneiden, geschweige denn mit Locheisen ausstanzen (mehrfach probiert, da fliegt dir eher der Hammer um die Ohren dank dem Epoxy).
Es gab auch mal einige Penn-Modelle, wo die Scheiben hexagonal ausgeführt wurden. Findige Bastler fanden später dann heraus, das selbst bei anderen Penn-Modellen wo runde Scheiben drin sind, diese hexagonalen deutlich bessere Bremswirkungen erzielten.

Daiwa hatte bei einigen kleinen Rollenmodellen der 70er und frühen 80er auch mal ein Einscheibensystem, welches allerdings anders funktionierte.
Der Metalwasher war hier nicht nur eine plane durchlochte Scheibe, sondern ein gestanztes rundes Stück Federstahl, dessen seitliche Enden entgegengesetzt gebogen waren.
Dadurch erzeugte man zusätzlichen Anpressdruck auf die einzelne gleichgroße Teflonscheibe, die damals als das Nonplus Ultra galt, da völlig wartungsfrei.
Die Rollen hatten damals etwa 2-3kg Bremskraft, das ist sehr viel für die Größe dieser Rollen aus jener Zeit (deutlich kleiner wie 1000er Shimano Größe).
 

geomujo

Well-Known Member
Danke für die ausführliche Erklärung. Ist ja mal interessant zu sehen, was so alles in Sachen Bremse zu erwarten ist. Das wird vor dem Kauf natürlich nirgends beschrieben. Ja, ich sehe auch bei meiner Scheibe, dass ein klein Wenig Abrundung/Abnutzung der Nasen stattgefunden hat. Spiel hat sie in jedem Fall - aber ich sehe das weniger wild, da die Richtung in der die Bremse wirkt ja nur eine von zweien ist, somit stößt die Bremsscheibe auch immer mit derselben Seite der Nase an den Spulenkörper. Das sieht man auch an der asymetrischen Abnutzung auf dem Foto - (schwer zu erkennen). So rein geometrisch müsste man ja auch eine quadratische Bremsscheibe nehmen können. Ich empfand die der Revo jedenfalls als ziemlich dünn. Weiß ja nicht wie dünn Scheiben sonst sind, aber die kam so auf ca. 1mm. Kann mir nur schwer vorstellen, dass da noch was im Kern ist. Und ja - die Bremse ist mit nur 1 bzw. 2kg angegeben. Aber die LT kommt auf stattliche 8,2kg, dann aber mit 2 Scheiben. Hmm ich werd sehen, wenn die Scheiben eintreffen. Noch besteht ja kein Grund zum Wechseln der Scheiben, da sie bisher TipTop funktionieren.

Vielleicht ist das so ähnlich wie mit dem automatischen Bügelumschlag :) Womöglich sehe ich ein Problem, wo eigentlich keines ist.
 

Bimmelrudi

Well-Known Member
Die Scheibendicke kann mitunter recht unterschiedlich zwischen den einzelnen Rollen sein. Vorallem dann, wenn unterschiedliche Bremssysteme verbaut sind (Einscheiben/Mehrscheibensystem).
Von 0,6 bis 1,5mm findet man in diversen Rollen, wobei 1,5mm schon eher selten vorkommen.
Die gebräuchlichsten Stärken sind eher 0,8mm 1mm und 1,2mm. smile01

Vorsorge kann nicht schaden, gerade bei etwas ausgefallen geformten Scheiben. Die könnte ich auch nicht einfach so mal ausstanzen, die müßte ich dann auch nachbearbeiten damit sie passen. Bei einfachen runden Scheiben wäre das kein Thema.;)
 

geomujo

Well-Known Member
So, die Scheiben kamen heute an und ich hab wohl genau die richtigen bestellt :) Sie scheinen aber minimal dicker zusein als die originalen Abu-Scheiben (gefühlt). Man erkennt auch ganz gut den hellen Kunststoffkern der neuen Scheiben. Ich mach heut Abend mal Detailfotos.
Und hier nochmal die Info für die, die ebenfalls diese JDM Revo kauften und sich die gleiche Frage stellen.

Die 2500er LT Modelle + die Deez benötigen die größeren Scheiben
https://www.mysticparts.com/56-CFT3000-Washer-Drag-Washer-uses-2-P29195.aspx
Die 2000er LT-Modelle + Studious + Yabai benötigen die kleineren Scheiben
https://www.mysticparts.com/56-CFT2500-Washer-Drag-Washer-P29158.aspx

Ob die nun 0,2mm dicker ist dürfte eigentlich keine Rolle spielen, erstrecht nicht wenn nur wenige oder gar nur ein Scheibe verbaut werden. Preis lag bei 1,70€ pro Stück :) Da kann man nicht viel falsch machen.
 

Bimmelrudi

Well-Known Member
Zu dick ist kein Problem, zieht man halt die Bremsschraube weniger stark an bei gleicher Bremsleistung.
Bei zu dünner Scheibe wäre es schwieriger, da müßte man mit anderem Material (zb zusätzl. Filz/Leder/Teflonscheibe) gegenpuffern.

Preis ist durchaus ok, gibt durchaus auch deutlich teurere Angebote.:)
 

geomujo

Well-Known Member
War etwas k.o. drum erst jetzt:

DeezDrag10.jpg


DeezDrag15.jpg


DeezDrag16.jpg
 
Hallo,

wenn ich mich hier mal einhaken darf: Ich habe ziemlich günstiges Rollenfett von Balzer gekauft. Dazu finde ich aber keinerlei Angaben, was da eigentlich drin ist. Weiß das vll. jemand von euch? Mir gehts darum, ob ich das auch für die Bremse verwenden kann. Insgesamt ist es recht dick/viskos. Bisher habe ich es ncoh ncith verwendet udn die erste Rollenpflege steht an. Bin da auhc ncoh am Überlegen, ob ich nicht doch das softe ReelX nehmen soll oder eben das Nigrin Mehrzweckfett, da deutlich günstiger, aber eben auch wieder dicker. Ich habe nur 2 1000er und 2 4000er Rollen und ahbe Angst, dass das Nigrin für die 1000er schon zu steif ist.

Viele Grüße
Benedikt

Edit: gibt es denn ansonsten für die Bremse Alternativen zum Cal's, das bei uns im Handel/Internet gut und günstig zu bekommen ist??
 
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Bimmelrudi

Well-Known Member
Was da genau drin ist, kann ich dir leider so auch nicht genau sagen. Konnte auch bisher nichts darüber genau in Erfahrung bringen, leider.

Was deine Bremsen angeht, gilt erstmal zu klären welche Art von Bremsscheiben dort verbaut sind.
Üblich sind Filz, Teflon oder Carbon, die durchaus unterschiedliche Maßnahmen erfordern.
Filzscheiben werden vom Hersteller fast immer geölt eingebaut, da würde zusätzliches Fett sogar kontraproduktiv sein.
Einerseits kann sich Öl und Fett verbinden und eine völlig andre Viskosität erzeugen, andererseits kann das Fett auch das Öl verdrängen.
Hinzukommt das unbekannte Schmiermittel nicht immer ganz koscher zueinander sind, sprich es besteht durchaus die Annahme, daß sie miteinander reagieren können und somit nicht nur deine Scheiben sondern auch die Spule angreifen.
Und selbst wenn man das vorhandene Öl quasi auswäscht und das neue Fett einmassiert, besteht im Nachhinein das Problem des Nichtwissens, ob die Filzscheibe mit dem nun festeren Schmiermittel überhaupt gut klarkommt. Filz ist auch nicht gleich Filz und manch eine Scheibe verhärtet dadurch sogar.

Sind bereits Carbonscheiben verbaut, würde ich definitv kein Fett dort einbringen, worüber ich nicht weiß was genau drin ist.
Es muß freilich auch kein Cal's sein, du kannst genauso gut zum ReelX medium oder dem blauen Penn-Fett greifen...beide sind problemlos hierzulande beschaffbar.

Sind Teflonscheiben drin, brauchste gar nix machen, die werden trocken verbaut. Lediglich das alte Material der 70er/80er lief besser, wenn es leicht gefettet wurde.

Für Getriebewartungen bei Süßwasserrollen langt das ReelX soft allemal. Das Medium würde ich lediglich bei großen Rollen oder bei reiner Salzwassernutzung nehmen.
Alternativ auch hier wieder das blaue Penn-Fett, das ist gut und günstig.
Kostet ca. 5-6€ für 2oz, was etwa 56g entspricht...damit kannste problemlos einiges an Rollen komplett fetten, ohne das die Dose gleich leer wird.
 
Danke für deine ausführliche Antwort. Ich denke ich werde mich mit den ReelX Produkten eindecken, da weiß ich, dass sie sich vertragen. Ich frage mich noch, warum zumeist empfohlen wird, die Kugellager zu Ölen und nicht mit dem sehr weichen fett zu fetten - so hab ich es „gelernt“.
 

Bimmelrudi

Well-Known Member
Kugellager fetten bitte...Öl würde zu schnell entweichen. Das Fett verhindert z.T. auch, das sich Schnutzteilchen etc. ins Lager schleichen können.
Passiert bei offenen Lagern schneller als man denkt. Fett wird zwar auch etwas verdrängt durch die Bewegung des Lagers, aber es bleibt größtenteils schon dort wo es hin soll.
 

Bimmelrudi

Well-Known Member
Ich würde eher davon absehen, 2 unterschiedlich aufgebaute Schmierstoffe verschiedener Anbieter zu mischen.
Das Pennfett ist meines Wissens Petrolium basierend, hatte zwar auch schon beide Fette zusammen in einem Rollenmodell, allerdings eher unfreiwillig.
Ob die sich langfristig gern haben mag ich mangels Tests nicht abzuschätzen.
Wenn dann könnte da Wollebre eher was zu sagen, der hat da einfach deutlich mehr Erfahrung mit den verschiedenen Schmiermitteln und deren Verträglichkeit.
 

Wollebre

Well-Known Member
Danke für deine ausführliche Antwort. Ich denke ich werde mich mit den ReelX Produkten eindecken, da weiß ich, dass sie sich vertragen. Ich frage mich noch, warum zumeist empfohlen wird, die Kugellager zu Ölen und nicht mit dem sehr weichen fett zu fetten - so hab ich es „gelernt“.
Die ReeX Produkte bekommst du bei 70 Grad Nord (ist der AVET Generalimporteur). Braucht man nicht bei Ebay kaufen....
www.70grad-nord.de/schmierstoffe.html

Für die Carbonscheiben unbedingt nur ein Teflonfett nehmen. Die normalen Fette von ReelX, Penn usw reduzieren die Bremskraft gewaltig.
Beim letzten Urlaub auf den Malediven hatten einige Leute die Slammer 9500 im Einsatz. GTs von 10-15kg machten die Spule leer.....
Habe mir das angeschaut und die Bremsscheiben waren mit dem Pennfett vollgekleistert. Mit Bremsenreiniger entfernt und mit Cal`s gefettet. Danach hatten die keine Probleme noch größere GTs sicher zu drillen. Die Fette von Reelx reduzieren die Bremskraft ebenfalls zu stark und sollten nicht für Bremsscheiben genommen werden.
Auch das Cal`s reduziert die Bremskraft, das aber nur um 3-5 Prozent. Da fast alle Rollen mit Carbonbremse mehr Bremsleistung bringen als benötigt wird, ist das zu vernachlässigen.

Filzbremsscheiben bremsen gut solange die geölt oder gefettet sind. Haben aber weil die weich sind den Nachteil das beim Zudrehen des Bremsknopfes das Schmiermittel herausgedrückt wird! Wenn die zwischen den Metallscheiben trocken laufen, fangen die an zu zerfleddern. Schon oft genug Scheiben gesehen da mußte man erahnen dass das mal eine Bremsscheibe war.... Bei Filzscheiben auch ganz genau überprüfen das die Metallscheiben beidseitig hundertprozentig glatt sind. An der Unterseite etwas Grat vom Ausstanzen, und die Scheiben werden zerfleddert (s.Bild) Aber auch bei Carbonscheiben müssen die Metallscheiben plan sein. Bei z.B. einer Multi war eine Macke in der Bremsdruckplatte und hat eine tiefe Riefe rundherum in das Carbon geschnitten (s.Bild).
 

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Filzbremsscheiben bremsen gut solange die geölt oder gefettet sind. Haben aber weil die weich sind den Nachteil das beim Zudrehen des Bremsknopfes das Schmiermittel herausgedrückt wird!
Genau diese Frage stelle ich mir gerade: Ob die Filzbremsscheiben bei der Pflege geölt oder gefettet werden müssen.
Hängt wohl auch davon ab ob der Hersteller ab Werk geölt oder gefettet hat. Ich kann gerade nur von Daiwa sprechen. Bei einer werksneuen Freams war die Filzbremse mit milchig weißem Fett gefettet, bei der günstigeren Revros war nur spurenweise Öl zu erkennen. Eigentlich wie schon gesagt hat der Hersteller bei der Revros viel zu wenig Schmiermittel verwendet. Das ist aber nachzuvollziehen das der Monteur/Roboter da etwas geizt.
Wenn man aber beim Anbiss einer großen Forelle an der Kopfbremse etwas zu hektisch auf oder zudreht ist vielleicht viskoses Fett besser da bei dünnem Öl der Spielraum der Bremseinstellung zwischen AUF und ZU geringer ist.
Auch wird dünnes Öl schneller bei zugedrehter Bremse aus den Filzscheiben dauerhaft ausgepresst.
 
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