Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

rheinfischer70

Active Member
Wir beobachten, genauso wie in der gesamten Region, einen starken Rückgang von Rotaugen.
Besonders 20cm+ finden wir kaum noch.

Wir fragen uns, ob zur Bestandstützung nach dem jährlichen winterlichen Kormoraneinfall Rotaugenbesatz im zeitigen Frühjahr Sinn machen kann.

Dann hätten wir wieder mehr Laichfische und könnten im Sommer wieder erfolgreich Rotaugen stippen und feedern. Auch die Jungraubfische hätten mit der Rotaugenbrut mehr Nahrung zum Aufwachsen.

Sind die Überlegungen sinnvoll oder decken wir nur dem Kormoran für den kommenden Winter den Tisch?
 

Franz_16

Mitglied
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Sind die Überlegungen sinnvoll oder decken wir nur dem Kormoran für den kommenden Winter den Tisch?
Hallo rheinfischer70,
ich habe mal in einem Baggersee Rotaugen besetzt. Größe ca. 13cm.

Daraus ist mittlerweile ein durchaus beachtlicher Bestand entstanden, ich hab sie in diesem Jahr vom Boot aus intensiv beim laichen beobachtet.

Wir hatten da aber nicht gekleckert... 350kg auf ca. 12ha ... als "Start".

Im See sind Raubfische nahezu aller Arten vorhanden, und auch der Kormoran ist öfter vertreten. Die werden sich da ihren Teil schon wegholen.

Gut ist es halt, wenn man Bereiche hat in denen sich die Rotaugen etwas zurückziehen können.

Hier mal ein Bild aus dem Biberthread:


Die ganzen gefällten Bäume sind am Ende im Wasser gelandet - und genau dort tummeln sich auch die Rotaugen.
 

rheinfischer70

Active Member
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Danke für die Nachricht. Habe gelesen, dass der schlaue Kormoran gerade die umgefällten Bäume aufsucht und daher u.u. noch mehr schaden anrichten kann.
Aber wengistens eine positive Meldung. Habt ihr im Frühjahr besetzt?
 

Peter_Piper

Well-Known Member
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Hallo,
bei uns waren es Rotfedern, die der Kormoran heimgesucht hatte. Wir haben dann im Frühjahr neue besetzt, einmal 10-15 cm und dann noch mal 4-9 cm. Der Bestand hat sich dadurch gut erholt, bzw laichen sie auch ab und wir sehen jedes Jahr neue Brut. Allerdings ist es mindestens genauso wichtig, ein entsprechendes Habitat zu schaffen. Totholz-Vertstecke, Laichmöglichkeiten, etc. Auch wir haben einen entsprechenden Raubfischbestand, dennoch reproduzieren sie sich gut.
 

rheinfischer70

Active Member
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Aus den Antworten sehe ich, dass eine Bestandsauffrischung nach einem Kormoranwinter erfolgreich sein kann.
Mal sehen, ob wir es bei uns umsetzen können.
 

rheinfischer70

Active Member
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Klar, und die Rechnung übersenden wir dem Nabu und der Landesregierung, die den Abschuss regelt.
 
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Wenn man in ein Gewässer Rotaugen besetzen muss, dann muss man das Gewässer aufgeben.

Ausnahme nach Fischsterben.
 

Sneep

Eine NASE für den Fisch
In stillem Gedenken
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Hallo,

ob Besatz mit einer Wirksamkeit von 6 Monaten sinnvoll ist, mag jeder selbst entscheiden. Für mich, kann das nicht sinnvoll sein. Nach dem Kormoran ist vor dem Komoran.
Das Rennen kannst du nur verlieren.

Dann versuche einmal im Frühjahr guten Fisch zu bekommen. Die Züchter versuchen ihre Fische im Herbst zu verkaufen um das Risiko von Kormoranfrass auf den Käufer ab zu wälzen.

Besser ist es das Geld in den Bau von Schutzräumen zu stecken.

sNeeP
 

feko

Well-Known Member
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

an unserem Vereinsgewässer hängen tlw 100 kormorane auf einer Insel rum.pünktlich nach jedem besatz sind sie da.die Bäume sind schon weiß vor Kot. Der See hat eine Badewannen Struktur. ungefähr 4 ha.es werden nur noch zander ab 50 cm besetzt. Aber auch diese sind vor den vögeln nicht sicher. Ich habe vorgeschlagen Paletten zu versenken um den Fischen ruheplätze zu bieten .Die kormorane machen ja in jedes totholz rein so das nicht mal das ausreichend Schutz bietet. hat schon jemand Erfahrungen mit den Paletten sammeln können? mfg
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Die Kormorane werden sicher meist genug Laichfische und 1 Jährige überlassen, so das der Bestand sich bis zum Herbst wieder auffüllt.
Mag sein das da zwischenzeitlich für die Angler wenig zu hohlen ist.

Schätze der Friedfischnachwuchs profitiert zwischenzeitlich auch noch davon, das ja auch unter den Raubfischen ausgelichtet wurde.


Oder leidet eben dann auch noch wenn man meint reichlich beliebte Raubfische zu besetzen.
Letzteres wird dann wohl zum Problem, auch wenn man meint das man so ja nur frühere Bestanddichten anstrebt, die eben einst ohne die Kormorane genug Futter fanden.

Wobei man sich sowohl die Größe wie auch die Herkunft der Rotaugen genauer überlegen sollte.
Wenn man sie klein wählt laichen sie nicht mehr, vor dem nächsten Winter und sind dann wieder Futter gewesen.
Besetzt man sie groß, kann es sein das sie dort nicht zurecht kommen und hungern.
Ein klarer Baggersee und ein Fluss sind grundverschiedene Lebensräume, ein See kein nährstoffreicher trüber Altarm.

Nein ich halte nichts von solchen Besatzmaßnahmen wo man versucht entgegen Veränderungen Heile Welt vorzutäuschen.
Zur Ansiedlung ein Ja, aber um sich Wünsche zu erfüllen, Futterfisch zu stellen oder zur Blutauffrischung NEIN DANKE!

Aber meine Meinung ist nicht das Maß der Dinge, sondern nur meine Meinung.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Da wir kaum natürliche Gewässer haben, auch viele abgeschlossene Baggersseen und Kieskuhlen etc., seh ich das nicht so eng.

Wenn die Bewirtschafter Geld haben und das wollen, sollen sie doch besetzen..

Da haben wir Dissens:
Nein ich halte nichts von solchen Besatzmaßnahmen wo man versucht entgegen Veränderungen Heile Welt vorzutäuschen.
Zur Ansiedlung ein Ja, aber um sich Wünsche zu erfüllen, Futterfisch zu stellen oder zur Blutauffrischung NEIN DANKE!
s. o., in abgeschlossenen Gewässern finde ich sogar, das man die ruhig nach Anglerwünschen ausbauen und bewirtschaften sollte..

Solange es bei uns bescheuerte Gesetzgebung hinsichtlich Entnahme gibt, muss man ebene andere Möglichkeiten finden, wie z. B. Besatz..

Oder halt weniger Angler am Gewässer...

Nicht Sinn eines Anglerforums Angler abzuschaffen..

Was Rotauenbesatz bei Kormorandruck tatsächlich bringt ist diskutabel.

Fragt eure Verbände und vor allem DAFV (Europaproblem), wie weit sie mit Managementmaßnahmen gekommen sind, um Vereine und Bewirtschafter zu entlasten.

Wenn man das (ALLES) in Griff kriegt, kann man auch drüber anfangen nachzudenken, in wie weit man "nur" noch Überschüsse entnimmt..

Wie viele Angler das wie lange mitmachen und noch die Vereine bezahlen für weniger oder nix mehr fangen (dürfen), und wie lange die dann noch Pachten bezahlen können, wird sich dann in der Praxis zeigen..

Im hier geschilderten Fall ist halt das Problem, dass selbst kapitale Rotaugen IMMER ins Kormoranbeuteschema passen..

Ohne begleitende Vergrämung chancenlos...
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Da wir kaum natürliche Gewässer haben, auch viele abgeschlossene Baggersseen und Kieskuhlen etc., seh ich das nicht so eng.

Wenn die Bewirtschafter Geld haben und das wollen, sollen sie doch besetzen..

s. o., in abgeschlossenen Gewässern finde ich sogar, das man die ruhig nach Anglerwünschen ausbauen und bewirtschaften sollte..
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Was Rotauenbesatz bei Kormorandruck tatsächlich bringt ist diskutabel.
Der erste Teil ist das was Anglern viele Naturschutzinteressierte zum Feind macht.
Denn aus Ihrer und der Gesetzlichen Sicht ist nicht jedes künstliche, geschlossene oder vom Menschen geschaffene Gewässer als Freiraum vom Naturschutz ausgeschlossen.
Wer sich so denkend Freiräume verschaffen will, sollte sich nicht wundern das Andere dort dann Angeln oder Bewirtschaftung durch Angler lieber gleich ganz unterbinden wollen.
Nicht selten versucht man schon bei der Baugenehmigung solche Dinge einfließen zu lassen.
Was Du findest ist fast egal, solange der Gesetzgeber solche Geschlossenen oder künstlichen Gewässer weiter als öffentliche Gewässer betrachtet und diese dem Naturschutzrecht unterliegen.

Was den Fischbesatz betrifft, na ja oft kostet es unnötiges Geld, auch wenn Fischbesatz ja eigentlich sehr billig ist und sicher meist nicht die Hauptkosten eines Vereins darstellen.

Das die Angler auch etwas fangen wollen sollte Jedem klar sein.
Wobei dann die Frage folgen sollte was man Ihnen da als P&T besetzt.
In leergefressenen Gewässern wird das bei Raubfischen wohl besonders doof sein, bei Rotaugen sicherlich nicht besser als gleich R.F oder Schlei zu besetzen.
Mag sein das Karpfen, R.F oder andere da in Kritik stehen das sie eigentlich nicht in so ein Gewässer hineingehören.
Aber auch bei heimischen Arten gilt, das die Menge das Gift macht, also Besatz immer ein Eingriff ist der durchdacht sein.....sollte.
Fische bestellen kann Jeder, aber die wenigstens werden es auch gegenüber Andersdenkende vernünftig oder halbwegs begründen können.
Viele sind ja nicht einmal von dem Sinn überzeugt was sie da machen...:)

Zum letzten Teil...
Du meinst man könne den Sinn diskutieren?
Oder auch die Nachteile, die Herkunft, die Schäden oder die Kosten.;)

Fakt ist das Rotaugen zunächst einmal ähnlich viel kosten wie R.F oder Karpfen.
Wobei Rotaugen recht empfindliche Fische sind.
Große Rotaugen sind oft Wildfänge, die sich bestimmt nicht immer im neuen Lebensraum zurecht finden werden.
Leichte Beute für Angler, da sie so wie auch gefütterte Fische noch lange immer hungrig umherwandern.
Für einige Monate wird es den Anglern etwas bringen, aber langfristig eher sogar noch Nachteile bringen.
Ein Einfallstor für Krankheiten und neue Arten und auch eine Verwässern von schon erfolgten genetischen Anpassungen im Gewässer.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

Zum letzten Teil...
Du meinst man könne den Sinn diskutieren?
Oder auch die Nachteile, die Herkunft, die Schäden oder die Kosten.;)
Logo....

Solange aber größtenteils ehrenamtlich bewirtschaftet wird von Leuten, die sich Hauptversammlungen stellen müssen, wird man schwerlich professionelle Bewirtschaftung verlangen dürfen

Denn aus Ihrer und der Gesetzlichen Sicht ist nicht jedes künstliche, geschlossene oder vom Menschen geschaffene Gewässer als Freiraum vom Naturschutz ausgeschlossen.
Umgekehrt MUSS auch nicht JEDES künstlich geschaffene Gewässer zu Tode geschützt werden und zum Kröten/Mückenbiotop verkommen.

Die Mischung machts:
Naturschutz
Angeln ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz § 1 (1), Satz 2 und 3, zu fördern.

Abgeschlossene Gewässer (Kiesgruben, Weiher, kleinere abgeschlossene (Seen etc.) müssen nicht alle im Sinne des Naturschutzes bewirtschaftet werden.
Sie können auch gerade dazu dienen, den Angeldruck auf ökologisch empfindlichere Gewässer zu reduzieren.
Nachdrücklicher Einsatz für Angelanlagen und rein anglerisch bewirtschaftete Gewässer (Paylakes etc.) ist damit Voraussetzung.
Kooperation mit Naturschutzverbänden, um im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 1 (1), Satz 2 und 3) gemeinsame Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen, sofern Naturschutzverbände zugeben (ob richtige oder die der organisierten Sport- und Angelfischerei), dass Angeln per se nicht naturschutzschädlich ist, sondern nur nicht gesteuerte Entnahme.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Rotaugenbesatz zur Bestandsaufüllung nach Kormoraneinfall sinnvoll?

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Solange aber größtenteils ehrenamtlich bewirtschaftet wird von Leuten, die sich Hauptversammlungen stellen müssen, wird man schwerlich professionelle Bewirtschaftung verlangen dürfen.

Umgekehrt MUSS auch nicht JEDES künstlich geschaffene Gewässer zu Tode geschützt werden und zum Kröten/Mückenbiotop verkommen.

Die Mischung machts:
Lustig der erste Teil, denn in einer Demokratie sprechen halt immer die Wähler Ihr Vertrauen aus.
In einer Demokratie bezahlen Vertrauensleute, Fachkräfte dafür das zu tun was die Vertrauensleute für richtig halten.
Wir werden nicht von Fachkräften regiert, denn letztere haben oft auch nur Ihr Fortkommen im Sinn, so das man Ihnen nicht vertrauen kann.
(Aber das sollte ja Allgemeinwissen sein)

Will nur aussagen das der Ruf nach Bewirtschaftung durch Fachkräfte, anstatt durch demokratische Strukturen seltsam fremd klingt.
 
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