Spinnfischen in der Seemitte

Danstrass

New Member
Hallo zusammen,

hat jemand Erfahrung mit dem Spinnern auf der Seemitte?

Bisher habe ich immer auf der Seemitte mit ca. 30cm wobblern, zwischen 5-7 Metern in der Sprungschicht geschleppt, was eigentlich ganz gut funktionierte, aber der Meterhecht blieb bis dato leider aus. Es geht darum mal einen Meterhecht zu fangen, z.B. mit einem großen Spinner.

Dazu habe ich mir jetzt 10inch große Muskie Spinner bestellt, die relativ schwer sind.

Der Plan wäre sich einfach über den See treiben zu lassen und zu spinnern.

Habt ihr gute Tipps im Freiwasser, bzgl.:
-woran erkenne ich die richtige Stelle
-die richtige Tiefe
-woher weiß ich auf welcher Tiefe mein Spinner läuft?

Viele Grüße und vielen Dank,

Daniel
 

Christian.Siegler

Administrator
Teammitglied
Die richtigen Stellen für die Freiwasserangelei sind oft die tiefsten Bereiche eines Gewässers. Außerdem ist es sinnvoll nach Futterfischschwärmen (mit dem Echo) zu suchen und diese Bereiche zu befischen.
 

Lajos1

Well-Known Member
Hallo,

entscheiden ist, wo die Futterfische sind und die sind momentan und vermutlich auch noch die nächsten 3/4 Wochen auch noch in Ufernähe anzutreffen.
Das mit dem Meter-Hecht ist nicht ganz so einfach, da warten manche Angler Jahre darauf. Die, welche immer wieder öfters Meter-Hechte, auch in "normalen Gewässern" fangen, sind Spezialisten. Der Otto-Normalangler wartet oft Jahre auf einen Fisch dieser Grösse.
Ich kenne Deinen See nicht, aber wenn möglich würde ich da momentan noch die Uferbereiche abklappern.

Petri Heil

Lajos
 

Hecht100+

Well-Known Member
Im Freiwasser mit dem Spinner, dann müßten schon viele Komponenten zusammenkommen. Versuch es lieber am Rande des Freiwasser, am besten an einem Unterwasserberg, mit einem Spinner oder Blinker. Und wie Kollege @Lajos1 schon schrieb, es dauert. Die Chancen beim Schleppen über dem Freiwasser einen Ü100 zu kriegen, sind erheblich größer als über dem Freiwasser zu spinnen. Die meisten Chancen würde ich dir im Frühjahr über dem Kraut ufernah geben. Oder jetzt im Herbst mit dem Köderfisch, aber auch da an Kanten. Und du solltest über einen großen schweren Blinker für im Freiwasser nachdenken, der kommt nach meiner Erfahrung tiefer runter als ein Spinner und läßt sich auch einfacher wieder einkurbeln. Ein Spinner der Größe 10 oder 12 baut einen enormen Gegendruck auf, da wird es schon nach einigen Würfen unangenehm. Und wenn du dann wirklich über dem Freiwasser spinnen möchtest, mit einem doppelten 60gr.Effzett, 120gr Wurfgewicht übereinander solltest du die passende Tiefe erreichen.
 

Taxidermist

Well-Known Member
Bisher habe ich immer auf der Seemitte mit ca. 30cm wobblern, zwischen 5-7 Metern in der Sprungschicht geschleppt, was eigentlich ganz gut funktionierte,
Da bist du ja schon mal im Vorteil, Schleppen zu dürfen und überhaupt schon mal vom aus Boot zu angeln.
Also weiter Strecke machen, wie bisher!
Ich würde nur anstatt in der Sprungschicht, knapp darüber meine Köder anbieten, also so in 3,50-5,00m Tiefe.
Aktuell können große Hechte noch überall im Gewässer anzutreffen sein, das verschiebt sich zum Spätjahr hin immer mehr zum Freiwasser und auch in die Tiefe, wenn sich erfahrungsgemäß bis Ende November die Sprungschicht auflöst.(gilt nur für große Gewässer, Seen!)
Wenn das Wasser dann schon richtig kalt ist, Dez., Jan., Feb., kannst du in Grundnähe und zwar recht langsam, zum Teil extrem langsam geführte, große (21-40cm) Gummis fischen.
So habe ich immer meine Meter gefangen?
Dennoch ist Ausdauer angesagt, wo dein "Meter" steckt, kann dir niemand hier vorhersagen!

Hier z.B., der hat mir, mit Abstand, die meisten Großhechte gefangen:
https://www.camo-tackle.de/9-XTRA-SOFT-Nature-23-cm

8/0er bis 10/0er Jighaken, 20gr. Kopf und natürlich einen Stinger, so kannst du diesen auch Schleppen!
Und nein, ich stehe nicht in geschäftlicher Verbindung mit Camo-Tackle.

Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:

Taxidermist

Well-Known Member
-die richtige Tiefe
-woher weiß ich auf welcher Tiefe mein Spinner läuft?
Auch dies kann dir hier niemand "prophezeien".
Da kommen doch so einige Faktoren, sprich Unbekannte zum tragen; fängt mit der Schnurstärke an und hört bei der Einholgeschwindigkeit, Rutenhaltung, auf!
Ausprobieren und eigene Erfahrungen machen, gilt es auch hierbei!
Grundsätzlich fangen Musky Spinner, oder überhaupt große Spinner recht gut?
Auf Doppelblattspinner habe ich z.B. auch schon gute Hechte gefangen, diese dann geschleppt. Ist aber nicht so einfach, die allein schon korrekt Auszubringen und zum Anlaufen zu bewegen, wohlgemerkt unter Rudern.(hohe Kunst?)
Wie schwierig dies ist, wirst du dann merken, wenn du es mal probierst!

Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Hin und wieder hänge ich eine selbstgebaute Hardmono Spinnerkette mit 4Spinner ohne Haken 25cm Abstand, zum Schluss ist dann ein Snap befestigt, somit kann ich bei der Köderwahl flexibel bleiben, davor kommt dann ein Jenzi klippblei, zur Vermeidung von Schnurdrall und um auf tiefe zu kommen, mit 60gr knapp 4m bei 15m hinterm Planer.
Es gibt nur wenige Tage an denen ich mit Kette erfolgreicher bin. Deshalb würde ich behaupten einen Freiwasser Hecht mit Spinner zu angeln ist nicht leicht. Da du eigentlich nur sehr Oberflächen nah angeln kannst.
 

Danstrass

New Member
Hallo Zusammen,

besten Dank für Eure Antworten.

Ein Echolot habe ich leider nicht, aber die Gewässerstruktur kenne ich durch die Tiefenkarte.

Die Tipps mit den tieferen Stellen im See und den Unterwasserbergen zwischen Freiwasser und Ufer sind schon mal top!

Auf die Idee mit dem Spinnern bin ich eigentlich nur gekommen, weil das anscheinend der erfolgreichste Angler am See genau so macht, allerdings hat der auch ein Echolot und ich vermute mal, dass er zu mindestens die Futterfischschwärme mit Echolot ansteuert, ich würde ihn mal als Spezialisten bezeichnen :).

Dann werde ich weiter schleppen und an den spannenden Stellen rübertreiben und mit Musky Baits spinnern. Zum Schleppern von großen Ködern und zum Einholen von großen Spinnern habe ich eine sehr harte Rute mit Baitcast Rolle.

Sollen die ganz großen Wobbler, die größer als 36 cm sind, schneller geschleppt werden, damit sie gleichmäßiger laufen oder ist es eh besser, wenn Sie ungleichmäßig laufen? Diese Wobblergröße läuft bei mir direkt nach dem Ruderschlag zuckelig und zieht kurz vorm nächsten Ruderschlag gleichmäßig nach, als wenn die Bewegung des Wobblers auslaufen würde.

Ps.: Das sind die Spinner:

https://www.driftertackle.net/shop/esox-research-company/pearsons-grinder/
https://www.driftertackle.net/shop/musky-mania/trouble-double-trouble-standard-colors/

Viele Grüße,

Daniel
 

jkc

...und Jessy; nun in "NL" :-(
Moin, um was für einen See geht es denn? Größe, Tiefe, Struktur, Artenspektrum?
Wenn Du schleppend schon gefangen hast, dann hast Du doch schon Anhaltspunkte wo sich die Fische raumtreiben können.
Diese Bucktailspinner wären jetzt nicht unbedingt meine persönliche Wahl zum fischen im Freiwasser. Üblicherweise sind das keine Wurfwunder, recht anstrengend zu führen durch den hohen Wasserwiderstand und meiner Erfahrung nach eher was für's flachere fischen.
Mir wäre da etwas lieber, was sich gut werfen und ermüdungsfrei fischen ließe und über einen möglichst großen Tiefenbereich anzuwenden ist, z.B. nen größeren Shad am tendenziell eher schwereren Kopf.

Grüße JK
 
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jkc

...und Jessy; nun in "NL" :-(
Bzgl. der Wobbler macht es Sinn sich das Laufverhalten bei Schleppgeschwindigkeit mal direkt am Boot anzuschauen. Die meisten größeren Wobbler brauchen schon eine gewisse Mindestgeschwindigkeit.
Ich schleppe wenn möglich ohnehin gerne etwas zügiger, so 4 bis 4,5kmh wäre meine Wahl.
Wobbler über 36cm fallen mir übrigens kaum welche ein, was haste denn da?
 

MikeHawk

BigBaitBursche
Anstatt in die Spinner hättest du wohl besser in ein Echolot investiert, da gibt es schon mehr als ausreichende Gerät für knapp über 100 Euro.

Bezüglich Taktik:
Ganz klar pro Schleppen!

- Du angelst mit 2 Ruten statt 1er
- Ist der Köder länger im Wasser im Vergleich zum Wurfangeln
- Hast du schon gefangen, die Großen sind eben einfach seltener

Wurfangeln kann Sinn machen, wenn man die Hotspots kennt.
 

jkc

...und Jessy; nun in "NL" :-(
Es gibt auch Gewässer an denen man nur 1 Rute schleppen darf, z.B. den Plöner See. Zudem ist es beim Rudern auch nicht ganz einfach alleine mit zwei Ruten zu schleppen, Bzw. Köderwahl sollte man sich dann überlegen...
 

Deep Down

Well-Known Member
.......
Es geht darum mal einen Meterhecht zu fangen, z.B. mit einem großen Spinner.

Dazu habe ich mir jetzt 10inch große Muskie Spinner bestellt, die relativ schwer sind.

Der Plan wäre sich einfach über den See treiben zu lassen und zu spinnern.

Habt ihr gute Tipps im Freiwasser, bzgl.:
-woran erkenne ich die richtige Stelle
-die richtige Tiefe
-woher weiß ich auf welcher Tiefe mein Spinner läuft?

Viele Grüße und vielen Dank,

Daniel
Na, das ist ja ein Unternehmen!

Zuerst einmal: Nicht die Motivation im anscheinend unendlichen Freiwasser verlieren. Das Durchhalten ist die Kunst, da muss man dann echt das Denken abschalten.

Viele reden von Freiwasserhechten aber nicht in jedem Gewässer gibt es die auch, denn das setzt voraus, dass die Futterfische sich vom Ufer und Grund lösen und von dem leben, was sich auf der Sprungschicht sammelt. Das ist dann der Fall, wenn die Spungschicht mit gaaaaanze weiten Teilen keinen Kontakt mehr zum Gewässerboden oder Plateaus hat. Ist danach der Freiwasserbereich relativ klein, dann kannste meiner Meinung und Erfahrung nach lange überm Freiwasser werfen, dass ist leer. Der Futterfisch hält sich dann in der Regel dort auf, wo der Boden durch die Sprungschicht stößt, also über der Sprungschicht liegt. Das ist Futter technisch produktiv. Da musst Du dann angeln.
Der Köder sollte auch dabei über den Hecht geführt werden. Über, weil sich sein Blickwinkel nach oben ins Dreidimensionale öffnet anstatt auf gleicher Ebene den Köder durchzuleiern. So angelt man faktisch mehr Fläche auf der Suche ab und steigert die Chance aufzufallen. Je kälter desto geringer sollte dabei der Abstand zum Boden sein. Da kommt es auf etwas Erfahrung an, was der Hecht noch als Distanz überwindet. Und der Großhecht mag durchaus tiefes Wasser unterm Arsch. 8-6 Meter unterm Bootskiel sollte passen, in oder besser aus diesen Bereichen heraus operieren die Biester. Wenn zu diesem Bereich noch ein Anschluß an noch tieferes Wasser besteht, umso besser. Cool sind dann Bereiche zwischen dieser Tiefe und dem Beginn des Krautfeldes. Ganz brandheiss wird es, wenn sich breite krautfreie Gräben in diese flacheren bekrauteten Bereiche ziehen und die Drift einen über einen solchen Graben führt! Oh man! Da liegen sie vorgeschoben drin und schauen nach oben! Was dann oben über den "Graben" schwimmt und sich außerhalb der Fluchtdistanz zum rettenden Kraut befindet, wird fast schon mit Ansage zum Opfer. Je "dunkler" das Wetter ist, umso weiter kann sich das in flachere Bereiche bis zu Attacken unter der Oberfläche verlagern.

Um durch die Sprungschicht stoßende Plateaus herscht ein ähnliches Spielchen.

So, im Falle, dass es im obigen Sinne tatsächlich Freiwasser gibt, dann wegen des Auffallens etwas oberhalb der Sprungschicht durchleiern. Wegen der Trübung stehen sie zur Deckung genau da drin. Da halte selbst ich dann aufgrund der Weite das Schleppen in Relation zu Zeitaufwand und abzusuchender Fläche für effektiver als das bloße Werfen.

Ich würde immer shallowköder (mit eingehängtem Bleigewicht, dass kan man schön variieren) oder große Gumis mit Twisterschwanz verwenden. Die Silhouette ist einfach wichtiger als schmale gekielte Gufis, die zu dem in der Tiefenführung beim Durchleiern einfach schwerer zu kontrollieren sind.

Die Sprungschicht bzw. die Bereiche um die es geht, findet man mit dem Echo anhand der Tiefe in der sich die Futterfischschwärme aufhalten. Die Sprungschicht selbst sieht man meistens erst im späteren Sommer selbst deutlich aufgrund der sich angesammelten Schwebestoffe als Echo.

Es gilt aber auch hier keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt Tage, da sieht man die schönsten Sicheln auf dem Boden liegen und nichts passiert. Ich sach dann immer: "Die pennen!"

Nach Auflösen der Sprungschicht ist alles wieder anders und die Karten sind völlig neu gemischt.

Btw: In einem deutschen Hechtforum, leider derzeit nicht zugänglich, fischte einer mit diesen Muskiespinnern oder waren es Spinnerbaits (?) tatsächlich auch erfolgreich auf große Hechte. Sein Tipp war es, die Dinger unmittelbar unter der Oberfläche zu "burnen". Also Vollgas und das nur bei richtigem Mistwetter!
Mal ehrlich, dass kann ich mir vorstellen. An solchen Tagen räumt Mutti im Revier auf und verliert alle Scheu.

Nach alle dem sind solche Ergebnisse dann kein Zufall mehr:

"Leider zu spät....Bild wieder gelöscht"
 
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jkc

...und Jessy; nun in "NL" :-(
Mega Beitrag Deep Downthumbsup
Edit: Dieser Daumenhochsmile wirkt irgendwie gar nicht überzeugend.:rolleyes:
 

Danstrass

New Member
Hi,

ich bin ganz begeistert von euren Antworten!

@jkc Grandma, nils master invincible, jake musky crankbaits, etc. sind die größten/ am besten läuft der nm invincible in firetiger.

@Deep Down : das mit dem burnen ist auch nochmal ein guter Tipp, zumal ich mich öfter mal gefragt habe, wie mir die auf der seemitte an der Oberfläche springenden Fische als Indikator weiterhelfen können!

Anbei seht ihr die Tiefenkarte:

Im Freiwasser hatte ich übrigens die meisten Fänge beim 16 Meter Loch und im Süden um und bei der 10 Meter Linie.

Ansonsten ist der Grund leider auch ziemlich ebenerdig.

Viele Grüße,

Daniel
 

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Testudo

Schützer und Nutzer
Wenn du nicht möchtest, das andere User erkennen, daß es sich um den Großensee handelt, solltest du auch unten den Link unkenntlich machen
 

jkc

...und Jessy; nun in "NL" :-(
Hi,

@jkc Grandma, nils master invincible, jake musky crankbaits, etc. sind die größten/ am besten läuft der nm invincible in firetiger.
...
Ahsou; davon ist die Grandma mit 33cm der größte Wobbler, der Invincible hat "nur" 25cm. Moment, inzwischen gibts auch nen 14" Jake, ist aber immer noch keine 36cm. Die Grandma in 33cm braucht meiner Meinung nach mindestens 3,5 kmh.

Grüße JK
 
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